glücklich,
adj. ,
adv.; mhd. gelückelîch,
belegt als adv. gelucliche
seit Heinrich von Veldeke (
s. u. II 1 a),
als adj. zuerst bei bruder Wernher (
mitte d. 13.
jh.),
s. sp. 312,
dann im cod. Teplensis (2.
hälfte d. 14.
jh.)
und in der Wenzelbibel (
ende d. 14.
jh.),
aber im mittelalter nur sehr schwach bezeugt, seit dem 16.
jh. häufig; es drängt das ältere sælec,
das landschaftliche gevellec
sowie die konkurrierenden bildungen gelückic, gelückhaft, gelückhaftig, gelücksam,
schlieszlich auch das zunächst stark raum gewinnende gelücksælec
zurück; diese werden am ende auf bestimmte verwendungen beschränkt oder gehen schriftsprachlich ganz verloren. mnd. luckelik, geluckelik;
mnl. geluckelijc;
aus dem mnd. stammt dän. lykkelig,
schwed. lycklig;
im nl. hat sich gelukkig
durchgesetzt, s. oben glückig. — glücklich
ist in den mundarten heute weit verbreitet, aber nicht überall wirklich volkstümlich (
s. z. b. Fischer
schwäb. wb. 3, 713),
bezeugt im rhein., luxemb., niederhess., dt.-lothr., schweiz., obersächs., waldeck., nordharz., westfäl., samländ.; für das preusz. verzeichnet Frischbier lücke, lück 2, 39. —
das e
des präfixes scheint sich im gegensatz zu glück
und glücken
nur selten über das 16.
jh. hinaus gehalten zu haben (
einwirkung der mehrsilbigkeit),
z. b. bei Chr. Weise,
s. u. II 6 b
α.
das adverb endet im 16.
jh. noch gern auf -en,
vereinzelt auch noch im 17.
jh.: dasz ihm die begebenheit zu solchem ende glükklichen erfolget Harsdörffer
frauenz.-gesprächsp. 6 (1646) )( )( )( )( i
b. II.
in der bedeutung '
vom zufall, dem blinden geschickabhängig',
entsprechend glück I,
begegnet glücklich
nur vereinzelt: fortuita res ein glücklich ding. daz da vff eim zwyfel stat vnd vff dem glücke
voc. predicantium (1487) k 8
b; glücklicher auszgang oder vortgang, es sei gut oder böse, ein glückfall
successus, τύχη H. Decimator
thesaurus (1618) 1296
b;
vgl. mitttelschwed. lykkeliga '
af en slump, tillfälligtvis' Södervall
svenska medeltidssprket 1, 790
b. IIII.
in günstigem sinne, vgl. glück II;
zwischen den einzelnen bedeutungen finden sehr mannigfache berührungen statt, sodasz eine scharfe scheidung nicht immer möglich ist. II@11)
auf den günstigen verlauf oder ausgang einer sache bezüglich, und zwar sowohl im hinblick auf günstigen erfolg im einzelfall wie auf die eigenheit dessen, der immer erfolg zu haben pflegt, was zumeist nicht zu trennen ist: vom handelnden gesehen '
erfolgreich, voll gelingen, voll fähigkeit, etwas zu gutem ende zu führen, voll geschicklichkeit'
; [] von der sache gesehen '
gelungen, ergebnisreich, zweckentsprechend, geeignet, zufriedenstellend' (
vgl.glück II A). II@1@aa)
allgemein. von personen: in dem das er wirt gelúglich (
prosperatur) in seim weg
erste deutsche bibel 7, 293 (
ps. 36, 7)
Kurrelmeyer; er war in der arbeit überaus glücklich Lohenstein
Arminius (1689) 1, c 3; ein glücklicher alchymiste Schnabel
insel Felsenburg vorr. 7
Ullrich; (
sie) wurden durch ihre musik und stimme bey ihm glücklich (
hatten erfolg, mit der absicht, ihn durch musik zu trösten)
Holston u. Augusta (1780) 76; um einige ... früchte zu sammeln, wobei Eva immer glücklicher war als Adam, indem sie noch oft einen apfel entdeckte J. Möser
s. w. 3, 149
Abeken; ich bin nicht glücklich, rätsel zu errathen Lessing 18, 23
M.; um in seinem vorhaben ... desto glücklicher zu seyn Gerstenberg
schlesw. lit.-br. 144
lit.-denkm.; dieser so leidenschaftliche als glückliche sammler Göthe IV 34, 146
W.; ich habe schon vorigen sommer einen ganzen nachmittag unnütz mit suchen hingebracht, denke aber dieszmal glücklicher zu sein Görres
ges. br. 3, 142
G.-B.; ein schäfer, der sehr glücklich in behandlung ähnlicher verletzungen ... war Holtei 40
jahre (1843) 1, 22; ein 'glücklicher' arzt W. Raabe
alte nester (1897) 138; wir waren glücklich genug, allmählich ihren (
der roten presse) hasz zu erringen Adolf Hitler
mein kampf (1933) 400.
von sachlichem: so die meben (
möven) zuo den fischern fliegend, ist diesz ein zeichen eines glücklichen fischfangs Heuszlin
Gesners vogelbuch (1557) 175; ein glücklich bubenstück Lehman
floril. polit. (1662) 1, 118; that er einen so glücklichen sprung Gottsched
Reineke fuchs 35
Bieling; einige glückliche kuren Pfeffel
pros. vers. (1810) 5, 13; ihr glücklicher appetit Immermann 1, 188
Boxberger; eine glückliche hand Bauernfeld
ges. schr. (1871) 2, 195; (
sie haschte danach) mit glücklicher handbewegung Fontane
ges. w. I 1, 50.
besonders von fortgang, entwicklung, ausgang: ausgang Nigrinus
v. zäuberern u. hexen (1592) 104; Klinger
w. (1809) 3, 98; O. Ludwig
ges. schr. 5, 413
Schm.-St.; fortgang Prätorius
anthropodemus pluton. (1666) 1, 123; Göthe I 37, 23
W.; entwicklung Fr. Schlegel
s. w. (1846) 5, 206;
seit dem 18.
jh. auch sehr häufig neben erfolg,
wobei die beiden verwandten begriffe sich steigern: mit eben so glücklichem erfolge würden sich ... irrthümer der erziehung bekämpfen lassen Schiller 3, 521
G.; seine glücklichen erfolge in den inneren streitigkeiten Ranke
s. w. (1867) 1, 18; einer der wesentlichsten faktoren für den glücklichen erfolg des letzten krieges Moltke
ges. schr. u. denkw. (1892) 7, 19; mit dem glücklichsten erfolge Eschenburg
entwurf (1783) 71.
gelegentlich mit einer art begriffsverschiebung: nachdem wir (
der satan) ... in diesem merckwürdigen begegnisz (
kampf mit gott um die oberherrschaft) an kraft nichts abgenommen, an vorsichtigkeit ein groszes zugenommen haben, so können wir jetzo mit einer glücklicheren hoffnung (
hoffnung auf glücklicheren erfolg) uns entschlieszen, einen ewigen krieg mit unserm groszen feinde (
gott) zu führen Bodmer
samml. krit. poet. schr. (1741) 1, 8.
besonders früh und reich bezeugt ist der adverbielle gebrauch; es ist nicht ausgeschlossen, dasz das wort überhaupt in dieser funktion zuerst zur verwendung gelangte; doch erlauben die spärlichen belege der mhd. zeit keinen sicheren schlusz; bei verben, die ein handeln ausdrücken, mit beziehung auf eine person: swaz ir dorch in getût daz enmach niht sîn verloren: ir habet geluckelîche (
hs. B 12./13.
jh. und hs. M 13./14.
jh.) erkoren Heinrich von Veldeke
Eneide 56, 4 (
v. 1547)
Ettmüller; und er was ein man thuond glücklich in allen dingen
erste dt. bibel 3, 177 (
1. Mos. 39, 2)
Kurrelmeyer; alsz der ... abt ... ain grossen thail an seinem angefangen bau der kirchen het glücklich und wol, aber mit müe und kosten verbracht hett Knebel
chron. v. Kaisheim 138
lit. ver.; eine krankheit glücklich heilen Paracelsus
opera 1, 341
b [] Huser; richteten ihre werbung glücklich aus Binhardus
thür. chron. (1616) 158; den höchsten gipffel der erudition glücklich ersteigen Heinichen
generalbasz (1728) 5; und half sich (
das bienchen) glücklich aus dem bach Ramler
fabellese (1783) 1, 82; ein fein entworfener, glücklich (
geschickt) ausgeführter hofstreich Klinger
w. (1809) 3, 129; zerwürfnisse glücklich beilegen Justi
Winckelmann (1866) 2, 2, 19; uhren, dosen, hüte, welche Melina von dem kammerdiener so glücklich (
geschickt, d. h. billig) gehandelt hatte Göthe I 22, 53
W.; so ward die gefahr glücklich abgewandt E.
