Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Kittel m.
Kittel m.
Kittel m. ‘hemdartiges Oberbekleidungsstück, Arbeitsmantel, Schürze’, mhd. kitel, kittel ‘leichtes Oberhemd für Männer und Frauen’, mnd. kēdel, keddel, mnl. keel, kidel, kēdel ‘weites, kurzes Oberkleid’, nl. kiel wird weitgehend als Ableitung von einem aus arab. quṭun ‘Baumwolle’ (s. Kattun) entlehnten Wort aufgefaßt. Dagegen glaubt Nl. 317 eine Verbindung zu nl. (älter) kiele ‘Schürze, oberer Teil der Hose’ herstellen zu können, das er mit dem unter Keil (s. d.) behandelten Substantiv zusammenstellt, also über germ. *kiðla- bzw. *kiþla- auf die Wurzel ie. *g̑ēi-, *g̑ī- ‘keimen, sich spalten, aufblühen’ zurückführen möchte. Dabei ist eine Bedeutungsentwicklung von ‘keilförmiger Hoseneinsatz’ über ‘Oberteil der Hose’ zu ‘Schürze, Kittel’ vorauszusetzen. Beide Herleitungsversuche sind unsicher. Die bis ins 18. Jh. übliche Schreibung Küttel ist wohl als volksetymologisches Deminutivum unter Anlehnung an Kutte aufzufassen.