Kirmes
n. der bei Kirbe Wk. IV 16 gezeichneten L. allg., u. zwar
ki·r.məs, –e-; doch
-īă-, –īr- Trier-Ld Mos,
n. Mos, Wittl, Bitb, SPrüm;
-ø- Trier-Stdt (auch Rip hier u. da);
-ę- uMos, Neuw (nicht kurköln. Teil), Altk;
-i-, –ę- Siegld;
kermsə, –i-, –īə-, –ēə- OBerg, Lennep;
-i·r.m- Sol;
-e- Wermelsk;
kęrmis Lennep-Radevormwald, Ess;
kęrməs (
-E-) Kemp (
n. Ürd.-L.), Geld, Mörs, Klevld;
ke·r.mənts Aach-Bardenbg Merkst; Pl.
-əsə(n), Demin.
-əsχə(n), –əskə(n) [
ke·r.mskə Sol]
f.: 1.a. Kirchweihfest, am Sonntage nach dem Patronatstage der Kirche gefeiert (in evangel. Geb. besteht dieser Zusammenhang nicht mehr, doch ist mancherorts ein Jahrmarkt an die Stelle getreten); fällt dieser zu früh ins Jahr, so wird eine sogenannte
kleine K. oder
Frühk. (
Düppenfest Prüm) gefeiert, mit Kirchgang u. besserer Mahlzeit; die eigentl. K.,
de recht K. (Spätk.) fällt stets in den Sommer (von Pfingsten an) bis in den Spätherbst. Vierzehn Tage vor der K. versammeln sich die Junggesellen
(Reihjonge) in einer Wirtschaft u. bilden das
Gelog (Gelage,
s. d.); aus ihrer Mitte bestimmen sie drei
Hötjonge (Häupt-), u. unter deren Leitung findet die Versteigerung der Mädchen, der
Lehn (
s. d.) statt (andere Termine
s. bei Mailehn); Sonntags vor der K. wird der K.baum von den Mädchen mit Papierrosen geschmückt; am K.samstag wird derselbe nach dem
Ausgraben der K. (eine Flasche Wein oder Schnaps, die im vorigen Jahre nach der K. begraben worden war) am Wirtshaus aufgepflanzt (vielfach auf ihm der
Zacheiəs, ein Stroh- oder Lumpenmann, befestigt; vielfach steckt man den
Z. auch an einem Fenster des Gelagswirtshauses hinaus); einer der
Hötjonge sammelt von den Mitgliedern des
Gelogs die Beiträge, die alle in gleicher Höhe zahlen, u. bestreitet davon die gemeinsamen Unkosten (Saalmiete, Musik), der andere hat für die Ordnung an den K.tagen zu sorgen, der dritte für die Getränke (diese Aufgaben sind heute veralt.); die drei
Hötmädchen, die
Lehn der drei
Hötjongen, haben bei den Umzügen ein Wort bei den Mädchen zu reden, sie beaufsichtigen die Herrichtung des K.baumes, sorgen dafür, dass an jedem K.tage das Lokal in Ordnung ist, wenn sie nicht selbst den Reinigungsdienst in die Hand nehmen u. die Arbeit verteilen. Am Vorabend der K. müssen die
Hötmädchen, die im Anschluss an den Fest- u. Fackelzug mit einem Musikständchen beehrt werden, für K.plätzchen u. eine Flasche
Schabau sorgen u. sämtliche Anwesenden bewirten; K.sonntag u. K.dienstag speisen die Mitglieder des
Gelogs bei ihren
Lehn, K.montag die Mädchen bei ihren Burschen. Die Mädchen kaufen ihren Burschen Sträusse an den Hut (so in Schleid). K.samstag leitet feierliches
Beiern der Kirchenglocken das Fest ein (
Beiere, b., bomm, bomm, bomm; K., K., komm, k., k.! Sieg-Scheiderhöhe). Am Tage vor der K. setzt die Dorfjugend den K.baum, der von den Mädchen mit einem Kranz geschmückt wird; haben aber im verflossenen Jahre zuviel Burschen auswärts gefreit, verweigern die Mädchen den Kranz; alsdann flechten die Burschen den Strohkranz, u. die Mädchen müssen am K.tage selbst
den Schimmel halten d. h. sie werden nicht zum Tanz geholt. Am K.tage wird zunächst die K. ausgegraben; unter Vorantritt der Musik marschieren die Burschen zum
Backes; hier wird solange gegraben, bis die Hackenstiele zerbrechen; nachdem die Stiele umgekehrt eingesetzt sind, marschiert man zum Ortsvorsteher, um die Erlaubnis zur K.feier nachzusuchen; ist sie erteilt, geht alles zum K.platz, wo
die drei ersten von den einheimischen Paaren getanzt werden, die in diesem Jahre zu heiraten beabsichtigen. K.dienstag findet ein
