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Preis

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Preis

Bd. 16, Sp. 274
Preis (lat. pretium) ist allgemein der Gegenwert, der für Erlangung eines Gutes gegeben werden muß; im Tauschverkehr insbes. die Menge von Gütern und Leistungen, die als Gegengabe gegen andre dienen. Beim Naturaltausch ist jede der ausgetauschten Waren, bez. Leistungen der P. der andern, in der Geldwirtschaft dagegen bildet die Summe des zu zahlenden Geldes den P. des erkauften Gutes. Der P. einer Ware hängt ab von Angebot und Nachfrage und schwankt, je nachdem diese Faktoren sich ändern. Da aber beim Tausch jede der beiden Parteien gewinnen, keine verlieren will, so wird es in jedem gegebenen Fall zwei Grenzen, eine oberste und eine unterste, geben, über die der P. sich nicht hinaus bewegt. Die oberste wird bestimmt durch den Wert, den der Nachfragende dem einzutauschenden Gegenstand überhaupt und in Rücksicht auf sein verfügbares Vermögen beilegt, die unterste durch die Produktionskosten, indem der Anbietende auf die Dauer im P. mindestens den Aufwand an Sachgütern und Arbeitsleistungen, den er auf die zum Austausch bestimmten Güter verwenden mußte, wird ersetzt erhalten müssen. Soll der erstere zu viel geben, so verzichtet er auf den Kauf, und der Verkäufer behält den Gegenstand, für den ihm zu wenig geboten wird. Zwischen beiden würde der P. je nach der Gunst oder Ungunst der obwaltenden Verhältnisse zu liegen kommen. In der Gesellschaft regelt sich der P. durch die Konkurrenz, indem mehrere Käufer und Verkäufer einander gegen übertreten. Erstere werden ihren Bedarf da zu decken suchen, wo er am billigsten ist, letztere ihre Ware da anzubringen sich bestreben, wo sie am höchsten bezahlt wird. Infolgedessen wird auf jedem Markt zu gegebener Zeit für eine Ware sich nur ein P. bilden. Entscheidend werden aber als unterste Grenze des Preises immer die Produktionskosten sein. Wenn alle Produzenten annähernd gleiche Produktionskosten haben und die Produktion beliebig ausdehnen können, so wird der P. nur vorübergehend sich erheblich über die Produktionskosten einschließlich Kapital- und Arbeitsvergütung stellen können, da größere Gewinne bald zu einer Vermehrung des Angebots und damit zu einem Sinken des Preises führen werden. Anderseits kann der P. nicht auf die Dauer unter die Produktionskosten sinken, da sonst die Produzenten Verluste erleiden und die Produktion einstellen oder ein schränken müssen, was wieder eine Verminderung des Angebots und ein Steigen der Preise bewirken würde. Man pflegt diesen die Produktionskosten einschließlich Kapital- und Arbeitsaufwand deckenden P. als natürlichen P. zu bezeichnen, um den der Marktpreis je nach den augenblicklichen Verhältnissen von Angebot und Nachfrage zu schwanken pflegt. Nun sind aber die Erzeugungskosten nicht bei allen Produzenten immer gleich hoch. Werden Waren, die nur mit steigenden Kosten vermehrt werden können, in steigendem Maße begehrt (nimmt z. B. der Bedarf an Getreide so zu, daß auch die unfruchtbarern Grundstücke in Anbau genommen werden müssen), so ist der natürliche P. gleich den Kosten, welche die unter den ungünstigsten Verhältnissen arbeitenden, aber für die Versorgung der Nachfrage noch notwendigen Produzenten aufzuwenden haben. In diesem Falle machen die unter günstigern Verhältnissen arbeitenden Produzenten einen höhern Gewinn. Der Gewinn, den diejenigen Unternehmer, die