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gipfel

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gipfel m.

Bd. 7, Sp. 7522
gipfel, m. , apex, cacumen, culmen. herkunft und form. das wort ist zufrühest bei Oswald von Wolkenstein 17, 24 Schatz bezeugt, im 15. jh. vorwiegend fürs obd., seit dem 16. jh. allgemein schriftsprachlich. der heutige mundartliche befund läszt das wort in lebendiger verwendung nur im obd. erscheinen, in einzelbedeutungen aber auch im westl. md. bis zur Mosellinie (s. rhein. wb. 2, 1240) und im hessennassauischen (s. Kehrein 1, 165; v. Pfister 79; Diefenbach-Wülcker 638). an gelegentlichen von der form gipfel abweichenden lautungen sind schriftsprachlich bezeugt: gippel G. Nigrinus Daniel (1594) 267; Lehman floril. polit. (1630) 159; haushalt in vorwerken 126 Ermisch-W.; giffel C. Löw meer- oder seehanenbuch (1598) 50; J. de Acosta America (1605) 46; Zinkgref apophth. (1653) 1, 297; Fischer-Tümpel dt. evangel. kirchenlied des 17. jh. 3, 286; giepfel schauplatz der liebe (1662) 2; Lehman floril. polit. (1662) 3, 149. häufiger begegnet die form güpfel, zufrühest in einer obersächs. Griseldishandschrift des 15. jh., s. mitteilungen d. Leipziger dt. gesellsch. 5, viii, und im schweizerischen des 15. jh., s. Staub-Tobler 2, 392; öfter in alem. denkmälern und drucken, so bei M. Herr (s. u.); Betuleius v. d. newen Hispanien (1550) 3b; S. Münster cosm. (Basel 1550) a 3b; Weckherlin 1, 369 lit. ver.; S. Franck und in einer quelle von 1616 bei Fischer schwäb. 3, 661; ferner österr. weist. 1, 251 neben gipfel ebda; Zesen verm. Helikon (1656) 1, a 6b; derselbe gekrönte majestät (1661) 222; der sorgfältige bienenhalter (Osnabrück 1674) 3 neben gipfel 16; sendschreiben der Teresa von Jesu (Köln 1732) 4b. gemeinhin wird gipfel als entrundete form eines aus gupf abgeleiteten güpfel gefaszt, so etwa bei Kluge-Götze 207b, s. auch teil 4, 1, 6, 1141 s. v. gupf. angesichts des selbständigen gipf(e), m., f. (s. d.), ist aber mit Staub-Tobler auch an herleitung aus diesem im gleichen mundartlichen raum und im gleichen anwendungsbereich bezeugten worte zu denken. was das nebeneinander von gipfel und güpfel anlangt, liegt es bei der rundungstendenz vor affricata näher, das überlieferte güpfel auf gipfel zurückzuführen, statt umgekehrt, s. Behaghel gesch. der dt. sprache5 § 264 und insbesondere für die alem. druckersprache Wilmanns gramm. 13 § 231. wie der zusammenhang von gipf(e) und kipp(e) noch ungeklärt ist (s. unter gipf), so auch der von gipfel und gelegentlichem md. nd. kippel, küppel, m., als bezeichnung einer anhöhe, s. unter kuppe 1 a β teil 5, 2771; dazu kibfl Gerbet Vogtland 183; wohl auch kiplen 'pflanzenspitzen' bei Mathesius, s. teil 5, 789 s. v. kipplein; vgl. ferner schweizer. kipfel 'wipfel' (1537) Staub-Tobler 2, 340 und mundartliches elsäss. kipfel, kipl, khepfl Martin-Lienhart 1, 228. bedeutung und gebrauch. die bedeutung von gipfel deckt sich mit der des wesentlich mundartlichen gipf. übereinstimmend mit gupf(e) zeigt gipfel ursprünglich breite allgemeinere verwendung, unterscheidet sich aber durch die herausbildung fester umgrenzter anwendungsbereiche und durch seine literarische geltung. während gupf(e) gern gegenstände mit runder spitze bezeichnet, neigt gipfel im allgemeinen eher dazu, einen ausgesprochen spitzzulaufenden gegenstand zu bezeichnen. eine bestimmte gestaltvorstellung ist aber ursprünglich nicht mit dem wort verbunden; auch in der bedeutung 'berggipfel' kann es flache und breite formen meinen (s. unter 2). von hauptsächlich md. kuppe, koppe, mit denen es die vorzügliche bedeutung 'bergspitze' teilt, unterscheidet es sich gerade durch den allgemeineren begriff 'oberste erhebung', während jene vorwiegend an runde berggestalt denken lassen. eine bedeutungsvermischung mit 1giebel ist in der bautechnischen bedeutung 4 b eingetreten wie umgekehrt von 1giebel 6. 7 mit gipfel 2. 3 im sinne von 'bergspitze' und 'baum- und pflanzenspitze', s. d. sp. 7331f. in der letzten bedeutung kann gipfel synonym mit wipfel verwendet werden, das in übertragener verwendung wiederum auch gipfel 'cacumen' bezeichnen kann, s. wipfel 2. zum verhältnis von kipfel, n., 'backwerk' und gipfel sieh unter 6. die allgemeine verwendung (1) ist der ausgangspunkt für den gebrauch des wortes und liegt auch der übertragenen verwendung (5) zugrunde. in concretem verstande stellt gipfel 2 'bergspitze' den hauptanwendungsbereich dar. deminutiver gebrauch ist selten belegt: gipffelein v. Hohberg (s. unter 3 b); gipfelchen Lessing 3, 62 M.; Rosegger II 12, 31; fraglich älteres, vielleicht zu gupf gehöriges güpffelin J. B. Porta physiognomie (1605) 344. 11) in allgemeiner verwendung. 