K.essen auf dem Tanzplatz statt, wobei die ersten neuen Kartoffeln mit Hering verzehrt werden Altk-Nauroth. Das Fest beginnt mit feierlichem Hochamt, nach welchem die Musik die K.,
d. h. den Tanz eröffnet, um bald alle zum
K.essen (Rindfleischsuppe, Rindfleisch, Sauerbraten) zu entlassen, nach welchem auf dem
K.platz, bei den
K.zelten (-buden) der Festtrubel beginnt; der Tanz an einer oder mehreren Stellen
(et Gelog) füllt den Tag u. Abend bis tief in die Nacht hinein aus. Der zweite Tag gilt der Familie; das Seelenamt vereinigt alle
K.gäste zur Ehrung der gemeinsamen Toten in der Kirche u. auf dem Friedhofe; im Haus u. in der Nachbarschaft werden alte Bekanntschaften erneuert u. neue geknüpft; dabei geht die
K.feier weiter wie am ersten Tage u. setzt sich in gleicher Weise fort am dritten Tage WEif u. so fast allg. Eigenartige Gebräuche beschliessen sie:
Hahneköppen, den Zachäus begraven, Pieps bütze (küssen);
s. d. W. Beim Begraben der K. am Mittwoch setzt sich der Zug der Burschen unter Trauermusik u. Wehmutsgeheul der Jugend in Bewegung. Der
Hötjong, bekränzt mit Papierblumen u. Streifen, andächtig den Kirmesknochen in der Hand, auch schon mal auf einer Eggenschleife sitzend u. von allen Jungen an einem langen Seile gezogen, folgt trauernd der Musik. Am Begräbnisplatz wird ein Loch gegraben und der Knochen mit dem Kirmesschmuck des
Hötjongen hineingelegt. Eine Flasche Schabau wird ungefähr geleert u. der Rest in das Loch geschüttet, worauf ein Wehmutsgeheul über die verflossenen schönen Tage angestimmt u. das Loch zugescharrt wird. Im Trauerzug gehts wieder zum Lokal zurück, wo der letzte Tanz getanzt wird (Schleid-Ettelschd). Zum letzten Male fand in Sieg-Meind 1878 die
Bartschur am K.mittwoch statt: die
Reihjungen holten die Burschen, die Mittwochs um acht Uhr noch im Bette lagen, heran u. liessen sie zur Strafe auf einem Holze reiten; waren alle zur Stelle, so wurde eines jeden Bart u. Schnurrbart mit Wichse eingerieben u. mit dicker Milch eingeseift; der ‘Frisör’ nahm darauf die
Stichhäp (beiderseits geschliffenes Eisen mit Holzgriff), strich dieses einigemal über einen Schubkarrenriemen u. schabte dann die Bärte ab; dabei sangen die andern:
Mer scheren de Bart, de B. met Zucker, met Zuckergebäcks; die abgeschabten Bärte wanderten in einen bodenlosen Korb; alle durchwateten nun den recht tiefen Schlammweiher, u. die durchnässte Schar zog lärmend u. bettelnd durchs Dorf. [Früher wurde am K.morgen ein dickes Stück Holz auf den Herd gelegt,
den Hannerbrand (Hinter-); man sagte:
wann de H. ausgebrannt as, as et Zeit, dat de K.gäscht häm geihn Saarbg-Soest]. Inzwischen wiederholt sich die gleiche Freude wenigstens für einen Teil der Bevölkerung durch den Besuch der
Nachbarkirmessen, die der Reihe nach zu ihren bestimmten Zeiten aufeinanderfolgen, bis die letzte im tiefen Winter den Reigen schliesst. Diese K. führen vielfach besondere Namen,
z. B. Appeletartenk. in Mörs-Xanten,
Fliegenk. in Rees-Spellen;
Eirener (Trier-Euren),
Hähnschesk., Heiligkreizer (Trier-Heiligkreuz),
Hämmelspänzchesk. — Op (no) de K. gohn; K. hale (fire); mer han got K. gehat; für de K. moss noch de Froch heren Rip, Allg. — RA.:
Wo et beiert (feierlich läutet),
weəd et K. jedes Gerücht hat etwas Wahres;
et b. esu lang, bes dat et K. es (wed) unbestimmte Gerüchte werden oft so lange weitererzählt, bis man sie als wahr hinnimmt Köln, Monsch;
wenn se lang beiere, dann wöd et och endlich K. aus allen Vorbereitungen u. Ansagen, Streit entsteht endlich etwas MGladb, Köln;
wo se lang b., git et auch am Eng (Ende)
