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gewin

mhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MWB
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

gewin

Bd. MWB 2 727, Sp. 9
gewin stM. (auch swM. MinneR 410 418 ), unter nd. Einfluss auch stN. ( Reinolt 2:2,16; KarlGalie S. 44) 1 ‘Sieg, Erfolg’
2 ‘Gewinn’
2.1 ‘Erwerb, Ertrag’
2.2 ‘Broterwerb, Arbeit’
2.3 ‘Vorteil, Nutzen’ (teils semantisch abgeschwächt)
3 phras. zu 1 und 2 (vgl. TPMA 4,470-491)
3.1 häufig verlust gegenübergestellt
3.2 speziell in der Wendung ze gewinne unde/ oder ze verluste (und umgekehrt)
   1 ‘Sieg, Erfolg’ wederm geviele der gewin [welchem (der Kontrahenten) der Sieg zufiele] , / des was zwîvel under in Er 928; man jehe dem gewinnes, den man siht gewunnen hân NibA 914,4; ich hete ein spil sô guot, daz ich gewinnes mich versach WernhSpr 65,1; UvZLanz 1155; ein polensch rittir hatte e / [...] / im gelobt an sine hant, / er wolde di stat gewisse / im mit vorrêtnisse / antwortin zu gewinne [Eroberung] NvJer 14919. 25005. diu sigerîche Minne / diu windet sich ûz wîbes ougen / durch des mannes ougen tougen nâch gewinne: / Minne unt ein minniclîchez wîp sint sinneroubærinne RvZw 270,11    2 ‘Gewinn’    2.1 ‘Erwerb, Ertrag’ ir gewin und ir bejac / den sanden si [Tristan und Kaedin] ze Karke Tr 18924; dar [in ein reiches Land] wurden sie gesant / nach spise vnde nach gwinne. / des was da vil inne Herb 3901. 17049; dvrch gewin ReinFu K,415; die da werfent nach vnrehtem gewinne / si phrengent [bringen in Bedrängnis] die armen VMos 40,9; der engel gewin waz da groz, / swa blvͦt von den kristen vloz TürlArabel *A 45,30; da wart nvͥt kranc der botten gewin [Lohn] ebd. *A 196,14; er [der Hl. Laurentius] oppherote gote des besten gewinnes [Guts, Besitzes] , den er hete, sin selbes lîb Spec 91,18; WessobrGlB I 145,37; StRMünch 408,17; Wig 5495; Ammenh 17978. – Zinsgewinn: du soldes minen schazt gegeben habn zu gewinne [ nummulariis ] , swanne ich were komen, daz ich min gute hette wider genumen mit wuchere [ usura Mt 25,27] , daz ist mit gewinne PrLpz 14,32. übertr.: frou Herzeloyd diu künegin, / ir site an lobe vant gewin, / ir kiusche was für prîs erkant Parz 103,4; er minnet sîn wîp und si in, / sie dûhte ein vreuderîch gewin, / daz sie einander solten hân RvEBarl 5988. – auch von etw. Negativem: sô gebt ir jâmers mir gewin Parz 612,25; diu herzogin / an ungemache im gap gewin ebd. 628,10    2.2 ‘Broterwerb, Arbeit’ ich bin ein armman / vnde han anders dehein gewin, / wen daz ich ein ieger bin Herb 18070; von unserme gewinne / sô sint sî worden rîche, / und leben wir jæmerlîche Iw 6404; daz sie ouch unerloubeten gewin unde gescheffede niht urboren StatDtOrd 52,31    2.3 ‘Vorteil, Nutzen’ (teils semantisch abgeschwächt): ouch ist mir mære geseit / daz hie ein âventiure bî / mit starkem gewinne [ruhmreich, verdienstvoll] sî / von einem guoten knehte Er 8385; ist dîn herze steinîn gar / und dornic, ob ich sæje dar / guotes sâmen gewin: / [...] / sô bin ich sô niht ûz gesant, / daz ich in nâch unwerde / werf in unberhafte erde RvEBarl 1633; min kint [Willehalm] nah gewinne dich [Arabel] hat gekvst TürlArabel *A 265,27; durch miner [einer erblindeten Frau] ougen gewin [Heilung] / und durch got vuͦre mich so hin / zuͦ dem [...] seligen Johanne! Vät 3673; Wig 181. – vor allem bei Wolfram: ~ ane etw.: diu rîche wîse heidenin / het an künste den gewin / daz si wol redete franzeis Parz 329,12; daz gît an freuden mir gewin ebd. 369,8; got gebe an helfe mir gewin Wh 122,30; ein gewin / an willekeit der liute ebd. 234,14 u.ö.    3 phras. zu 1 und 2 (vgl. TPMA 4,470-491): ûf minne und ûf gewinne / stânt al der werlde sinne; / noch süezer sint gewinne / dan dehein werltlich minne Freid 55,19 u.ö.; Renner 5087; gewin hât mit gewinne pfliht, / ein kummer ist âne den andern niht ebd. 13403 u.ö.; nu strebt ein ieglîch man sêre / dar nâch wie er gewinne mêre WälGa 6616; Krone 17929    3.1 häufig verlust gegenübergestellt: waz tâ geschehe, wiez dort ergê, / gewin und flust, wie daz gestê, / desn weiz frou Herzeloyde nieht Parz 102,24. 597,7; dâ huop sich vlust und gewin Wig 11015; mit grôzem vlîze er [Gregorius, der zum Kampf vor die Stadt will] in [seinen Gastgeber] des bat / [...] / daz er in lieze wider in, / er bræhte vlust oder gewin Greg 2090; gewin den wolten si bejagen / oder kiesen die verlust KvWPart 20490; ez si gewin, ez si verlust Frl 14:31,10; Tr 367; Himmelr 11,11; TürlArabel *A 250,12    3.2 speziell in der Wendung ze gewinne unde/ oder ze verluste (und umgekehrt): daz die fuͤmfe [Schiedspersonen] nah beider taile fuͤrlegen [Darlegungen der beiden Parteien] ovf ir ait daz reht drvmbe sprechen solten ze fluͤste vnd ze gewinne UrkCorp (WMU) 1270,33; zuͦ gewinne oder zuͦ verluste ebd. 1007,45 u.ö.; swer umb sein geschaeft von der stat arbait oder auf dem gotzweg ist [...], der mag sein chlag ze gewin und ze flust aufgeben vor dem rechten StRMünch 318,5; des sol mîn herze pflihte hân / ze flüste odr ze gewinne Parz 432,1; StRFreiberg 205,24; Herb 6864. 11005

