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gönnermiene

nhd. bis GWB · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gönnermiene f.

Bd. 8, Sp. 954
gönnermiene, f., der vom selbstgefälligen bewusztsein eines groszmütig hilfe, rat, gunst gewährenden handelns gezeichnete gesichtsausdruck. die zusammensetzung knüpft im allgemeinen an gönner B an. der gebrauch des wortes kann auf eine nur eingebildete überlegenheit des gunst oder belehrung gewährenden zielen, die den beurteilenden sprecher das an sich negativ bewertete überhebliche verhalten lächelnd entschuldigen läszt: eine von mir selbst sehr reinlich gefertigte abschrift legte ich meinem freund Derones vor, welcher sie mit ganz besonderm anstand und einer wahrhaften gönnermiene aufnahm ... auf meine bescheidene frage, ob das stück wohl aufgeführt werden könne, versicherte er mir, dasz es gar nicht unmöglich sei. sehr vieles komme beim theater auf gunst an, und er beschütze mich von ganzem herzen Göthe I 26, 168 W.; nach langer prüfung sprach der alte, indem er eine gönnermiene annahm: was du kunst nennst, mein sohn, ist weiter nichts, als die gesetzkenntnisz G. Freytag ges. w. 4 (1887) 126; der noble schustergeselle schwebte wie ein genius vor seinen augen ... 'sie — ich will ... ein schuster werden!' — 'recht bursche ...', entgegnete der angeredete ..., während sein gesicht eine wahre gönnermiene umspielte. 'was thäte die welt, sage ich, wenn keine schuster wären' Brunner erz. u. schr. (1864) 1, 52. vereinzelt mehr an gönner A 2 d β anknüpfend, zur umschreibung eines anmaszenden und eingebildeten kunstverständnisses: da ist es denn klar, dasz das sammeln, ausstellen, verloosen von kunstwerken ... doch auch der zerstreuten naschhaftigkeit, eitelkeit und wohlweisen kenner- und gönner-miene ächt moderne nahrung giebt Vischer ästhetik (1846) 3, 1, 67. ein betont negativ wertender gebrauch zielt auf die beleidigende art, in der der hilfe oder gunst gewährende eine andere person ihre abhängigkeit spüren läszt: ich wollte mir lieber ... das tägliche brod von haus zu haus ... zusammenbetteln, als pensionen von leuten mit gönnermienen nehmen Zschokke sämtl. ausg. schr. (1824) 16, 76; wenn Gutzkow ... einwendungen gegen seine vorschläge erhob, wuszte ... Dingelstädt dem widerhaarigen ... generalsekretär seine untergeordnete stellung mit vornehmer gönnermiene merkbar zu machen F. Wehl zeit u. menschen (1889) 1, 273; die hochmüthige gönnermiene des czaren beleidigte ihren stolz Treitschke dt. gesch. (1897) 4, 535; der Ulrich Zimbel ... geleitete sie mit der gönnermiene hinein, die er für diese sorte gäste aufzusetzen pflegte W. Schäfer wendekreis (1937) 26.
2504 Zeichen · 59 Sätze

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gönnermienef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gönnermiene , f. , der vom selbstgefälligen bewusztsein eines groszmütig hilfe, rat, gunst gewährenden handelns gezeichn…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gönnermiene

    Goethe-Wörterbuch

    Gönnermiene überlegener, leicht selbstgefälliger und herablassender Gesichtsausdruck dessen, der sich jdm (als kompetent…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit goennermiene

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Zerlegung von goennermiene 2 Komponenten

goenner+miene

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Cotta, M. (2026). „goennermiene". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/goennermiene/dwb?formid=G22468
MLA
Cotta, Marcel. „goennermiene". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/goennermiene/dwb?formid=G22468. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „goennermiene". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/goennermiene/dwb?formid=G22468.
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