M. Arndt
s. w. 1, 50
R.-M.; sich glücklich durchbeiszen A. v. Droste-Hülshoff
briefe 132
Schücking; ein rätsel glücklich erraten Mörike 3, 32
Göschen; mit einem glücklich geraubten schatz Storm
w. (1899) 1, 89; (
nach einem sprunge) glücklich festen fusz fassen Ganghofer
almer u. jägerleut (1900) 77.
vom regieren: ein fürst ... qui regit glüglich und friedlich Luther 34, 2, 535
W.; so du ... glücklichen regieren wilt J. Wetzel
reise d. söhne Giaffers 11
lit. ver.; (
Karl d. Grosze, welcher) bey 46 jahren glücklich hat regieret Kirchhof
wendunmuth 2, 53
Österley. mit übergang zu bedeutung II 9: wie er räuspert und wie er spuckt das habt ihr ihm glücklich abgeguckt Schiller 12, 23
G. bei verben, die ein geschehen ausdrücken, auf den ausgang einer sache bezogen: wie gar saliglich und gelücklich sein die sachen geschehen Albrecht v. Eyb
dt. schr. 2, 153
Herrmann; unwillig, das dir ... nit nach deinem willen alle ding glücklichen zuo handen gond Geiler von Keisersberg
irrig schaf (1514) 62
b (
d. dreyeckecht spiegel); glücklich von statt gehen Xylander
Polybius (1574) 7; gelingen Nigrinus
v. zäuberern (1592) 103; fort-, abgehen Lehman
floril. polit. (1662) 1, 41; 3, 51; ausschlagen Rachel
satyr. ged. 37
ndr.; ablaufen Chemnitz
schwed. krieg 2 (1653) 156; sich entwickeln Fr. Schlegel
s. w. (1846) 2, 211; ausfallen
ebda 1, 181; zu ende kommen Immermann 1, 24
Boxberger. von wendungen wie die sache, etwas geht mir glücklich (
z. b. Amadis 52
lit. ver.)
entwickelt sich sehr früh die ausdrucksweise es (er)geht mir glücklich,
wobei der nachdruck sich immer mehr auf den zustand verlagert ('
ich befinde mich wohl');
der bezug auf den verlauf wird aber in den frühen belegen noch oft durch eine präpositionalbestimmung verdeutlicht: da von fröd myn hertze hat das es dir glücklichen gat vnd wol an allen sachen
bei Laszberg
liedersaal 1, 69; wir wünschen euer freundtlichen liebe zu euer wirtschaft zummal vil gelukches, und das es eu darinne gelücklich ergieng (1447)
bei G. Steinhausen
privatbr. d. mittelalt. 1, 46; es ist im in zittlichen dingen nye gelücklich gegangen oder zu gestanden Stephan Fridolin
dt. pred. 139
Schmidt; wolt ir dasz eweren kindern lang nach eweren tod glücklich gang Eberlin von Günzburg
s. schr. 1, 52
ndr. die beziehung auf einen bestimmten erfolg wiegt noch im 17.
jh. durchaus vor: (
er) hat ... ein schwere sach vor ... vnd es gieng ihm auch glücklich Zinkgref-Weidner
teutscher nation weisheit 3 (1653) 57.
seit dem 19.
jh. wohl nur noch abgeblaszt: Hamlet: gute bursche, wie gehts euch? ...
Güldenstern: glücklich, weil wir nicht überglücklich sind
Shakespeare (1797) 3, 207; er hörte, wie es beiden theilen gut und glücklich ging Gutzkow
ges. w. (1872) 3, 346. II@1@bb)
in besonderen anwendungen. II@1@b@aα)
von liebe, spiel, krieg (
vgl.glück II A 3 a-c): du warst glücklicher, Bacchus! als ich, da ich die Sirinx verfolgte S. Geszner
schr. (1777) 1, 127; da ich überhaupt im werben nicht glücklich zu sein scheine Göthe I 23, 238
W.; obenein erhörte sie ihn nicht, den sonst so glücklichen H. Laube
ges. schr. (1875) 4, 113. — du hast eine glückliche hand zu spielen Henisch (1616) 1655; nein, nein; nimm nur die königinn. ich war mit diesem steine nie recht glücklich Lessing 3, 41
M.; [] der aberglaube des glücklichen spielers Mommsen
röm. gesch. (1865) 2, 375;
übertragen: wenn nicht noch ein glücklicher wurf für mich im spiele ist, wenn sich das blatt nicht völlig wendet Lessing 2, 241
M.; der glückliche wurf in der innerlichen vereinigung der verschiedenen instrumentalkräfte O. Jahn
Mozart (1856) 4, 57. — er mehrte reich und land, war glücklich in den schlachten J. v. Besser
schr. (1732) 1, 10; und der glückliche soldat (
Napoleon) stürzt auf seinem wolkenpfad v. Stägemann
kriegsgesänge (1813) 56; den allzeit glücklichen Bülow: so hiesz er jetzt seit den siegen von Luckau und Grosbeeren Treitschke
dt. gesch. (1879) 1, 482; ein glücklicher feldherr Ranke
s. w. (1867) 1, 153.
unpersönlich: (
er) verkündt inen die glückliche überwindung Tschudi
chron. Helvet. (1734) 1, 299; er wird selbst sein glücklich schwert es mit uns zu zücken, fassen frhr. v. Schönaich
Hermann (1751) 21; die glückliche expedition des generallieutnant v. Platen Lessing 18, 401
M.; in der glücklichsten feldschlacht Göthe I 7, 196
W.; glückliche waffenthaten Mommsen
röm. gesch. (1865) 2, 11.
adverbiell: (
ich fürchte) dasz die Ungarn nicht zum glücklichsten streiten werden
Bonfinius ungar. chron. (1581) 250
b; meine glücklich verrichteten heldentahten Schottel
friedenssieg 18
ndr.; (
er) griff sie ... an und schlug sie glücklich H. v. Fleming
vollk. t. soldat (1726) 277; aber sie führten ihn (
den krieg) glücklich E.
