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greis

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

greis

Bd. 2, Sp. 1386
greis Rip, Berg, Nfrk -ī-; Klevld -ī-, –i- [Rhfrk, Mosfrk wenig gebräuchlich, nur Bitb, Prüm -ę·i.- Bed. 1 b (doch meist weiss, grau) u. in Trier, Bitb für Bed. 1 e γ]: 1. Adj. a. grau, bes. SNfrk, Klevld für diese Farbebezeichnung bevorzugt; en nette gr. Klür (Farbe) Nfrk. RA.: Gr. wie en Esel Allg., — en Duf (Taube) Allg., — en Gess (Geiss) Rheinb-Wüschh, — en Pädd (Kröte) Mörs, Elbf, Barm, — en Hucke (Kröte) Gummb, — en Hedhäcker (Heidehacker) Waldbr-Wildbg, — ene Frang (altes Frankstück) Dür-Geich, — Nevel Aach-Stolbg. Et Neits sin alle Katzen gr. NBerg. En gr.ən Aal es beter als en bonte Schlang Ess-Sterkr. Gr. (Augen), schlo (schlaue) Eup; gr.ə Oge, Katzeoge Grevbr-Wickr (s. Auge). Manch Esel würd gr. geboren Sol; wenn me ene E. no Rom scheck, krit me e gr. Dier wiər Dür-Hastenr. Schnuff dich die Radies, da has de et Gröngt (Grüne) en auch et Grist! Aach, Neuss. — Im bes. gr. Garn Leinengarn, auch gr. linge G. Rip, Allg.; gr. Gare schlechter Branntwein Eup; gr.ə Branndwein getrübter Br. Bitb; gr.ə Greite Grützensuppe von Buchweizengrütze Gummb; gr. Erd unter den Torfschichten lagernde gr. Erde, die wegen ihres Kaligehaltes als Düngemittel gegraben wurde Nfrk; gr.ə Schotte Schürze Barm; gr.ə Knickers (Mörmels, Knippestener, Häuern), auch einfach Gr.ə genannt, Klicker aus Ton Berg, Ruhr, Kref; gr.ə Flass grauer Flachs Geilk; gr.ə Krähj Nebelkrähe Geld; gr.ə Raf Geld-Leuth; gr.ə Heimaurek grauer Hänfling Geld; gr.ə Fink Sperling Emmerich; gr.ə Meələr (Merle) Grauamsel Erk, Geld-Schravelen Nieukerk (mEldər); dobbele Gr.ə Art von Krammetsvögeln Schleid-Dreiborn; gr.ər Voəl (Vogel) Zuchthäusler Sieg-Ruppichteroth; Gr.ən Nachtigall Wupp. — b. grau, alt, abgetragen, von Kleidungsstücken Allg. — c. schimmelig; du krigs noch gr. Brut ze esse Rip, Allg. RA.: Weə gr. Br. ett (ist), fengt (findet) Geld Kemp-Breyell. — Auch vom Gelde; de löt et Geld lever gr. werde, ih e't usgit der Geizige Rip, Allg.; de hät noch gr. Krundalern noch Geld von seinen Urgrosseltern Wippf. — d. ergraut, greis, von Haaren [blond Neuss, Düss]; de weəd för de Zitt gr.; dat es jet, för gr. Hoəre ze krige Aach, Allg.; do wässt mi kein gr. H. von Ess. RA.: Gr. Hor hält sech am beste Jül-Hasselsw. De gr. Hoəre kumme van de schwarte eine Ursache hat die andere im Gefolge Heinsb-Millen. De Wolf wörd ehder gr. as wis (weise) Geld-Leuth, Rees. Oət (alt) on gr., noch net wis Kemp, MGladb; gr. on äwel nit w. Geld-Schravelen; dau bas gr. on noch net weis Prüm-Heckhuschd.; männiche get gr. on noch net weis Prüm-Ihren. Van Froge word me wis; van Alder word me gr. Klev, Rees, Lennep. E gr.ə Kapp (Kopf), e gescheite K. Bitb-Dahlem. Zwin Gr.ər, zwin Wisər, zwin Johanner (Ja-sager) on enen on (in) singen Sack daraus besteht der Gemeinderat Schleid. — De Gr.ə der Alte Allg.; gr. Pädd alte Frau Düss-Lintorf (s. auch Haar). — e.