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knoblauch

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

knoblauch m.

Bd. 11, Sp. 1449
knoblauch, m. , zuweilen n. wie lauch (Schottel 1348), allium sativum, der gemeine lauch, gartenlauch. 11) formen und ursprung. 1@aa) ahd. chlobalouh, chlovalouh, dann clobolouch (Haupt 5, 365a), chlovolouh, chlofolauh durch angleichung der vocale (vgl. gesch. d. d. spr. 291, auch der erste vocal wirkt so auf den zweiten, z. b. in tuttuli mamilla aus tuttili Graff 5, 382), auch chlovulouh und chlobilouh, klobelouh; im 12. jh. auch schon chnobelouch. mhd. klobelouch und knobelouch wb. 1, 1044b, clofelouch Mones anz. 7, 609, knoflach Meraner stadtr. Haupt 6, 413. mnd. kloflôk Mones anz. 4, 239, knoflôc dion das. 243, cluflôch schordium 250, knuflock Dief. 24a, knûflôk das., nnd. knufflôk z. b. mekelnb. (Schiller zum mekl. kräuterb. 1, 23), mnl. knofloec anz. 6, 441, nnl. knoflook, knuflook. die änderung im anlaut ist wie bei knäuel (s. d.), es mochte dabei, wie bei knüppel, nd. knellik für kleinlich, meklenb. knäglich für kläglich, die doppelheit des l besonders wirken, die der zunge anstosz machte. 1@bb) der klobelouch ist eig. gespaltener lauch, von klieben spalten, nach den in sog. zehen gespaltenen wurzelknollen (s.knoblauchzehe). ein recept des 12. jh. schreibt vor: dem diu urfun (?) nocent, ille debet per integrum annum cottidie manducare eine cluft des clofelouches. Mones anz. 7, 609, die zehe dem namen des krauts gemäsz kluft genannt; ebenso nd. klöve: digitus vel nucleus alii, eine kern (zu sp. 593) edder klöve des knuplockes. Chytraeus c. 112 a. e. Nemnich 1, 175 gibt als name des lauchs überhaupt fränk. glüb an, eig. klüb? vgl. klub. 1@cc) der rechte anlaut zeigt sich noch im 15. jh.: klobelauch, klobelach Dief. 24b. 10c, ja noch im anfang des 18. jh. ist er nicht vergessen: kloblauch absieden und mit baumöl essen (wider den husten). Amaranthes frauenzimmerlex. 1066; ein essen daran kloblauch gekocht wird. 1067, dazwischen knoblauch. 1@dd) die kürzung der zweiten silbe wie in klobelach vorhin ist häufig, herbeigeführt durch die gewalt des hochtons auf der ersten, s. schon mhd. knoflach unter a, knoblach voc. inc. teut. n 3b, bei H. Sachs, knabelach Dief. 520a. häufiger knobloch Dief. 24a (vielleicht schon in clobeloch 12. jh. Graff 2, 143 ?), noch heute in den md. mundarten herschend, Stieler 1080 gibt sogar nur knobloch an (Alberus CC 2b neben knoblauch). doch ist die volle form immer die vorherschende gewesen, während die mundarten auch weiter verkürzen, wie bair. knoblech, schles. knoblich. 1@ee) das f in den hd. formen ist nur eine vergröberung des ahd. v; noch bair. knoflauch (knofle') neben knoblauch Schm. 2, 422, tirol. knoflach Schöpf 329 (s. schon unter a), schwäb. knofel Schmid 320, ebenso östr. Castelli 145, mährisch Fromm. 5, 212. aber es findet sich im 15. jh. selbst ausstoszung des lippenlauts, knoloch Dief. 24a (vergl. knoloich unter 2, a), dagegen auch knobillauch, knobulauch das., merkwürdig knobleich (vgl. ahd. chloviloih anz. 7, 599b, mhd. clobeloich sumerl. 58, 58), knopslich das.; in letzterm wol anlehnung an knopf, wie in nnl. knooplook, n. knoplög, nd. knuplok Chytraeus c. 112 a. e.; entstellt kruflôk brem. wb. 2, 884. 1@ff) über den deutschen kreis im engern sinne geht das wort nicht hinaus; bemerkenswert aber sind lett. kiplohks, ehstn. kruuslauk, finn. kynsilaucka Nemnich 1, 186, die deutschen ursprung haben müssen. ein schwäb. name abschlag Schmid 463 erklärt sich aus aschlauch nach falscher auffassung. 22) er hatte einst grosze geltung im lande. 2@aa) als heimische würze der speisen, als zuessen, als heilmittel, schutzmittel gegen zauber und böse wesen (myth. 1031 fg., vergl. 422 anm., und schon Odyss. 