M. Arndt
an s. l. Deutschen (1845) 1, 235; er ... erstürmte ... glücklich das unbezwingliche felsennest Mommsen
röm. gesch. (1874) 2, 152. II@1@b@bβ)
von einer reise; mit der bedeutung '
erfolgreich, zweckentsprechend'
konkurriert hier stark die bedeutung II 4 '
ohne schaden für den reisenden, wohlbehalten, ohne zwischenfälle' (
s. sp. 313
unten): wir wünschen euch ein glücklich fart Casp. Scheit
frölich heimfart h 2
a; ein lobspruch von der glücklichen vnd wolfertigen schifffart Fischart
das glückhafft schiff (
im titel); wünscheten ihm ... eine glückliche reyse Happel
akad. roman (1690) 498; wir haben uns alle gefreut, dasz seine reise ... so glücklich gewesen ist Göthe IV 1, 180
W.; glücklich reisen Chr. Reuter
ehrl. frau z. Pliss. 28
ndr. II@1@b@gγ)
von geistigen und charakterlichen fähigkeiten, anlagen und leistungen; glücklich
nähert sich hier vielfach der bedeutung '
beneidenswert, ausgezeichnet, vorzüglich'
; vgl. auch II 8 c: dasz eine glückliche natur biszweilen grosze leut ohn andre hülffe machet Chr. Warnecke
poet. versuch (1704) 49; (
die) glücklichen gaben seines geistes Cramer
nord. aufseher (1758) 1, 7; bey ... einer so glücklichen temperamentstugent Nicolai
Seb. Nothanker (1773) 1, 22; die glückliche gabe, mit jungen leuten umzugehen Göthe I 27, 63
W.; ein glücklicher tact
ders. IV 38, 42
W.; glückliches fassungsvermögen J. v. Voss
gesch. m. milit. laufbahn (1808) 256; ein von den glücklichsten eigenschaften Fritz Reuter
w. 2, 368
Seelmann; ein glückliches gedächtnis Lichtenberg
aphorismen 2, 139
Leitzmann; eine glückliche kriegslist Mommsen
röm. gesch. (1865) 2, 36; ein glücklicher einfall Lessing 2, 282
M. II@1@b@dδ)
besonders gern von kunstfertigkeit und künstlerischer sowie wissenschaftlicher leistung; vom schaffenden '
fähig, begabt, fruchtbar, erfolgreich'
; von anlage und stoff '
günstig erfolgversprechend, vorzüglich, angemessen'
; von der leistung '
gut, gelungen, schön, ausgezeichnet, genial'.
vom künstler und schöpfer: weil ihr zwei ersten so glücklich in sonnetten seid P. Fleming
dt. ged. 1, 92
lit. ver.; der glückliche erfinder der luftpumpe J. H. Winkler
gedanken v. d. elektricität (1744)
vorr.; dieser (
Skopas), glücklich in stein (
erfolgreich in bildhauerarbeiten) Ramler
lyr. ged. (1772) 187; er war akteur, nicht sehr glücklich, heiszt es G. Stephanie
d. j.
s. lustsp. (1771) 3, 4; Homer ... den glücklichsten poetischen kopf seines jahrhunderts Herder 3, 202
S.; Claude-Lorrain, ...
[] der besonders in morgen- und abendröthen, sonnenaufgang und untergang sehr glücklich und einzig war Lavater
handbibl. f. freunde (1790) 1, 233; fruchtbarer angenehmer dichter, besonders in kleinen stücken, nicht so glücklich in gröszeren ernsteren Göthe I 45, 167
W.; Winckelmann als der glücklichste forscher in diesem fach
ebda 46, 70
W.; in kirchenstücken war er nicht so glücklich Schubart
ästhetik d. tonkunst (1806) 48.
von anlage und stoff: die zwey glücklichsten stoffe zur tragödie und komödie Lessing 10, 5
M.: und die poesie hat glückliche stellen für musik Heinse
s. w. 5, 246
Schüddekopf; die glückliche einfalt des dichters Herder 6, 8
S.; viele seiner sinngedichte ... sind ... proben des glücklichsten witzes
ders. 15, 493; welch ein glückliches, in unsern tagen so seltnes talent Göthe IV 6, 266
W.; ein glückliches organ (
vom sänger, schauspieler)
ders. I 22, 205; man traute allen schauspielern fürtreffliche gaben, glückliche anlagen ... zu
ders. I 22, 84; die glückliche anlage für musik O. Jahn
Mozart (1856) 4, 278.
vom kunstwerk u. dgl.: glückliche verse Ramler
einl. in d. sch. wiss. (1758) 1, 382; doch wett ich gleich mein glücklichstes gedicht Gotter (1787) 1, 199; glücklicher schwung der bilder Herder 5, 159
S.; die glückliche darstellung so mancher wunderlicher bilder Göthe IV 19, 114
W.; sehr glücklich komponiert
ebda 8, 247; eine glückliche umformung, umsetzung ... ins romantisch dramatische
ebda 38, 230; glückliche metaphern Jean Paul 4, 255
Hempel; nie ... eine glücklichere entdeckung in den wissenschaften
F. Th. v. Schubert
verm. schr. (1823) 2, 34; (
volkslieder) denen ... dies lied glücklich nachgebildet ist O. Jahn
Mozart (1856) 3, 111; 'ist ihre schwester (
auf dem portrait) getroffen?' 'sehr glücklich!' Bauernfeld
ges. schr. (1871) 2, 251; (
er) soll ... sehr glücklich portaitieren Stifter
s. w. 1, 50; in glücklichen übersetzungen Ranke
s. w. (1867) 31/32, 89; seine (
S. Brants) reime ... treffen in glücklichem wohllaut zusammen
ebda 1, 174; Scheffels 'Ekkehard' war ein glücklicher griff Scherer
lit.-gesch. 754; durch ein glückliches regenerationsverfahren die erloschenen bilder wieder kenntlich zu machen, ist aufgabe der mythendeutung Laistner
nebelsagen (1879) 4.
hierher auch die verbindung mit zeitbegriffen, die sich auf den schöpferischen augenblick beziehen (
vgl. aber II 7 a): so überläszt er (
der dichter) sich dem feuer der glücklichen stunde Herder 5, 184
S.; es kommt auf einige glückliche tage an; so ist sie (
die Iphigenie) fertig Göthe IV 8, 35
W.; das werk eines glücklichen augenblicks Kretschmann
s. w. (1784) 1, 4; an einem glücklichen morgen in einem zug geschrieben K. Burdach
bei W. Scherer
kl. schr. 1, x. II@22)
was auf glückliche fügung, schickung, günstige umstände zurückzuführen ist (
vgl.glück II B 1
und 2).
der übergang zu den anderen bedeutungen ist oft sehr flieszend. II@2@aa)
allgemein: das ist ein glücklich kranckheit (
bei der glückliche umstände obwalten), wo der todt nicht hernach folgt Lehman
floril. polit. (1662) 3, 121; eine gewisse person, die von glücklicher geburthsarth war
persian. baumgarten (1696) 17
Olearius; denn nicht alle (
schönheiten in der kunst) sind früchte der arbeit, einige müssen glücklich (
durch fügung) gerathen Bodmer
samml. crit. poet. schr. (1741) 1, 58; im glücklichsten falle Wieland (1794) 20, 23; durch ein glückliches ungefähr Heinse 6, 159
Schüddekopf; ein glücklicher zufall Pfeffel
pros. vers. (1810) 5, 93; das glückliche loos der alten Göthe I 46, 22
W.; mit der glücklichen unbefangenheit der jugend Eichendorff
s. w. (1864) 3, 192; das nenn ich ein glückliches zusammentreffen E. Th. A. Hoffmann
s. w. 14, 155
Grisebach; glückliche ümstän'n Fritz Reuter
w. 2, 367
Seelmann; durch die glücklicheren hier waltenden verhältnisse Ratzel
völkerkunde (1885) 2, 184; welche glückliche begegnung an dieser stelle Fontane I 5, 207; als glückliche bestimmung gilt es mir heute, dasz das schicksal mir zum geburtsort gerade Braunau am Inn zuwies Adolf Hitler
mein kampf (1933) 1.
