gezog (
älter gezoc,
gen. gezoges)
masc., vereinzelt auch neutrum, verstärktes zog (zoc),
verbalsubstantiv zu ziehen,
dessen so verschiedenartige bedeutungen es weit umfassender zur geltung bringt, als die vor ihm belegten bildungen zug (
s. d.; vgl. gezug)
und geziuc, geziuge (
s. sp. 6980
ff.).
durch manche verwendungen tritt gezog
auch in bedeutungsgemeinschaft mit gezau, gezähe
s. sp. 6885
und 6983,
dessen lautliche entwicklung die abgrenzung vielfach erschwert. so weit der bedeutungsumfang ausgreift, um so enger ist der rahmen für die zeitliche geltung der form begrenzt. nur vereinzelt reicht sie in die althochd. zeit zurück, vgl. pizogum
retinaculis Graff 5, 611,
und im frühhochdeutschen schon treten die zeugnisse wieder zurück. zu dieser o-
färbung des stammvocals vgl. das oben sp. 6984. 6985
f. gesagte. die erklärung kann ebenso gut in der ableitung vom part. prät. des verbums zu suchen sein wie in der verschiedenartigkeit der bildungssuffixe des substantivs. 11)
die vorstellung einer verbalhandlung steht wie bei zug (
s. d.; weniger bei gezeug s. sp. 6984)
im mittelpunkt der verwendungen. 1@aa)
weniger ergiebig ist die bedeutung von ziehen
im sinne von zerren, reissen;
neben blide an schuzze und an zoge glichte wol sin boge. Herbort 8991 (
vgl. auch den zug
beim schachspiel s. mhd. wb. 3, 933
b);
vgl.: die sunde wâren alsô swâr,
daʒ sie die wâge wider zugen ... wir wânden hán gewunnen. dô kam ein gar verbrunnen, (
der heil. Laurentius) (
adustus quidam) er was besenget als ein stoc, der huop mit uns ein grôʒ gezoc unt brâhte ein michel guldîn vaʒ, ich wêne ein kelch heizet daʒ; er leite eʒ in die wâge daʒ zôch vil untrâge die wâge rehten teil halben wider und wuoc sie sô verre nider, daʒ die schale niderschôʒ. Ebernand v. Erfurt
Heinrich u. Kunegunde 2378,
Bechstein; vgl. auch: die blinden gote zu den mich twinget dîn gezog.
pass. 258, 71
Hahn; dazu vgl.: die da waren inne gerne sie uʒ wolden die der uʒʒe wesen solden die wolden gerne dar in des wart gezoc under in. Herbort
troj. krieg 14452;
das gleiche (hub sich ein gezoc)
poet. bearb. d. Daniel 4282
Hübner. 1@bb)
ertragreicher ist die anknüpfung an verwendungen des verbums, die wir jetzt durch zusammensetzung mit präpos. oder praefixen kennzeichnen. 1@b@aα)
zu hinziehen, in die länge ziehen, verziehen
gehört das oben sp. 6984
besprochene sunder (âne) gezoc
pass. 526, 25
Köpke; 608, 95;
vgl. âne gezucke Herbort 5713. 1@b@bβ)
zu ziehen = fortziehen, umziehen
vgl. declaratio de jure subditorum Alsatiae superior. mutandi dominum, quod vernacule gezog (s)
dicitur Bertholds
bischofs v. Straszburg vertrag mit Rufach (
bei Wencker)
s. Schöpflin Als. dipl. nr. 948; item sodann von des frien gezoges wegen, den sal man ungehindert lassen ... als das herkommen ist
Kaisersberger vertrag v. 1424
s. ztsch. gesch. Oberrheins 2, 320;
vgl.gezog im
vogtbuch v. Alpirsbach oben sp. 6984;
vgl. dazu die form (
plur.?) gezüge: als stösse und misshelle gewesen sind ... von der gezüge wegen, als frömbde leuthe zu ihnen gan Türigkeim ziehent ... wäre dan jemand ... usser unser herrschaft von Oesterrich under si züge, und dannenthin gan Türigkeim zügent, die sollent unser herrschaft ... stüren und dienen
urk. v. 1400 (
Kolmarer archiv)
s. Schöpflin, Alsatia dipl. no. 1423;
vgl. auch die buchung gezog, ein davonzieher, einer, welcher befugt ist, von seinem ort abzuziehen Westenrieder
gloss. germ. lat. 207. 1@b@gγ)
den älteren verhältnissen entspricht es, dasz das fortziehen, der auszug zumeist mit einer streitbaren schaar von bewaffneten in verbindung gebracht ist, vgl. schon die lesart gezoges