MWB 2 727,9; Bearbeiter: Richter

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gewinstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    gewin stm. gewinn, das erlangen von etwas und das was man auf irgend eine weise erlangt; besonders erlangung des sieges.…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gewinM., N.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    gewin , M., N. nhd. Erwerb, Verdienst, Gewinn, Nutzen (M.), Vorteil, Nutzung, Nießbrauch, Verpachtung, Pachtung Vw.: s. …

  3. modern
    Dialekt
    Gewinm.n.

    Westfälisches Wb.

    Ge-win m.n. [verstr.] Gewinn; Erwerb ( Rek Bo ). — Sprichw.: Erßer Gewinn ess Kattengewinn erster Gewinn ist für die Kat…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gewin

202 Bildungen · 186 Erstglied · 14 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von gewin 2 Analysen

geweln + -in

gewin leitet sich vom Lemma geweln ab mit Suffix -in, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: ge-+win

gewin‑ als Erstglied (30 von 186)

gewindan

KöblerAe

gewin·dan

gewindan , st. V. (3a) nhd. winden, drehen, flechten, schwingen, sich winden, wenden, fliehen, laufen, losgehen, gleiten, rollen, zögern ÜG.…

gewinde

DWB

gewinde , gewind II , n. , verbalsubstantiv zu winden ( torquere, volvere ) mit einer reihe von gebrauchsformen, die sich bald mittelbar, ba…