[] prädikativ steht glücklich
oft, besonders im 18.
jh., wo heute ein glück (
vgl.glück II B 2 b
α)
üblich ist: es ist wohl glücklich, dasz sie der wirt auf die spur des eigentümers gebracht hat Thümmel
bei Paul-Euling
dtsch. wb. 4219
b;
vgl. dort weitere belege. gern elliptisch: ach endlich, marquis! glücklich, dasz sie kommen Schiller 5, 2, 382
G.; aber glücklich für das menschengeschlecht, wenn es keinen schlimmern feind zu bekämpfen gehabt hätte, als die trägheit des ackers
ders. 9, 129
G.; gut — und glücklich für die musik, wenn Pleyel seiner zeit im stande ist, uns Haydn zu remplaciren Mozart
bei O. Jahn
Mozart (1856) 3, 301. II@2@bb)
besonders in der verbindung glücklicher weise (
vgl. die zusammenschreibung unten),
seltener auch, besonders im 18.
jh., durch bloszes adverb glücklich '
zum glück, zu seinem glück, so dasz es eine günstige fügung, ein erfreulicher umstand ist, erfreulicherweise',
sowohl bezogen auf den handelnden oder betroffenen als auch vom standpunkt des betrachtenden, erzählenden aus (
dann gern mit beziehung auf ein gröszeres ganzes);
vgl.glück II B 3 c: glücklicher weise gelang noch einem kleinen häuflein patrioten ihre widersezung Klopstock
gelehrtenrepublik (1774) 29; nachher aber wurde derselbe in diesem kriege einige mahle blessirt und glücklicher weise allezeit so leicht, dasz ... v. Ayrenhoff
s. w. (1814) 1, 12; glücklicher weise für ihn änderten sich die umstände
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen (1778) 1, 203; glücklicher weise fiel diese entdeckung in die zeit, da ... Göthe I 21, 24
W.; glücklicher weise ist das ... nicht ... nothwendig Ranke
s. w. (1867) 30, 5; (
ausnahmen,) welche es glücklicher weise noch giebt H. Seidel
vorstadtgesch. (1880) 82. — glücklich für meine ruhe lag ich damals selbst ohne verstand Thümmel
bei Paul-Euling
dtsch. wb. 4220
a; glücklich bin ich gewarnt und glücklich löst das geheimnis von dem busen sich los, jetzt, da noch das übel ist heilbar Göthe I 50, 262
W.; dasz mein änderungsvorschlag überflüssig sei, habe ich glücklich grade noch vor der vorlesung gesehen W. Scherer
an K. Müllenhoff, briefw. 34
L.; etwas freier: ich erhielt ihn (
den weiterzusendenden brief) recht glücklich den abend vor dem posttage
briefw. d. demoiselle Lucius mit Gellert (1823) 42. II@33)
vom glück begünstigt, von günstiger schicksalsmacht gefördert, geleitet oder beschenkt, mit glück gesegnet (
vgl.glück II C 1). II@3@aa)
allgemein: man muoz die hohen herren umb ein ezzen sere vlen; er muoz gar gelüklich sin, swem da sol guot geschen: sie sint so milte sam ein grozer starker schafehunt bruder Wernher
bei v.
d. Hagen
minnesänger 3, 17
b; wie glücklich ist, dem es so wol gelingt, das er mag richter sein Opitz
dt. poeterey 35
ndr.; eine blinde henne findet bisweilen auch ein körnlein. je dummer, je glücklicher Prätorius
glückstopf (1669) 112; ists Venus, die so glücklich war, den preis der schönsten zu erlangen? Gottsched
ged. (1751) 1, 56; ich will wissen, warum der gerechte leidet, und der lasterhafte glücklich ist Klinger
w. (1809) 3, 53; ein hoher berg, ... auf dem wir, wenn wir glücklich sind, das thal Chamouni ... übersehen können Göthe IV 4, 133
W.; aus jenem blut, dem du auch angehörst, du glückliche, nicht ich, durch deine mutter Grillparzer 8, 235
Sauer; ein resultat des lebens wird doch nur wenigen glücklichen zu theil K. Müllenhoff
an W. Scherer, briefw. 107
L.; auch von tieren: das finden die glücklichen gemsen des Tannthalstockes auf einem raume ... beisammen H. v. Barth
Kalkalpen (1874) 128. II@3@bb)
besonders in glücklichpreisungen. II@3@b@aα)
in der verbindung glücklich preisen, schätzen, nennen
u. ä.: es würde mancher sich oft glücklich schätzen können, wann nur sein eigner mund ihn nicht in unglück brächt S. Brant
narrenschiff 21
Z. (
var.);
[] welche hauswirtschaft recht glücklich zu achten sey Hohberg
georgica curiosa (1682) 1,
vorr. a 3; nicht als ob ich Shakespeare sehr glücklich preisen wollte Gerstenberg
schlesw. lit.-br. 156
lit.-denkm.; (
sie) pries die Engländerinnen, im punkte des reisens, vor den weibern jeder andern nazion glücklich Heinse 6, 83
Schüddekopf; wie glücklich pries er ... den schauspieler, den er im besitz so mancher majestätischer kleider ... sah Göthe I 21, 87
W.; glücklich, glücklich nenn ich den, dem des daseins letzte stunde schlägt in seiner kinder mitte Grillparzer 4, 17
Sauer; ich darf mich glücklich schätzen, meine laufbahn zu schlieszen, reich belohnt durch die gnade des königs und das vertrauen meiner kameraden Moltke
ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 29. II@3@b@bβ)
beliebt im ausruf, zumeist mit elliptischer fügung '
preisenswert, gepriesen, beneidenswert': o den glücklichen hodenlosigen, der also in das hausz geben wirdt Boltz
Terenz (1539) 39
b; sie will entweder ihren willen haben, oder auch umwechselnd die herrschaft führen. o dreymal glücklicher, dessen gattin sich mit dem letztern begnügt Lessing 8, 8
M.; glücklich und dreimal glücklich, dasz er (
der säugling) von diesem ermattenden wust von vernünfteleien noch nichts wuste Herder 5, 31
S.; glücklich, wer den fehlschlusz von seinen wünschen auf seine kräfte bald gewahr wird Göthe I 21, 127
W.; glücklich, wer jetzt ... sommerweizen mähen darf H. Lersch im
pulsschlag der maschinen (1935) 9. II@3@cc)
oft, besonders bei folgendem infinitiv, mit starkem übergang zu glücklich II 1 '
erfolgreich': er will daselbst auf meine angaben graben lassen, und vielleicht bin ich so glücklich, etwas zu finden Winckelmann
bei Justi
Winckelmann (1866) 2, 2, 19; ich bin ... glücklich genug gewesen, wieder eine partie von dem ächten (
spaniol) zu erhalten Göthe IV 19, 9
W.; wenn ich so glücklich war, den gallerieschlüssel zu erwischen Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 5, 7; der jüngling, der so glücklich ist, einen freund zu gewinnen Tieck
schr. (1828) 4, 23. II@3@dd)
stark abgeschwächt in höflichkeitsformeln (
vgl.glück II B 2 b
γ): wir sind nebst unsern nachbarn so glücklich geworden, ihres umganges zu genieszen Rabener
s. schr. (1777) 1, 152; heute endlich war ich so glücklich einen augenblick zu finden, um mich um das wohlsein ihrer lieben eltern ... erkundigen zu können Mozart
bei O. Jahn
Mozart (1856) 3, 327; auch würde sich der hochweise magistrat für glücklich halten, ihn ... unter ihre bürger zählen zu dürfen Klinger
w. (1809) 3, 70; (
ein zeitungsschreiber beklagt) die abreise des geistreichen verfassers ... Levin Schücking, den wir so glücklich waren, während der dauer des winters in unsern mauern ... zu besitzen A. v. Droste-Hülshoff
briefe 53
Schücking; der guten und klugen frau ... bin ich so glücklich gewesen, durch die vermittlung eines vergleichs mit ihrem gutsnachbarn einen wirklichen dienst zu leisten Th. Storm
ges. schr. (1884) 3, 129. II@44) '
wohlbehalten, heil, ohne dasz ein unglück eintritt, ohne schaden zu nehmen, vor unglück, leid bewahrt, ohne unfall'.
besonders gern adverbiell. in vielfacher berührung mit 2
und 3,
von dem es sich doch in der regel abhebt; soweit auf reise, weg u. dgl. bezüglich, oft schwer von glücklich II 1 '
erfolgreich'
zu trennen: allerliebster, ich macht gepet, dich glucklich inzegen, vnd mogen gesegen, alz dein sel tet glucklich (
prospere te ingredi et valere, sicut prospere agit anima tua)
cod. Teplensis 3, 22
Huttler (3.
