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Jagd

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Jagd f.

Bd. 3, Sp. 1049
Wossidia Jagd f. Jagd 1. Jagd auf Wild a. Sachliches, bes. Rechtliches; die ursprünglich freie Jagd erscheint als Zubehör von Grundbesitz bereits in frühen lateinischen und deutschen Urkunden: 'myt visscherye, myt iacht' (Wa Waren@RöbelRöb 1358) UB. 14, 325; 'mit bede, mit iacht, mit denste' (RoRostock@RibnitzRibn 1398) 23, 472; gesetzlich geregelt wurde das Jagdrecht in der Pol.Ord. von 1562 dahin, 'daß hinförder keiner dem andern auf seinen und seiner Unterthanen Grund, Boden und Gütern ohne des Grundherrn Erlaubnis und Vorwissen zu jagen, hetzen und Weidewerck zu treiben sich anmaassen soll. Und wann Jemands nur einen oder zween Bauren in einem Dorfe, und weniger dann 4 Hufen auf der Feldmarck, und der andere mehr Hufen hätte, so soll sich der, so weniger hat, des Jagens nicht unterstehen. Wo aber ihrer viel eines Geschlechts ein Dorf, oder ihrer viel fast gleiche Theile an der Feldmarck hätten, so sollen sich dieselbigen ihrer Gerechtigkeit zugleich gebrauchen. Wir wollen auch, daß alles Wild von Fastnacht an bis auf Jacobi (25. Juli) von Niemand gehezt, gefangen oder geschlagen werde, desselben gleichen sollen auch die Hasen zwischen der Zeit, auch die wilden Endten, Gänse, Kranich, Trappen, Rephüner und ander Feder-Wildpret nicht gefangen, geschossen oder gepirst, oder sonst die LegeEyer oder Jungen dieser und aller anderer Vögel ausgenommen werden. Gleichergestalt wollen wir auch, daß die Hasen in der Grusse nicht geschossen werden und sollen hiemit das Kuren, Lappen und Lauschen ganz und gar verbothen und aufgehoben seyn, durch welches alles das Wild verderbt und verödet wird'; Bauern, Schäfer, Müller und andere Personen ähnlicher Art dürfen außerhalb der ordentlichen Straßen keine Jagdwaffen bei sich führen, indem 'Edelleute, Amtleute, Jäger, Landreuter und die zuverordnete Aufseher' ihnen diese abzunehmen und beim Amte abzuliefern haben; 'Hagelgeschos' (Schrot) ist gänzlich verboten, ebenso 'Hasennetze und Hünerzeug'; in das Holz fahrende Bauern dürfen keinen Hund dahin mitnehmen Bär. Ges. 4, 1, 65 ff.; das Jagdrecht hatte demnach im Domanium allein der Landesherr, auf ritterschaftlichem Gebiet der jedesmalige Gutsherr, in den Klosterbesitzungen die Klöster und die Gesamtheit der klosterberechtigten Landstände; das Jagdrecht der Städte, die sämtlich auf landesherrlichem Boden gegründet waren, hing von besonderer Verleihung oder besonderen Verträgen ab und war daher sehr mannigfaltig; so hatten im Lande Sta@ Friedland und Neubrandenburg das Recht der hohen (oder Hirsch-) sowie das der niederen Jagd, Woldegk das der niederen, die übrigen Städte gar kein Jagdrecht; die dauernden Streitigkeiten zwischen den Herzögen und den Städten um das Jagdrecht, bes. um die hohe, die Hirschjagd, wurden erst 1755 durch den Landesgrundgesetzlichen Erbvergleich beendigt, worin alle alten Jagdgerechtigkeiten der Städte sowie auch die Bestimmungen der Pol.