1@aa) gipfel cacumen, idem quasi summitas alicuius rei voc. inc. teut. (1471) i 7b; apex der gipffel, spitze oder höhe eins iedlichen dings Dasypodius (1537) 11b; cacumen das alleroberest an einem yetlichen ding, der gipffel Frisius (1556) 167b; des segels last zeuch an dem mast hoch auff den gipfel O. v. Wolkenstein 17, 24 Schatz; so einer drei spitzen oder güpffel von granaten asz M. Herr schachtafelen der gesuntheit (1533) a 4a; (wenn von der grundfläche eines kegels) recht lini zogen werden durch die superficii (oberfläche) des conus bis zu dem gipfel A. Dürer nachlasz 325 Lange; (die nacktheit des übrigen körpers will) dem haupt als dem öbersten gipffel nit zimmen Ryff anatomie (1541) a 3b; ihr öberstes güpffelin, durch welches die milch herauszrinnet, wird papilla ... genennet J. B. Porta physiognomy (1605) 344; eine pyramidem, auf derer gipffel der mond (gezeichnet) G. Treuer d. deutsche Dädalus (1675) 1, 502; drey strauszenfedern mit den gipffeln abhangende Spener op. herald. (1680) pars spec. 301; auch von der von innen her gesehenen höchsten wölbung eines gegenstandes: merckt mans, das sie (die bienen) in den gipfel des korbs grobe honigwaben beginnen zu richten, so ists ein zeigen, dasz sie sich zum schwärmen rüsten der sorgfältige bienenhalter (1674) 16. auch in horizontaler vorstellung: cheniscus (schiffsende) der hinderst gipfel Alberus (1540) z 2a. mit dem 18. jh. geht der allgemeine gebrauch von gipfel stark zurück. er findet sich gewöhnlich in abgezogenerer verwendung in verbindung mit mathematischen vorstellungen: (der) gipfel des dreiecks Voss krit. blätter 1, 140; gipfel eines kegelförmigen läppchens Sömmerring menschl. körper (1839) 6, 918; insonderheit von den scheitelpunkten irgendwelcher kurven: (die klangfiguren Chladnis sind) parabolische linien, welche mit ihren gipfeln gegeneinander streben Göthe II 5, 1, 295 W.; der strich der wohlgebildeten völker (liegt) weder auf dem gipfel der erdhöhe (d. h. dem äquator) noch auf dem abhange zum pol hin Herder 13, 226 S.; die zeit im jahre, wo die sonne ihren höchsten gipfel erlangt hat und wieder herabsinken musz Böhme gesch. d. tanzes 159. terminologisch in der heraldik 'ein schmales schildeshaupt', s. v. Querfurth 54. 1@bb) sonst erscheint das allgemeine gipfel in jüngerer zeit schriftsprachlich nur bei gewählter ausdrucksweise, teilweise mit dem charakter einer übertragung von gipfel 'berggipfel': und wenn die glut mit tausend gipfeln sich zum himmel hob Göthe 10, 319 W.; nach und nach senkten die wellen ihre berghohen gipfel Holtei erz. schr. 20, 98; bald so niedrige ebbe, wie der fusz der leiter, bald so hohe flut wie der gipfel des galgen Shakespeare 6, 14; (der gekreuzigte,) der auf dem gipfel der säule prangte Stifter sämtl. w. 5, 1, 43; der gipfel des springstrahles 14, 169; öfter gipfel des himmels: (er sah) zum arkturus empor, der noch unter dem gipfel des himmels hing Jean Paul 7, 195 H.; ähnlich Stifter sämtl. w. 5, 1, 163; Grabbe 2, 21 Blumenthal. 1@cc) niederer sprechweise gehört die scherzhafte übertragung von gipfel auf den kopf des menschen an: wer mit dem kopff versetzt, dem schlägt man auff den gipffel Lehman floril. polit. (1662) 1, 464; wenn er mich gar auf die füsze klopfte, schosz mir das blut in den gipfel U. Bräker s. schr. (1789) 1, 126; vgl. dieselbe übertragung bei giebel 4 c. mundartlich ist der gipfel von der nas Martin-Lienhart elsäss. 1, 228; der gipfel, das gipfelein am finger 'fingerspitze' Fischer schwäb. 3, 661. 22) am häufigsten und heute fast ausschlieszlich findet sich gipfel von den spitzen, auch scheiteln von bergen oder gebirgen verwendet. neben spitze: jugum ein spitz oder gipffel eins bergs Dasypodius (1536) 103b; (der Vesuv ist im jahre 82) im gipfel oder spitz aufgerissen S. Franck chronik (1531) 270a. die bezeugung setzt im 15. jh. fürs obd. wie md. (obersächs.) ein: uff dem höchsten felsen und den herten gipfeln der berg (collibus fortibus) Steinhöwel Esop 190 lit. ver.; in dem land Italia ... lüt ain überhoher berg ..., des güpfel raichet über alle wolken Griseldis (15. jh.) in: mitteil. d. Leipz. dt. gesellsch. 5, viii. von niedrigeren erhebungen im ganzen selten gebraucht: alle gipfel der ümligenden hügel S. v. Birken Pegnitzschäferei (1645) 14; gipfel einer anhöhe G. Keller ges. w. 1, 155. die gewöhnliche vorstellung einer beträchtlichen höhe kommt häufig durch das attribut hoch zu sinnfälligem ausdruck: als sich nu die sonn ... hinder die hohen gipffel der berg verbergen that Wickram w. 1, 24 lit. ver.; Brockes ird. vergnügen (1721) 4, 156; ruinen, die man von den hohen gipfeln emporragen sieht Pückler briefwechsel u. tageb. 2, 5. bei mehreren erhebungen eines höhenbereichs spricht man auch von verschiedenen gipfeln: ein zweigipffliger hoher bühel ... an der sitten eins fast grossen berges, inn des gipffeln zwo burg ... gebuwet sint M. v. Kemnat chron. Friedr. I. 7 Hofmann; Mercurius fuor nie gemach, biss er den berg Parnassum sach mit zweyen hohen gipfflen schon C. Scheit d. frölich heimfart 2441 Str.; bes. von gebirgen: (die) straalen der sonnen erleuchteten bereits die mit ... schnee bedeckte weisze giepffel und spitzen der höchsten gebirg schauplatz der liebe (1626) 2; die abspiegelung der beschneyten gipfel dieses gebirges Klinger 7, 36; in neuerer zeit vor allem von hochgebirgsgipfeln, bes. im gegensatz zu bergstock, kamm: es ist bekannt, dasz der kamm der Pyrenäen ... nicht die ansicht von reihen hochaufstrebender gipfel (gewährt) Oken naturgesch. (1839) 1, 549; der Monte Rosa (besteht) aus einer reihe von neun gipfeln, welche durch einen langen ... kamm vereinigt sind Tschudi tierl. (1858) 464; das ganze gebirge (ruft) mehr den eindruck eines breitscheiteligen stockes mit vereinzelt auf ihm sich erhebenden gipfeln als den einer verästelten kette hervor H. v. Barth nördl. Kalkalpen 3; gipfel 'der über den kamm emporsteigende teil eines berges' Kende geograph. wb. (1928) 71b. oft wird bei mehrgipfligen erhebungen von den höchsten gipfeln gesprochen: (wir wurden) auf den höchsten gipffelen (des gebirges) zweyer creutzen gewar Grimmelshausen Simpl. 