neben gezogenz, zoges, zuges, gezeuges
bei Jansen Enikel 15942; wegen des getzogs gen Beheim
dtsch. städtechron. 2, 36; eingen gezog ze tuond
Basler chron. 5, 95;
u. a. s. oben sp. 6984. 1@b@g@11)) der zoch unde reise
Limburger chron. 103
s. o.; der vorgen reise und getoges
Iserlohner urk. (1446)
s. Schiller-Lübben 2, 88
b; doch so behalten wir unns hierinn bevor alle oberkeit, die lehenschafft gaistlich und weltlich schatz steur landraisen und getzoge die uns unser leut daselbs schuldig sein sullen ze tun
dienstvertrag v. 1477
s. monum. Habsb. 1, 2, 209
: desgl. schatzsteur, lanndreisen perckwerch und gezoge 1, 1, 225. 1@b@g@22)) darnâch ein krîc vil swinde hûb sich von dem gesinde der brûdre mit den Prûzin ... unde dâ nam der gezoc den urhab unde sich dô lange wab, unʒ von dem hûse quâmin mit brûdrin intsamin wol andirhalbhundirt man darzû; und alsô began wachsin dâ ein michil strît. Nicol. v. Jeroschin 12505; Storch von Hunaberg, sol des volches hOeptman sin Jacob Glenter, sol die paner tragen. Johans ErishOept, Johans Vink ... sùllent den gezog anlegen (
Zürich. rats- und richtbuch 3, 44 (
für 1383)
s. Zürich. chron. 89
Dierauer (die den krieg frend und alle zög anlegen súlent 1388
ebenda s. 151;
anders gezug
s. 90
s. u.); dasz dise einunge einen gemeinen gezog oder besesz duonde wird
urk. v. 1395
s. Schöpflin, Als. dipl. 1230. 1@b@g@33))
hier kann das folgende angeschlossen werden, das aber auch mit den unter δ)
zusammengefaszten zeugnissen sich berührt. Achilles ermanete du vil manliche er sprach ... ich wil niht lenger bliben hie ... von Athene der herzoge stifte zu eime gezoge mit so getanen worten die zu gezoge horten un mit groʒʒem unwille sprach er zu Achille ... tut irz durch iamer daʒ ir klaget oder sit ir verzaget. Herbort
troj. krieg 11528. 1@b@dδ)
am weitesten reicht die schon für die obigen zeugnisse mit zu würdigende anknüpfung an elliptische verwendungen von ziehen,
die ein object wie schwert
oder messer
voraussetzen, vgl. daʒ swert ûz (von) der scheiden ziehen (zücken) Lexer 2, 683; 3, 1105;
vgl. tyt en man up den anderen en swerd ofte en messer
Visby stadslag 1, 32;
vgl.das messer ziehen; daʒ meʒʒer zucken Lexer 1, 2131;
vgl. auch die belege für gezückt (
s. d.);
je nachdem das schwert oder das messer als object vorausgesetzt wird, ergiebt sich die entwicklung der wendungen in der richtung auf ritterlichen kampf und turnierspiel oder nach der seite der bürger und bauern auf rauferei, gewaltthat, frevel: item wanne zu Kirchdorff gezogen wird aus blutrunst ... so bussede man mime junghern fünf schillinge
weisth. 3, 342;
eine ähnliche entwicklung, nur einseitig in der zweiten richtung auslaufend, zeigt sich bei raufen,
das in den wörterbüchern ungenügend erklärt wird: daʒ swert roufen, ein meʒʒer roufen Lexer 2, 515. 1@b@d@11))
mit einem zeugnisz für das swert roufen
läszt sich am anschaulichsten der wendepunkt treffen, in dem beim ritterlichen kampf das schwert an die stelle des speerstoszes trat. von hier aus ist für das verbum raufen
gerade so wie für das substantiv gezog
die bedeutung nahkampf, handgemenge, todtschlag
erwachsen; vgl.: sô balde si dô truogen diu snellen ros zeinander ... und si die schefte brâchen wan si diu sper zerstâchen ... ze stôʒe mit der brust diu ros zesamen kâmen und einen val dâ namen ... wes möhten si (
die kämpfer) dô bîten? man sâch di zuo den zîten erbeiʒen nider ûf daʒ lant. diu swert begunden si zehant zücken unde roufen und ûf ein ander loufen. Konrad v. Würzburg
Engelhard 4831; 1@b@d@1@aa))
