Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
rasseln
rasseln
rasseln Vb. ‘klappern, rattern, ein Geräusch von sich geben (mit aneinanderschlagenden Ketten, mit Lärminstrumenten)’, mhd. raʒʒeln ‘toben, lärmen’ ist Iterativum zu gleichbed. mhd. raʒʒen, frühnhd. rassen (bis Ende 16. Jh.). Für rasseln kann in frühnhd. Zeit semantischer Einfluß von mnd. rettelen ‘klappern, rattern’ angenomen werden. Allgemein verbindet man diese Verben mit aengl. hratian ‘eilen’, anord. hrata ‘fallen, stürzen, schwanken, eilen’ und schließt sie mit verwandtem Scherz (s. d.) an eine Dentalerweiterung ie. *(s)kerd-, *(s)kred- der dort genannten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’, eigentlich ‘(sich) drehend bewegen, schwingen’ an. Angesichts der semantischen Differenzen scheint es jedoch möglich, nhd. rasseln, mnd. rettelen, nd. rateln, nl. ratelen, engl. to rattle ebenso wie rattern (s. d.) als lautmalende Bildungen von den zuvor genannten Formen abzutrennen. – Rassel f. ‘Knarre, Klapper’ (16. Jh.), ehemals ein Gerät der Nachtwächter, um ihr Nahen anzukündigen. Rassel ist ein vorwiegend westd. und südd. Wort gegenüber nordd. md. Knarre (s. d.) und bair.-öst. Ratsche. Rasselbande f. ‘lärmende, zu gemeinsamen Streichen aufgelegte Schar übermütiger Kinder’ (19. Jh.), obsächs. ‘unbändige, lärmende Gesellschaft’, md. auch ‘liederliches Volk’.