Joh. 1, 2); freude ... ob dieser glücklichen wiederkunfft
volksb. v. geh. Siegfried 87
ndr.; sunst würt er nit ein glückliche fart thun Geiler v. Keisersberg
bilgersch. (1512) b 5
d; herr, unser fraw gelücklich spat zwen schöner sün geboren hat H. Sachs 1, 90
Keller; da theten wir ... auff unser glückliche ankunnft ... 3 freudenschusz L. Rauwolff
raisz (1582) 19; zu Ambsterdam
[] glückhlich angelanget Josua Ulsheimer
rayszbuch v. 1622 98
Crecelius; glücklich entrinnen Grimmelshausen
Simplic. 97
Scholte; ich schliche mich glücklich durch, weil mir alle weg bekant, also dasz mir keine gefahr unterwegs aufstiesze
ebda 279. voll freuden, dasz das jahr er glücklich überstrebet J. v. Besser
schr. (1732) 1, 7; da gott dich glücklich heimgebracht Stoppe
Parnasz (1735) 3; glücklich über die bruck verlacht man St. Nepomuk Binder
sprichw.-schatz 29; die abermalige glückliche geburt eines ... prinzen v. König
ged. (1745) 74; deiner frau wünsche ... eine glückliche entbindung Schubart
br. 1, 120
Strausz; so kam er glücklich (
von der buche) herunter Heinse 5, 368
Schüddekopf; den zahllosen gefahren ... glücklich entgangen Pfeffel
pros. vers. (1810) 5, 1; die pest war vorüber, und ich hatte mich glücklich durchgebracht Göthe I 43, 77
W.; kein fremder nahet glücklich (
ohne unglück zu erleiden) unserm ufer
ders. I 10, 23
W.; wenn es (
das bild auf porzellan) glücklich durch den brand durchkommt
ders. IV 41, 121
W.; glücklich ankommen
ders. IV 41, 10
W.; weithin entstürzten (
dem fuhrwerk) im schwunge die menschen, mit entsetzlichem schrein, in das feld hin, aber doch glücklich
ders. I 50, 194
W.; glücklich bist du gekehrt zur heimathserde W. v. Humboldt
br. an Welcker 8
H.; (
ich habe) in so groszer lebensgefahr geschwebt, dasz mein glückliches échappé füglich zu den kleinen wundern gerechnet werden kann fürst Pückler
briefw. u. tageb. 1, 86
A.; also glücklich wieder da!
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. (1893) 4, 141; (
der) glücklich überstandene schreck Ganghofer
doppelte wahrheit (1893) 212; ich war voran, kam glücklich hinüber
kriegsbriefe gefallener studenten (1928) 40. II@55)
in glückszustand befindlich, bzw. damit verbunden, in angenehmer, erfreulicher lage, in einem zustand, wo alles nach wunsch verläuft oder man doch mit seiner lage zufrieden ist, sich wohl fühlt, frei von unglück und leid ist; seltener vom besitz von glücksgütern, besonders von reichtum, macht, ehre (
vgl.glück II D 1-4). II@5@aa)
allgemein: in geluklichem und widerwärtigem leben solt du dich allweg mit und by den dynen halten Steinhöwel
Äsop 196
Österley; (
der vater hatte) ihnen geld vnd gut gesamblet, damit sie ein ruhig glücklich leben können führen Lehmann
floril. polit. (1662) 2, 702; freilich kostet es kunst, sich selbst zu überreden, dasz man glücklich ist Lessing
briefe 286
Lachmann; soll ein verständiges wesen vollkommen glücklich seyn, so musz es ... Gerstenberg
rezensionen 24
lit.-denkm.; hätte er einen geringen theil seiner einkünfte aufgeopfert, so hätte er viel glückliche menschen machen können ... Göthe I 23, 21
W.; Parricida: wehe mir, ich darf nicht weilen bei den glücklichen Schiller 14, 424
G.; er ist, o gott, mein trost auf erden, lasz ihn dafür so glücklich werden als dein geschöpf es werden kann Pfeffel
poet. vers. (1802) 1, 6; von friedlichen und glücklichen völkerstämmen ... bewohnt Ritter
erdkunde (1822) 1, 92; kurfürst Friedrich der Weise pflegte zu sagen, das bauernleben sey das glücklichste W. H. Riehl
dt. arbeit (1861) 149; doch galt als unsere losung: wir wollen nicht glücklich werden, aber grosz und gut K. v. Hase
ges. w. (1890) 11, 1, 12.
die betonung der äuszeren vorzüge oder glücksgüter kann so stark werden, dasz ein abstand von dem echten glück, dem glücksgefühl sichtbar wird: um unerhörte und ungeheure wollüste zu erdenken, welche fähig seyn möchten, wenigstens die glühende phantasie dieser unglückseligen glücklichen (
in reichtum und macht lebenden fürsten) auf etliche augenblicke zu betrügen Wieland
Agathon (1766) 1, 104; ein sorgenvolles dasein ..., das nach auszen ein glückliches
[] erscheint O. Ludwig
ges. schr. 2, 309
Schm.-St., oder es wird glücklich
doch wenigstens ausschlieszlich auf äuszeren besitz bezogen: wie schändlich hast du mich in meinem unglücke verstoszen, und hast nicht daran gedacht, mir die hundert stück gockeld'ors wieder zu geben, die du in glücklicher zeit von mir geborgt Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 5, 150; der mann der glücklich situierten minderheit W. Raabe
hungerpastor (1864) 1, 205; der glückliche besitzer von etwas sein Justi
Winckelmann (1866) 2, 2, 286.
andererseits wird glücklich
entsprechend glück II D 3
auch auf das jenseits bezogen, wofür im allgemeinen heute selig
gilt: und blies dem volke den glauben ein, niemand komme in den sitz der glücklichen, der nicht entweder im felde geblieben ... A. v. Haller
tagebuch s. beobacht. (1787) 1, 25. II@5@bb)
bei der sehr häufigen anwendung auf ein land, eine landschaft bezieht es sich bald mehr auf äuszere gegebenheiten (
fruchtbarkeit, wohlstand, günstiges klima, landschaftliche schönheit),
wobei es etwa gesegnet
entspricht, bald mehr auf den glückszustand, die zufriedenheit seiner bewohner: ich seh, ich seh, o glückliches land! den segen schreiten über deine fluren Schubart
s. ged. (1825) 2, 24; aus dem glücklichen Arabien Wieland
Lucian (1788) 4, 190 (
vgl. lat. Arabia felix); dasz das abstractum ganzer staaten glücklich seyn könne, wenn alle einzelnen glieder in ihm leiden, ist widerspruch Herder 13, 4
S.; die glücklichen inseln maler Müller
w. (1811) 1, 60; eine glückliche gegend Göthe IV 4, 65
W.; wir gehen in ein glücklicheres land. da lacht ein milder, nie bewölkter himmel und leichtre lüfte wehn Schiller 13, 210
G.; dieser glückliche freistaat
ebda 4, 91; von diesen glücklichen gefilden A. W. Schlegel im
Athenäum 1, 22; deren bewohner halten sich für das glücklichste volk in dem glücklichsten lande Ritter
erdkunde (1822) 1, 354; in dem schönen und glücklichen erdstriche Peschel
völkerkunde (1874) 324; man wuszte, dasz Atlas ... im glücklichen westland ... zu suchen sei E. Gerhard
akad. abhandl. (1866) 1, 17; es (
Muzot) liegt ... in einer weniger ariden, glücklichen, von vielen quellen durchstürzten ländlichkeit R.
M. Rilke
briefe 1921 -26 (1935) 9. II@5@cc)
bei zeitbegriffen steht wohl der gedanke an den zustand, in dem es einem nach wunsch geht, man frei von unglück ist, im vordergrund; doch ist die abgrenzung gegenüber glücklich II 6,
wobei der nachdruck auf dem intensiven glücksgefühl liegt, oft schwierig: sollte denn kein glückliches jahr mehr für sie und für mich kommen? Lessing 18, 71
M.; die glücklichen zeiten des lebens, da man noch nicht denckt, wie alt man ist, noch kein buch hält über die hauszhaltung des lebens Lichtenberg
aphorismen 5, 25
Leitzmann; wie glücklich war ihre jugend Göthe I 8, 22
W.; ich war in den glücklichen jahren, wo uns noch alles gefällt
ebda 21, 39
W.; mit Alexander aber endigte dieser glückliche zeitraum Fr. Schlegel
s. w. (1846) 1, 21; eine glücklichere epoche der Stralsundischen schule E.
