Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
niesen
niesen
niesen Vb. (bei Reizung der Nasenschleimhaut) ‘die Luft ruckartig durch den Mund und Nase ausstoßen’, ahd. (h)niosan (10. Jh.), mhd. niesen, mnd. nēsen, mnl. niesen, nl. niezen, anord. hnjōsa, schwed. nysa (germ. *hneusan) und (mit grammatischem Wechsel von s und r) aengl. hnor ‘das Niesen’, anord. hnøri m. (urnord. *hnoʀan, germ. *hnuzan) ‘das Niesen, Schneuzen, Rotz’ sind lautnachahmenden Ursprungs. Zu ihnen stellen sich mit abweichendem Anlaut ahd. fnehan (9. Jh.), mhd. phnehen ‘schnell atmen, schnauben, keuchen, schluchzen’ sowie auch nl. fniezen, aengl. fnēsan (mit Lautsubstitution im Anlaut engl. to sneeze), anord. fnȳsa, schwed. fnysa ‘prusten’ (germ. *fneusan) und mit expressivem pf-Anlaut mhd. phnāsen, phnūsen ‘niesen, schnauben’ (wie auch phnehen, s. oben), schweiz. pfnusen, pfnüsen ‘schnauben’, obd. schweiz. Pfnüsel m. ‘Schnupfen’, frühnhd. phniusel (15. Jh.). Außergerm. sind vergleichbar aind. kṣáuti ‘niest’, griech. pné͞in (πνεῖν) ‘wehen, keuchen, atmen’, lit. čiáudėti, skiáudėti ‘niesen’, so daß von einer Schallwurzel ie. *skē̌u-, *ksē̌u- ‘niesen’ ausgegangen werden kann, die sich in den germ. und griech. Formen mit ie. *pneu- ‘keuchen, atmen’ gekreuzt haben mag. Das ehemals starke germ. Verb geht im Dt. (etwa im 16. Jh.) zur schwachen Flexion über. – Nieswurz f. Bezeichnung der Christrose, deren zu Pulver zerriebene Wurzel als Niespulver wirkt, ahd. (h)nioswurz (um 1100), mhd. niesewurz, asächs. hnioswurt. Zum Grundwort s. Wurz.