10, 305 als solches schutzmittel μῶλυ, im späteren griechisch ein knoblauch), sodasz ihm sicher heiligkeit beiwohnte (von heiden angebetet Barlaam 265, 22 Pf.): und sollen die gerichtsherrn oder schultheiszen (bei der gelegenheit) geben brodt und knolaichs genug. weisth. 2, 196, vom Hundsrück 1549; der schultheis, so dʒ brodt und knoloich giebt. das.; dat irste gericht sall wesen rintfleisch mit deme knofelouche zwein vinger breit boven die schoitel (über die schüssel). 2, 779, man bemerke den bestimmten art., wie im folg.; es saszen (setzten sich) etlich reuter frisch daselbst zusamen an den tisch, aszen ihr brot, darneben auch den knobelauch nach landes brauch. Fischart flöhhatz 1610 G iiij (Gödeke eilf bücher d. d. 1, 179a); wie alles alber (einfach) war, wie ihre weisheit noch nach aller mäszigkeit, nach blei und knobloch roch. Opitz 2, 272; wann man rettich oder knoblauch mit salz zum brod hat, so soll man damit prangen und sich einbilden, es schmeckte nichts bessers in der welt. Simpl. 1713 3, 128, recept zum reich werden; man kan ja (statt der fremden gewürze) die speisen mit salz, coriander, kümmel, majoran, timian, salbei, meerrettig, knoblauch, zwiebeln und solchen sachen genugsam schmackhaft machen. 3, 137; der knoblauch ist der bauren theriack. Rädlein 551a, schon mhd. bei Megenberg 384, 5; knoblauch, die zwiebel zu vertragen, vertreibet den geruch hinweg. Weckherlin 810 (epigr. 45). 2@bb) ein sprichwort von knoblauch und zwiebel: aber es gehet inen wie man spricht 'zwibbeln tragen sie hin, knoblauch bringen sie wider', in irem ungewissen wahn laufen sie hin, in demselben komen sie wider. Luther 6, 127a; trag knobloch usz und bring zwibel wider. Soltau 1, 255; haben knoblach getragen aus, bringen zwiefel wider zuhaus. H. Sachs 2, 4, 50d; zwiefel ausz und knoblauch heim tragen. 2 (1590), 4, 39b. 82d. 3 (1589) 1, 4d, es ist wie wer einen narren schickt dem kommt ein thor wieder Simrock 7347 (der narre ein tôre dannan gie Boner 92, 88), vgl. u. gagag 2. zur erklärung des sprichworts erzählt man z. b. am Rhein eine geschichte, s. Simrock märchen 321. 2@cc) eine redensart bringt ihn mit dem h. Christoph in verbindung: wie etlich bildstürmer im Niderland, welche als sie ainem uberaus groszen stainenen Christoffel nicht die klainste zähe am fusz mochten abhacken, vil minder im ainen knoblauch aus der täschen zwacken, da schriben sie für ein salvaguardi einen zedel daran u. s. w. Fischart podagr. trostb. 655 Sch.; wenn einer so klein ist, dasz man ihn in S. Christoffs täsch zum knobloch könt stecken. Lehman flor. 1, 463, er wurde also als zukost vorrätig in der reisetasche getragen. bei wettläufen ward knoblauch als scherzhafter siegeslohn dem verlierer gegeben: thut wie die, so um ein gabe rennen, der erste der bekompt die gabe, der letzte aber knobloch. des esels adel und der sau triumf (1617 o. o.) 143. 2@dd) knoblauch von einem schmause, für knoblauchsessen (vgl.knoblauchsgast): befahlen mir bald i. f. g. im beisein der jungfrau, ich sollte in 14 tagen den knobloch anstellen. Schweinichen 1, 340, hier als verlobungs- oder hochzeitschmaus; hat mir hr. Kreiselwitz einen knoblauch gemacht. 3, 279; demnach i. f. g. mit mir um einen knobloch zu machen spielten. 2, 327; spielten i. f. g. um einen knobloch. 1, 340. 2@ee) ein schles. sprichwort der knoblauch blüht, er will hêtel (hêt haupt) tragen braucht man bei übergroszer lustigkeit, die als vorbote von leid gilt. Weinhold 45a. selbst als verhüllender fluch, schweiz.: botz knobloch! Ruff Ad. u. Heva 1114. 33) es gibt wilden knoblauch, scordium wild knobelauch Dief. 520a, mhd. sumerl. 58, 58 wilde klobeloich squilla, ferner aberknoblauch porrum grande Alberus CC 2b, ackerknoblauch, alpen- oder schlangenknoblauch, berg-, feld-, garten-, hunds-, lachen-, wald-, wasser-, welsch-, zwiebelknoblauch u. a.
7544 Zeichen · 203 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Knoblauch