die gleiche kampflage ist auch für gezog
bei Herbort v. Fritzlar
vorauszusetzen: u stach in uf des schildes rant so uʒʒermaʒʒen sere daʒ er gefallen were u komen zu gezoge wenne der hinder satelboge da er ane behafte und entsaz dem schafte. Herbort
troj. krieg 5166; von Athene der herzoge der brachte der bruder einen zu gezoge er stach Odiniam daʒ er uf die erden quam. 5742:
desgl. 12233;
dazu vgl. sie gebuten lân von dem gezoge (
am ende des turniers) Ulrich v. Eschenbach
Wilhelm v. Wenden s. Jelinek
mhd. wb. aus böhm. quellen. 1@b@d@1@bb))
hieraus erklärt sich auch eine vom herausgeber irrtümlich auf den begriff verbannung
gedeutete stelle, bei der es sich vielmehr um die todesstrafe handelt: daʒ man im den tot tete (
dem Orestes, als einem rieten sie alle gemeine
muttermörder) do widerret eʒ eine Menesteus der herzoge er sprach eʒ ensolde nieman zu gezoge kumen umb sulche tat. Herbort 17493. 1@b@d@22))
zur anknüpfung an das messerziehen
vgl.: item sal nimand gezcog machen ader geben bei der stat gesatzter kor ader busse, end wer ein messer zceucht, uff des andern schaden, is dem ratte 6 sol gl. vorffallen
Görlitzer statuten (
nach der handschr. v. 1476)
s. script. rer. Lus. 1, 403 (
ebenso schon in der ältesten fassung s. ebenda 385;
desgl. in der bestätigung von 1565
s. Haltaus 719). 1@b@d@2@aa))
schlägerei, tumult: welche bürger loifft zu eime gezoge, und nicht dorch einer bescheidenheit (
auf bescheid, befehl), mit spissen oder mit anderer were ... er sal dem richter und den bürgern geben ein marck
stadtrecht v. Rudolstadt. 19.
s. rechtsdenkm. aus Thüringen 211
Michelsen; ab sich ein geczog hube 63
s. 215; geschehe aber ein gezog vor dem dorff zu Kirchdorff und getruge sich der gezog in das dorff odir werde ein tot geschlan und fiel in daʒ dorf, so (stet) auch die buʒe mime jungher also wol einzunehmen
weisth. 3, 343; allen ûftlouft und gezôge, di in den dörfern geschit 3, 324;
vgl. auch gezöck
oben sp. 7177. 1@b@d@2@bb))
körperverletzung und todtschlag: wurd ein gezcog das imand wund wurd das der richter nach volget auf demselben fuss, sie musten clag gesten, man clagt ader liss es
stadtrecht zu Leutenberg § 79
s. Michelsen s. 455; wir wullen ûch nicht morden, daran wir ûwern orden ein teil wollen êren. ir muzt von hinnen kêren gemut, sunder valsch gezok: lât ôt hie den uberrok. daʒ pfert und ouch die kappen.
der mönch und die rosenkränze 327
s. marienlegenden nr. 21
Pfeiffer; Gregor Schulcz von der Brese und Jorge sein bruder sullen is ken dem gerichte abelegen von des geczoges wegin, das sie (
die beklagten) an Peter Kitczken ... begangen habin ... slugen sie ir zween nedir hinder ... do lîff er aus der stuben und sprach zu en ... worumme wollit ir uns so iemerlichen sloen und morden?
schlesischer eintrag v. 1456
s. Meitzen 217. 1@b@d@2@cc))
durch die verallgemeinerung zu dem begriffe untat, frevel 1@b@d@2@c@aα))
wird auch die übertragung auf den diebstahl ermöglicht: nu fugte sichʒ ûf einen tac daʒ er nâch dûblîcher art mit rechter sult begriffen wart und geworfen in den stoc. durch sîn velschlîch gezoc wart im verteilet dô sîn leben.
der gehängte dieb 20
s. marienlegenden 6
Pfeiffer. 1@b@d@2@c@bβ))
meist aber fehlen die anhaltspunkte, um die art des vergehens oder verbrechens zu bestimmen: das die fronpoten desterpas auff geczog zu sehen
Olmützer stadtb. 85, 5
s. Jelinek, mhd. wb. aus böhm. quellen; ein man, den ein freibotte beheldet von gezoges wegen, der gibt zu stockmiet 1 schilling; sizet er aber lenger, so gibt er den freibotten zu der nacht 6 pfennige
Eisenacher ... gerichtsläufte (14.
