Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
minna
des 8. Jh.s in Gl. und I, T, OT, MF, MH, FG,
FP, M, O, Oh, Ol, StE, GSpV, GeR, KnG,
OG, Ph, NBo, NMC, NCat, Ns, Npg, Npw,
WH, BaGB/WeGB, HHö: ‚Liebe, Zuneigung,
Freundlichkeit, Eintracht, Gedenken, Eifer,
(sexuelles) Verlangen, Wertschätzung; affec-
tio, affectus, ambitus, amor, ardor, benignitas,
caritas, desiderium, dilectio, dulcedo, furor,
gratia, humanitas, ignis, studium, timor, visce-
ra, voltus‘, minna habên (+ akk. oder zi + dat.)
‚lieben; caritatem habēre, diligere‘, mit minnu/
minnôn ‚liebevoll, mit Liebe; caritate‘ <〈Var.:
-ina>〉. – Mhd. minne st.f. ‚freundliches Geden-
ken, freundschaftliche, sinnliche, religiöse Lie-
be‘, personifiziert auch mhd. Minne st.f. ‚Ve-
nus‘, frühnhd. minne f. ‚Liebe Gottes, Liebe des
religiösen Menschen zu Gott, Liebe, Hochach-
tung, gütliches Entgegenkommen bei Streitig-
keiten‘, nhd. fachspr. Minne f. ‚Liebe, Liebes-
werben‘. Das mhd. Wort schwand im 16. Jh.,
nachdem es eine Bed.verschlechterung erfahren
hatte, und wurde als derb und anstößig emp-
funden; es wurde durch Liebe (s. lioba) ersetzt.
Ab dem Ende des 17. Jh.s wurde es wiederbe-
lebt, ist aber heute außerhalb des fachspr. Kon-
texts mittelalterlicher Literatur wieder weitge-
hend verschwunden.