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Póchen

mnd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
15 in 13 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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34
Verweise raus
51

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Póchen

Bd. 3, Sp. 796
Póchen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und eigentlich in doppelter Gestalt gebraucht wird. 1. Denjenigen dunkeln oder dumpfigen Schall von sich geben oder hören lassen, welchen dieses Zeitwort eigenthümlich ausdruckt. Es pocht. Ich höre es pochen. Bey den Krainer Wenden pokam. 2. Diesen dumpfigen Schall hervor bringen, besonders von denjenigen Arten des Schlagens, mit welchen dieser Schall verbunden ist. 1) Eigentlich, wo es von verschiedenen Arten des Schlagens, Klopfens oder Stoßens gebraucht wird, welche diesen Schall verursachen. An die Thür pochen, stark anklopfen. S. Anpochen.[] Es wird gepocht, d. i. an die Thür. Wer pocht? wer klopft an? Auf den Universitäten pochen die Studenten, wenn sie mit den Absätzen oder Stöcken auf die Erde stoßen, S. Auspochen. In den Bergwerken wird das Erz gepocht, wenn es in den Pochwerken klein gestoßen wird, welches in andern Anstalten dieser Art stampfen heißt. Das Herz pocht, wenn es heftig klopft. Das Herz, das in dieser Brust oft so empörend pocht. Die Angst und Beschämung pochte in meinem Blute. Es pocht mein Herz nicht mehr von feurigem Entzücken, Cron. In andern Fällen sind klopfen, stoßen, stampfen, schlagen u. s. f. üblicher. 2) Figürlich. a) * Ungestüm und mit großem Lärmen zanken; eine veraltete Bedeutung, wofür jetzt das ähnliche poltern gebraucht wird. Betrug, Untreu, Pochen, Meineid, Weish. 14, 25. Ehe du mit deinem Nächsten pochest, Sir. 19, 17. Der Narr trotzt und pocht, bis er wohl gebläuet wird, Kap. 31, 38. Ein Bischof soll nicht pochen, Tim. 3, 3. Bey den Schwäbischen Dichtern ist bochen eisern. b) * Jemanden pochen, als ein Activum, und mit der vierten Endung, ihm mit Ungestüm allerley Drangsale zufügen, ist im Hochdeutschen gleichfalls veraltet. Alle Heiden fingen an, das Volk zu pochen und zu plagen, 1 Macc. 12, 53. Die Unterthanen pochen, Esth. 6, 3. Wenn mich mein Hasser pochte, Ps. 55, 13. c) Einem pochen, mit der dritten Endung, ihm trotzig und mit Ungestüm drohen. Die uns mit großem Pochen alle Schande anlegen, 2 Macc. 1, 28. Im Nieders. puchen, im Schwed. pocka. b) Auf etwas pochen, ein übertriebenes Vertrauen auf eine Person oder Sache mit Ungestüm an den Tag legen. Auf sein Glück, auf seinen Reichthum, auf seine Freunde pochen. Daher das Pochen. Anm. In der eigentlichen Bedeutung des Schlagens, Stoßens, im Nieders. pucken und boken, im Holländ. beuken, im Schwed. boka, im Franz. buquer, im Ital. picchiare, bussare, im Pohln. pukan. Im Bömischen ist Pich ein Stämpel, und Bauch ein Schlag. Es ist mit Paucke, bakern, Baculus, Bock, pauschen, peitschen, dem alten batten u. s. f. nahe verwandt, und druckt eigentlich den hohlen dumpfigen Schall aus, den das Pochen verursacht. Die figürlichen Bedeutungen folgen sehr natürlich daraus, zumahl da das Poltern, Trotzen u. s. f. bey niedrigen Personen, denen wir doch die Sprache zu danken haben, gemeiniglich mit einem Pochen, Stampfen oder Schlagen auf den Tisch oder die Erde verbunden ist.
2983 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    pochen

    Mittelniederdeutsches Wb.

    pochen s. puchen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Póchen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Póchen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und eigentlich in doppelter Gestalt gebraucht wird. 1.…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    pochen

    Goethe-Wörterbuch

    pochen auch subst 1 schlagen, pulsieren; bes von ‘Herz’ u ‘Blut’ iSv Erregung verraten, Emotion bemerkbar werden lassen …

  4. modern
    Dialekt
    pochen

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    pochen Band 2, Spalte 2,1480–1482

  5. Sprichwörter
    Pochen

    Wander (Sprichwörter)

    Pochen 1. Der am meisten gepocht, kroch am ersten zu Loch. – Froschm., XXVIII b . 2. Der soll nicht pochen, der selber v…

  6. Spezial
    pochen

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    pochen übertr. (Lakune) настаивать на чём.-л.; всё снова и снова говорить о чём-л.; всё снова и снова возвращаться к как…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pochen

17 Bildungen · 3 Erstglied · 9 Zweitglied · 5 Ableitungen

Ableitung von pochen

po + -chen

pochen leitet sich vom Lemma po ab mit Suffix -chen.

pochen‑ als Erstglied (3 von 3)

pochen II

RhWB

pochen II (s. auch bochen) schw.: 1. im Pochwerk der Eisenhütte noch Eisenbestandteile enthaltende Schlacke zerstampfen n. Schlackenteile so…

pochen als Zweitglied (9 von 9)

abpochen

DWB

abpochen , tundendo defringere, losklopfen, im bergwerk, das erz mit dem hammer abpochen; die schrote auf den scheiben abpochen, abbreiten. …

afpochen

MNWB

afpochen , swv. , abdrohen, abtrotzen.

anpochen

DWB

anpochen , pulsare, anklopfen: an die thür anpochen; wer pocht an?; da pocht es an. Gotter 1, 89 ; stärker anpochen.

aufpochen

DWB

auf·pochen

aufpochen , tundendo aperire, die thür aufpochen. intr. sich erheben, in die höhe schlagen: mein herz pochte auf.

auspochen

DWB

aus·pochen

auspochen , excutere, explodere, pulsare, nnl. uitpoken, 1 1) weidmännisch, einen marder auspochen, durch klopfen und schlagen aus dem holen…

ōverpochen

KöblerMnd

ōverpochen , sw. V. Vw.: s. ȫverpuchen

Ableitungen von pochen (5 von 5)

Bepochen

Campe

Bepochen , v. trs. oft und viel, an oder auf etwas pochen. Dann auch, durch Pochen seinen Beifall  bezeigen. Das Bepochen. Die Bepochung.

erpochen

DWB

erpochen , 1 1) tr. extundere, 1@a a) pulsando e somno excitare, aufpochen, aufwecken, erklopfen. 1@b b) atrociter extorquere, ertrotzen, s.…

pochené

LDWB1

pochené [po·che·nę́] I vb.tr. (pochenëia) 1 (mëte ia) packen, verpacken 2 (ti ester a valch) bewältigen, bezwingen, einer Sache gewachsen se…

verpochen

DWB

verpochen , verb. intransitiv, aufhören zu pochen: bis das herz verpocht. Campe. transitiv, durch pochen beseitigen, beliebter ausdruck im h…

zerpochen

DWB

zerpochen , verb. , zerklopfen, 1) wie pochen II 1 ( th. 7, 1959) erz oder gestein: zurpuchs ( das erz ) in stuflein als die kleinen welsche…