jahrh.) § 53
s. Thür. gesch. qu. n. f. 6, 46; vorliffe sich och dewbe adir gezog, adir frevil als umb totslege
lehnbrief des Lauensteiner richters 1424
s. Kreyssig beitr. 4, 361; sullen ire wissenschaft von eines gezogis und frevels wegen ... vorbrengin
schles. urk. v. 1455
s. Meitzen 217; das her einen gezog erhabin hette
buszregister 15.
jahrh. s. ztsch. hess. gesch. 2, 373
u. a. 1@b@d@33))
abgeschwächt lebt die so gewonnene bedeutung auch noch später fort: wie
m. Cruciger oftmals (und fast immer) aus dem hebraischen die gezöge und gewirr machet, davon möchte einem das maul wäszeren: er selber bekennet, dasz er seinem eigenen erahten nicht kan genug thun Schottel
gutachten über Gueintz. s. d. fruchtbring. gesellsch. ält. ertzsch.
s. 248. 1@cc)
auch zu der sp. 6986
für geziuge
in der rechtssprache belegten verwendung von ziehen (ich ziuch eʒ an got Jansen Enikel 25803; des züg ich an ... got Hugo von Montfort 1, 16)
finden sich in —
elsässischen zeugnissen —
parallelen: appelliertent, das ist einen gezog noment Königshofen
vgl. oben sp. 6985; dasz die bauherren höret an zwing und bahn und der gezog zu Heiterheim in dem dorffe, und das gericht über alle die do sesshaft sind
kundschaft der rechte v. Heitersheim 1314
s. Alsat. dipl. nr. 880
Schöpflin; dass die gerichte zu unsern und des richs dörffern ... iren gezog umb ire urteil gen Hagenow habent ... und die urteile doselbst holen sullen
Hagenauer urk. v. 1448
s. ebenda nr. 1347; dass ich enpfangen habe zu rechtem lehen ... den dinnghoff zu sant Peter zu Bergheim mit dem kirchensatz daselb ... und das gericht und den gezog zu Bergheim
Herlisheimer urk. v. 1404
s. nr. 1248; die sOellent do recht geben und nemmen vor unserm gesworn gerichte, es wer dann, daʒ einer es mit einem getzoge fur unsern herren meister und rot ziehen wolte, dem sol man es nit abschlahen
zunftgericht der kürschner zu Straszburg um 1470
s. zeitschr. gesch. Oberrh. 17, 31;
vgl. auch gezog Scherz-Oberlin 549. 22)
der übergang von der verbalhandlung zum collectivbegriff ist wie bei gezeug in einer persönlichen fassung und andererseits in der richtung auf die sachbedeutung belegt, je nachdem das subject, das zieht, oder das object, das gezogen wird, den ausschlag giebt. 2@aa) gezog
als persönliches collectiv, vgl. gezeug, reisiger zeug
sp. 7006;
vgl.zug für gruppenbildungen: reiterzug, festzug, zug grenadiere;
vgl. reisigen getzug, den er trabens in das lant geschickt
M. v. Kemnat 2, 27
u. a. 2@a@aα)
in der höfischen dichtung ist der held nicht ohne gefolge gedacht; je mehr begleiter desto vornehmer der aufzug. für die abenteuer selbst kommt aber der held meist allein in betracht, und so findet sich meist vorher ein hinweis auf die trennung des ritters von seinem gefolge. für dieses, das mehrfach in die bedeutung tross
weiterleitet, wird gern gezog
gebraucht. 2@a@a@11)) sus reit der werde degen balt sîn rehte strâze ûʒ einem walt mit sîme gezog durch einen grunt. Wolfram
Parzival 339, 17; dô sîn gezoc sô kleine was, vil schiere al eine er ân die ritter gar gestuont. daʒ was im etswenne unkuont.
Willehalm 140, 19; ieslîcher dâ besunder reit eteslîcher kleine gezoc behielt. 405, 9. (
var. zog.) die dâ truogen den schilt mîn ... si truogen ir helm sunderlîch; ir wâpenkleit was gar gelîch: ir schilte, ir decke, ir wâpenroc, ich het ein ritterlich gezoc. Ulrich v. Liechtenstein
frauendienst 1005, 8.