Gewindeboªr

WWB

Ge-winde-boªr m. [verstr.] Bohrer zum Herstellen von Gewinden (Lippe Oesterh ).

gewindebohrer

DWB

gewinde·bohrer

gewindebohrer , m. : gewindebohrer ... bei den zimmerleuten, ein groszer bohrer, löcher in die balken und zapfen zu bohren. Adelung 2, 662 ,…

gewindedurchmesser

DWB

gewinde·durchmesser

gewindedurchmesser , m. : für die verschiedenheit zwischen ganghöhe, gangtiefe ( d. h. unterschied des äusseren und inneren gewindehalbmesse…

gewindeende

DWB

gewinde·ende

gewindeende , n. : ob die schwanzschraube das rohr auch fest verschliesze, erkennt man, wenn man etwas speichel um das gewindeende der schwa…

gewindefenster

DWB

gewinde·fenster

gewindefenster , n. : gewindefenster ... alle fenster, die 2 bis 4 fensterflügel haben, welche letzteren aber durch gewinde, d. i. häspen un…

gewindeisen

DWB

gewind·eisen

gewinde- , gewindeisen , n. : gewindeisen, mühleisen, poilier, iron-cross. Beil technol. wb. 243 ; ähnlich Campe u. a.; gewindeisen, schraub…

gewindekluppe

DWB

gewinde·kluppe

gewindekluppe , f. , gewindekluppe ... werkzeug zum schneiden von schraubengewinde um einen cylindrischen körper von metall oder holz. Stenz…

gewindel

DWB

gewin·del

gewindel , n. , verbalsubstantiv zu windeln s. d.: das gewindel Campe 2, 363 b ; gewindel ... das häuffge windeln. Heinsius 2, 436 b , s. ge…

gewindelänge

DWB

gewinde·laenge

gewindelänge , f. : bolzendrehbänke mit verstellbaren anschlägen, durch welche die gewindelänge, der gewindedurchmesser und die bolzenlänge …

gewindelehre

DWB

gewinde·lehre

gewindelehre , f. : wie für cylindrische bohrungen und durchmesser, so werden auch lehren für gewinde hergestellt ... indem diese cylindrisc…

gewindelt

DWB

gewind·elt

gewindelt , participiales adjectiv mit zwei auf verschiedenartiger ableitung beruhenden verwendungen. 1 1) engere anlehnung an das fem. wind…

gewinden

DWB

gewin·den

gewinden I , verstärktes winden zu wind ( ventus ) s. d.; es was auch so kalt und gewindet so vil, dasz in etwa vil tagen niemant gewandlen …

gewindeschneiden

DWB

gewinde·schneiden

gewindeschneiden , n. , erstarrte form der verbalverbindung gewinde schneiden s. o.: zum gewindeschneiden von muttern dienen gewindebohrer o…

gewindeschneidstahl

DWB

gewinde·schneidstahl

gewindeschneidstahl , m. , s. das vorhergehende; vgl.: an der stange sitzt fest der arm h, an welchem der gewindeschneidstahl eingespannt is…

gewindesteigung

DWB

gewinde·steigung

gewindesteigung , f. , vgl. gewindegang: bei einigen ( schraubenschneid )maschinen wird der vorschub des schlittens zwangläufig durch eine l…

gewindet

DWB

gewin·det

gewindet , participiales adjectiv zu winden, vgl. gewinden I: der sohn und vater, der und der, gar lieb und freundlich hauchet, aus einem he…

gewindetheil

DWB

gewinde·theil

gewindetheil , m. in der beziehung auf den allgemeinen begriff von gewinde nicht beobachtet, wol aber in engerer beziehung auf das gewinde a…

gewindgang

DWB

gewind·gang

gewinde- , gewind-gang , m. : gewindegang, pas de vis, filet de vis, thread. Beil ; gewindegang, schraubengang. Karmarsch ; gewindegang, der…

