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Mais

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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16 in 14 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Mais

Bd. 13, Sp. 136
Mais (Zea L.), Gattung der Gramineen. Die einzige Art, der gemeine M. (Welschkorn, türkischer Weizen, Kukuruz, Z. Mais L., s. Tafel »Getreide III«, Fig. 7), ist einjährig, mit bis 5 m hohem, 1–6 cm starkem, markigem Halm, breiten, flachen, gewimperten, oberseits zerstreut behaarten Blättern, monözischen Blüten, männlichen Blüten in endständigen, pyramidalen Rispen mit ährenartigen Ästen, achselständigen weiblichen Blüten am untern und mittlern Teil des Halmes, kolbig ährenförmig auf dicker, fleischiger Achse, mit vielen häutigen Vorblättern umhüllt, die zur Blütezeit nur die sehr langen Narben zwischen den Spitzen hervortreten lassen, auch den reisen Fruchtstand noch einschließen. Der M. ist nur in kultiviertem Zustand bekannt und weicht in diesem wahrscheinlich sehr erheblich von der Stammform ab, die wohl im tropischen Amerika heimisch ist. Man baut gegen 60 Varietäten und unterscheidet zunächst amerikanischen und europäischen M. Letzterer umfaßt die Formen, die sich bei der Kultur in Europa herausgebildet haben. Die wichtigsten Spielarten sind: Gemeiner M., mit 8–24 cm langem Kolben, mittelgroßer, vom Rücken her zusammengedrückter Frucht, an der Spitze gerundet, meist gelb, selten weiß, rot, violett, schwarz, blau. Perlmais, Kolben sehr klein, schlank, Frucht kaum 6 mm, oben rund, glasig, stark glänzend. Pferdezahnmais, Frucht groß, vom Rücken stark zusammengedrückt, beiderseits flach, Spitze abgestutzt mit querer Vertiefung, sehr hochwüchsig. Zuckermais, Frucht stark. runzelig, glasig, im Bruch wie arabisches Gummi. Cuzcomais, Frucht bis 2,5 cm lang, 1,8 cm breit, stark zusammengedrückt, gegen die Spitze verschmälert. Balgmais, mit krautigen, die Frucht vollständig bedeckenden Hüllblättern. Der amerikanische M. ändert in wenigen Jahren bei uns ab; der Halm, ursprünglich 4–5,5 cm hoch (Riesenmais), geht auf 2,5 m und weniger herab, und die Körner gestalten sich um. Der amerikanische M. reist auch so spät, daß er für uns als Kornfrucht wenig Wert besitzt. Die zahlreichen europäischen Sorten weichen hinsichtlich der Höhe des Halmes, der Länge und Gestalt des Kolbens, der Größe und Farbe der Körner und der Reifezeit wesentlich voneinander ab. Die eigentliche Maisregion fällt mit der des Weins zusammen; sein Gedeihen ist aber weniger von der mittlern Jahrestemperatur als von der Höhe der Sommertemperatur abhängig, und er reist noch in Gegenden mit kurzem, aber heißem Sommer. Je nördlicher der M. gebaut werden soll, um so niedrigere Sorten muß man wählen, wenn man reife Körner haben will; als Grünfrucht eignet sich auch noch für Mittel- und Norddeutschland der große badische M. von 2–2,5 m Höhe. Weiteres s. Getreidebau und Futterbau sowie die Karte »Landwirtschaft in Österreich-Ungarn« beim Artikel »Österreich«. Der M. liefert ein schätzbares Grün- und Körnerfutter (vgl. Futter und Fütterung) für Milchvieh, die Körner (gequetscht und als Maiskuchen) machen das Fleisch des Schlachtviehs wohlschmeckender und verfeinern besonders das der Gänse und Schweine. M. enthält: 400@@break Er wird auf Grieß und Mehl vermahlen und das Mehl, mit Roggen- oder Weizenmehl gemischt, besonders in Amerika zu Brot verbacken. Maisbrei bildet als Polenta die gewöhnliche Kost des italienischen Landmanns, an der untern Donau heißt eine ähnliche Speise Mamaliga oder Mammeliga. Als Maizena kommt seines Maismehl oder Maisstärke in den Handel. Unreife Maiskolben werden in vielfacher Weise zu Speise zubereitet, auch eingemacht. Unreifer Zuckermais und Knallmais (Pop corn) werden gekocht und warm mit geschmolzener Butter und Salz serviert. Die Eingebornen Südamerikas bereiten aus Maisfrüchten ein gegornes Getränk (Chicha). Der unreife Maisstengel ist so reich an Zucker, daß man diesen daraus fabrikmäßig darzustellen versucht hat. In Mexiko gewinnt man durch Gärung des Saftes ein alkoholisches Getränk, Pulque de Mahiz. Man verarbeitet M. auch auf Stärkemehl, Spiritus und Bier. Bei der Gärung der Maische scheidet sich ein fettes, dünnflüssiges, trocknendes, in Alkohol von 80 Proz. lösliches, nach der Varietät verschieden gefärbtes, beim Aufbewahren dunkelndes Öl ab, das als Speiseöl, Schmieröl und zur Seifenfabrikation benutzt wird. Beim Mälzungsprozeß geht das Fett des Korns zum größern Teil in die Keime, die man beim Vermahlen absondert und auf Öl verarbeitet. Die Maiskeimölkuchen dienen als Viehfutter. Ein alkoholischer Auszug der Blütennarben wird gegen Nieren- und Blasenleiden benutzt. Die Deckblätter der Kolben dienen als Polstermaterial und werden zu Hüten, Matten, auch auf Papier verarbeitet. Man entkörnt die Kolben mittels Maschinen und benutzt die Spindeln als Brennmaterial. Riesenmais und Varietäten mit weiß gestreiften Blättern (Bandmais) werden als Zierpflanzen kultiviert. Die Entdecker Amerikas fanden den M. überall, soweit es das Klima zuließ, in Kultur. Seit dem Anfang des 16. Jahrh. säte man ihn in europäischen Gärten, aus denen er im 17. Jahrh. auf die Felder überging. Die Venezianer verbreiteten ihn im Orient. Der deutsche Name türkischer Weizen soll wohl im allgemeinen nur andeuten, daß der M. aus weiter Ferne kam. Gegenwärtig ist der M. über fast alle tropischen und subtropischen Länder verbreitet und auch in gemäßigte Länder (in Europa und Nordamerika als Nahrungspflanze bis 48°, als Futterpflanze noch nördlicher) vorgedrungen, in den tropischen Anden bis 1900 m, um den Titicacasee bis 3900 m ü. M., so daß er nächst dem Reis die größte Anzahl Menschen ernährt. Vgl. A. v. Lengerke, Anleitung zum Anbau des M. (3. Aufl. von Eisbein, Berl. 1898); Häcker, Amerikanische Reiseskizzen (Braunschw. 1867); Braungart, Der Futtermaisbau (Münch. 1894); Thiele, Der Maisbau (Stuttg. 1899) und Der M. als Futterpflanze (Leipz. 1899); Fruwirth, Die Züchtung der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen, Bd. 2 (Berl. 1904).
5819 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mais