-Ord. von 1572, die im wesentlichen mit der ob. teilweise angeführten von 1562 übereinstimmte, insbesondere die Schonzeit von Fastnacht bis Jakobi, bestätigt wurden und auf das fürstliche Recht der Vorjagd (s. Vörjagd) gänzlich verzichtet wurde; in 'Ehren- und Noth-Fällen, nämlich zu Hochzeiten, Kindtaufen und Begräbnissen' darf jeder Jagdberechtigte jederzeit ohne bes. Erlaubnis Wild fällen Bär. Gr.-Ges. 931 ff.; die Landgemeinden und anderen Gutsbesitzer, soweit sie kein Rittergut hatten, erhielten das Jagdrecht erst nach dem ersten Weltkriege und verpachteten größtenteils ihre Jagden, während die Staatsforsten im allgemeinen unverpachtet blieben; vgl. hierzu und über Weiteres Köst. b. sprachlicher Niederschlag: venatio 'ein Jacht' Chytr. 284; sprw., wenn der Faule gähnt: wenn de Hunde hojahnen, iß de Jagt vörby Mantz. Ruh. 13, 53; Hütten (bei RoRostock@ParkentinPark) hadd' Jagd, d. h. Jagdrecht RoRostock@DoberanDob; bildl. beim Kartenspiel zu jem., der viel kleine Trümpfe hat: du hest woll dei lütt Jagd Gü Güstrow@GülzowGülz. Zss.: Busch-, Driw-, Hasen-, Herren-, Klapper-, Klopp-, Perforsch-, Streck-, Vör-, Voß-, Wedd'-, Wildjagd; ferner: Flöh-, Lus'jagd; bildl. und übertr.: Flurt-, Klatten-, Stauhlmoorten-, Swan-, Trappen-, Ulenjagd. 2. in weiterem Sinne Gejage, Unruhe, Lärm, Umstände, Mühe, auch konkret lärmender Haufe: dor wir ne fürchterliche Jagd RoRostock@KühlungsbornKühl; Strit un Jagd zwischen Herrschaft und Gesinde WiWismar@KartlowKartl; dor hett 'n väl Jagd mit Umstände, Mühe, Verdruß RoRostock@RibnitzRibn; Jagd maken krakeelen SchöSchönberg@BössowBöss; dei ganze Jagd (aufregende Kunde) kem int Dörp: dei Wagen wir stahlen! Schlagsd; sei kümmt antautolken mit dei ganze Jagd mit dem lärmenden Haufen ihrer vielen Kinder SchwSchwerin@PinnowPinn. Zss.: Dräwel-, Drell-, Köter-, Nahjagd. 3. Will' Jagd die Wilde Jagd der Volkssage im O von Ma@ und Wa@ sowie im Nordteil und in der Mitte von Sta, während sonst dafür die Bezeichnungen Waud', Waul und als Zwölftenerscheinung und -gottheit Fru Gaud' gelten; bes. im Frühjahr und Herbst braust de Will' Jagd dem Volksglauben nach durch die Lüfte; dieser sieht in ihren Teilnehmern die Geister solcher Toten, die im Grabe keine Ruhe finden, weil sie im Leben nicht gut getan haben, bes. auch böse Jäger; die sie begleitenden kläffenden Hunde werden als die Geister ungetaufter Kinder gedeutet; der Führer ist teilweise der Teufel selbst, ein Schimmelreiter auf dreibeinigem Pferde, auch ein Reiter auf schwarzem Pferde; das Gefolge ist gleichfalls ganz oder teilweise beritten, in mancher Sage alle ohne Kopf; Menschen, bes. schlechte, hartherzige, auf die de Will' Jagd unterwegs trifft, werden von ihr oft als Beute mitgenommen; Weiteres s. bei Wo. Sag. 1, 1—38; vgl. auch Pfitzn.-K. 111; sprachliche Belege: De Wind ... piept un huult int Abenrühr, as wir De wille Jagd hüt los un hadd' 'n Hauptdag Egg. Trems. 185; ick lep dorvon, as wenn de will Jagd hinner mi wir Müll.-Friese 137; Rda. beim Kartenspiel, wenn jem. viel kleine Trümpfe hat: ick heff de will' Jagd Wa; WaWaren@VipperowVipp. — Mnd. jacht. — Br. Wb. 2,683; Dä. 203a; Kü. 2, 34; Me. 2, 1017; Schu. 80; Teu. 1, 122.
5910 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Jāgd

