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Miene

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
12 in 12 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Miene

Bd. 3, Sp. 656
Miene 1. An den Mienen erkennt man den Schalk. Den Wirth, sagen die Russen. (Altmann VI, 452.) 2. Man muss gute Miene zum bösen Spiel machen. – Gaal, 1439; Lohrengel, II, 307; Braun, I, 2706. Die Unzufriedenheit mit einer Sache, einem Zustande nicht merken lassen, indem man sich äusserlich einverstanden damit zeigt oder ausspricht. Auch: Bei unangenehmen Gefühlen, Erfahrungen vergnügt aussehen. Seinen Aerger, seine Besorgniss, seinen Kummer hinter einer heitern Stirn verbergen. Engl.: To set a good face on a thing. (Bohn II, 158.) Frz.: Contre mauvaise fortune bon coeur. – Faire de son poing maillet. (Masson, 267.) – Il faut faire bonne mine à mauvais jeu. (Lendroy, 704; Gaal, 1439; Recueil, 4.) Holl.: Bij een slecht spel een goed gezigt zetten. (Harrebomée, I, 2.) It.: Far faccia da mercante. Lat.: Vultu ridere invito. Schwed.: Hålla god min i elakt spel. (Marin, 16.) 3. Mit frommen Mienen kann man den Himmel nicht verdienen. 4. Die Miene eines Höflings, die Tugend eines Heiducken. (Polen.) Der Werth der Höflingsmiene ist bekannt; und was die Tugend der Heiducken betrifft, so war im 16. Jahrhundert Heiduck und Schelm gleichbedeutend. (Wurzbach I, 16.) 5. Eine ernste Miene machen. »Dar macht och schun anne rechte arnste Mine und zieht de Stirne zusammen wie a Wolckebrat.« (Keller, 163b.) 6. Er hat die Miene, Almosen in dem Winkel eines Gehölzes zu bitten. D.h. er sieht aus wie einer, der den Reisenden an der Strasse auflauert, um ihm die Taschen zu leeren, oder wie eine Bassermann'sche Gestalt (s.d.).
1552 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Miene

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Miene , plur. die -n, ein altes Wort, von welchem wir nur noch einige Überreste haben. Es bedeutete, 1. * Die äußere…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Miene

    Goethe-Wörterbuch

    Miene auch ‘Mine’ 1 Gesichtsausdruck a Mimik; als Ausdruck einer Gemütsregung, Empfindung, Stimmung; öfter neben ‘Gebärd…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Miene

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Miene , die Gesichtszüge des Menschen insofern sie eine Gemüthsbewegung anzeigen.

  4. modern
    Dialekt
    Mienef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Miene f. : wie schd., Mien (mīn) [mancherorts]; Zs.: Leichenbittermiene . Der hot ken gut M. dezu gemacht [ NW-Elmst ]. …

  5. Sprichwörter
    Miene

    Wander (Sprichwörter)

    Miene 1. An den Mienen erkennt man den Schalk. Den Wirth, sagen die Russen. ( Altmann VI, 452. ) 2. Man muss gute Miene …

  6. Spezial
    Miene

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mie|ne f. (-,-n) müsa (müses) f. , ciaradöra (-res) f. , cira (cires) f. ▬ Miene bedeuten ciugné (ciügna).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit miene

12 Bildungen · 10 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

miene‑ als Erstglied (10 von 10)

mieneln

DWB

mieneln , verb. die mienen spielen lassen, franz. minauder: ( die jungen leute ) so mieneln und liebäugeln zu sehn. Lenz 1, 114 .

Mienendeuter

Campe

mienen·deuter

○ Der Mienendeuter , — s, Mz . gl.; die — inn, Mz. — en , eine Person, welche die Mienen deutet, von ihnen auf den Zustand und die Eigenscha…

mieneneule

DWB

mienen·eule

mieneneule , f. strix cunicularia, eulenart mit einem höhlennest im erdreich; auch miniereule.

mienenkenner

DWB

mienen·kenner

mienenkenner , m. , da er jedoch am schlusz seiner rede zu bemerken glaubte, dasz Lenardo, wie zerstreut und abwesend, das vorgetragene nich…

Mienenkunde

Campe

mienen·kunde

◎ Die Mienenkunde , o. Mz . die Kunde oder Kenntniß von den Mienen auf den Zustand und die Eigenschaften des Gemüthes und Geistes zu schließ…

Mienenleser

Campe

mienen·leser

○ Der Mienenleser , — s, Mz . gl.; die — inn, Mz. — en, s. Mienendeuter .

mienenspiel

DWB

mienen·spiel

mienenspiel , n. : und reizte nicht auch euch, im abendschimmer der schönheit, reich an witz und schlauem minenspiel, die huldinn Mecour? Go…

mienensprache

DWB

mienen·sprache

mienensprache , f. : wenn Philipps ehrerbietge zärtlichkeit und seiner liebe stumme mienensprache weit inniger, als seines stolzen sohns ver…

miene als Zweitglied (2 von 2)

amtsmiene

DWB

amts·miene

amtsmiene , f. vultus solemnis: das war wol der mühe werth zu fragen ... oder wenn man doch fragen wollte, so mit amtsmiene zu antworten, so…

Leichenbittermiene

Pfeifer_etym

leichenbitter·miene

Leiche f. ‘toter menschlicher oder tierischer Körper, Leichnam’, südd. auch ‘Leichenbegängnis’. Ahd. līh ‘Körper, Leib, Leichnam’ (8. Jh.), …