mit geringern Kosten arbeiten, erzielen, hat also insofern einen monopolistischen Charakter, als er eine Wirkung des beschränkten Vorhandenseins der billigern Produktionsmittel ist. Ob die Preise sich immer in der den Verhältnissen entsprechenden Weise regeln, ist freilich zweifelhaft; denn darüber entscheiden nicht nur die oben erwähnten Faktoren, sondern die persönlichen Verhältnisse der Anbietenden und Nachfragenden bestimmte Zwecke, die sie verfolgen, und andres, was eine wirklich freie Konkurrenz ausschließt. Täuschungen über die Lage des Marktes, das offensichtlich zur Schau getragene Bestreben, bestimmte Güter zu erwerben oder zu veräußern, drängende Notlagen, Reklamezwecke, charitative Absichten werden in vielen Fällen Preise bewirken, die nicht der wirklichen Marktlage entsprechen. So wird insbes. bei den Kleinhandels- oder Detailpreisen die ausgleichende Wirkung von Angebot und Nachfrage niemals in gleich starkem Maße sich geltend machen wie bei den Großhandels- und Engrospreisen. – Unter Monopolpreis versteht man ganz allgemein einen solchen, bei dem das Angebot der Nachfrage gegenüber relativ begrenzt ist und deswegen der P. erheblich über den Kosten steht. Dieser kann sich ebensogut im freien Verkehr bilden wie auch absichtlich hervorgerufen werden (s. Monopol). Der Gegensatz zu ihm ist der Schleuder-, Spott- oder Notpreis, der den Herstellungsaufwand nicht erreicht und ebenfalls sowohl die Wirkung künstlicher Ursachen (Privilegium der Käufer, Zwang gegen den Verkäufer etc.) als auch natürlicher (Unhaltbarkeit der Waren, lange Produktionsdauer, Furcht, Panik etc.) sein kann. Not- und Monopolpreise werden durch technische Verbesserungen (Konservierungsmittel, Transportwesen), Entwickelung von Handel und Verkehr, Verbreitung wirtschaftlicher Kenntnisse mit steigender Kultur auf ein immer engeres Gebiet begrenzt. Ist der P. eines Gutes hoch im Vergleich mit demjenigen von Gütern gleicher Art, so nennt man das Gut teuer, im entgegengesetzten Fall ist es billig oder wohlfeil. Affektions- oder Liebhaberpreise nennt man die besonders hohen Preise, die einzelne aus persönlichen Gründen zahlen oder zu zahlen geneigt sind (vgl. Affektionswert). Die zeitliche Preisbewegung (Steigen oder Sinken mit Schwankungen) nimmt bei verschiedenen Gütern einen verschiedenen Verlauf (viele landwirtschaftliche Erzeugnisse und Immobilien gegenüber Artikeln der Industrie). Der Preissteigerung der einen Gattung steht gewöhnlich eine Preiserniedrigung der andern gegenüber. Die Preise aller Waren und Leistungen können gleichzeitig in gleicher Richtung sich nur ändern, wenn auf seiten des Geldes eine Änderung eintritt. Kommen in kurzer Frist, wie z. B. im 16. Jahrh., verhältnismäßig große Massen edlen Metalls in den Verkehr, so ist die Folge hiervon eine allgemeine Preiserhöhung mit starker Verschiebung der Preisverhältnisse untereinander. Ein solcher Zustand heißt Preisrevolution. Vgl. Wasserrab, Preise und Krisen (Stuttg. 1889); Auspitz und Lieben, Untersuchungen über die Theorie des Preises (Leipz. 1889); Zuckerkandl, Zur Theorie des Preises (das. 1889); Schönhof, History of money and prices (das. 1896); Schmoller, Einige prinzipielle Erörterungen über Wert und P. (Berl. 1901); Lexis, Artikel »Preis« im »Handwörterbuch der Staatswissenschaften«, Bd. 6 (2. Aufl., Jena 1901), und die dort angegebene Literatur.
6668 Zeichen · 72 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    preis