K. Sol.
Öm mott net ehder b., af et K. es nicht vorher euch rühmen, davon reden Geld, MGladb.
Morgen ös et K., de Fahn hängkt ut! zu einem, der das Hemd aus der zerrissenen Hose hängen hat Kemp;
bei dem is et K.! Heinsb;
du has K. an der Boəm (Hosenboden)
! Aach-Bardenbg;
en hat K. geflagg Trier-Euren;
de Fahn herut, morge hässe K.! Heinsb-Arsbeck;
wenn et K. es, dann hange wer der Hembschlepp erut! MGladb-Korschenbr.
Et es gen Dörpke esuə klen, of het wüərd doch ens K. dren Selfk.
Wemmer jong es, es henger (hinter)
allen Strücken (Sträuchern)
K. Wermelsk.
De Katt (Katze),
dij hät ine Melk gepess, dat düht, dat märge K. es vor der K. wird die Milch durch Wasser oft verdünnt, um den gesteigerten Bedürfnissen zu genügen Klev-Calcar.
Achteröm (hintenherum)
es K.! scherzh. das ist doch ein Umweg Geld-Kevelaer; abschl. Antw. Heinsb; gesagt, wenn der Billardball an dem andern vorbeigeht Geilk-Beggend;
achteröm es K., föröm es necks! Klev-Goch.
De K. es de Buredag; dann güt et Risbrei on Broden; dat de Leffel strack opsteht, su stif sall he geroden MülhRh-Eulenth.
Da's en kahl K. es geht nicht lustig zu Aden-Liers;
dat üs en K. oahne Kröm (Krambuden) MülhRuhr;
de hät K. uəhne Weck er hat ohne Grund Schadenfreude MGladb.
Et üs ni alle Dag K. es ist nicht immer Feiertag, es gibt nicht immer so gutes Essen; man kann nicht immer in Saus u. Braus leben MülhRuhr, Allg.
(et kann net all D. K. sen; et kann nit alltit K. en Fastelovend sinn); den as och net allen D. op der K. er hat es nicht immer so gut Wittl-Binsf;
bei denen ös alle D. K. geht es hoch her Rip, Allg.;
die häbben alle D. K. Mörs, Allg.;
hier ös wöll K.! sagt man, wenn man in ein Haus mit reich besetztem Tische kommt Mörs.
Et es eckersch (nur,
mar)
ens (emol) em Johr K. deshalb nur drauf los gefeiert; eine rechte Freude ist selten Rip, Allg.;
dat mott en schleit (schlechtes)
Dorp sin, wo nit emol en K. dren es Mettm.
Ech wöul (wollte),
dat et alle Dag Sonndag wör on meddsen en der Weke (Woche)
e klein Kirmsken! Sol, —
un K. in der Weken MülhRuhr, —
en Eten (Essen)
en Drenke min Ambach (Handwerk)
was, dann werkte ek gene Stek (Stich) Klev-Warbeyen.
Hei hät alle D. K. on medden in de Wek Fastelowend Mörs-Rheinbg;
wa mer got am (im)
Himel wär an (und)
op de Welt nemme (nur)
K. wär! Bitb-NWeis.
Wenn de K.ə klenke on de Flassruəte (Flachsrösten)
stenke, dann es de beste Tit verbei MGladb, Grevbr
(fange de Zigge ‘Zeiten’
an te senke). Ech hauen dech, dat de mäns (meinst),
Fasnacht on K. fielen of änen Dag! Neuw-Heimb Weis.