α. nebelig, dunstig SNfrk, Klevld; van Ovend ös et gonz gr.; gr. Weər; et es alt an't gr. werden Morgengrauen; et es su gr., dat mer ken Hangk för de Ogen siehn kann Allg.; et ös suə gr. wie en al Wif Kemp-UWeiden; et es gr. geneəvelt gereift Geld-Straelen; et gr. Gefrüər Rauhreif Heinsb-Kempen. Tösche gro on gr. in der Dämmerung Sieg-Seelschd. — β. et wöd mech gr. för de Oge ohnmächtig ebd. En Gr.ən Geflunker Elbf. — γ. trübe, von aufgerührter Flüssigkeit; et Wasser gr. machen aufrühren Trier, Bitb (-ei-). — δ. griesgrämisch, betrübt; e gr. Gesech make; to gr. drenkike; gr.ən Senn häbbe Mörs-Friemersh, Rees-Bislich Brünen Milling Stdt. — De gr.ə Kerl ein Kindersp. für Mädchen; ein M. versteckt sich, sie ist der gr.ə K.; die andern M. bilden eine Kette u. singen voranschreitend: wej wellen ens nau no Käwele (Kevelaer) gohn on halen (holen) en Pip Tabak, on wenn den gr.ə K. ens kömmt, dann steckt en ons in de Sack; öm en Ühr, hej kömmt noch nit; öm twee Ühr, hej kömmt noch nit usf. bis öm twelf Ühr kömmt en herut; der gr.ə K. springt hiermit aus seinem Versteck u. ergreift eins der M., das nun seine Stelle einnimmt Geld-Winnekendonk. — f. gr.voll () dicht voll, von Früchten; dem Bom hengk gr. v. Mörs, Kemp, Schleid-Hellenth; de Stuff (Stube) wor gr. van Löggen (Leuten) dicht gedrängt Schleid-Hellenth. — 2. Subst. -ī:s m. a. Grau-, Blond-, Hellhaariger Rip, Nfrk (hier auch Griske) [die nhd. Bed. ist nicht mdl.; man hört wohl Rip jrīs, im Rhfrk -E- (also hier eingelautet), ohne Pl.; dafür en gr.ə (graue) Mann, en gr. (grau) Frau]; de Replesche Gr.ə die von Mörs-Repelen; en aue (alter) Gr. finsterer Mensch Geilk-Brachelen. — Griskes einzelne graue Haare unter dunklen Düss-Stdt; Gris-cher Köln-Stdt. — b. Rufn. für graues Pferd Monsch, Eup (γrī:s, γriskə) Jül, Neuss, Kemp, Heinsb, Rees; für graue Kuh Köln-Widdersd, Rees; für graue Katze Wippf-Biesf, Gummb, MGladb-Rheydt. RA.: De Gr. (Kater) sot (sass) op der Mies, do reip de Gr.: du deubelze (teufelhafte) M.; do leip de M., do feil de Gr. Gummb. — Gruəte Gr. Hühnerart Geilk-Frelenbg. — Gr. Schimmel Jül-Tetz. — Den Gr.ən das graue Schaf Rees-Ringenhg. — c. der schwere Herbstnebel, Morgen- u. Abenddämmerung Nfrk, auch Eusk-Derkum, Jül-Tetz Titz, Aach-Herzogenr; et ös lelke (ärge) Gr. dichter Nebel; kalde Gr.; de Gr. vertreckt sech wiər; der Gr. hett mech kriege ist mir auf die Brust geschlagen. RA.: Wenn de Gr. so deck es, es et got Esele maken, wegen dann es di Klür all do Kemp-Breyell. Stofreəgen on Loppschold drengen dur de Gr. Kemp. — d.α. gewöhnlicher Schnaps Aach, Geilk, Monsch (-ze); en enkele (einfacher) on dubbele Gr. Aach; ene wette Gr. gewöhnlicher, weisser Schn. MGladb, Kref, Kemp. — β. Buttermilchsuppe mit eingebrocktem Schwarz- u. Weissbrot Kemp; Gris-cher Sol-Wald Itterbr. — γ. -iskə früher ein grobes, graues Weissbrötchen, halb Roggen-, halb Weizenmehl, bes. beliebt das Tehnpennengsgr. MGladb-Viersen, Neuss, Düss-Stdt, Aach (-che). — δ. -iskəs Pl. frühe, graue Birnen SNfrk, Klevld. — e. -ī:zə unhrauchbare Basaltsteine von grauem Aussehen; er hät Gr.ə gelade; dat ös ne Gr.ə Bo-Limperich. — f. der Gr. krige (eigentl. wohl Sack von grauer Leinwand) abgewiesen, entlassen werden Aach; he krit Griskəs Erk-Tenholt. — g. -īsjə Schreckgestalt Mörs-OMörmter.
6217 Zeichen · 213 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Greis

