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Pochen

mnd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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15 in 13 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Pochen v., ntr, intrs, ntr, trs

Bd. 3, Sp. 667b
Pochen, v. I) ntr. mit haben. 1) Einen dumpfen Schall, welchen das Wort nachahmet, von sich hören lassen. Es pocht. Ih höre es pochen. 2) Mit Hervorbringung eines solchen Schalles sich gegen etwas bewegen, an etwas stoßen, schlagen. So steht es in folgender Stelle für das in dieser Bedeutung gewöhnlichere Schlagen. Und unglückbringend pocht ihm keine Stunde. Schiller. Oft auch von einer heftigen Bewegung ohne einen solchen dem Gehör vernehmlichen Schall. So sagt man, das Herz pocht, wenn es in einer heftigen Bewegung ist, wenn es stark klopft. Es pocht mein Herz nicht mehr von feurigem Entzücken. Cronegk. Wenn die Hoffnung gespannt in der Jünglinge klopfendem Herzen Wühlt und pochende Angst. — Voß; in welcher Stelle zugleich der Unterschied zwischen klopfen und pochen, nach welchem Pochen ein stärkeres Klopfen bezeichnet, zu bemerken ist. II) intrs 1) Mit Hervorbringung eines dumpfen Schalles gegen etwas stoßen, schlagen. An die Thür pochen, stark anklopfen. Es wird gepocht, d. h. es klopft jemand stark an die Thür. Auf den hohen Schulen pochen die Beflissenen, wenn sie mit den Absätzen oder Stöcken auf die Erde stoßen. 2) Uneigentlich. * * Ungestüm und großen Lärm erregend zanken, wofür jetzt poltern gewöhnlich ist. »Ehe du mit deinem Nächsten pochest.« Sir. 19, 17. »Es soll aber ein Bischof unsträflich sein — nicht pochen — sondern gelinde, nicht haderhaftig.« 1 Tim. 3, 5. Tit. 1, 7. Die Schwäbischen Dichter gebrauchten bochen für eifern. Dann, einem pochen, ihm ungestüm und trotzig drohen. »Die uns mit großem Pochen alle Schande anlegen.« 2 Macc. 1, 28. I weiterer uneigentlicher Bedeutung zuweilen auch als ntr. — die (Felsen) — Bald tief bis ins Gebiet der alten finstern Nacht Herunterdräun, bald in die Wolken pochen, Wieland; d. h. die sich bis in die Wolken, denselben gleichsam trotzend, erheben. 3) Auf etwas pochen, ein übertriebenes Vertrauen auf etwas mit Ungestüm und Heftigkeit an den Tag legen. Auf sein Glück, seinen Reichthum  pochen. Alle diese uneigentlichen Bedeutungen sind von dem Umstande hergenommen, daß gemeine Personen bei ihrem Zanken, Trotzen  auf den Tisch oder die Erde pochen, schlagen oder stampfen. 4) Das Pochspiel, im Pochbrett spielen. III) trs. 1) Mit Hervorbringung eines dumpfen Schalles schlagen. Einen pochen, ihn schlagen daß es pocht. 2) Mit Hervorbringung eines dumpfen Schalles stoßen, zerstoßen oder stampfen. So wird in den Pochwerken das Erz gepocht, wenn es durch die Pochstempel klein gestampft wird. 4) * * Einen pochen, ihm mit Ungestüm allerlei Drangsal zufügen. »Alle Heiden fingen an, das Volk zu pochen und zu plagen.« 1 Macc. 12, 53. »Wenn mich mein Hasser pochte.« Ps. 35, 13. — D. Pochen. D. — ung.
2708 Zeichen · 61 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    pochen

    Mittelniederdeutsches Wb.

    pochen s. puchen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Póchen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Póchen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und eigentlich in doppelter Gestalt gebraucht wird. 1.…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    pochen

    Goethe-Wörterbuch

    pochen auch subst 1 schlagen, pulsieren; bes von ‘Herz’ u ‘Blut’ iSv Erregung verraten, Emotion bemerkbar werden lassen …

  4. modern
    Dialekt
    pochen

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    pochen Band 2, Spalte 2,1480–1482

  5. Sprichwörter
    Pochen

    Wander (Sprichwörter)

    Pochen 1. Der am meisten gepocht, kroch am ersten zu Loch. – Froschm., XXVIII b . 2. Der soll nicht pochen, der selber v…

  6. Spezial
    pochen

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    pochen übertr. (Lakune) настаивать на чём.-л.; всё снова и снова говорить о чём-л.; всё снова и снова возвращаться к как…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pochen

17 Bildungen · 3 Erstglied · 9 Zweitglied · 5 Ableitungen

Ableitung von pochen

po + -chen

pochen leitet sich vom Lemma po ab mit Suffix -chen.

pochen‑ als Erstglied (3 von 3)

pochen II

RhWB

pochen II (s. auch bochen) schw.: 1. im Pochwerk der Eisenhütte noch Eisenbestandteile enthaltende Schlacke zerstampfen n. Schlackenteile so…

pochen als Zweitglied (9 von 9)

abpochen

DWB

abpochen , tundendo defringere, losklopfen, im bergwerk, das erz mit dem hammer abpochen; die schrote auf den scheiben abpochen, abbreiten. …

afpochen

MNWB

afpochen , swv. , abdrohen, abtrotzen.

anpochen

DWB

anpochen , pulsare, anklopfen: an die thür anpochen; wer pocht an?; da pocht es an. Gotter 1, 89 ; stärker anpochen.

aufpochen

DWB

auf·pochen

aufpochen , tundendo aperire, die thür aufpochen. intr. sich erheben, in die höhe schlagen: mein herz pochte auf.

auspochen

DWB

aus·pochen

auspochen , excutere, explodere, pulsare, nnl. uitpoken, 1 1) weidmännisch, einen marder auspochen, durch klopfen und schlagen aus dem holen…

ōverpochen

KöblerMnd

ōverpochen , sw. V. Vw.: s. ȫverpuchen

Ableitungen von pochen (5 von 5)

Bepochen

Campe

Bepochen , v. trs. oft und viel, an oder auf etwas pochen. Dann auch, durch Pochen seinen Beifall  bezeigen. Das Bepochen. Die Bepochung.

erpochen

DWB

erpochen , 1 1) tr. extundere, 1@a a) pulsando e somno excitare, aufpochen, aufwecken, erklopfen. 1@b b) atrociter extorquere, ertrotzen, s.…

pochené

LDWB1

pochené [po·che·nę́] I vb.tr. (pochenëia) 1 (mëte ia) packen, verpacken 2 (ti ester a valch) bewältigen, bezwingen, einer Sache gewachsen se…

verpochen

DWB

verpochen , verb. intransitiv, aufhören zu pochen: bis das herz verpocht. Campe. transitiv, durch pochen beseitigen, beliebter ausdruck im h…

zerpochen

DWB

zerpochen , verb. , zerklopfen, 1) wie pochen II 1 ( th. 7, 1959) erz oder gestein: zurpuchs ( das erz ) in stuflein als die kleinen welsche…