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Knoblauch , des -es, plur. inus. eine Art des Lauches, welcher einen flachblätterigen Stamm mit zusammen gesetzten K…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Knoblauch

    Goethe-Wörterbuch

    Knoblauch a lauchartige Gewürzpflanze mit scharf schmeckender u stark riechender, zusammengesetzter Zwiebel (Allium sati…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Knoblauch

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Knoblauch , s. Lauch .

  4. modern
    Dialekt
    Knoblauch

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Knoblauch , Knobloch , Knobli(g) , Knöbli ch [Knóplə Fisl. Pfetterhsn. ; Knópl Steinbr. ; Knówlo Heidw. ; Knówlik Witt…

  5. Sprichwörter
    Knoblauch

    Wander (Sprichwörter)

    Knoblauch 1. Als Knoblauch ist er gegangen und als Zwiebel wieder gekommen. (S. Zwiebel.) – Reinsberg IV, 40. 2. As (wen…

  6. Spezial
    Knoblauch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Knob|lauch (Allium sativum) m. (-[e]s,-e) ‹bot› ai m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knoblauch

68 Bildungen · 58 Erstglied · 10 Zweitglied · 0 Ableitungen

knoblauch‑ als Erstglied (30 von 58)

Knoblauchbirn

Campe

knoblauch·birn

Die Knoblauchbirn , Mz. die — en , eine nach Knoblauch riechende oder schmeckende Birn. Nicht gut belegt man mit diesem Namen die einem Apfe…

Knoblauchblatt

GWB

knoblauch·blatt

Knoblauchblatt als (improvisierter) Bestandteil einer opt Versuchsanordnung; in polem Zshg Newton läßt während seiner Untersuchungen .. manc…

knoblauchhaupt

DWB

knoblauch·haupt

knoblauchhaupt , n. spica allii Frisch 1, 528 c , une tête d'ail Rädlein 551 a , knoblochhopt bulbus Dief. 84 a (15. jh. ), wie zwiebelhaupt…

knoblauchhetzend

DWB

knoblauchhetzend , das knoblochhetzend hanenkempfen. Garg. 195 a ( Sch. 361), man hetzte und reizte die kampfhähne durch füttern mit knoblau…

knoblauchkost

DWB

knoblauch·kost

knoblauchkost , f. knoblauch als speise, oder speise mit knoblauch ( s. d. 2): so lad euch S. Pantel in Sachsen zu schunken, zu knachwürst u…

knoblauchkraut

DWB

knoblauch·kraut

knoblauchkraut , n. 1 1) alliaria Frisch 1, 528 c , erysimum alliaria, ein an schattigen orten wachsendes kraut mit knoblauchgeruch, auch kn…

knoblauchland

DWB

knoblauch·land

knoblauchland , n. eine gegend nördlich von Nürnberg; von der Nürnberger veste sagt S. Frank : darauf die statt lieblich zu übersehen und au…

Knoblauchpilz

Campe

knoblauch·pilz

○ Der Knoblauchpilz , des — es, Mz. die — e , eine Art Pilze, die in Gestalt gelbbrauner Erbsen auf einem ziemlich langen und dünnen Stiele …

knoblauchsaft

DWB

knoblauch·saft

knoblauchsaft , m. sucus allii: nimb knoblauchsaft, reibe dem pferd die zen und biler wol darmit. Seuter 100 . Mathesius Sar. 79 a ( s. 4, 9…

knoblauchsbutze

DWB

knoblauch·s·butze

knoblauchsbutze , m. was man vom knoblauch wegwirft, s. butze 3: würdest ihne ( den Socrates, nach dem ersten anblick ) .. nicht einer loris…

knoblauch als Zweitglied (10 von 10)

Ackerknoblauch

Adelung

acker·knoblauch

Der Ackerknoblauch , des -es, plur. inusit. eine Knoblauchsart mit purpurfarbigen, schirmförmigen Blumen, welche in den Wäldern, auf den Fel…

Bêrgknoblauch

Adelung

berg·knoblauch

Der Bêrgknoblauch , oder Bêrglauch, des -es, plur. inus. eine Art wilden Knoblauches mit schirmförmigen weißlichen Blumen, welche breite pur…

Bisamknoblauch

Adelung

bisam·knoblauch

Der Bisamknoblauch , des -es, plur. inus. eine Art Knoblauches, mit einem rundblätterigen Stamme, der in Languedoc und Spanien einheimisch i…

lachenknoblauch

DWB

lachen·knoblauch

lachenknoblauch , m. 1 1) allium ursinum, bärenlauch, waldknoblauch. Nemnich 1, 191 . 2 2) auch teucrium scordium, eine pflanze von knoblauc…

schlangenknoblauch

DWB

schlangen·knoblauch

schlangenknoblauch , m. name für die lauchart allium scorodoprasum Nemnich ( s. schlangenlauch); waldknoblauch oder schlangenknoblauch. Sebi…

waldknoblauch

DWB

wald·knoblauch

waldknoblauch , m. 1 1) der bärenlauch, waldlauch, rampen, rams, allium ursinum L. Fuchs (1543) 282 . Bock (1595) 277 a . Tabernaemontanus (…

wasserknoblauch

DWB

wasser·knoblauch

wasserknoblauch , m. der knoblauchsgamander, teucrium scordium L. v . Hohberg Georgica (1682) 1, 237 . Nemnich 4, 1451 ; in Bern Pritzel-Jes…

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Cotta, M. (2026). „knoblauch". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/knoblauch/dwb?formid=K09060
MLA
Cotta, Marcel. „knoblauch". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/knoblauch/dwb?formid=K09060. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „knoblauch". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/knoblauch/dwb?formid=K09060.
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