572 Kögel; vor allem singularisch: sie gelangten ebenfalls nicht auf den höchsten gipfel des Monte Rosa Tschudi tierl. 462; auf dem höchsten gipfel der Schneekoppe Moltke ges. schr. 4, 12. aber auch ohne dies attribut kann gipfel in solchen fällen die höchste erhebung einer gipfelgruppe meinen: wo der wahre gipfel steht, läszt sich von hier noch nicht wohl entscheiden H. v. Barth nördl. Kalkalpen 376; s. auch gipfelpunkt. von der höchsten höhenlage eines gebirges in seiner gesamtheit: (da) ersach ich ein spitzigen fels im gipffel des gebirges Hans Sachs 3, 149 lit. ver.; von dem in wolken verborgenen gipfel der Sudeten bis zum strande der Ostsee Fr. L. Jahn w. 1, 20 E.; (der firnschnee ist) der mantel, den die Hochalpen von ihrem gipfel bis 8000' absoluter höhe herab um haupt und schultern geschlagen haben Tschudi tierl. 479. eine bestimmte gestaltvorstellung ist mit gipfel 'bergspitze' nicht notwendig verbunden. so spricht man von einem flachen oder breiten gipfel: der ... berg hat einen flachen ebnen gipffel Xylander Polybius (1574) 44; ein hoher berg, der seines flachen gipfels wegen dem Tafelberg ... ähnlich sieht G. Forster s. schr. (1843) 2, 9; wo langsam alpe auf alpe steigt zum breiten gipfel H. Laube ges. schr. 5, 24; vgl. auch gipfelfläche; doch öfter erscheinen auszer hoch, höchste (s. o.) zackig, steil u. ä. als typische epitheta: (Odysseus) kletterte ... auf den zackichten weitumschauenden gipfel Voss Odüssee 174, 97 Bernays; auch von des höchsten gebirgs beeisten zackigen gipfeln schwindet purpur und glanz scheidender sonne hinweg Göthe 1, 281 W.; bald ist der steile gipfel kühn erklommen Geibel w. (1888) 1, 9; G. Keller 1, 155 (s. u.); die ragenden gipfel Schiller 14, 26 G. von andern attributen begegnen waldig: (der kyklop) glich dem waldichten gipfel hoher kettengebirge Voss Odüssee 157, 191 Bernays; den waldigen und steilen gipfel einer anhöhe besetzen G. Keller 1, 155; kahl oder öde: wir erklimmten die höhe ... und fanden oben den kahlen gipfel Herder 22, 235 S.; einsam, auf des berges ödem gipfel S. Mereau gedichte (1800) 1, 49; ferner beschneit, umwölkt u. ä.: auf dem beschneyten gipfel des kalten Olympus Bodmer sammlg. crit. poet. schr. (1741) 1, 31; Klinger (s. o.); Musäus volksmärchen 1, 6 H.; den 2. märz bestieg ich den Vesuv, obgleich bei trübem wetter und umwölktem gipfel Göthe 31, 21 W.; Jacobi s. w. 3, 4; die wolkigen gipfel Mörike 1, 79 Göschen. an verbalen verbindungen kehren öfter wieder einen gipfel besteigen, ersteigen, erklimmen u. ä.: ehe man dessen (des Brockens) gipffel bestiegen v. Fleming vollk. teutscher jäger (1719) 1, 4; ich erstieg gipfel, deren namen man in umliegenden tälern nicht kennt H. v. Barth nördl. Kalkalpen vorr. 20; in der dämmrung des morgens den höchsten gipfel erklimmen Göthe 1, 328 W.; mir ward kein gipfel zum erstürmen Strachwitz gedichte (1850) 41; (die augen) fliegen zurück zu dem zackigen gipfel, den wir gestern bezwangen G. Kinkel ged. (1868) 2, 76. das wort findet sich gern im bereich dichterischer vorstellungen, zuerst im 17. jh., dann häufiger seit der klassischen periode: über allen gipfeln ist ruh, in allen wipfeln spürest du kaum einen hauch Göthe 1, 98 W.; vgl. auch eine reihe von belegen in den beiden vorigen abschnitten. die beliebteste vorstellung ist die vom ersten morgenlicht oder vom abendglanz, die auf den gipfeln liegen: (der morgen hatte) allbereit alle gipfel der ümligenden hügel und bäume mit gold betreuffelt S. v. Birken fortsetz. der Pegnitzschäferei (1645) 14; gleich früh wan zarter morgenschein all gipffel hoch vergüldet Spee trutznachtigall (1649) 89; sei mir gegrüszt, mein berg, mit dem rötlich strahlenden gipfel Schiller 11, 83 G.; der abend röthete die gipfel schon bei Eschenburg beispielsammlung (1788) 1, 112. in bildlicher verwendung begegnet in früherer zeit wiederholt gipfel der welt und gipfel der zeit: aber der fürsten einsame häupter glänzen erhellt ... als die ragenden gipfel der welt Schiller 14, 26 G.; wo ein begeisterter steht, ist der gipfel der welt Eichendorff s. w. (1864) 2, 208; ... von der zeiten gipfeln nieder, den unbetretnen, die der himmel ewig in wolkenduft geheimnisvoll verhüllt H. v. Kleist 2, 111 E. Schmidt; wollt ein fürst sich auf den gipfel seiner zeit stellen ..., den blick hinaus ... nach der zukunft richten Bettine d. buch gehört d. könig (1843) 1, 304. 