M. Arndt
s. w. 1, 52
R.-M.; (
der frühsommer) die glückliche zeit, wo das leben leicht wird G. Freytag (1886) 4, 544; eine glückliche zukunft verheiszen Bismarck
ged. u. erinn. (1898) 2, 40;
mit begriffsverschiebung: vor uns liegt ein glücklich hoffen Körner 1, 128
Hempel. in wünschen verbindet sich damit häufig der begriff des wohlbehaltenseins (glücklich II 4): mit wünschung ewiger und zeitlicher gesundheit, glücklichen zustands und seliger wohlfahrt herzog Albrecht v. Preuszen
bei Luther
briefw. 8, 254
W.; es wünschet dem tilgenden der nehrende ... ein glückliches fried- und freudenreiches neues jahr
d. fruchtbr. ges. ältester erzschrein 33
Krause; auf ewige freundschaft und glückliches wiedersehen Pfeffel
pros. vers. (1810) 5, 5; leben sie glücklich Göthe IV 1, 248
W.; glücklich neujahr Anzengruber (1905) 1, 239.
[] II@66)
von glücksgefühl, dem gefühl starker, groszer freude, von befriedigung erfüllt oder damit verbunden; vor dem 18.
jh. so nur vereinzelt. II@6@aa)
allgemein (
vgl.glück II E 1-3
und 5).
zumeist personell oder adverbiell: so seind wier gewis die glücklichsten, die seeligsten der welt Zesen
verm. Helikon (1656) 1, 146; glücklicher kann niemand scheinen, als du wirklich heute bist B. Neukirch
ged. (1744) 18; (
vergönne, dasz wir) uns von herzen glücklich nennen Gottsched
ged. (1751) 1, 156; der unglückliche sey glücklich, so lange er noch nicht wisse, wie unglücklich er sey Lessing 10, 25
M.; dieser glückliche blinde G. Forster
ansichten v. Niederrhein (1791) 2, 200; vollkommen glücklich waren wir nur, wenn wir recht rasen, mit den füszen stampfen und uns wohl gar vor wuth und verzweiflung auf die erde werfen durften Göthe I 21, 40
W.; glücklich sollten alle herzen schlagen Schiller 11, 4
G.; o wie glücklich war Hildegard, als sie diesz (
die begeisterung ihrer zuhörer) sah Heinse 6, 120
Schüddekopf; es gibt tage, wo man sehr glücklich gestimmt ist A. W. Schlegel im
Athenäum 1, 2, 54; die in ihrer narrheit gerade am glücklichsten sind Bremser
medic. parömien (1806) 154; ein genesner, der zum erstenmale wieder in die freye luft tritt, ist sehr glücklich Kotzebue
s. dram. w. (1827) 2, 13; und wessen aug des königs auge traf, der war ein glücklicher Grillparzer 6, 243
Sauer; nur im unglück fühlte sie sich glücklich Castelli
s. w. (1844) 10, 95; hüpfte im zimmer herum wie ein glückliches kind
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. (1893) 4, 62; doch die (
freundin) war munter und glücklich und merkte nichts Kolbenheyer
weihnachtsgesch. (1933) 116.
auch mit begründendem infinitiv oder präpositionalausdruck: noch glücklich, aus der schiffbruchsnoth das leben wenigstens auf einem bret zu retten Wieland (1794) 23, 81; arm und bescheiden und glücklich mit den paar pfennigen
kriegsbr. gefall. studenten (1928) 20; glücklich über die genesung, über ein geschenk
u. s. w. —
besonders häufig in der verbindung glücklich machen: er lese ... solche bücher, die ihn glücklich ... machen können Moscherosch
insomnis cura parentum 58
ndr.; eure freude macht mich glücklich Göthe I 17, 5
W.; dasz sie mich ein eitles kind nennen, macht mich ganz glücklich fürst Pückler
briefw. u. tageb. 1, 317
A.; es ist die echte, ewige kunst, die uns freimacht und glücklich O. Jahn
Mozart (1856) 4, 275; hei wull in sine leiw allens glücklich maken Fritz Reuter
w. 2, 210
Seelmann. auch schwächer als blosze höflichkeitswendung: sie könnten ... mich sehr glücklich machen, wenn sie Valerinen besuchten Göthe I 24, 206
W. —
seltener von sachlichem: wenn nur der mai schön wird, dasz wir glückliche spaziergänge machen können Göthe
an frau v. Stein 2, 189
Schöll; auch bin ich wohl und von glücklichem humor
ders. III 1, 220
W.; das andenken dieses glücklichen tages
ders. IV 8, 63
W.; (
der) vorschmack glücklicher paradiesischer stunden
ders. I 25, 541; gieb mir meine glückliche unwissenheit zurück Tieck
schr. (1828) 8, 19; in einer glücklichen stimmung Heinse 5, 11
Sch.; in glücklicher unruhe Mörike
w. 3, 84
Göschen; ein lächeln glücklicher gewissheit Storm
w. (1899) 1, 229; (
er) verbrachte ... hier die glücklichsten ferientage
M. Meyr
erzähl. aus d. Ries (1868) 1, 5; ich ... empfand ... eine art glücklichen stolzes, in einer so traurigen lage zu sein G. Keller
ges. w. (1889) 2, 76; mit heiter glücklichen augen Paul Ernst 10
geschichten (1933) 6; (
die lerche) hob ihre glückliche weise an H. Watzlik
pfarrer v. Dornloh (1930) 49. II@6@bb)
besonders von liebe, ehe und häuslichem glück. II@6@b@aα)
allgemein vom glück der liebe: (
welcher) doch gelücklich liebt Chr. Weise
d. grün. jugend überfl. gedanken 47
ndr.; [] komm zu deinem vater, Lise. seine einwilligung noch, und ich bin der glücklichste mensch auf dem erdboden! Lenz
ges. schr. 1, 78
Tieck; sonst ist nicht leicht ein glücklicher geschöpf als ich, wenn ich dich nur wieder hätte (
an frau v. Stein, die verreist ist) Göthe IV 3, 87
W.; himmelhoch jauchzend zum tode betrübt; glücklich allein ist die seele, die liebt
ders. I 8, 237
W.; die welt um sich vergessend, ruhten die glücklichen brust an brust Gaudy
s. w. (1884) 13, 114; die gruppe der glücklichen, die sich in liebe gefunden haben O. Jahn
Mozart (1856) 4, 250; der reinste ausdruck der glücklichen liebe
ebda 638
anm.; gern auf die liebeserfüllung bezogen: als ihm an jenem morgen Marianne lebhaft ihre liebe bekannte, und ihm die erste glückliche nacht zusagte Göthe I 22, 183
W.; (
Laertes) habe eine glückliche nacht als ehmann zugebracht
ebda 22, 30
W. II@6@b@bβ)
besonders vom glück der ehe und familie: selbst eine vollkommen glückliche ehe, tochter, hat ihr ungemach H. P. Sturz
schr. (1779) 1, 9; das glückliche band der ehe Lichtenberg
aphorismen 5, 66
Leitzmann; so mag sie zusehen, wie sie glücklich mit ihnen wird Schiller 3, 364
G.; mein fräulein ... ist höchst glücklich verheurathet Heinse 6, 155
Schüddekopf; sie war als mutter in dem kleinen geschöpfe ganz glücklich Göthe I 23, 271
W.; was man eine glückliche ehe nennt, verhält sich zur liebe, wie ein korrektes gedicht zu improvisirtem gesang Fr. Schlegel im
Athenäum 1, 2, 74; nur ein solcher engel von frau kann ... mit ihm glücklich sein Tieck
schr. (1828) 4, 48; Marie war nicht glücklich und nicht unglücklich mit ihm, aber sie liebte ihn nicht Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 5, 325; ihr seid in euerm haus nicht glücklich, Ottokar Grillparzer 6, 95
Sauer; denn gerade dasz Elisabeth mit diesem fremden so glücklich wurde E. G. Kolbenheyer
weihnachtsgesch. (1933) 134; der glückliche vater W. Raabe
hungerpastor (1864) 1, 10; glücklich, überglücklich war sie gewesen: sowie sie in die nähe der wiege getreten war, hatte das paradies sie umfangen Ric. Huch
d. grosze krieg (1920) 3, 217.
