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miene

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Campe
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12 in 12 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Miene Die

Bd. 3, Sp. 279a
Die Miene, Mz. — n, ein Zug, eine Bewegung des Gesichtes als Ausdruck einer innern Empfindung, woraus man gewöhnlich richtig auf den Zustand des Gemüths und der Seele schließen kann. Man gebraucht es von dergleichen vorübergehenden Bewegungen der Theile des Gesichts, die ein unwillkührlicher Ausdruck von Eigenschaften des Gemüths und Geistes sind. Vergl. Geberde. Eine freundliche, finstere, spöttische Miene machen. Einen mit verächtlicher Miene ansehen. Eine heilige, fromme Miene annehmen, sich heilig, fromm stellen. I eines Mienen lesen, aus seinen Mienen seinen Seelenoder Gemüthszustand erkennen. »Die Miene, mit der sie diese Nachricht aufnehmen wird, soll mir ihre ganze Seele erklären.« Sonnenfels. — Es (das Blut) hub sich, und wurde Feuriger, und von dem hochaufschwellenden Herzen ergoß sich's I die Mienen empor. Die Mienen verkündigten Philo. Klopst. Uneigentlich auch von Thieren, von unbelebten wie auch von unkörperlichen Dingen, für Gestalt, Aussehen, Ansehen. Das Schaf hat[] eine fromme Miene. Der Wein, die Speise macht eine gute Miene, hat ein gutes Ansehen, scheint gut zu sein. »Die Einbildungskraft giebt den Gedanken des Verstandes gleichsam die eigenthümliche Miene, wodurch sie sich leicht von einander unterscheiden lassen.« Gellert. Die Miene haben, das Ansehen haben, danach aussehen. Sie hat die Miene nicht ihn unbelohnt zu quälen. Wieland. Miene machen, durch seine Miene eine Erwartung veranlassen, dazu berechtigen, sich stellen. Der Feind machte Miene, den rechten Flügel anzugreifen, machte Anstalten dazu oder schien Anstalten dazu zu machen, schien ihn angreifen zu wollen. Sprichw. Gute Miene zu bösem Spiel machen, bei unangenehmen Gefühlen vergnügt aussehen 
1713 Zeichen · 25 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Miene

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Miene , plur. die -n, ein altes Wort, von welchem wir nur noch einige Überreste haben. Es bedeutete, 1. * Die äußere…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Miene

    Goethe-Wörterbuch

    Miene auch ‘Mine’ 1 Gesichtsausdruck a Mimik; als Ausdruck einer Gemütsregung, Empfindung, Stimmung; öfter neben ‘Gebärd…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Miene

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Miene , die Gesichtszüge des Menschen insofern sie eine Gemüthsbewegung anzeigen.

  4. modern
    Dialekt
    Mienef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Miene f. : wie schd., Mien (mīn) [mancherorts]; Zs.: PfWB Leichenbittermiene . Der hot ken gut M. dezu gemacht [ NW-Elms…

  5. Sprichwörter
    Miene

    Wander (Sprichwörter)

    Miene 1. An den Mienen erkennt man den Schalk. Den Wirth, sagen die Russen. ( Altmann VI, 452. ) 2. Man muss gute Miene …

  6. Spezial
    Miene

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mie|ne f. (-,-n) müsa (müses) f. , ciaradöra (-res) f. , cira (cires) f. ▬ Miene bedeuten ciugné (ciügna).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit miene

69 Bildungen · 10 Erstglied · 59 Zweitglied · 0 Ableitungen

miene‑ als Erstglied (10 von 10)

mieneln

DWB

mieneln , verb. die mienen spielen lassen, franz. minauder: ( die jungen leute ) so mieneln und liebäugeln zu sehn. Lenz 1, 114 .

Mienendeuter

Campe

mienen·deuter

○ Der Mienendeuter , — s, Mz . gl.; die — inn, Mz. — en , eine Person, welche die Mienen deutet, von ihnen auf den Zustand und die Eigenscha…

mieneneule

DWB

mienen·eule

mieneneule , f. strix cunicularia, eulenart mit einem höhlennest im erdreich; auch miniereule.

mienenkenner

DWB

mienen·kenner

mienenkenner , m. , da er jedoch am schlusz seiner rede zu bemerken glaubte, dasz Lenardo, wie zerstreut und abwesend, das vorgetragene nich…

Mienenkunde

Campe

mienen·kunde

◎ Die Mienenkunde , o. Mz . die Kunde oder Kenntniß von den Mienen auf den Zustand und die Eigenschaften des Gemüthes und Geistes zu schließ…

Mienenleser

Campe

mienen·leser

○ Der Mienenleser , — s, Mz . gl.; die — inn, Mz. — en, s. Campe Mienendeuter .

mienenspiel

DWB

mienen·spiel

mienenspiel , n. : und reizte nicht auch euch, im abendschimmer der schönheit, reich an witz und schlauem minenspiel, die huldinn Mecour? Go…

mienensprache

DWB

mienen·sprache

mienensprache , f. : wenn Philipps ehrerbietge zärtlichkeit und seiner liebe stumme mienensprache weit inniger, als seines stolzen sohns ver…

miene als Zweitglied (30 von 59)

Affenmiene

Campe

affen·miene

Die Affenmiene , Mz. die — n, eine verzerrte Miene, wie sie die Affen zu machen pflegen.