33) die verwendung von gipfel zur bezeichnung von spitzen an bäumen, sträuchern und kräutern ist in früherer zeit ganz geläufig, geht aber schriftsprachlich gegenüber dem vorherrschenden gebrauch von gipfel 'bergspitze' in jüngerer zeit immer mehr zurück. vgl. auch giebel 7. 3@aa) im sinne von 'baumspitze' dasselbe wie wipfel, vgl. den synonymen gebrauch: das äuserste spitzlein des gipffels oder wipffels Bapst von Rochlitz wacholdergarten (1605) 2. seit dem 15. jh. bezeugt: der pawm l'albore ... der gipfel la zima (= cima) in einem sachlich anordnenden it.-deutsch. sprachb. (um 1423) in Bayerns maa. 2, 407a; (er) hiesz einen baum neygen und hiesz im seyn hend an den gipfel binden der heyl. leben, summerteil (1472) 44a; in der Züricher bibel von 1531 gegenüber Lutherischem wipfel: wenn du hören wirst dasz rauschen auff den gipfflen der byrböumen eynhergon 2. n. (Sam.) 5, 24; die baume, so dieselbe im gipffel verdorren Mathesius Sarepta (1571) 37a; v. Hohberg georg. cur. (1682) 1, 78; ich ... hole die birnen aus dem gipfel Göthe IV 19, 79 W.; cocospalmen, die ihre stolzen gipfel weit über die andern bäume hinausstreckten G. Forster s. schr. (1843) 2, 133; (die besten kletterer stiegen) in den gipfel der beiden alten linden Storm (1899) 1, 83. so auch heute noch mundartlich, z. b. Staub-Tobler 2, 390; Martin-Lienhart 1, 228; rhein. wb. 2, 1240; Schöpf tirol. 191. eine eigentümliche verwendung zeigt gipfel in dem forstkundlichen ausdruck für die einzelnen jährlich über sich hinauswachsenden gipfeltriebe (s. d.): der schlag stehet im 2. 3. 4. 10. gipfel ... er hat so und so viel jahre auf sich C. v. Heppe aufrichtiger lehrprinz (1751) 137. 3@bb) als bezeichnung von zweigspitzen, spitzen an stauden, kräutern u. dergl. ist gipfel reichlicher nur bis ins 18. jh. hinein bezeugt: so nym rohweiden vorn die gipffel versehung leibs, seel, er und gut (1489); (die blüte ist) zu zart, daz du dar für wol nemen magst die obern gipffel und dolden Braunschweig kunst zu distilieren (1500) 40b; eichenlaub ... die schosz oder gipffel eines elenbogen lang Gäbelkover arzneibuch (1595) 1, 411; (baumwolle) träget oben auf den gipffeln der stengel köpfe als grosze runde walnüsse Olearius pers. reisebeschr. (1696) 297; die gipffel ... sind die obersten spitzen der gestengelten kräuteren Blancard med. wb. (1710) 524; gipffelein von wacholderstauden v. Hohberg georg. cur. aucta 3 (1715) 247a. aus jüngerer zeit: kätzchen oben am gipfel der zweige v. Schlechtendal-Hallier flora v. Deutschland 10, 112; s. auch unten sp. 7530 gipfel- als erstes compositionsglied. mundartlich: wenn die heiden blühen bis in gipfel naus, nach gibts einen langen winter Fischer schwäb. 3, 661; Staub-Tobler 2, 390; in der winzersprache: gippel 'spitze junger triebe' v. Pfister nachtrag zu Vilmar 79; Kehrein Nassau 1, 165. 44) in anwendung auf bauwerke bezeichnet gipfel 4@aa) allgemein die spitze oder den oberen teil: auf den gipffel des thurns stalt er den trachen herzog Aymont (1535) l 4b; hast du den gipffel des thurns erlangt, so gedenck nit uber den knopff Fischart Garg. 341 ndr.; wie das schöne liecht der sonnen ... die gipfel der berge und hohen schlösser ... zu bescheinen pfleget Opitz teutsche poemata 199 ndr.; schnell dann befestigt er wohlgegründeter häuser hocherhabne gipfel Göthe 4, 316 W. (θαλάμων ὑψίγυιον ἄλσος Pindars 5. olymp. ode); aus den orangen- und olivenwäldern blicken die gipfel von dörfern und städten hervor W. v. Humboldt in: dt. lit.-denkm. 58, 110. 4@bb) in anwendung auf häuser mit satteldächern fällt gipfel mit der eigentlichen sachbezeichnung 1giebel zusammen, und zwar bereits seit dem 15. jh. (s. unter α); bezeugt ist dieser gebrauch allgemeiner bis ins ausgehende 18. jh.; vereinzelte ähnliche verwendung im 19. jh. ist eher als gewählter gebrauch von gipfel 1 b zu deuten wie bei dem dies wort bevorzugenden Stifter (s. sp. 7524): auf dem gipfel des gebäudes hing die schwere, grosze schützenfahne nieder sämtl. w. 2, 336. in älterer zeit dagegen ist gipfel regelrecht sachbezeichnung und gilt seit anbeginn als synonymon von 1giebel. 4@b@aα) im sinne von 1giebel 2: frontispicium gipfel, gevel, voorgevel Junius (1567) 233b; gipfel facciata avanti la casa Hulsius ital.-dt. (1618) 143a neben gebel frontispicio dt.-ital. 124a; hierher gehört auch gipfel ortoganus aus einem obd. voc. d. 15. jh. bei Diefenbach n. gl. 274a s. v. ortogonium, zu dem zu vergleichen ist ortogonum ghefel unter 1giebel 2, sp. 7327 und ortoganum gipf unter gipf; fraglich ist die zugehörigkeit von gipel, gippel orthogonium, s. zu 1giebel sp. 7324. bei den literarischen belegen ist in erster linie an den schmuckgiebel zu denken (s. 1giebel 2 b): ein solcher erdpidem, ... der erstlich camin, gipffel und knöpff von den heusern warf S. Franck Germ. chron. (1538 im august) 303; nächst diesem läszt der schöne gipfel des gartenhauses oben her ... in netter symmetrie sich sehn Brockes ird. vergnügen (1721) 8, 99; ich sah (in Leiden) die gipfel einiger prächtigen gebäude gegen den hellen himmel Lichtenberg briefe 1, 9 Leitzmann-Sch. 4@b@bβ) in synonymem gebrauch mit first, vgl. 1giebel 3, sp. 7329: culmen der gipffel oder die first eines hauses Frisius (1556) 349b; gipfel fastigium, culmen, die fürst am gebew Golius (1588) 340; neben gebel: fastigium domus gipffel, gebel Schöpper syn. (1550) e 8b; fastigium gipfel, gebel Dasypodius (1537) 71a; so bis ins 18. jh. verzeichnet: gipfel 'fastigium, an einem hause bedeutet es den first' Chomel (1750) 4, 1101. 