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grän

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grän n., m., f.

Bd. 8, Sp. 1825
grän, n., m., f. ; im 14. jh. aus frz. grain 'korn', das sich seinerseits aus lat. granum herleitet. neben nahverwandtem, etwas jüngerem gran (s. d.), das unmittelbar auf lat. granum zurückgreift. über das verhältnis beider wörter s. unter gran. älter in den schreibungen gren, green, grein, greyn, grain (so noch in anlehnung an das frz. muster bei Muspratt 3 [1891] 1728; 4 [1893] 1745), vereinzelt auch grien, dann, und modern vorwiegend, grän, meist als n., gelegentlich als m. verzeichnet: den ... grän Dannhawer catech.-milch (1657) 3, 132; Chr. Ludwig t.-engl. (1716) 805; Heyne dt. wb. (1890) 1, 1232. als fem.: by einer grene (1482) bei Brucker Straszb. zunft- u. polizeiverordn. 243; by einer grien (s. u. 1 b). pl. gräne, nach zahlangaben meist unflektiert grän. 11) in den gleichen anwendungsbereichen wie gran. 1@aa) zufrühest und vor allem als probiergewicht im münzwesen bei der bestimmung des feingehaltes der gold- und silberlegierungen. vornehmlich in alten münzordnungen, oft auch als masz der zulässigen ungenauigkeit: auch ist geredt ob eine rechliche marg goldes odir silbers die vermuntzet wirt als vorgeschriben ist an zweyn green oder do by gebreche an dem gewichte oder an dem gelde (1354) bei Würdtwein diplom. Maguntina (1788) 2, 184; vgl. 193; 227 (vgl. dafür früher: unde üb man archwenich vint da amme schillinge gebresten unde abeganges zwei gersten chorn, daz gat im aber niht an sin ere [13. jh.] bei Wackernagel d. bischofs- u. dienstmannenrecht v. Basel 18); und sal ein icliche gemischte gewogen margk derselben penige in dem fure vesten ussgen und halden XI loid und II gren konig silbers und dar under nit (1398) ebda 235; desse (Rostockische) marc gheweghen holdet 12 lod sulvers myn 5 greyn (um 1400, Lüneburg) recesse d. Hansetage 8, 718 Koppmann; das ein werck ungeverlich feylete umbe I greyn, I J greyn ader zwo uffs hochste (1460) urk.-buch d. st. Freiberg i. S. 2, 178; macht 10 marg 19 scot und 4 grein pfeins silbers vor eine marg geldes vorgescr. (1439) acten d. ständetage Preuszens 2, 103. weitere belege dieser art aus dem 15. jh. s. bei Fischer schwäb. 3, 788; zu letst sollen beyde in der einen schüszlen gelegt, gewegen werden, allein ein gren, soll nicht gerechnet werden, von wegen des silbers das im goldt bleibet Bech Agricolas bergwerckb. (1621) 203; das ... kaiserliche vorrecht, die mark silbers um 4 grän geringer ausmünzen zu können, hat rec. erst aus diesem buche kennen lernen allg. dt. bibl. (1765) 101, 475. in genauer maszbestimmung innerhalb des probiergewichtes: 12 gren ist ein halber pfennig ... 