    Adelung (1793–1801) · +11 Parallelbelege

    Der Greis , des -es, plur. die -e, eine Person männlichen Geschlechtes, deren Haupthaar vor hohem Alter greis geworden, …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Greis

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Greis vereinzelt -ß, einmal -ss 37,100,2 Ephem [G?] ; GenSg einmal ‘des G-en’ 39,373,9 Iph 1 IV 1 1 alter, (hoch)betagte…

  3. modern
    Dialekt
    Greis

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Greis [Krais Rauw. ] m. trockener Mörtel.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit greis

176 Bildungen · 165 Erstglied · 6 Zweitglied · 5 Ableitungen

greis‑ als Erstglied (30 von 165)

greisachtig

RhWB

greis·achtig

greis-achtig -īsęχtəχ SNfrk, Rees Adj.: 1. grauartig. — 2. nebelig; et sücht reit gr. ut.

Greis (Adj.)

Wander

Greis (Adj.) Greis. (Adj.). So grêis as 'ne Hucke (Kröte). ( Grafschaft Mark. ) – Frommann, V, 60, 75.

greisähnlich

DWB

greis·aehnlich

greisähnlich , adj. : den Nachberg aus greisähnlichem granit allg. deutsche bibl., anh. zu bd. 53—86, 679. —

greisalt

DWB

greis·alt

greisalt , adj. : auch da wir grosz und greiszalt worden seind Spee güld. tugend buch (1649) 150 ; eiskalter und greiszalter mann Schottel t…

greisangesicht

DWB

greis·angesicht

greisangesicht , n. , momangesicht, larva, persona ficta, barbaris misea; gall. masque Henisch 1738 ; zu 3 greisen, sp. 85.

greisart

DWB

greis·art

greisart , m. , seltenes, aus dem nd. stammendes wort: da wardt könig Ludwig gar zornig und sprach zu Heymon 'du alter greisart' ( alter bru…

greisbärtig

DWB

greis·baertig

greisbärtig , adj. , graubärtig: besonders war mir ein greisbärtiger schmiedeknecht am meisten aufsässig und zuwider Tieck ges. nov. (1838) …

greisbart

DWB

greis·bart

greisbart , m. , graubart: herre grîsbart Lexer 1, 1088 ; kommet ein alter greiszbart einem entgegen dessen kopf gantz mit syllogismis angef…

greisbock

DWB

greis·bock

greisbock , m. , eine antilopenart im Kaplande, antilope melanotis Oken naturgesch. 7, 1363 ; nach dem holl. grijsbok woordenb. d. nederl. t…

Greischel

RhWB

Greischel = Stachelbeere s. Groschel;

greischen

DWB

greis·chen

greischen , n. : vor einem zehn fusz hohen kaminspiegel aber stand ein winziges eisgraues greischen G. Keller 5, 72 .

