Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
latsch
latsch
Latsch Latschen m. 2Latsche f. ‘(langer) Mensch mit schlechter Haltung und nachlässigem Gang’ (19. Jh., wohl älter), frühnhd. Lätsch ‘Tor, Narr’ (16. Jh.), auch ‘Schuh mit niedergetretenem Hinterleder, alter, ausgetretener Schuh, Pantoffel’ (19. Jh.); vgl. frühnhd. letfußer ‘Mensch mit einem Klumpfuß’ und nhd. latsch Adj. ‘schlaff und nachlässig gehend’ (mit latschen Füßen, Goethe). Die genannten (vorwiegend umgangssprachlichen) Wörter sind am besten als affektisch verschärfte Bildungen zu den unter lasch und lässig (s. d.) behandelten Adjektiven aufzufassen. Vgl. (mit unerklärter Erweiterung) Lulatsch m. ‘langaufgeschossener Kerl’. – latschen, lätschen Vb. ‘schlurfen, wackelnd, schleppend, ohne Haltung gehen’ (17. Jh.), älter ‘auf dem Boden schleifen’ von Vogelfedern (16. Jh.). latschig Adj. ‘schlurfend, schlaff, nachlässig’ (18. Jh.), älter latschicht (Ende 17. Jh.). letschert Adj. bair. öst. ‘schlapp, müde, langweilig’ (20. Jh.).