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Niesen

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
23 in 17 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
33
Verweise raus
39

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Niesen

Bd. 14, Sp. 682
Niesen (Sternutatio), eine krampfhafte Reflexbewegung der Atmungsmuskeln, die meist dadurch zustande kommt, daß sich ein die Gefühlsnerven der Nasenschleimhaut treffender Reiz auf das Gehirn fortpflanzt und von dort auf die Bewegungsnerven der Atmungsmuskeln übertragen (reflektiert) wird. Auch plötzlicher starker Lichtreiz bewirkt bei vielen Leuten N. Beim N. folgt auf eine tiefe Inspiration eine kurze, sehr kräftige Exspiration, wobei der durch die Nase gestoßene Luftstrom Schleimpartikelchen mit sich fortreißt, während zugleich durch einen Zweigstrom der Mundverschluß unter Erzeugung eines kurzen zischenden Lautes gesprengt wird. – Als sogen. Nieskrampf bezeichnet man ein fast krampfhaftes, länger andauerndes N. ohne wahrnehmbare Ursache, das zuweilen bei hysterischen Frauen beobachtet wird. Man benutzt das N. zuweilen als Haus mittel, z. B. bei Kopfschmerz, Ein genommen heil des Gehirns, oder um die Schleimhaut der Nase oder andrer naheliegender Organe in erhöhte Tätigkeit zu versetzen, und läßt die Betreffenden deshalb Schnupfmmittel gebrauchen, oder auch um eine heftige Erschütterung der Atmungsorgane, z. B. bei Schein tod, zu erzielen und wendet zu diesem Zweck unmittelbar mechanische Reizung der Nasenschleim haut (z. B. mittels Federposen) an. – Das Gesundheitwünschen beim N. soll bei Gelegenheit einer Pest aufgekommen sein, weil man da im ein Zeichen der beginnenden Genesung erkannt habe. Indes findet sich die Sitte bereits in den ältesten Zeiten (z. B. in der Odyssee) und in vielfach wechseln der Gestalt fast bei allen Völkern der Welt (vgl. Tylor, Anfänge der Kultur, deutsch, Leipz. 1373), jedenfalls hervorgerufen durch die Überraschung und Unwiderstehlichkeit des Reflexaktes, der den einen als ein gute-Omen, eine Bestätigung ausgesprochener Ansichten und Wünsche (»etwas beniesen«) oder eine Geistereinwirkung galt, der man durch einen zugefügten Wunsch eine günstige Wendung geben müsse, den andern als ein Akt, den man in bezug auf das wohl tätige Gefühl des Niesens als ein Zeichen der Gesundheit ansehen und aus Höflichkeit nicht unbeachtet lassen dürfe. Erst die neuere Zeit hat mit der früher streng beobachteten Sitte gebrochen.
2180 Zeichen · 23 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    niesenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +7 Parallelbelege

    niesen swv. s. niusen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Niesen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Niesen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und die heftige mit einem erschütternden Geräusche ver…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    niesen

    Goethe-Wörterbuch

    niesen einmal -ss-, subst auch -ß- LA I 3,503,9 durch einen Reiz ausgelöstes unwillkürliches, explosives Ausstoßen von A…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Niesen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Niesen (sternutatio) , plötzliches und erschütterndes Ausathmen, wobei die Luft durch Mund u. Nase zugleich od. durch di…

  5. modern
    Dialekt
    niesen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    niese n [nìasə Su. K. ; nìəsə Hlkr. ; nîsə NHof Str. W.; nêsə Brum. ; nìèsə Z. ; Part. kəniest M. ; kənosə Han. ] niesen…

  6. Spezial
    niesen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    nie|sen vb.tr. stranüdé (-da), strinidlé (-lëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit niesen

10 Bildungen · 3 Erstglied · 3 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von niesen 2 Komponenten

nie+sen

niesen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

niesen‑ als Erstglied (3 von 3)

niesenmachend

DWB

niesenmachend , niesmachend , partic. : niesenmachende artzneien oder mittel, errhina, ptarmica. Zedler 24, 848 ; nieszmachende artzenei. Rä…

Niesen (Name)

Wander

niesen·name

Niesen (Name) Niesen (Name). 1. Hat der Niesen einen Hut, so wird das Wetter schön und gut. ( Schweiz. ) 2. Hat der Niesen einen Kragen, dar…

Niesen (Verb.)

Wander

niesen·verb

Niesen (Verb.) Niesen (Verb.). 1. Bêter geniest, as gehüst. ( Danzig. ) 2. Jeder niest in seiner Weise (oder: nach seiner Nase). Span. : Cad…

niesen als Zweitglied (3 von 3)

beniesen

DWB

beni·esen

beniesen , sternutando firmare ( d. mythol. s. 1070. 1071): siehst du nicht, wie der sohn die worte mir alle beniest hat? οὐχ ὁράας ὅ μοι υἱ…

erniesen

Lexer

er-niesen stv. III. niesen Pf. arzb. 2,5 a .

Morgenniesen

Wander

morgen·niesen

Morgenniesen Morgeg'nuss macht de ganz Tag Verdruss. – Sutermeister, 126. Wer am Morgen niest, soll einen verdriesslichen Tag haben.

Ableitungen von niesen (4 von 4)

beniesen

DWB

beniesen , sternutando firmare ( d. mythol. s. 1070. 1071): siehst du nicht, wie der sohn die worte mir alle beniest hat? οὐχ ὁράας ὅ μοι υἱ…

erniesen

Lexer

er-niesen stv. III. niesen Pf. arzb. 2,5 a .

verniesen

Lexer

ver-niesen BMZ ] s. vermiesen.

Zerniesen

Campe

Х Zerniesen , v. trs . durch starkes Niesen zersprengen. D. Zerniesen .