Wenn et K. es em Dörp, weəd et för mech drei Dag net Leit (Licht) sagt der Säufer MGladb-Rheind.
Dat es en schleəte K., woə nüs (nichts)
zerbrauche (zerbrochen)
weəd (kapot geəht) Aach, Rip, MGladb, —
wo necks zerbrich on wo et ke fett Deischtoch (Tischtuch)
git Dür-Gürzenich, —
wo kei Glas zerbrich Köln, —
kein Finstere kapot ginn Kobl, —
bo et kan Schmess (Hiebe)
get Koch-Laub;
wo geng Scherver (Scherben)
sönd, es auch geng K. Aach-Stdt;
ohne Flecke darf en rechte K. nit afgohn Köln.
De K. brecht Is (Eis)
odder se mat Is schlichtet oder macht Streit Schleid-Hellenth.
Dat es esu bongktig (bunt)
wie en Bure-K. Schleid, Rip.
K. op der Stross on Quattertemp(er) en de Hüser nach aussen Schein, innen Elend Sieg, Rip, Meiderich, —
Q. en de Stall Erk, Heinsb, —
en Hus gen Für Geld-Straelen, Meiderich;
K. an (in)
der Kirch a Requiem am Deppen WBitb.
Jetz es Fasteloəvend verbei, hädde ver jetz mar K.! Seufzer eines Mädchens, das nach geschlechtlichem Verkehr auf die Periode wartet (
s. K. 2 e) MGladb.
Wenn de Bur net K. hätt, vergeng e we en Sau em Dreck Bergh-Blatzh;
wann de Bauern ke K. hätten on de Juden ken Ostern, da gif neist mih gebotzt Trier-Schleidw.
De hät K. bös henger (hinter)
de Uəhre einen sehr grossen Mund MGladb-Rheind.
Jetz hät deine Arsch (Futt, Kont) K.! du bekommst Prügel aufs Gesäss Kobl, Allg.;
sommeten (so mitein, sogleich)
häs du K.! Strafe zu erwarten Kemp;
da has de K.! du bist hereingefallen Aach-Merkst;
eich hauen dich, datste mäns, dau hätts Namensdag udder K.! Bernk.
Glik häuls (hältst)
de K.! du bekommst Schläge MülhRuhr, NBerg, Klevld;
din Ärs (Fott, Köntje) hölt K.; ow Kont sall ok wöll K. halde; dem sin Bocks hält K.! ebd.;
de Stock sall K. op dinem Arsche halen! Gummb.
Du mäs (machst)
su e bedröf (betrübtes)
Gesech, als wär et K. letz (zu Ende) Schleid-Glehn.
Wenn et rent (regnet)
on de Sonn schinnt (scheint) (
en de Pädjes (Pfade)
ni nat worde Klev-Rindern),
dann het (hält) de Düwel K., — dann es K. en der Hellen (Hölle) NBerg, Allg.;
de D. hät K., jetz krit e Schwatzbruət zo köə (kauen) Geilk;
der D. hät K. henger der Heck Kemp-Amern, Erk-Richelr.;
em D. sei Grussmodder hat K. Kobl-Weissenthurm;
den D. hat mat seiner Gr. K. Trier-Mehring;
de Sonn schinnt, der Mond (Mond) (
Wouf Wolf)
grinnt, et es K. e gen Hell (Hölle) Eup.
Do hat den Deiwel K. da herrscht eitel Freude, etwa bei einem zweifelhaften Vergnügen, einem wüsten Zechgelage Prü
m. Et Weər (Wetter)
mäck (macht)
de K. bestimmt, ob die K. gut ausfällt Kemp. —
Völ Glöcks op de K.! Wunsch beim Betreten des Hauses zur K.zeit Geld.
Do geng et we op der K. drunter u. drüber Wermelsk;
dat geht herut on heren wie op en K. MGladb;
hie lett (liegt)
et dürchen (durcheinander),
als wenn et K. wör Lennep-Hückeswg.
Weə geər K. geəht, moss auch K. haue (halten) Aach, Jül.
Wenn mer e gude Freind hot, donn sall mer net bei en of de K. gehn Merz-Lockw.
Bei de frim (fremde)
Leit geht mer diene, bei de Verwandte g. mer op de K. Trier, Bitb, Prü
m.;
mit Familje is gout K. haute (halten),
mär angesch nicks Heinsb-Millen.