Bechstein desgl. 749, 1; wie ir welt, daʒ ich mîn vart sül schicken unde stellen, mit waʒ gezoges, mit waʒ gesellen, in welher mâze, in welher wîse: nâch ritterlîchem prîse oder nâch götlîcher ahte.
frauendienst 3.
büchlein v. 236;
dazu vgl. mit schwacher flexion: wider hain waʒ im do gach im volget vil gezogen nah er warp nah grozer ritterschaft mit den er kom wider mit ganzer craft in deʒ kaisers hof do vand er da vil ritter me denne anderswa. Ulrich v.
d. Türln
Willehalm 213, 2
nach der Leipziger handschr. s. Singer s. 252; 2@a@a@22)) Gâwân in zühteclîchen bat daʒ er sich arbeite unt sîn gezoc im leite ze Bêârosch ... er reit al ein gein wunders not. Wolfram
Parzival 432, 16;
vgl. auch unten; ir gezoc hiezen s' dô stätlîche wider rîten und niemannes bîten und teilten ir ritterschaft. dô wart diu groezere kraft geschicket an die widervart daʒ der gezoc waere bewart dâ der ûf sîne strâze gie. dô diʒ geschach, dô heten die, die mit Tristande kêrten hin wol drîzec ritter under in. Gottfried
Tristan 5328. 2@a@bβ)
so bildet sich ein gegensatz zwischen ritterschaft
und gezog
aus, bei dem der letztere —
wohl unter dem einflusz der betroffenen objecte —
der sachbedeutung sich nähert und gelegentlich auch als neutrum erkennbar wird. 2@a@b@11)) zwene und driʒʒig kúnige craft fuorten starke riterschaft und gros gezog ane zal. Rudolf v. Ems
weltchron. 34837
Ehrismann; daʒ her schiet von dem lande dan und ir krefterich gezog. 14436; 2@a@b@22)) manec soumaer muose tragn kappeln unde kamergewant. manec soum mit harnasche erkant giengen ouch dar unden, helm oben drûf gebunden bî manegem schilde wol getân ... rîtr und frouwen hinden nâch riten an einander vaste. daʒ gezoc wol eine raste an der lenge was gemeʒʒen. Wolfram
Parzival 669, 14. 2@a@gγ)
in der allgemeinen richtung auf kriegerische handlungen läszt sich die bedeutungsfärbung des persönlichen collectivs nicht immer sicher bestimmen. bei der berührung mit gezeug
im sinne des reisigen zeugs tritt das moment der gewalttat (
s.gezog sp. 7180
f.)
besonders hervor; andere mögen sich mehr der sachbedeutung nähern (
vgl.gezeug = geschütz).
sicherer als der bedeutung nach sind die verwendungen nach ihrer fügeweise zu gliedern, die einzelnen formen zuneigt: 2@a@g@11)) nu dar, du werder herzoge Liupolt, wer ist an dim gezoge? eʒ sagt iu aventr. un hOert wie der gehr sich hat da gesellet! Joh. v. Würzburg
Wilhelm v. Oester. 16532
Regel desgl. (
s. o.) 16630. daʒ wir herzog Leupolt zu dem gezog und haufen auf bringen und füren sollen fünf hundert spieʒ
monum. Zoll. 361 (1374); 2@a@g@22)) nu ime daʒ alleʒ wart benant, wie daʒ urliuge was gewant, und im vil rehte wart geseit der vînde gelegenheit, wâ sî zuo riten mit ir gezoge ... Gottfried
Tristan 18769; eʒ werte wol driu zehen jâr daʒ nu dehein jâr wart si kaemn mit niuwer hervart ... darumbe wâren dar komen mit harte grôzem gezoge.
die gute frau 587
Sommer (
ztsch. d. a. 2, 410); 2@a@g@33)) frumer man hât er niht drî. swaʒ des gezoges alles sî, dâ er ein dorf mit überkumt. Seifried Helbling 1, 593
Seemüller s. 40 (
nach der conjectur Karajans;
in der handschrift: wes das getzog);
vgl. agema ... ein rott oder hauf, ein gezög Cholinus-Frisius (1540) 47
a. 2@a@g@44))
zu den verwendungen sp. 7180
neigt: wane so der hirtz dise hunde alle überwunden hat und zuo wasser kummet, so ... trincket (
er) mit gantzer gengede ... also tuot der mensch, also er sich mit der helffe unsers herren lidig gemachet alles dis gezoges der grossen und der kleinen hunde Tauler
predigten 53, 11. 2@a@dδ)
am wenigsten streitbar wird das gefolge bei der beziehung auf die frau gedacht: dô hieʒ der hêrlîche degen Hiltebrant den grîsen sîne vrowen wîsen gegen Bechelâren, dâ sîne mâge wâren. ir gezoges was niht mêre, niwan diu maget hêre und die einen zwêne man, unt daʒ ein soumer mit in dan truoc vrowen Herrâten kleit.