4@b@gγ) seltener ist anderer mit 1giebel synonymer gebrauch, so bei Winckelmann im sinne von giebel 1 d: der gipfel hiesz bei den Griechen ἀετός oder ἀέτωμα w. 1, 387 Fernow; an dem tempel der Pallas zu Athen war an dem vorderen gipfel die geburt der göttin ... vorgestellet 1, 412 u. öfter. Chomel a. a. o. verzeichnet gipfel auch im sinne von 'giebelzinne oder dachspitze'; dazu mag gehören: pinnaculum der gipffel oder spitz eines gebews Calepinus XI ling. (1598) 1094a; vgl. 1giebel 1 a und giebelzinne (s. d.). zu giebel 4 b, sp. 7330 stellt sich die redensartliche wendung: da er mit der nasen an gipffel stöszt Lehman floril. polit. (1662) 2, 770; ähnlich Schottel haubtspr. (1663) 119 und L. v. Hörnigk bei Fischer-Tümpel 3, 286; vgl. aber auch die anführung einer gegiffelter laden unter gipfeln 1. 55) gipfel ist in übertragenem gebrauch im sinne von 'höhepunkt, höchster grad' zuerst in Wetzels übersetzung der reise der söhne Giaffers (1583) belegt (s. u.). in geläufiger verwendung seit dem 17. jh., bes. reichlich seit der klassischen periode. die übertragung geht von der allgemeinen, ursprünglichen bedeutung des wortes aus (1). erst später findet sich gipfel secundär gelegentlich mit bildlichen vorstellungen verbunden, hauptsächlich in der bedeutung 'berggipfel': er war bestimmt in seiner gaben fülle mich von der dichtkunst wolkennahen gipfeln in dieses lebens heitere blütenthäler mit sanft bezwingender gewalt herabzuziehn Grillparzer (1892) 4, 143 S.; vgl. auch einzelnes unter c. vereinzelt kann auch die vorstellung von gipfel als culminationspunkt eines gestirns mitspielen: er meinte noch, sein gegner stehe in dem gipfel seiner macht Ranke (1867) 40, 50; vielleicht blinzelte man ... nach der ehre eines hohen staatlichen amtes, das macht und ansehen gab und der stolze gipfel der eignen lebensbahn sein sollte Aug. Winnig d. weite weg (1932) 322; vgl. dazu dieselbe verwendung bei gipfelpunkt (s. d.). 5@aa) gipfel findet sich in der vorliegenden verwendung gern in bestimmten wiederkehrenden fügungen. öfter wird der sinngehalt noch unterstrichen durch superlativische attribute wie gröszter, äuszerster, letzter u. ä., vor allem höchster. an verbalen verbindungen begegnen häufig solche mit steigen, ersteigen, auch mit klimmen, erklimmen (s. unter b); ferner mit stellen: (sie haben) mich in dieser stunde auf den höchsten gipffel des angenehmsten glückes gestellet Ziegler asiat. Banise (1689) 306; ich wollt ihn stellen auf der menschheit gipfel Grillparzer (1892) 4, 190 S.; erheben: (fremde völker haben ihre) sprachen zu einem so hohen gipfel herrlichen ansehens ... erhoben Stieler stammbaum vorr. 1b; (die gewiszheit) wird auf den höchsten gipfel der überzeugung erhoben Kant 8, 354 Hartenstein; ähnlich Göthe 36, 100 W.; Eichhorn (s. u.); bes. häufig mit erreichen (s. u.), insonderheit neben vollkommenheit: (es) scheinet, es habe der hochmuth den höchsten gipfel seiner vollkommenheit erreichet Ziegler asiat. Banise (1689) 93; (leute, die) in allem den grösten gipffel der vollkommenheit erreichet zu haben vermeinen Chr. Wolff gedanken v. d. mensch. thun u. lassen (1720) 148. das beziehungswort von gipfel tritt in der regel als sein genitivisches attribut auf. andere fügungen sind in etwas den gipfel erreichen: in der gelehrsamkeit den gipfel zu erreichen Joh. Chr. Günther ged. (1735) 229; s. auch das eben genannte beispiel von Chr. Wolff. mit dem beziehungswort im object: (die eifersucht) bis auf den gipfel gedeihen ... lassen Nicolai literaturbriefe (1759) 7, 131; wenn die natur die allgemeinen gaben in einem einzelnen zum gipfel steigert, musz sie ein groszes ziel vor augen haben Hebbel w. 7, 213 W.; Lorenz Sterne brachte den humoristischen roman auf seinen gipfel Scherer gesch. d. dt. lit. (1885) 671. mit dem beziehungswort als subject: nun erst habe die kunst den gipfel erreicht O. Jahn Mozart 463; bes. von not, gefahr, krankheit mit wendungen wie zum (höchsten) gipfel steigen, den (höchsten) gipfel erreichen, s. unter b γ. 5@bb) der anwendungsbereich ist ziemlich breit. ein bestimmter wertaccent liegt dem wort an sich nicht bei (s. bes. β und γ); es begegnet aber vorwiegend in positiv wertenden zusammenhängen (s. unter α). in erster linie erstreckt sich der übertragene gebrauch von gipfel auf abstracte vorstellungen; selten tritt es in so realen bezügen auf wie: die durch ein prisma auf den höchsten gipfel geführte farbenerscheinung Göthe II 2, 294 W.; oder bei bildlicher anspielung: er gelangte durch die stafflen seiner verdiensten nach und nach zum güpffel der vornehmsten ämtern sendschreiben der Teresa von Jesu (1732) 4b. in einer reihe von vorstellungsbereichen ist die verwendung besonders häufig: 5@b@aα) bei gewöhnlich positiver wertung von begriffen wie hoheit, grösze, ansehen, ruhm, ehre, macht