De läft, mer mant, he geng op K.ən Bitb-NWeis.
Der geht los wie e Hund, der uf de K. geht freudig, aufgeräumt uSaar, May, Dür;
he löppt (läuft)
scheif (schief)
wie der H. nor K. NBerg.
Äne uf de K. lade ihn auffordern, das Gesäss zu küssen uSaar.
Op ander Lücks (Leute)
K. es got Gäs lade Köln-Stdt.
Wer op K. nüs Neues anhät, moss et ganze Johr den Offermann (Küster)
scheisse drohn Sieg-Ittenb.
De Fraulü up all de Kirmissen un de Schlübbers (Arbeitsschürzen)
in alle Wässen (Wäschen),
die hewwen gau (schnell)
gedohn die K. ist für viele Weiber gefährlich Meiderich.
Dau gehst met of de Deheimbleiwchesk.! zu Kindern Mosfrk.
Et geht nüs derfür, wann Motter on Vatter op (no) der K. geht; dann han de Könner (Kinder)
Müllop Sieg.
Nen Dag no der K. kommen zu spät Sol.
Et rüch no K. man riecht frisches Backwerk Schleid, Allg.
Dat geht met der K. durch wenn einer etwas zerbricht Bergh.
Om K. kris de Päddsche (Pferd)
met e Flöttsche e jen Fott Heinsb.
He is van ein schlechte K. heim kumme seine Rückkehr war unerfreulich, die Rei
se ist ungünstig verlaufen Heinsb-Millen.
Präddige för de K. es pr. en de Lout (Luft) Geld-Leuth. — K. an besonderen Orten.
Wenn et en de Piəl (Peel in Holland)
K. es, kömmt et sech op enen Torf net an man ist schon etwas leichtlebiger, spottend gemeint Geld-Leuth, Kemp-Breyell.
Bool (Erk-Baal)
hät dremol K. op et Johr; emol eəte se Weck, e. Bruət on e. Hongsdreck (Hundekot) spöttisch Erk-Doveren.
Alles hät en Engk (Ende),
bloss de Bochemer K. nit die K. in MülhRh-Buchh dauerte 14 Tage u. hatte auch noch dauernd Nachkirmessen Köln.
We Lebeler (Eusk-Liblar)
K. (29. VIII.)
en Kiəhr (Kehre)
gəart (gepflügt)
hät, de ös net zeröck on och net für en der Ärbet Eusk-Dirmerzh.
Op de Kuler (Kaule, Ortsteil von Bo-Stdt)
K., do geht et löstig zo; do danze mer op de Strömp, dann verschlisse mer och ken Schoh, on dann wird gesoffe, bes mer sternevoll, ell, di sell, de sipper, di sarr, ripper, di rapper, di knoll. Monschauersch K. em Dreck göt et Haver em Sack Monsch-Rollesbr. — Kirmeslieder
K. hier, K. dor, K. ös mär ens (einmal)
in't Johr Mörs.
Röndsfleiss (Rindfleisch) (
Hellder Heller)
op den Tellder, Botter bej de Fess (Fisch)
; Muder, mak de Dör es los en kik es, wie dor es, wenn dor enne Spölmann (en ärmen Beddeler) es, dann sägg mär (nur)
(frog öm, wann), dat et K. es; K. hier, K. dor, K. es mär ens in't J. Geld-Kevelaer, Emmerich.
Ho (heute)
es K., moərn es Mart, on da wird kei Geld gespart! Siegld, Westerw.
Wann't K. es, wann't K. es, dann schlach (
schennd schindet Trier)
mi Va (Vater)
der Bock, da danz mi Mo (Mutter),
da danz (
locht lacht Heinsb-Lümb)
mi Mo on schöddelt met der Fott (Gesäss) Dür, Rip, —
da fludert hire Rock! Bitb, Trier, —
da steht mi Vadder on kick (schaut)
! Geilk-Düren, —
dann donz (tanze)
mar op de Hengerben (Hinterbeinen),
dann krieg ech ne neue Rock! Kemp-Breyell, —
dann schlacht onse Vadder enne Bock, wenn't Omend es, wenn't O. es, dann es den Bock all op! Klev-Üdem, —
dann schlach min Vadder en Pogg (Schweinchen),
dann danze wej, dann danze wej, dann bommelt os de Rock! Klev, —
dann steiht dat P. wer op! Mörs.