im bilde: halb widerstrebend ergab es (
Ungarn) sich an Oesterreich, aber die ehe war von anfang an nicht glücklich Moltke
ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 111; der glauben und die liebe ... führten die glücklichste ehe
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. (1893) 1, 141. —
sehr häufig auf die ehe bezüglich: jemanden glücklich machen S. v. Laroche
gesch. d. frl. v. Sternheim (1771) 1, 18; Heinse 5, 137
Schüddekopf; Göthe I 3, 37
W.; Bauernfeld
ges. schr. (1871) 1, 6; Moltke
ges. schr. u. denkw. (1892) 6, 4.
oft abgeschwächt zur bedeutung '
heiraten': den Brackenburg solltest du in ehren halten ... er kann dich noch einmal glücklich machen. ... die jugend und die schöne liebe, alles hat sein ende; und es kommt eine zeit, wo man gott dankt, wenn man irgendwo unterkriechen kann Göthe I 8, 237
W.; was könnte misz R. nun noch abhalten, den guten sir Harry glücklich zu machen Gerstenberg
rezensionen 53
lit.-denkm. II@77)
glückbringend, glück gewährleistend, verursachend, förderlich, beglückend, glück bedeutend, auf künftiges glück hinweisend. II@7@aa)
entsprechend lateinisch faustus, dexter, auspicatus in erster linie die günstige vorbedeutung bezeichnend: auspicato glucklich
gemma gemmarum (1508) c 3
c;
faustus geluksam, glucklich, gluckich (
niederrhein. 1507) Diefenbach
gl. 228
a; ich bin nit glücklich (
haud auspicato) hie her gefaren Boltz
Terenz (1539) 24
a; die heil. weynachten seind denen hohen häuptern und sachen sehr ominös, und theils sehr glücklich, theils sehr unglücklich Prätorius
saturnalia (1663) 241;
[] was streiten wir uns denn? dein stern ist glücklicher J. v. Besser
schr. (1732) 1, 16; denn er blitzte zur rechten: das war ein glückliches zeichen (
Ilias 2, 352) Bürger 199
Bohtz; solche glücklichen aspekten läszt ein seufzender liebhaber nicht leicht ungenützt Musäus
volksmärchen 1, 16
Hempel; übrigens ist er ... zur glücklichsten constellation angekommen Göthe IV 41, 75
W.; ich werde vor dem phasane (
einem gasthof) so lange auf und ab gehen, bis ich sie dort, oder sonst in einem glücklichen vogel einquartiert weisz
ebda 21, 292
W.; mit glücklichen zeichen glücklich, trittst du in ein götterbegünstigtes glückliches haus Schiller 14, 59
G.; bei meiner geburt standen glückliche sterne Tieck
schr. (1828) 1, 86; dasz die gesellschaft ... keinen glücklicheren anfang ... zu machen wisse O. Jahn
Mozart (1856) 1, 20; wer zuerst glückliche vögel erblicken würde, der sollte als könig entscheiden Niebuhr
röm. gesch. (1811) 1, 154; ein glückliches vorgefühl K. v. Hase
ges. w. (1890) 11, 1, 204. II@7@bb)
die unmittelbare oder ständige förderung betonend, vgl. besonders lat. secundus: secundus gelucklich (
voc. ex quo, 15.
jh.) Diefenbach
gl. 523
c; glücklich, das vns glück vnnd gte zeyt gibt Maaler (1561) 186
d.
wie secundus zunächst besonders vom wind: wir ... schifften mit glücklichem wind Schaidenraiszer
Odyssee (1537) 36
a; wann der wind glücklich wäht Schmeltzl
zug in d. Hungerland (1556) b 3
a.
dann aber auch freier: mit einem alten reichen auff die buhlschafft gehen, ist nicht allezeit glücklich Lehman
floril. polit. (1662) 1, 16; mit einer glücklichen nachricht Göthe I 23, 62
W.; ein hauptmann, den ein andrer erstach, liesz mir ein paar glückliche würfel nach Schiller 12, 14
G.; bis eine glückliche muse uns wieder zusammenführt Fr. Schlegel
s. w. (1846) 5, 246; wie schön hätte sein heiliges grab die wiege eines glücklichen einverständnisses der anlasz ewiger wohltätiger bündnisse werden können Novalis
schr. 4, 109
Minor; glauben sie wirklich, dasz es Lydia freuen wird, wenn ich dort bin? ich bin keine glückliche erscheinung für sie H. Zillich
zw. grenzen u. zeiten (1936) 260.
übergang zu glücklich II 1 '
erfolgreich'
liegt vor in der verbindung eine
glückliche hand: weiszheit macht eine glückliche hand Petri
d. Teutschen weiszheit (1604) 2, A a a 1
a; obgleich meine beutel guten vertrieb fanden, weil die rede ging, das gold ruhe darinnen wohl, indem ich als der siebente sohn meines vaters eine glückliche hand hätte Musäus
volksmärchen 1, 64
Hempel; eine glückliche hand hatte das Fränzchen; es gedieh alles unter ihr, die hungerpfarre, das schlosz, das dorf W. Raabe
hungerpastor (1864) 3, 244. —
ähnlich einen (seinen)
glücklichen tag haben
einen tag, der einem glück bringt, an dem einem alles gerät oder wo einem glückliche umstände begegnen: aber heute schien er mal einen glücklichen tag zu haben. Mira sagte ...: sie könne sich nicht entsinnen, je eine so 'taktvolle rede' von ihrem schwiegervater gehört zu haben W. v. Polenz
Grabenhäger (1897) 1, 1; na, wenn mer soan scheenen besuch kriegen, gleich in der frih, da wern mer heut ooch an glicklichen tag habn G. Hauptmann
biberpelz (1893) 68. II@88)
erwünscht, günstig, lobenswert, erfreulich, vorteilhaft, angenehm, gut, harmonisch. berührungen mit glücklich II 1 b (
besonders γ,
δ)
und II 6
sind häufig. II@8@aa)
allgemein: seitmals das wappen (
mit vier löwen) ie hab sollen quartiert sein, so were doch zuversichtlich glücklicher gewesen, die lewen hetten ainandern nachgesehen, dann das sie also wider einandern kratzen und krimmen
zimmer. chron. 23, 216
Barack; die messiade ist eine tragische epopöe, die einen glücklichen ausgang hat: das verlohrne paradies hingegen eine tragische epopöe, die einen glücklichen anfang und ein trauriges ende hat Gerstenberg
rezensionen 124
lit.-denkm.; in England ... fanden Plinius briefe eine glückliche
[] aufnahme Herder 17, 275
S.; glückliche bothschaft bringst du Klinger
n. theater (1790) 1, 9; alle naturen, die mit einer glücklichen sinnlichkeit begabt sind, frauen, kinder Göthe II 1, 374
W.; also ... die zusage, dasz vor meinem scheiden aus Böhmen noch ein, ich hoffe, glückliches nachrichtliches wort erfolgen soll
ders. IV 37, 137
W.; sehr glücklich wäre es, wenn man durch die noth gedrungen von hier aus zu einer geschwinderen vereinigung beygetragen hätte
ebda 4, 7
W.; durch ihre (
der stadt Byzanz) strategisch glückliche lage v. Cochenhausen
schicksalsschlachten (1937) 52. II@8@bb)
von wetter, himmel u. s. w. '
heiter, schön': wir hatten immer das glücklichste wetter gehabt Göthe IV 4, 86
W.; wenn jene (
Griechen und Römer), unter einem glücklicheren himmel, ihr dach auf säulen ruhen lieszen
ders. I 28, 98
W.; ich habe die herrliche schöpfung im glücklichen süden gesehen Schiller 3, 576
G.; eines unter glücklichem himmelsstrich und günstigen zeitumständen auftretenden volkes (
der Griechen) W. v. Humboldt
Latium u. Hellas 118
lit.-denkm. —
vom klima '