u. ä.: damit er zu demjenigen gipffel der hochheit, wohin ihn sein hochmuth und stoltz treibet, gelangen mag M. Opitz Sidney Arcadia (1638) 264; (eine nation) auf dem äuszersten gipfel ihrer historischen, moralischen und künstlerischen grösze Bettine Cl. Brentanos frühlingskranz (1844) 452; gipfel herrlichen ansehens Stieler (s. unter a): unter eines groszen königs regiment hätten wir rasch den gipfel des ruhmes erklommen Fontane I 2, 172; Schiller 2, 36 G.; zum gipfel der ehre emporsteigen M. Meyr erz. aus d. Ries (1868) 2, 97; (durch Karl den groszen) wird das fränkische reich auf den gipfel der macht emporgehoben Eichhorn staats- u. rechtsgesch. (1821) 1, 312. glück, freude u. ä.: je höher jemand auff den gipffel der menschlichen glückseligkeit gestiegen, je neher ist er dem fall Schupp schr. (1663) 560; Gottsched ged. (1751) 57; mir schwindelte vor dem gipfel des glücks Göthe III 1, 114 W.; Ranke s. w. 9, 282; A. Winnig frührot (1926) 81; und vermied nicht umarmung und kusz, den gipfel der freude Göthe 50, 264 W.; Shakespeare 1, 74. weisheit, gelehrsamkeit, kunst u. ä.: auff das sie ... zum gipffel der weisheit kommen könten J. Wetzel reise d. söhne Giaffers 14 lit. ver.; Joh. Chr. Günther (s. unter a); (die statuen der alten) bleiben grund und gipfel aller kunstkenntnis Justi Winckelmann 1, 350; Schiller hätte im Wallenstein den gipfel der dramatischen technik erstiegen? Ludwig ges. schr. 5, 279. in mehr objectiver vorstellung: (es hat viel mühe gekostet,) den gipfel der annoch wehrenden schönheit (der Augusteischen latinität) der welt vorzeigen zu können Schottel haubtspr. (1663) 40; geist und kunst, auf ihrem höchsten gipfel, muthen alle menschen an Göthe 3, 118 W.; O. Jahn Mozart 463 (s. unter a). kultur, zivilisation u. ä.: die ehe ist der anfang und gipfel aller kultur Göthe 20, 107 W.; auf dem gipfel der civilisation Hebbel w. 11, 68 W.; der menschheit gipfel Grillparzer (s. a). leben, dasein, von der zeit der vollkraft des menschlichen lebens: der gipfel des menschlichen lebens ist ohngefehr das alter von 50 jahren Ramler einl. in d. sch. wissensch. (1758) 3, 277; mich aus der kindheit fabelhaften tagen schnell auf des lebens gipfel hinzutragen Schiller 12, 359 G.; H. v. Kleist 3, 82 E. Schmidt; von höhepunkten im leben des einzelnen: kein Frankfurter ..., der nicht diese beiden ereignisse für den gipfel seines lebens gehalten hätte Göthe 26, 29 W.; (dasz) ein räuschchen an heiterer pfaffentafel mir als der gipfel des daseins erschien G. Keller ges. w. 2, 260. 5@b@bβ) graduell als höchste stufe von etwas in sich sich steigerndem, wie anwachsender not, gefahr, krankheit, leidenschaft, verwirrung u. ä.: jedoch, gleich da die noth zum höchsten gipfel stieg Triller poet. betrachtungen (1750) 3, 614; die gefahr hatte den letzten gipfel erreicht Allmers marschenbuch 51; (die) krankheit stieg schnell bis auf den äuszersten gipfel Nicolai Seb. Nothanker (1773) 1, 63; gipfel der leidenschaft Schiller 3, 449 G.; vor dem letzten gipfel unfreier und pedantischer sprachverirrung haben sich alle romanischen zungen bewahrt und ... (in der anrede) die zweite person festgehalten J. Grimm kl. schr. (1864) 3, 250; der gipfel der verwirrung W. Raabe alte nester2 30; bis zu welchem gipfel der zerrissenheit deutsche zersplitterung es zu bringen vermag K. A. v. Müller aufsätze u. vorträge (1926) 33. 5@b@gγ) bei abschätziger wertung von begriffen wie tollheit, frechheit, arglist u. ä.: in seinem alter so radical zu sein, ist der gipfel aller tollheit Göthe gespräche 7, 266 Biedermann; (antike lyrik) in plattdeutscher übersetzung (ist) der gipfel des monströs lächerlichen A. v. Droste-Hülshoff briefe (1893) 133 Schücking; diese verstellung, diese scheinbare gleichgültigkeit, schien ihm der gipfel der frechheit und arglist H. v. Kleist 3, 367 E. Schmidt. weit verbreitet ist heute: gipfel der gemeinheit. 66) gipfel als mascl. zur bezeichnung eines halbmondförmigen oder an den enden zugespitzten gebäcks findet sich im schweizer. und schwäb. (Staub-Tobler 2, 390; Fischer 3, 661), im tirol. mit danebenstehendem kipfel, das zu bair.-österr. neutrum kipfel überleitet (s. teil 5, 781), neben dem aber auch gipfel, güpfel, n., bezeugt ist, s. Schmeller-Fr. 1, 928. da die gebäckform im westen alteinheimisch ist und damit die bezeichnung es auch sein kann (s. Staub-Tobler a. a. o. und Kretschmer wortgeogr. 238), ist das verhältnis des als deminutivum von kipf erklärbaren kipfel, n., und des masculinen gipfel nicht eindeutig zu bestimmen.
30154 Zeichen · 688 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gipfelst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    gipfel , st. M. nhd. „Gipfel“, Spitze Q.: OvW (2. Viertel 15. Jh.) E.: gibilla 18, ahd., sw. F. (n), Gipfel, Schädel, Ha…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gípfel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Gípfel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Gipfelchen, des -s, plur. ut nom. sing. überhaupt, die oberste Spi…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gipfel