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    preis prät. s. prîsen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Preis

    Adelung (1793–1801) · +11 Parallelbelege

    2. Der Preis , des -es, plur. die -e. 1. Überhaupt eine Sache, welche der Willkühr eines jeden überlassen ist; wo es abe…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Preis

    Goethe-Wörterbuch

    Preis auch -ß bzw -ss, -ey- B51,82 ; fälschlich GenPl -es B22,380,21 - Bedeutungsschwerpunkt in Pkt 3a; wegen der ältere…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Preis

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Preis , pretium , lat., das Tauschmittel, das den Werth einer Sache darstellt, wobei das Geld als Grundbestimmung gilt; …

  5. modern
    Dialekt
    Preis

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Preis Band 3, Spalte 3,215

  6. Sprichwörter
    Preis

    Wander (Sprichwörter)

    Preis 1. Alles hat seinen Preis, sagte die Frau, die faule Aepfel verkaufte. Holl. : Elk geldt zijn prijs, zei Salomo, a…

  7. Spezial
    Preism

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Preis , m приз , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit preis

311 Bildungen · 279 Erstglied · 26 Zweitglied · 6 Ableitungen

preis‑ als Erstglied (30 von 279)

preisgeben

SHW

preis-geben Band 1, Spalte 1093-1094

preisacker

DWB

preis·acker

preisacker , m. acker auf dem ein preispflügen stattfindet oder stattgefunden hat. Auerbach zur gut. stunde 2, 229 .

preisaltar

DWB

preis·altar

preisaltar , m. , s. preis 1, b, α : nicht die opfer unsrer zungen, nicht ein preis- und dankaltar sind dem würd'ge huldigungen, der stets s…

preisarbeit

DWB

preis·arbeit

preisarbeit , f. um einen ausgesetzten preis (3, c ) sich bewerbende oder damit gekrönte arbeit.

preisaufgabe

DWB

preis·aufgabe

preisaufgabe , f. eine aufgabe, für deren beste lösung ein preis (3, c ) ausgesetzt ist, vergl. preisfrage: die gelehrten ( der historischen…

Preisaufgaben

Meyers

Preisaufgaben , Aufgaben, die mit der Bestimmung gestellt werden, daß die beste Lösung mit einem vorher festgesetzten Preise gekrönt wird. S…

Preisausschreiben

DERW

preis·ausschreiben

Preisausschreiben, N., ›Auslobung bei der ein oder mehrere Preisrichter entscheiden ob eine Leistung der Auslobung entspricht und welcher Be…

Preisaussetzer

Campe

preis·aussetzer

○ Der Preisaussetzer , — s, Mz . gl. einer der einen Preis für etwas aussetzt, auch Preisaussteller . S. 1. Preis 2).

Preisaussetzung

Campe

preis·aussetzung

Die Preisaussetzung , Mz. — en , die Aussetzung eines Preises für denjenigen, der in einem Wettstreite Sieger wird; auch die Preisausstellun…

Preisausstellung

GWB

preis·ausstellung

Preisausstellung abschließende Veranstaltung des Wettbewerbs (der Weimarer Kunstfreunde) mit Präsentation u Begutachtung der Kunstwerke T3,9…

Preisausteilung

GWB

preis·austeilung

Preisausteilung -th- 1 Verleihung von Auszeichnungen T11,44,2 v 10.4.27 2 metonym für die öffentliche Ausschreibung eines Wettbewerbs 1) [ m…

preisbar

DWB

preis·bar

preisbar , adj. was preishaft, -würdig: die weisen zehlten dich zu jenen weitgeehrten, die Fama preiszbar macht. Mühlpforth hochzeitged. 51 …

preisbauer

DWB

preis·bauer

preisbauer , m. ein öffentlich gepriesener bauer J. Paul nachdämm. 87 .

preisbecher

DWB

preis·becher

preisbecher , m. becher als ( schützen- ) preis: die goldschmiede hämmern an dem silber für preisbecher und schalen. Freytag bilder (1867) 2…

preis als Zweitglied (26 von 26)

Engrosspreis

RDWB1

Engrosspreis m оптовая цена etw. zum ~ haben - купить что-л. по оптовой цене

Freundschaftspreis

RDWB1

Freundschaftspreis m (Lakune) заниженная цена (для друга, хорошего знакомого, по-дружески)

Mondpreis

RDWB1

Mondpreis m umg. (Lakune) намеренно завышенная цена, которая служит для того, чтобы с помощью последующей скидки с цены внушить покупателю п…

Schleuderpreis

RDWB1

Schleuderpreis m бросовая цена идиом. etw. für einen Schleuderpreis verkaufen - продать за понюшку табака идиом.