12 pfennig ist eine marck oder 288. green die thun souiel als 256. pfennig Ercker beschr. aller mineral. ertzt (1580) 13b; gren ... ein gewichte, zum probieren nöthig, deren 288. theil eine marck machen Herttwig neues u. vollk. bergbuch (1734) 190a; früher hatte man (bei der goldprobe) das kölnische markgewicht (1 mark = ½ pfd. köln. = 24 karat à 12 grain = 233, 8555 g) Muspratt chemie 3 (1891) 1728. 1@bb) als gewichtsmasz für edelmetalle, auch hier in sachlichem unterschied zu gran. als goldgewicht bedeuten 3 grän 1 gran, vgl. Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1297; 3 grän = ¼ karat = 0, 064 788 gramm Mothes ill. baulex. (1882) 2, 515: es sol deheyn goltsmyt dehein golt fürter verarbeiten, es halte dann ahtzehen grat fyn, by einer grene mynner oder me ungeverlich (1482) Brucker Straszb. zunft- u. polizeiverordn. 243; (die goldschmiede sollen kein gold verarbeiten,) es halt dann achtzehn grad (d. i. karat) by einer grien minder oder mehr vngefarlich (1524) in: dt. rechtswb. 4, 1067. s. im übrigen unter gran 1 a β. als silbergewicht 1 grän =  lot, vgl. allg. haushaltlex. (1749) 1, 617; Krünitz öcon. encycl. (1773) 19, 618. als gewichtseinheit bei andern metallproben: die grösze der einwage (bei der kupferprobe) richtet sich nach dem ... kupfergehalte, sie beträgt z. b. bei erzen unter 10 proc. gehalt 400 grain (16 grain = 1 g) Muspratt chemie 4 (1893) 1745. 1@cc) zu grän als juweliergewicht s. unter gran 1 a γ. dazu: juwelen: 4 grän = 1 karat = 0.2055372 g Jos. Auböck handlex. üb. münzen, geldwerte (1893) 117. 1@dd) in übertragenem gebrauch nur in vereinzelter analogie zu der unter gran 2 stark entwickelten verwendung: die kinder Israel wurden anfangs mit schatzungen ... bisz auf den äuszersten grän auszgesogen Dannhawer catech.-milch (1657) 3, 132 (vgl.auff den letzten gran ebda 2, 282 s. v. gran 2 b γ); in allen unsern deklamazionen gegen die unvollkommenheiten und gebrechen der menschlichen natur ist kein grän menschenverstand Wieland s. w. (1794) 8, 140; da jene, nach ihrer art, statt gründe bei gränen abzuwägen, nur platt auf ihrem sinn beharrt ders., w. 4, 195 Hempel. 22) 'paradieskorn, cardamom, guineapfeffer', auf dt. boden wohl nur in anlehnung an mnl. grein Verwijs-Verdam 2, 2124 s. v. grein 2, nl. grein woordenboek 5, 646 s. v. grein 2 b. so in der übersetzung einer nl. quelle, s. auch woordenboek a. a. o.: das grain oder manigette ... wird mehrertheils in Africa gefunden, an einem ort das dauon den namen hat L. Hulsius siebende schiffart i. d. goldreiche königr. Guineam (1606) 153; da sahen sie das landt Guinea, so sonsten graingestadt genannt wirdt, weil allda so gar viel grain wächst ebda 2; auch (sind wir) endtlich in die grem (wohl verdruckt für grein) oder graan kust khommen (um 1630) in: Alemannia 7, 98. vgl. noch grän paradies-körner Chr. Ludwig t.-engl. (1716) 805.
5465 Zeichen · 158 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grâenswv.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz) · +1 Parallelbeleg