    Goethe-Wörterbuch

    Gipfel 1 Spitze, Kuppe, oberer Teil eines hohen, aufragenden Berges, einer Felshöhe, Klippe (oft im Gebirge), selten ein…

  4. modern
    Dialekt
    Gipfel

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Gipfel [Kìpfl Bühl ; Kipl Dehli. ; Khepfl Betschd. ; vgl. Khep Z. ] m. Spitze. D e r G. von d e r Nas Dehli. ; Gipfel ei…

  5. Sprichwörter
    Gipfel

    Wander (Sprichwörter)

    Gipfel 1. Hast den Gipffel dess Thurns erlangt, so gedencke nicht vber die Spitz. – Gruter, III, 48; Lehmann, II, 263, 1…

  6. Spezial
    Gipfel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gip|fel m. (-s,-) 1 (eines Berges) piza (pizes) f. , piz (pic) m. 2 (Wipfel) piza (pizes) f. 3 ‹fig› (Höhepunkt) punt cu…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gipfel

54 Bildungen · 54 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

gipfel‑ als Erstglied (30 von 54)

gipfeldürr

SHW

gipfel-dürr Band 2, Spalte 1365-1366

Gipfelfeuer

SHW

Gipfel-feuer Band 2, Spalte 1365-1366

gipfelan

DWB

gipf·elan

gipfelan , adv. , nach dem gipfel zu; im sinne von wipfel: ( der bäume saft ) sehnt sich mit belebter kraft immer gipfelan zu steigen S. Dac…

gipfelast

DWB

gipfel·ast

gipfelast , m. , ast der baumkrone Chomel ökon. lex. (1750) 8, 931; s. auch gipfelzweig. —

gipfelbeere

DWB

gipfel·beere

gipfelbeere , f. , an der zweigspitze wachsende beere: die beer an diesem gewächs ( efeu ) nennet man ephewträuble oder gipffelbeer W. Spang…

gipfelbildung

DWB

gipfel·bildung

gipfelbildung , f. : ( ein ) trappfels mit gipfelbildung von basaltsäulen Ritter erdkde 6, 575 ; die gipfelbildung ( ist ) kegelförmigspitz …