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Jāgd , plur. die -en, von dem Zeitworte jagen. 1. Die Handlung des Jagens oder Verfolgens; ohne Plural, außer zuweil…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Jagd

    Goethe-Wörterbuch

    Jagd rund 200 Belege; -t T1,21,24 B3,101,8 1 mBez auf das Waidwerk a Nomen actionis: Aufspüren, Verfolgen u Erlegen des …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Jagd

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Jagd , Jägerei, Waidwerk. das Verfahren wilde Thiere zu erlegen oder zu fangen, je nach dem Culturzustande eines Landes …

  4. modern
    Dialekt
    Jagdf.

    Mecklenburgisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Jagd f. Jagd 1. Jagd auf Wild a. Sachliches, bes. Rechtliches; die ursprünglich freie Jagd erscheint als Zubehör von Gru…

  5. Sprichwörter
    Jagd

    Wander (Sprichwörter)

    Jagd 1. Auf Einer Jagd fahet man nicht alles Wild. – Eiselein, 344; Simrock, 5165. 2. Es ist keine bessere Jagd als auf …

  6. Spezial
    Jagd

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Jagd f. (-,-en) 1 (Erlegen oder Fangen von Wild) ciacia (-ces) f. 2 (Weidwerk) ciacia (-ces) f. 3 (Jagdgrund) ciacia (-c…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit jagd

470 Bildungen · 414 Erstglied · 56 Zweitglied · 0 Ableitungen

jagd‑ als Erstglied (30 von 414)

Jagdbeute

SHW

Jagd-beute Band 3, Spalte 927-928

Jagdblut

SHW

Jagd-blut Band 3, Spalte 927-928

Jagdbogen

SHW

Jagd-bogen Band 3, Spalte 927-928

jagdeln

SHW

jagd-eln Band 3, Spalte 927-928

jagdern

SHW

jagd-ern Band 3, Spalte 929-930

Jagdes

SHW

Jagd-es Band 3, Spalte 929-930

Jagdfieber

SHW

Jagd-fieber Band 3, Spalte 929-930

Jagdflinte

SHW

Jagd-flinte Band 3, Spalte 929-930

Jagdfrevel

SHW

Jagd-frevel Band 3, Spalte 929-930

Jagdgast

SHW

Jagd-gast Band 3, Spalte 929-930

Jagdgewehr

SHW

Jagd-gewehr Band 3, Spalte 929-930

Jagdglück

SHW

Jagd-glück Band 3, Spalte 929-930

Jagdhaus

SHW

Jagd-haus Band 3, Spalte 929-930

Jagdheger

SHW

Jagd-heger Band 3, Spalte 929-930

Jagdhund

SHW

Jagd-hund Band 3, Spalte 929-930

Jagdhüter

SHW

Jagd-hüter Band 3, Spalte 929-930

Jagdkarte

SHW

Jagd-karte Band 3, Spalte 929-930

Jagdkutte

SHW

Jagd-kutte Band 3, Spalte 929-930

Jagdkönig

SHW

Jagd-könig Band 3, Spalte 929-930

Jagdmesser

SHW

Jagd-messer Band 3, Spalte 929-930

Jagdpaß

SHW

Jagd-paß Band 3, Spalte 929-930

jagd als Zweitglied (30 von 56)

Schnitzeljagd

RDWB1

Schnitzeljagd f (kein Bezug zu "шницель") игра на свежем воздухе: две команды, одна из которых следует указаниям другой в поисках спрятанног…

abendjagd

DWB

abend·jagd

abendjagd , f. abends und nachts bei fackelschein veranstaltete jagd, fackeljagd.

Abjagd

DRW

Abjagd Schatzung? im fal das closter ... in diesen sechs jahren durch die herrschaft oder sunsten mit diensten und abjagten ... beschwert wu…

Amtsjagd

DRW

amts·jagd

Amtsjagd Fronjagd 1685 Schlüter,WestfProvR. I 177 Faksimile

Ausjagd

DRW

aus·jagd

Ausjagd nd. utjacht I Verfolgung außerhalb der Stadt 1524 HannovStR. 508 Faksimile HildeshUB. III nr. 1061 II Ausfall, Überfall Brinckmeier …

Bếtteljāgd

Adelung

bettel·jagd

Die Bếtteljāgd , plur. die -en, an einigen Orten, besonders Oberdeutschlandes, die Aufsuchung und Verjagung der Bettelleute.