günstig, gesund': dasz die Habessinier in diesem glücklichen clima ... ein alter über 100 jahre erreichen Ritter
erdkunde (1822) 1, 210. II@8@cc)
von aussehen, maszverhältnissen u. dgl. '
angenehm für das auge, gefällig, harmonisch, wohlproportioniert, angemessen'
; die bedeutung nähert sich der von glücklich II 1 b
γ,
δ,
aber ohne dasz hier eine beziehung auf einen schaffenden vorliegt bzw. ausgesprochen ist: mein (
lies meinen) ruhm, mein glückliches aussehen, meine stelle in der groszen welt hab ich verloren Sophie v. Laroche
frl. v. Sternheim 266
lit.-denkm.; ein kind von der glücklichsten gesichtsbildung Göthe I 19, 27
W.; wir wissen, dasz alle sehr groszen thiere zugleich unförmlich sind ..., dasz das masz der glieder gegen einander kein glückliches verhältnis habe
ders. II 8, 40
W.; ein von oben glücklich erleuchteter saal
ebda I 25, 14
W.; ein junger mann von ... glücklicher körperbildung Ranke
s. w. (1875) 14, 190; das ... wiesenland ... mit seinen glücklich vertheilten höfen L. Steub
wanderungen im bayr. gebirge (1862) 34. II@99)
in adverbiellem gebrauch gewinnt glücklich
von II 1, II 4
und II 3 b
her über eine bedeutung wie '
durch mühe erreicht, dank bemühungen ohne schaden, zum glück'
eine abgeschwächte bedeutung, die sich dem abgeblaszten '
endlich, schlieszlich'
der aufatmenden erleichterung, bzw. dem '
nur, erst'
des wunsches annähert: ich habe einmal ... eine ruhe mit einem heimlichen lächeln in dem gesicht eines kerls erblickt, der seine schweine glücklich in eine schwemme gebracht, worein sie sonst ungern gingen, desgleichen ich nachher nie wieder gesehen habe Lichtenberg
aphorismen 2, 68
L.; ich sehe ab, wo das hinauslaufen wird, wenn ich mir den arm glücklich ablösen lasse J. J. Engel
schr. (1801) 1, 32; wenn die züchtigung glücklich vorüber war H. Steffens
was ich erlebte (1840) 1, 34; dieses festes, das nun (gott gedankt seis) glücklich überstanden ist Rückert
ged. (1884) 310; wenn ich ihn glücklich wieder in der besserungsanstalt (
aus der er fortgelaufen ist) hätte W. Raabe
Horacker (1876) 40; ich besorgte ihm einen lohndiener, und es wurde glücklich noch vor der festgesetzten stunde ein anzug aus einer kleiderhandlung beschafft Bismarck
gedank. u. erinn. (1898) 1, 70; die pferde sprangen in galopp ein, und glücklich gelangte man ein stückchen weiter
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. (1893) 4, 65; eine (
schwester) ist erzieherin, zweie sind gesellschafterinnen, eine ist glücklich in einem stifte untergekommen, nur eine hat geheiratet, aber unter ihrem stande W. v. Polenz
Grabenhäger (1897) 2, 257.
dann gern ironisch für das, was zwar unerwünscht ist, aber bis zu einem gewissen grade vorauszusehen war: also wären wir glücklich wieder an dem punkte, von welchem wir ausgiengen Lessing 10, 159
M.; hatte ihr ... tausend mark ... geliehen, was sie auch in einigen abenden glücklich vermanscht hatte
[] J. Möser
s. w. 3, 36
Abeken; zu ende der Wanzenau machten wir spekulation, den weg abzukürzen, und verirrten uns glücklich zwischen den morästen Göthe IV 1, 252
W.; der onkel kommt stattlich angezogen mit seinem bräutigam, der den platz glücklich besetzt findet Schiller 14, 136
G.; graf Christoph ... ritt ... in das mohrenland, um die heiden gegen Christum zu unterstützen, und da haben sie ihn denn auch glücklich niedergeschossen Stifter
s. w. 2, 17. II@1010)
von den zahlreichen zusammensetzungen und zusammenrückungen im folgenden eine auswahl (
vgl. glücklicherweise
und glücklichkeit
an alphabetischer stelle). glücklichangebracht: ein glücklichangebrachtes bouquet Cramer
nord. aufseher (1758) 2, 47. — glücklichangewendet: eine glücklichangewendete beredsamkeit
ebda 2, 55. — glücklichbetrogen, '
der in seinem selbstbetrug glücklich ist': wohl ihm, dem glücklichbetrogenen Herder 15, 309
S. — glücklichbildend: glücklichbildende phantasie grafen zu Stolberg
ges. w. (1820) 3, 342. — glücklichfrei: begütert, glücklichfrei gebohren Herder 23, 540
S. — glücklichgeboren, '
unter günstigen aspekten, umständen geboren, von geburt zum glück bestimmt': 1769 habe ich das licht dieser welt erblickt ... als ein glücklichgeborner E.
M. Arndt
s. w. 1, 5
R.-M. — glücklichgezeichnet, '
mit glückbedeutenden merkmalen versehen': an einem glücklichgezeichneten fusz (
eines pferdes) v. Hohberg
georgica curiosa (1682) 2, 130. — glücklichleben: man jagt mit vieren und zu schiffe dem glücklichleben nach (
quadrigis petimus bene vivere Horaz) Wieland
bei Herder 16, 353
S.; vgl. Baggesen
poet. w. (1836) 4, 27 — glücklichlieb, '
durch glückserleben lieb geworden': sie zum abschied noch zu sprechen, wendet er wohl tausendmale auf und ab, dringt mit den augen durch die glücklichlieben wände Herder 25, 224
S. — glücklichmachen,
n. (
s. glücklich II 6 a): wenn du dich einmal unglücklich gemacht durch glücklichmachen Jean Paul 1, 135
Hempel; vgl. Zschokke
ausgew. schr. (1824) 21, 246. — glücklichmacher,
auf gott bezogen: den glauben an den ... schöpfer aller dinge und glücklichmacher der tugendhaften Lavater
aussichten in d. ewigkeit (1770) 1, 84. — glücklichmachung: ein gering erscheinender umstand in glücklichmachung und stürzung einzelner personen J. J. Schwabe
belustigungen (1741) 4, 88. — glücklichpreisen,
n. (
vgl. glücklich II 3 b): oft dient es (
das wort '
wohl') als ein ausdruck des glücklichpreisens Campe 5, 754
b. — glücklichschreitend: (
die götter) stürzen glücklichschreitende köpflings hin E.
M. Arndt
s. w. 6, 32
R.-M. — glücklichsein,
n., '
glück, glücksgefühl': fühlst du das auch, das glücklichsein, blos weil du athmest Bettine
Günderode (1840) 2, 224; Botho schwankte zwischen glücklichsein und anflug von verstimmung Fontane
ges. w. I 5, 300. — glücklichtraurig: eine glücklichtraurige erinnerung voriger tage v. Knebel
lit. nachl. (1835) 3, 282. — glücklich-unglücklich,
zur kennzeichnung der widerstreitenden gefühle: (
die götter) im kampf ... um die glücklichunglückliche menschenherde Herder 28, 150
S.; die nichterwiderung seiner liebe macht ihn glücklich-unglücklich O. Ludwig
ges. schr. (1891) 6, 151. — glücklich-unglückselig '
voll glücksgefühl, aber zum unglück bestimmt': du glücklich-unglückseliger, du weiszt noch nicht, was bald dein herz durchbohren wird Herder 28, 380
S. — glücklichunwissend, '
voll glücklicher (
naiver)
unwissenheit': der aller gelehrten sternkunde ... glücklichunwissende Matthäus Herder 7, 400
S. — glücklichwerden,
n.: wenn man ... die ehe als ein mittel zum glücklichwerden ansehen will Cramer
nord. aufseher (1758) 3, 97; seine (
gottes) liebe für glücklichwerden Jean Paul 59/60, 107
Hempel.