    grâwen swv. Lucid. Apk. Teichn. grâen Brun

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grän

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Grän , des -es, plur. die -e, das vorige Wort, welches aber mehr nach dem Französischen Grain gebildet zu seyn schei…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grän

    Goethe-Wörterbuch

    * Grän Silber-Gewichtseinheit:  Lot (ca 0,87 g) [ in rd 9500 Zentner Kupfererz enthalten ] 16398 Mrck 4 Lt 10¾ Gr. Silb…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grän

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grän , niedrige Gewichtsstufe mit derselben Herleitung vom Gerstenkorn wie Gran (s. d.): im Juwelengewicht = 1 / 4 Karat…

  5. modern
    Dialekt
    Grän

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    † Grän I : ‘Sammet .. in grän gedunckt’ Fisch. Garg. 177. — Vgl. mhd. grân Scharlachfarbe, frz. graine.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit graen

85 Bildungen · 84 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

graen‑ als Erstglied (30 von 84)

gränächt

ElsWB

graen·aecht

gränächt Adj. zum Murren geneigt, missmutig Str. CS. — vgl. Schweiz. 2, 743 grännig. Bayer. 1, 999 grennen.

Gränätele

ElsWB

grana·tele

Gränätele [Krenétələ Z. ; Krènêtələ Str. ] n. Demin. zu Gran, kleines Gewicht (lat. granum): er het ke i n Gr. genumme n devon. Ich hab ke i…

gränchen

DWB

graen·chen

gränchen , n. , dim. zu 1 gran ( s. d. ): und ordiniert, wenn nichts verschlägt, ein kleines gränchen rattengift Platen w. 2, 383 Hempel. me…

gränden

WWB

graen·den

gränden V. [verstr.] 1.1. (von Enten) im Bachsand wühlen ( Höx Sb ). — 1.2. (von Hühnern) im Staub wühlen [Unn], Lehm, Sand fressen (WOEN). …

Gränder

WWB

graen·der

Gränder m. Vorrichtung im Dreschkasten zur Abspitzung des Getreidekorns ( Lst Rü).

gränderig

WWB

grande·rig

gränderig Adj. [ Mün Hal Bek Wie] 1. körnig, grobkörnig. — 2. (von Brot) sandig, Steinteilchen enthaltend [ Mün Bek]. — 3. schmutzig ( Mün M…

²grändig

WWB

graen·dig

²grändig Adj. grännich ranzig ( Hfd Bk ). ¶ Zu → ¹grändig oder grannig ?

grän(en)baum

DWB

graenen·baum

grän(en)baum , m. , s. dazu gräne, f. 1) vornehmlich als bezeichnung der fichte, für pinus abies L. Nemnich wb. d. naturgesch. 205 ; grän-, …

grän(en)fichte

DWB

graenen·fichte

grän(en)fichte , f. , pinus abies L. Nemnich wb. d. naturgesch. 205 ; Bechstein forstbotanik (1815) 767 ; gränenfichte, grennenfichte Holl p…

grän(en)holz

DWB

graenen·holz

grän(en)holz , n. , auch in zahlreichen verwandten formen ( s. u. ). ein grähnenholz mit verweis auf tanne schon bei Noel Chomel öcon. lex. …

Gränenknuppen

MeckWB

graenen·knuppen

Gränenknuppen m. Knospe der Fichtenblüte: de Russen maakten so väl Gränenknuppen mank dat Bier Ro AHag ; Wo. Seem. 1, 165.

grän(en)stamm

DWB

graenen·stamm

grän(en)stamm , m. , zu gräne, f. 1: in dem ... gutachten ( über verbesserung des forstwesens ) wird erwähnet, dasz man sich in Norwegen jun…

grän(en)zweig

DWB

graenen·zweig

grän(en)zweig , m. , fichtenzweig, zu gräne, f. ( s. d. ): am sonntage wurde die diele auszer mit diesem (weiszen) sande auch noch mit gräne…

grǟnerig

WWB

graene·rig

grǟnerig Adj. weinerlich. Hä seggt dat met’ner gränerigen Stemme ( Bch Ld ). ¶ Vgl. → grennerig , grīnerig (unter grīnen ).

Grängale

ElsWB

graen·gale

Grängale [Krkale Str. ] m. Taugenichts. — frz. gringalet Schwächling.

Gränge

RhWBN

gra·enge

[Gränge: 2. jrę˙ŋ.əl ‘alter Graben od. Wall’ gehört zu Grindel II (Schlagbaum), s. d.]

grängelig

RhWB

grängelig Adj.: 1. -ę- sandig, vom Acker Lennep-Lüttringhsn . — 2. -a- körnig, rauh schmeckend; en gr.ən Kouken (Kuchen) Gummb-Lautenb .

Gränges

RhWB

graen·ges

Gränges -ę- Sieg-Honnef , Ahrw-Remag , Bo-Dottend Endenich ; -a- Ahrw-Sinzig ; Pl. -əsə m.: ein Kind, das grangelt.

grängewicht

DWB

graenge·wicht

grangewicht , grängewicht , n. , in synonymem gebrauch, ohne beachtung des zwischen gran ( s. 1 gran) und grän ( s. 1 grän) bestehenden bede…

gränholzbaum

DWB

graen·holzbaum

gränholzbaum , m. , wie gränholz 3, ' kiefer ' : pinus silvestris gränholzbaum Gleditsch einleitung in die forstwissenschaft 1 (1775) 343 ; …

Ableitungen von graen (1 von 1)

gräne

DWB

gräne , pl., im sg. nicht belegbar, auch grannen; dim. gränel, graneln, grandeln; weidmannssprachlich. 1) gränel, haken die zwey stumpfen zä…