klage 2104. daʒ si schiere funden dô den starken lewen küene ... diu maget wol bescheiden und ir gezoc dar under nam dirre maere wunder, wer in erslagen haete alsô. Konrad v. Würzburg
Partonop. 10729. daʒ alliz chembil truogin mit olbendin genuogin, geladin riliche ... ir (
der Königin v. Saba) gezogis was so vil daʒ im dú zal niht machit zil, den si mit ir brahte dar. Rudolf v. Ems
weltchronik 33267; nû riten sî mit maeren hin für daʒ gezelt, dâ diu künigîn erbeizet und der frouwen gezok. über die bluomen manig enger rok sich zôch. Ulrich v.
d. Türlin
Willehalm 309, 19
Singer; desgl. (junc frowen, frowen rîch gezok) 243, 29; (die künegin ... und ir gezok) 84, 3. 2@a@eε)
seltener ist diese bedeutungsrichtung bei der beziehung auf den mann; vgl. die variante zu habe: saget im ouch daʒ er mir chome mit al siner hebe, haiʒʒe siniu hîen sîn lihe mittriben.
Wiener genesis (
fundgruben 2) 70, 9; daʒ er mir chome mit allem sinem gezoge.
Milstätter genesis Diemer; vgl. dagegen: si sprâchen 'wer mac uns hie komn?' sus sprach diu alte herzogî
n. 'waʒ gezoges mac diʒ sîn?' dô sprach ir elter tohter sân 'muoter, eʒ ist ein koufman.' 'nu füert man im doch schilde mite.' 'daʒ ist vil koufliute site'. Wolfram
Parzival 352, 14.
vgl. auch mit auslautendem e: es seind seiner (
des pabstes) freund zuovil, und der selbigen ain so grosz getzoge
Neu Karsthaus s. Hutten 4, 470. 2@bb)
als sächliches collectiv tritt die form den sp. 6998
ff. besprochenen verwendungen von gezeug
zur seite 2@b@aα) er fuorte, sô daʒ maere jach, schoene und ritterlich gezoc. von sîden was sîn wâpenroc und diu covertiure sî
n. Konrad v. Würzburg
Engelhard 2515;
desgl. (
s. o. sp. 6984) 2657 (
dort in var. masc.);
desgl. Lanzelot 199; 109; dri ding di machtin vor jarin daʒ di Romer alʒ obirwundin ... si hattin gudis gezoigis sad und warin eintrechtig und getruwe.
ritterspiegel 2785
s. Bartsch. md. ged. 2785; ein dicker roc âne tiuwer kost gezoc sunder nâch rehter dêmut siten wît, lanc, genaeget und gesniten. Ulrich v. Eschenbach
Wilhelm v. Wenden 467;
vgl. Lexer
nachtr. 211. 2@b@bβ)
auch zu gezeug
in der bedeutung zugnetz, fischernetz (
vgl. sp. 7002)
liegen zeugnisse für gezog —
wiederum elsässischer herkunft —
vor. die formen sind sehr verschieden. auffällig ist im ältesten beleg das grammat. geschlecht des fem.: sint wir überein kommen, das die liegend gezoge der gonden rumen sol
Straszb. fischordnung 14.
jahrh. s. Brucker s. 175.
dagegen vgl. den umgelauteten plural: allen die solich garne gezöge und körbe machent (15.
jahrh.) 194; dasz die gezóge der worfgarn vast schedelichen sint ... so der visch in sinen leichet got, so wurt ... der leichet, nit allein der fisch gefangen (1478)
s. 211;
dazu vgl. das dehein vischer ... mit deheinem engern gezoge noch garne ... vischen sol (1425)
s. 182;
vgl. auch die belege sp. 6985
; vgl. endlich die soliche watten, garne, berner, körbe oder deheinen vische, gezock enger wirketen (15
jahrh.)
Brucker 193.