Öm K., öm K., da dreəgt mi Modder ene Hott (Hut),
da danz ich, da danz ich, da fall ich op en Fott! Aach.
En op de K., dor gef et moje (schöne)
Here; den ene lat (lässt)
de Schnorr (Schnurrbart)
stahn, den andere lat öm schere Klev-Goch.
Handri van Tegele (bei Venlo)
on Küpperke van Steyl, die halde same K. op ene kale Luhn; H., de song, dat K., dat song, dat öm de Sever (Geifer)
langs den Back afhong Kemp-Breyell.
Morge fängk uns K. an, hör ens dat Gebimmel; wede mer e Levve han wie nen Bor em Himmel; bimmelimmelim, bamm, bimm, bam, bei usf. Lied beim Kaffeemahlen Köln.
Wenn et K. es odder Mat (Markt),
dann küt der Perdchesmann met sinnem gröne Wage en jedes Dörpche an; Frau Nettche driəhnt (dreht)
dat Rädche; die Frau, die schleht de Trumm; de Orgel spillt Schanettche, Lisettche de Lafumm; do kom als wider ne Ritter, hät henner sech de Mäd (Magd)
; der Mesterknecht, der Pitter, sot stolz op sinnem Perd Bergh-Kirchherten.
Blomekuhl (-kohl)
on Kappeskuhl sen zwei feiner Flanzen; wenn de Pitter K. hot, da moss de P. danzen! Daun-Jünkerath.
Loət (lasst)
ons noch es (einmal)
drenke, leckere, süte Gerritje, liewe, süte Maid (nach jeder Zeile zu wiederholen),
Branndewin met Sücker, en wen sall dat betahle; den örste Bur, de beste! Geld-Schravelen.
Et fuhr em Bur en Suhn (2mal),
et fuhr em B. en K.suhn, si, sa, K.suhn, et fuhr em B. en Suhn; de S. noəhm sich e Wif (2mal),
de S. noəhm sich e K.wif, si, sa, K.wif, de S. noəhm sich e W.; dat W., dat krieg e Keind (Kind) (2mal),
dat W., dat krieg e K.keind, si, sa, K.keind, dat Wif, dat krieg e Keind usf.
(K.muhm, K.knech, K.krieg, K.doat, K.stücksken) ein Spielliedchen MülhRuhr, Verbr. — b.
ale K. Sonntag nach K. Mörs-Vlynen;
schwatze (schwarze)
K. scherzh. ein zu gutes Leichenmahl Bergh-Hüchelhv. — c. Geschenk, das man auf der K. für einen andern kauft;
breng mer och enen K. (en K.chen) met; komm, ech gellen (kaufe)
dir enen K. Rip, Allg. RA.:
Du kris öm de Flöt en K. scherzh. umgestellt (statt
öm de K. en Fl.) zu einem Kinde, das den Wunsch nach einem Spielzeug ausdrückt Aach, Rip, Nfrk;
wenn de dot dehs, krisse möt de Fl. en K.! Kemp-Amern SAnton. — 2. übertr. a. verächtl. Flitter, Tand als Schmuck, wie er in K.buden erhältlich ist, dann Zierrat, Verschnörkelung an Möbeln, Bildern udgl.;
dat es de reinste K. Mosfrk, Rip; das bunte Kopftuch
es en reəte (rechte)
bongkte K. Rip. — b. verächtl. ein Durcheinander, Gewimmel;
dat wor en K.! Allg. — c.
dat es mer en schün K. eine nette Bescherung Rip, Allg. —
d. Freude, Schadenfreude;
die han der ävver K. Rip.
Leggen de Ferkeshör (Schweineborsten)
bej den Bur op de Mes, dann es et K. op den Dess (Tisch) Mörs-Rheinbg. — e. Menstruation;
die hät K.; an de K. kommen Allg. —
f. Apfelmus Barm-Wichlinghsn. — g. würfelartig geschnittene Bissen eines Butterbrotes, wie sie Kinder lieben Prüm-Jhren. — h. Samengehäuse der grossen Klette, arctium lappa major Bitb, Koch-Kaisersesch;
Kirmsen Pl. Daun-Dreis. — i. weibliche Scham OBerg.