gewindig

DWB

gewin·dig

gewindig , adj. : gewindig, behend, hurtig. Westenrieder 225 ; gewindig (gwinti) sich leicht wendend, drehend, hurtig, behend. Schmeller 2 2…

gewinfull

KöblerAe

gewin·full

gewinfull , Adj. nhd. arbeitsam, ermüdend, hart ÜG.: lat. laboriosus E.: s. gewinn, full (2) L.: Hall/Meritt 411b

gewin als Zweitglied (14 von 14)

anegewin

MWB

ane·gewin

anegewin stM. ‘Gewinn, Erwerb’ durch mines hailes angewin / wil ich hie die ruͦwe han / und unwidersaget lan / biz ich den tag erkiuse WhvÖs…

bî(ge)win

MNWB

bige·win

* bî(ge)win , m. , Nebengewinn, kleiner Gewinn neben dem Hauptgewinn.

bīgewin

KöblerMnd

bīgewin , M. nhd. Nebengewinn, kleiner Gewinn neben dem Hauptgewinn Hw.: s. bīwin E.: s. bī, gewin L.: MndHwb 1, 287 (bî[ge]win) Son.: jünge…

hant(ge)win

MNWB

hant·gewin

° hant(ge)win , n. , Übertragung des Lehnhofs auf die Person des Rechtsnachfolgers beim Tode des Kolonen, Zustimmung des Lehnsherrn zur Nach…

hôchgewin

MWB

hôchgewin stM. teilw. kann auch ein Syntagma mit attr. Adj. hôch vorliegen. ‘großer, bedeutender Gewinn’ uf mynes scheppheres hochgewin / wi…

hōchgewin

KöblerMhd

hōch·gewin

hōchgewin , st. M. nhd. „Hochgewinn“, höchstes Ziel, höchster Preis, großer Gewinn, bedeutender Gewinn Q.: TvKulm, Hiob (FB hōchgewin), Alex…

koufgewin

KöblerMhd

kouf·gewin

koufgewin , st. N. nhd. Kaufgewinn Q.: Renner (1290-1300) E.: s. kouf, gewin W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (koufgewin), DRW

lîfgewin

MNWB

lif·gewin

° lîfgewin , m. , erbliche Nutzung auf Lebenszeit . —

līfgewin

KöblerMnd

līf·gewin

līfgewin , M. nhd. „Leibgewinn“; erbliche Nutzung auf Lebenszeit E.: s. līf, gewin W.: s. nhd. Leibgewinn, M., Leibgewinn, Nutznießung auf L…

nāchgewin

KöblerMhd

nāchgewin , st. M. nhd. „Nachgewinn“, nachträglicher Gewinn, Lohn, Gewinn Q.: WälGa (1215/1216) E.: s. nāch, gewin W.: nhd. DW- L.: Lexer 14…

spilgewin

Lexer

spil·gewin

spil-gewin stm. BMZ erwerb mit der spindel (spille) Helbl. 8,212. vgl. Hpt. 5, 471.

ungewin

Lexer

ung·e·win

un-gewin stm. BMZ schaden, nachteil, unglück, verlust Hartm. ( Er. 2 3889. 4621. 5984. Büchl. 1,1830. pl. ob er möhte verkêren ir vröude ûf …

übergewin

KöblerMhd

übergewin , st. M. nhd. „Übergewinn“, höchster Besitz Q.: RAlex (1220-1250) (FB übergewin) E.: s. über (1), gewin W.: nhd. Übergewinn, M., Ü…

Ableitungen von gewin (2 von 2)

ungewin

Lexer

un-gewin stm. BMZ schaden, nachteil, unglück, verlust Hartm. ( Er. 2 3889. 4621. 5984. Büchl. 1,1830. pl. ob er möhte verkêren ir vröude ûf …

ungewinlich

Lexer

un-gewinlich adj. BMZ nicht nach gewinn aussehend, nicht einnehmend, ungefällig. swie vil du von deinem lieben freunt hœrest oder von dir se…