Alltagsmiene

Campe

alltags·miene

○ Х Die Alltagsmiene , Mz. die — n, eine gemeine Miene ohne Ausdruck, auch eine gewöhnliche Miene, die man gewöhnlich zu haben oder zu mache…

amtsmiene

DWB

amts·miene

amtsmiene , f. vultus solemnis: das war wol der mühe werth zu fragen ... oder wenn man doch fragen wollte, so mit amtsmiene zu antworten, so…

beamtenmiene

DWB2

beamten·miene

beamtenmiene f. humorloser, förmlicher gesichtsausdruck: 1923 nüchterne, ernsthafte beamtenmienen Feuchtwanger herzogin 195. 1994 eine stren…

Beifallsmiene

GWB

beifall·s·miene

Beifallsmiene (nuancierter) zustimmender Gesichtsausdruck eine unendliche Menge B-n [ de mines approbatives ] besitze ich. Bald bring’ ich d…

duldermiene

DWB2

dulder·miene

duldermiene f. : 1786 Schubart s. ged. ( 1787 ) 2,140. 1912 Falke ges. dicht. 4,124. wehleidiges gesicht: 1906 Kröger nov. ( 1914 ) 1,118.

engelmiene

DWB2

engel·miene

engelmiene , engelsmiene f. betont unschuldiger gesichtsausdruck: 1784 Schiller 5,92 nat. 1927 Braun Altkirchner 60. 1976 Duden wb. dt. spr.…

engelsmiene

DWB

engels·miene

engelsmiene , f. wie du mir mit diesen engelsmienen wie aus ferner himmelswelt erschienen. Körner 1, 326 .

essichmiene

DWB

essich·miene

essichmiene , f. saures gesicht: erbittert durch die essigmienen und giftblicke und die unhörbarkeit seines blutsfreundes. J. P. Hesp. 3, 12…

Faunenmiene

Campe

faun·en·miene

○ Die Faunenmiene , Mz. die — n , eine häßliche, verzogene Miene. Bevor ein Graziengesicht Des Spottes Faunenmien ' entstellt. Langbein.

Galgenmiene

Campe

galgen·miene

♁ Die Galgenmiene , Mz. die — n , die Miene eines Menschen, der den Galgen verdient, eines Galgenvogels. »Ideß seine Galgenmiene sprach: o w…

gegenmiene

DWB

gegen·miene

gegenmiene , f. gestus reciprocus, reverentia mutua, gegenmine Stieler 1278 , also miene (mine), damals sehr neu, noch in der bedeutung gebe…

Gesichtmiene

GWB

gesicht·miene

Gesichtmiene ‘Gesicht- und Händemiene’ wohl für die mimisch-gestische Beschwörungshaltung des ‘Hexenmeisters’ [ üb Randzeichnungen des Adres…

gesichtsmiene

DWB

gesicht·s·miene

gesichtsmiene , f. wie miene th. 6, 2172: dasz alle glieder und gesichtsminen zum ausdruck éiner empfindung harmoniren müssen. Engel mimik 1…

gleisznermiene

DWB

gleiszner·miene

gleisznermiene , f. : und du, du falscher könig, mit der gleisnermiene Grillparzer s. w. 5, 224 S. —

gönnermiene

DWB

goenner·miene

gönnermiene , f. , der vom selbstgefälligen bewusztsein eines groszmütig hilfe, rat, gunst gewährenden handelns gezeichnete gesichtsausdruck…

grammiene

DWB

gram·miene

-miene Fr. Uhl a. mein. leb. (1908) 198 . d δ) bei einer reihe von bildungen in der form des part. prät. ist ein doppelgebrauch gegeben, der…

Händemiene

GWB

hande·miene

Händemiene idVbdg ‘Gesicht- und Händemiene’ GWB B49,256,28 Neureuther 28.2.32 s Gesichtmiene Michael Schilar M.S.

heldenmiene

DWB

helden·miene

heldenmiene , f. : diese kühne heldenmiene. Gotter 3, 520 ; und nahm so grosze heldenmiene an. Shakesp. Lear 2, 2 ; and put upon him such a …

Herrschermiene

Campe

herrscher·miene

○ Die Herrschermiene , Mz. die — n , die Miene, das Ansehen eines Herrschers, eine den Herrscher verrathende Miene, woran man den Herrscher …

hofmiene

DWB

hof·miene

hofmiene , f. miene wie sie an fürstlichen höfen gebräuchlich ist: eine ungewohnte hofmiene. Rabener werke 6, 107 .

kaisermiene

DWB

kaiser·miene

kaisermiene , f. überaus stolze miene: wenn er ( der knabe ) zum ersten male in den ersten hosen steckt, mit einer kaisermiene die kurzen be…

kennermiene

DWB

kenner·miene

kennermiene , f. die miene eines kenners, meist spöttisch: er that wichtig und machte eine kennermiene; mit gleichgültiger kennermiene schlu…