Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Rate f.
Rate f.
Rate f. ‘in regelmäßigen Zeitabständen zu zahlender Teilbetrag’. In die Kaufmannssprache wird (Anfang 16. Jh.) mlat. rata ‘berechneter, abgemessener, bestimmter Anteil’ (unter Einfluß von gleichbed. ital. rata?) entlehnt. Dies ist die substantivierte fem. Form des Part.adj. lat. ratus ‘berechnet, bestimmt, gültig’ (zu lat. rērī ‘bei sich bestimmen, glauben, meinen’), die sich aus lat. rata pars (z. B. in der Wendung prō ratā parte ‘in einem durch Ausrechnung bestimmten Verhältnis’) entwickelt hat; entsprechend begegnet im Dt. auch pro rata ‘nach Verhältnis, anteilmäßig’ (ebenfalls Anfang 16. Jh.). Erst zu Beginn des 19. Jhs. erscheint eingedeutschtes Rate ‘Anteil’; die heute übliche Bedeutung ‘Teilzahlungsbetrag’ tritt im 20. Jh. auf; vgl. Wendungen wie auf Raten kaufen, in Raten (ab)zahlen und Zusammensetzungen wie Abzahlungs-, Monatsrate, Ratenkauf, -zahlung. Engl. rate folgend, wird Rate (Anfang 20. Jh.) auch für ‘(Preis-, Gebühren)satz, Tarif, Kurs, Taxe’ (vgl. Fracht-, Zinsrate) sowie (Mitte 20. Jh.) für ‘in Prozenten ausgedrücktes Verhältnis einer Größe zu einer anderen’ (vgl. Geburten-, Profit-, Steigerungs-, Sterblichkeits-, Wachstumsrate) gebraucht.