greiselig

RhWB

greiselig -ī:- MGladb-Rheydt Adj.: nebelig.

greiselkraut

DWB

greiselkraut , n. , frühlingsblume, erophila vulg. Unger-Khull steir. 306 a .

greiseln

DWB

greis·eln

greiseln , vb. , canescere, senescere: und nicht blos das junge volk, nein auch die schon greiseln als verzückte säusler sie überall umsäuse…

greisemlich

DWB

greisemlich , adj. , gräszlich, furchtbar: bist du dann ain manszbild, so felt dir ein von der rainigkeit unser lieben frawen, also ungestal…

greisen

DWB

gre·isen

greisen , m. , ein körniges graues granitartiges gestein Oken naturgesch. 1, 486 ; die bergleute haben solches ( aus glimmer und quarz zusam…

greisenaar

DWB

greisen·aar

greisenaar , m. : fleug greisenaar! fleug auf zu höhrem tage! ( apostrophe an den greisen Jacob Degen ) deutsch. mus. von F. Schlegel 1, 358…

greisenader

DWB

greise·nader

greisenader , f. : und dafür .. gnüg' ein wenig blut aus halbverdorrten greisenadern? Fouqué held d. nordens (1810) 2, 160 .

greisenalter

DWB

greisen·alter

greisenalter , n. , bis ins ende des 18. jhs. ziemlich selten. 1 1) von personen: die kindheit, die jünglingschaft, das männliche, das still…

greisenangesicht

DWB

greisen·angesicht

greisenangesicht , n. : des meister Friedewald ... mitfühlendes greisenangesicht Fouqué altsächs. bildersaal 4, 597 ; das bild eines welken …

greisenantlitz

DWB

greisen·antlitz

greisenantlitz , n. : wie zum treffen geschaart standen harnische da, und neben ihnen sahen ernste greisenantlitze, hart gemeiszelt, .. von …

greisenarmuth

DWB

greisen·armuth

greisenarmuth , f. : dessen jugend-aar-muth ausschlug in greisen-armuth Rückert (1867 ff. ) 2, 457. —

greis als Zweitglied (6 von 6)

Tattergreis

RDWB1

Tattergreis m (Lakune) кто-л., из кого уже песок сыплется идиом. ; древний старик; в чём только душа держится идиом. ; кто-л. на ладан дышит…

baldgreis

DWB

bald·greis

baldgreis , senecio, die kreuzwurz, deren samen bald grau werden soll, woher der name.

Bërgreis

Idiotikon

Bërgreis Band 6, Spalte 1296 Bërgreis 6,1296

Tagreis

Idiotikon

tag·reis

Tagreis Band 6, Spalte 1297 Tagreis 6,1297

ungreis

DWB

ung·reis

ungreis , n. Gotthelf 21, 387 . s. Staub-Tobler 6, 1302, 1373 , gereis 1 1) und ungereisig. —

Ableitungen von greis (5 von 5)

Begreisen

Wander

Begreisen 1. Wat nich begrîst, begraut ôk nich. – Frischbier, II, 312. Begrauen = einwurzeln, feste Stellung einnehmen. 2. Worin einer begre…

ergreisen

DWB

ergreisen , senescere, ergrauen: so wollest du uns binden tod und alter, dasz wir nicht sterben und auch nicht ergreisen. Rückert 105 . ges.…

greise

DWB

greise , f. , canities: tag, wer hat dich gesant? dein gewant unser scham nicht decken wil. zwar dein greisich preis doch klein Osw. v. Wolk…

ungreis

DWB

ungreis , n. Gotthelf 21, 387 . s. Staub-Tobler 6, 1302, 1373 , gereis 1 1) und ungereisig. —

urgreis

DWB

urgreis , m. (ur- C 4 a): der u. Tiresias Göthe 41, 2, 237 W.; Brugsch mein leben 87 . urgreisin L. v. François Reckenburgerin 2, 27 ; 1, 74…