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Knicken

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
19 in 16 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Knicken

Bd. 2, Sp. 1660
Knicken, verb. reg. welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben. 1. Denjenigen Schall von sich geben, welchen das Wort Knick ausdruckt. Ein Glas knickt, wenn man so daran stößet, daß es einen Riß bekommt, aber doch noch ganz bleibt. Eben so knickt auch ein Reiß, ein dünner Zweig oder dünner Stock, wenn man ihn bricht. Im Griech. καναχειν. 2. Diesen Schall hervor bringen. 1) Eigentlich, wo es doch nur in thätiger Gestalt mit Hervorbringung dieses Schalles zerbrechen, bedeutet, S. gleich im folgenden.[] 2) Figürlich, für biegen überhaupt, auch wenn es nicht mit diesem Schalle verbunden ist; wo es doch nur von dem fehlerhaften aus Schwachheit- oder Nachlässigkeit herrührendem Einbiegen der Knie im Gehen gebraucht wird. Im Gehen knicken, die Knie tiefer einbiegen, als zum ordentlichen Gange nöthig ist. Mit den Füßen knicken, Schwed. knaecka. Auf solche Art gehen, heißt im Nieders. knickbeinen, und welcher diesen Gang hat, ein Knickebein. Auch von den Pferden sagt man sie knicken, wenn sie auf solche Art in die Knie sinken. Im Oberdeutschen gebraucht man es in noch weiterer Bedeutung so wohl für knien, vor einem knicken; als auch für das verwandte nicken, mit dem Kopfe, mit den Augen knicken. 3) Aus Kargheit überall etwas abzubrechen oder abzuzwacken suchen; im verächtlichen Verstande. Sich ein ansehnliches Vermögen zusammen knicken. Im Kaufen knicken, lange und genau handeln, dingen. Was knickt ihr so lange? S. Knicker. II. Als ein Activum, mit Hervorbringung dieses Schalles zerbrechen. Ein Glas knicken, ihm durch einen Stoß einen Riß beybringen. Ein Reis knicken, es einknicken, es halb brechen und halb biegen. Ein Ey knicken. Läuse knicken oder knacken, sie mit dem Nagel des Fingers zerdrücken. Hanfkörner knicken oder zerknicken. Einen Hasen knicken oder genicken, bey den Jägern, ihm mit der flachen Hand das Genick abschlagen. Vögel knicken oder abknicken, im Oberdeutschen, ihnen das Genick eindrücken. Schwed. knaecka. Anm. Knicken druckt einen feinern Schall dieser Art aus als knacken und das noch gröbere knucken. Es ist durch den vorgesetzten Gaumenlaut aus nicken gebildet, welches eben diesen Schall, obgleich nicht so bestimmt, ausdruckt, und das in der Onomatopöie gegründete Intensivum von neigen ist, S. diese Wörter.
2299 Zeichen · 43 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    knickensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    knicken , sw. V. nhd. knappen, hinken E.: Herkunft ungeklärt? W.: nhd. knicken, V., knicken, DW 11, 1417 L.: Lexer 111b …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    knickensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    knicken , sw. V. nhd. knicken, halb brechen, einen Knick machen, umknicken, abknicken, spreizen (Bedeutung örtlich besch…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Knicken

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Knicken , verb. reg. welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben. 1. Denjenige…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    knicken

    Goethe-Wörterbuch

    knicken a nach älterem Sprachgebrauch: etw (Glas) zum Zerbersten bringen [ Götz: ] Sie schießen den ganzen Tag .. und k.…

  5. modern
    Dialekt
    knicken

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    knicke n [knekə Dü. Barr Zinsw. ; knìkə Bf. Str. ] 1. knicken, halb abbrechen; zerdrücken: Lüsk. ( s. auch klicke n ); S…

  6. Spezial
    knicken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    kni|cken I vb.tr. 1 (brechen) rumpí (rump) 2 (falten) lobrí (lobrësc), fá adöm II vb.refl. sich knicken se lobrí, se sto…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit knicken

11 Bildungen · 1 Erstglied · 6 Zweitglied · 4 Ableitungen

knicken‑ als Erstglied (1 von 1)

knicken II

RhWB

knicken II je nach Bed. in verschiedenen Geb. schw.: ein helles, knackendes Geräusch von sich geben, verursachen, u. zwar 1. intrans. a. -i-…

knicken als Zweitglied (6 von 6)

abknicken

DWB

abknicken , defringere, vom halm, stengel, zweig herunter knicken. die blume, den ast abknicken; der geiz gnicket und drücket seinem nächste…

beknicken

MNWB

bek·nicken

beknicken , swv. , 1. (Feldstücke) mit einem Knick (Heckenwerk) besetzen, umziehen. 2. die Wege verknicken, mit Baumstämmen versperren.

einknicken

DWB

ein·knicken

einknicken , inflectere, infringere: eine blume, einen halm einknicken; eingeknickte eierschalen.

vörknicken

KöblerMnd

vörknicken , sw. V. nhd. „verknicken“, durch Verknickung von Bäumen sperren, mit einem Knick versehen (V.) oder dazu machen E.: s. vör, knic…

zerknicken

DWB

zer·knicken

zerknicken , verb. , ein verstärktes knicken ( th. 5, 1417), 1) trans., a) knickend zerbrechen, zerdrücken, zertreten; z. b. läuse: Eyering …

Ableitungen von knicken (4 von 4)

beknicken

MNWB

beknicken , swv. , 1. (Feldstücke) mit einem Knick (Heckenwerk) besetzen, umziehen. 2. die Wege verknicken, mit Baumstämmen versperren.

erknicken

DWB

erknicken , was erknacken: das glas erknickt. tr. eine blume erknicken, knicken, zerknicken.

verknicken

DWB

verknicken , verb. durch knicken beschädigen, heute geläufiger zerknicken. reflexiv sich verknicken, einen knick bekommen und dadurch verder…

zerknicken

DWB

zerknicken , verb. , ein verstärktes knicken ( th. 5, 1417), 1) trans., a) knickend zerbrechen, zerdrücken, zertreten; z. b. läuse: Eyering …