Spottpreis

RDWB1

Spottpreis m дешёвка, смешные деньги идиом. , копейки (что-л. стоит)

Anschlagpreis

DRW

anschlag·preis

Anschlagpreis veranschlagter Wert materialien ... für den anschlagpreis liefern 1794 PreußALR. I 21 § 530

ehrenpreis

DWB

ehren·preis

ehrenpreis , m. veronica, was ehrenkerze: hie malet die natur violen, ehrenpreis, je länger je lieber, braun und blaw. Weckherlin 759 ; mein…

Kalberpreis

Adelung

kalb·er·preis

Der Kalberpreis , des -es, die Kälbermilch, plur. inus. S. Adelung Kalbsmilch .

kampfpreis

DWB

kampf·preis

kampfpreis , m. der im kampfspiel ausgesetzte preis für den sieger, vgl. kampfgabe : ein nie zu erringender kampfpreis. Herder.

kornpreis

DWB

korn·preis

kornpreis , m. marktpreis des korns. Campe : nach dem natürlichen laufe des kornpreises. Möser ph. 2, 23. 24 .

lappreis

DWB

lapp·reis

lappreis , n. dünne, mit haken versehene stangen, womit die jäger die federlappen aufstellen.

Marktgängerpreis

DRW

Marktgängerpreis, m. kontrahiert aus "marktgängiger Preis" wie Marktgang (I) [Kaufoption zu einem festgesetzten Preis] oder sonsten, was der…

marktpreis

DWB

markt·preis

marktpreis , m. preis der waaren auf dem markte: der marktpreisz oder der marktkauf. öcon. lex. 1518 ( s. d. stelle unter marktkauf); der ch…

Mißpreis

DRW

Mißpreis, m. I Schande, Unehre vgl. Mißleit (I) der gloube ist gar ein schande; ... ir gloube ist rehte ein misseprîs um 1200 BiblLitV. 260 …

salzpreis

DWB

salz·preis

salzpreis , m. kaufpreis des salzes. Campe ( vgl. salzkauf): und bey diesem saltz-preisze ist es auch bis jetzo geblieben. Hondorff beschr. …

Schrannenpreis

DRW

schranne·n·preis

Schrannenpreis, m. in der Schranne (IV) üblicher oder gültiger Marktpreis vgl. schrannenmäßig (II) zu geld angeschlagen dem schrannenpreis n…

spottpreis

DWB

spott·preis

spottpreis , m. äuszerst niedriger, lächerlicher preis ( vgl. spott 9, sp. 2695), zuerst bei Campe : man erzählte in allen ecken von neuem v…

weitpreis

DWB

weit·preis

weitpreis , m. , preis für den am weitesten hergekommenen schützen: geh hin, mach den königsschusz, oder sei zufrieden mit dem weitpreis Jul…

Wiesenpreis

Adelung

wiesen·preis

Der Wiesenpreis , des -es, plur. car. der Nahme einer Art wilden Klees, S. Adelung Klee .

Ableitungen von preis (6 von 6)

bepreisen

DWB

bepreisen , celebrare, was das einfache preisen: bepriesener poet, du muster kluger sinnen! Melchior Lübeck.

Mißpreisen

Campe

Mißpreisen , v. trs . unregelm. ( s. Preisen ), Mittelw. d. verg. Z. mißgepriesen , übel, schlecht preisen, d. h. verachten; im Osnabrücksch…

Preise

Adelung

Die Preise , plur. die -n, S. eben daselbst.

unpreis

DWB

unpreis , m. , gth. von 1 preis 1. mhd. mnd. unprîs, mnl. onprijs: Füetrer Merlin 137 ; H. Folz meisterlieder 88, 22 . veraltet. unpreislich…

Unpreisen

Campe

Unpreisen , adj . u. adv . nicht preisen oder loben, tadeln. Wie zimt helede lugene, ich wil unprisen daz. Nibelungenl. V. 7929.