Bëre(n)jagd

Idiotikon

Bëre(n)jagd Band 3, Spalte 23 Bëre(n)jagd 3,23

Elefantenjagd

Wander

elefant·en·jagd

Elefantenjagd Wer auf die Elefantenjagd geht, dem nützen Rohrpfeile nicht, er braucht Feuerwaffen. ( Abyssinien. ) – Altmann II.

Gaus'jagd

MeckWBN

gaus·jagd

Wossidia Gaus'jagd f. Gänsejagd, Jagd auf wilde Gänse Müll. Reut. 43 a .

gemsenjagd

DWB

gemse·n·jagd

gemsenjagd , gemsjagd , f. jagd auf gemsen Adelung. oberd. gembsengejeid, gembsenjeid Teuerd. 15, 9. 20 u. o. ( s. u. gemse 1, e ), gämbsgej…

gnadenjagd

DWB

gnaden·jagd

gnadenjagd , f. , venatio precaria, ausdruck des jagdrechts; jemandem aus gnade, als geschenk erteilte jagderlaubnis, im gegensatz zu verpac…

Hase(n)jagd

Idiotikon

Hase(n)jagd Band 3, Spalte 23 Hase(n)jagd 3,23

hasenjagd

DWB

hasen·jagd

hasenjagd , f. jagd auf hasen. bildlich, in bezug auf die verfolgung von flüchtigen: wir wollen fort! und soll die hasenjagd angehn. Göthe 8…

Hauhnerjagd

MeckWBN

Wossidia Hauhnerjagd f. Jagd auf Rebhühner: -äu- Müll. Reut. 52 a .

hauptjagd

DWB

haupt·jagd

hauptjagd , f. venatio universalis. Stieler 875 ; namentlich auf schweine und hirsche. Frisch 1, 426 a .

hirschjagd

DWB

hirsch·jagd

hirschjagd , f. jagd auf hirsche. Jacobsson 2, 265 b . früher in der form hirschengejaid: frawenzimmer gehörn uf hirschengejed und uf kein s…

Hoffjagd

MeckWBN

hoff·jagd

Wossidia Hoffjagd f. Hofjagd: eens ward nu ne grote Hoffjagd anstellt S. Neum. Volksm. 108.

Katerjagd

Wander

kater·jagd

Katerjagd Es ist eine wahre (rechte) Katerjagd. Wenn sich ein paar Personen oft und laut zanken.

Katzenjagd

Wander

katzen·jagd

Katzenjagd Se mutt up alle Kattenjagden mit wes'n. – Eichwald, 960.

klapperjagd

DWB

klapper·jagd

klapperjagd , f. treibjagd, bei der klappern zum treiben des wildes in das garn gebraucht werden. Adelung. bildl.: kessel- und klapperjagd n…

koppeljagd

DWB

koppel·jagd

koppeljagd , f. jagd und jagdrecht auf gemeinschaftlichem reviere. Frisch 1, 537 c . Stürenburg ostfr. wb. 120 a , s. koppel 3. bildlich, in…

lustjagd

DWB

lust·jagd

lustjagd , f. lust gewährende jagd: eine lustjagd, wie wenn schützen auf die spur dem wolfe sitzen! H. v. Kleist werke 5, 26 .

meierjagd

DWB

meier·jagd

meierjagd , f. eine jagd, welche der gutsherr des jahres zweimal auf den ländern seiner meier zu halten berechtigt ist; in niedersächsischen…

Mḯtjāgd

Adelung

mit·jagd

Die Mḯtjāgd , plur. inus. das Recht, die Jagd mit einem andern gemeinschaftlich zu genießen; das Mitjagen, die Koppeljagd.