Gipfelblatt

PfWB

gipfel·blatt

Gipfel-blatt n. : ' oberstes Blatt der Tabakspflanze ', Pl. Gippelblärreʳ [ BZ-O'hs ].

gipfelbruch

DWB

gipfel·bruch

gipfelbruch , m. , schaden an der baumspitze, s. Jacobsson techn. wb. (1781) 2, 95 a , dasselbe wie giebelbruch ( s. d. ): stangenhölzer, di…

gipfelbuch

DWB

gipfel·buch

gipfelbuch , n. , buch auf berggipfeln oder in hütten zur eintragung von besteigungsdaten: der professor war an den steinmann ( steinpyramid…

gipfeldürr

DWB

gipfel·duerr

gipfeldürr , adj. , ' wenn ein baum von oben herein abdorrt ' Chr. W. v. Heppe wohlred. jäger (1779) 185 b ; die abgestorbenen und gipfeldür…

Gipfeldürre

Meyers

gipfel·duerre

Gipfeldürre , Krankheit alter Bäume, bestehend in einem Absterben der obern Äste, während die untern Teile noch weiter vegetieren. Sie ist d…

gipfelfels

DWB

gipfel·fels

gipfelfels , m. : von berges luft, dem äther gleich zu achten, umweht, auf gipfelfels hochwaldiger schlünde Göthe 4, 15 W.; doch sieht man d…

gipfelfläche

DWB

gipfel·flaeche

gipfelfläche , f. : ( sobald der obere teil der gebirge ) sich als gipfelfläche mehr ebnet Ritter erdkde 2, 713 ; auf der auszerordentlich a…

Gipfelflamme

GWB

gipfel·flamme

Gipfelflamme in bildhafter Charakterisierung von jds Bezug zum Überirdischen, Himmlischen als etwas aus dem Ganzen der Person Erwachsendes […

gipfelförmig

DWB

gipfel·foermig

gipfelförmig , adj. , spitzig, sich nach oben verjüngend: die blüten bilden eine gipfelförmige cyme v . Schlechtendal flora v. Deutschland (…

gipfelform

DWB

gipfel·form

gipfelform , f. , gestalt eines berggipfels: ein mächtiger, gesonderter berg, obwol von keiner besonders ausgezeichneten gipfelform Ritter e…

gipfelgang

DWB

gipfel·gang

gipfelgang , m. : durch die gipfelgänge jagt er ( der bach ) bunten kieseln nach Göthe 2, 53 W. —

Gipfelgesträuch

Campe

gipfel·gestraeuch

◬ Das Gipfelgesträuch , des — es, Mz. die — e , auf dem Gipfel eines Berges wachsendes Gesträuch; auch, ein gipfeliges Gesträuch. Mit Lorbee…

gipfelhaupt

DWB

gipfel·haupt

gipfelhaupt , n. , älter anthropomorphisierend von baum-, heute gewöhnlich von bergspitzen: die bäume hieszen diesen theuren gast willkommen…

gipfelhoch

DWB

gipfel·hoch

gipfelhoch , adj. , von bäumen: es soll kein sturm noch blitz entwurtzeln oder morden den gipfelhohen wald Neumark palmbaum (1668) xxi . —

gipfelhöhe

DWB

gipfel·hoehe

gipfelhöhe , f. 1) gipfelförmige berghöhe: weil er ( der bewaldete höhenzug ) zu keiner bestimmten gipfelhöhe sich schlieszt Jean Paul 27, 9…

gipfelholz

DWB

gipfel·holz

gipfelholz , n. , bezeichnet ' ramos exteriores ad usum minus utiles ' Besold thesaur. pract. (1697) 2, 656 a : das gipffelholtz, äst und st…

gipfelhügel

DWB

gipfel·huegel

gipfelhügel , m. : wenn die sonne sich auf morgenflügeln Darnawends unzählgen gipfelhügeln bogenhaft hervorhob Göthe 6, 239 W.

gipfelig

DWB

gipfelicht , gipfelig , adj. , s. gipflig, gipflicht.

Gipfelkern

PfWB

gipfel·kern

Gipfel-kern m. : 'aufgeblasenes Leinkraut (Silene infl.)', Gippelkeʳn [ HB-Seyw FR-Bissh NW-Wachh BZ-Kapswey ], Giwwel- [ RO-Als ]; vgl. Tau…

gipfelkette

DWB

gipfel·kette

gipfelkette , f. , eine reihe von berggipfeln: ( eine hochebene ) aus der die gipfelketten nur noch wie wellige erhebungen ansteigen Ratzel …

gipfelknospe

DWB

gipfel·knospe

gipfelknospe , f. , knospe, in die der stamm eines baumes ausläuft, s. Ratzeburg waldverderbnis (1866) 1, 30 ; er war damit beschäftigt, die…

Gipfelkonferenz

Pfeifer_etym

gipfel·konferenz

Gipfel m. ‘höchste Spitze des Berges, Baumes, Höhepunkt’. Man hat gipfel (1. Hälfte 15. Jh.) als entrundete Form von gleichbed. güpfel und d…

Zitieren als…
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Cotta, M. (2026). „gipfel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gipfel/dwb?formid=G17054
MLA
Cotta, Marcel. „gipfel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gipfel/dwb?formid=G17054. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gipfel". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gipfel/dwb?formid=G17054.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„gipfel"},
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