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Mais , ein Schlag, Gehau, im Forstwesen, S. Adelung Meiß .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mais

    Goethe-Wörterbuch

    Mais auch ‘Mays’ Getreidepflanze aus der Familie der Süßgräser: mBez auf die Kultivierung in Italien nah am Fluß [ Etsch…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mais

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Mais (zea) , Wälschkorn , Getreideart mit sehr starkem und hohem Stengel, die männliche Blüte als Aehre an der Spitze, d…

  4. modern
    Dialekt
    Maism.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Mais m. Mais, zea mays; in Mecklenburg seit Anfang des 19. Jahrh. versuchsweise angebaut: 'der vor einem Jahrzehnt stärk…

  5. Sprichwörter
    Mais

    Wander (Sprichwörter)

    Mais 1. Méiss Geknäjel, Weinj Gedragel. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Schuster, 60. 2. Wo Mais gedeiht, darf man nicht Hafer …

  6. Spezial
    mais

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    mais [mạis] m. (Zea mays) ‹bot› Mais m., Türken m. → sorch.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mais

123 Bildungen · 122 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

mais‑ als Erstglied (30 von 122)

Maisacker

SHW

Mais-acker Band 4, Spalte 501-502

Maisfeld

SHW

Mais-feld Band 4, Spalte 501-502

Maiskolben

SHW

Mais-kolben Band 4, Spalte 501-502

Maisschrot

SHW

Mais-schrot Band 4, Spalte 503-504

mais 54=

KöblerGot

mais<b> </b>54= , Adv. (Komp.) nhd. mehr, vielmehr ne. more, even more ÜG.: gr. μᾶλλον, μᾶλλον περισσότερον (= mais þamma), πολλῷ μᾶλλον, πε…

Maisalat

PfWB

mai·salat

Mai-salat m. : = Lattich 1, Maisalat [ BZ-Dernb ]. —

m.aisar

AWB

mai·sar

m.aisar Glaser, Griffelgl. S. 572,7 ( clm 6308, 9. Jh.; Lesung von -i- u. -ar unsicher ) zu: [ sive quia ( Phanocles ) hunc ipsum Tantalum u…

Maisaste

BWB

Maisaste Band 1, Spalte 1,654

Maisbau

GWB

mais·bau

Maisbau Anbau von Mais (in Amerika) T4,413 v März 12 Plp Juliane Brandsch J.B.

Maisblettersack

Idiotikon

Maisblettersack Band 7, Spalte 635 Maisblettersack 7,635

Maisbrot

LDWB2

mais·brot

Mais|brot n. (-[e]s,-e) pan de farina de polënta m.

maisch

DWB

mai·sch

maisch , maische , s. meisch, meische.

Maischachen

PfWB

maisch·achen

Mai-schachen m. : FlN, Waldabteilung, amtl. Maischachen [KL-Ramst Wilde 294]; vgl. Hafer-, Mittelschachen . a. 1723: Maischach [Kurpf., A. 7…

Maischaddel

RhWB

Mai-schaddel Daun-Lissend m.: Giersch, aegopodium podagraria.

Maischäfchen

RhWB

maischaf·chen

Mai-schäfchen (s. S.) n.: 1. Haselstaudenblütenkätzchen Schleid-Blumenth Keldenich . — 2. Tannenzapfen Bitb-Speicher .

Maischaf

DRW

mai·schaf

Maischaf, n. im Mai als Abgabe abzulieferndes Schaf ain byschoff sol haben von den huoben ... zu allen schaltjaren von ieder huob ain maigen…

Maischaft

DRW

maisch·aft

Maischaft, Maienschaft, f., m. u. n. zu 2Schaft (I) im Frühsommer (Mai) fällige Geld- oder Naturalabgabe vgl. Herbstschaft, Osterschaft Sach…

Maischalle

PfWB

maisch·alle

Mai-schalle f. : 'aus Weidenrinde gefertigtes (aufgeringeltes), tiefklingendes Blasinstrument der Kinder', Maaischall [ RO-Bistschd ]; vgl. …

Maischatz

DRW

maisch·atz

Maischatz, m. I landesherrliches Gefälle (I) de von R. hebben jerliches darttich gulden geben ... welches se thom summer in den maischatz ge…

mais als Zweitglied (1 von 1)

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APA
Cotta, M. (2026). „mais". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/mais/meyers
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Cotta, Marcel. „mais". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/mais/meyers. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „mais". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/mais/meyers.
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