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gemüse

mhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gemüse n.

Bd. 5, Sp. 3292
gemüse, n. collectivum zu mus, speise, mhd. gemüese Lexer 1, 847 (doch ohne eigentlich mhd. belege), ahd. gimuosi nicht bezeugt, mnd. gemôse, ghemoese wb. 2, 55a, Dief. 472a. auch blosz müese in mhd. zuomüese, im 15. jh. zumiesz Dief. 472a (s. unter 2). 11) zuerst von speise überhaupt, wie mus eben auch (ahd. muas cibus, esca), vgl.mel und ander gems Lexer, s. auch im mnd. wb. gemôse von speise überhaupt, was z. b. die junge frau davon ins haus mitbringt (16. jahrh.). daher mit speise wechselnd: sprach Amnon zum könige: lieber, lasz meine schwester Thamar komen, das sie fur mir ein gemüse oder zwei mache .. da sandte David nach Thamar ins haus und liesz ir sagen: gehe hin ins haus deines bruders Amnon und mache im ein speise .. und sie nam einen teig und knettet und sods fur seinen augen und kocht im ein gemüse u. s. w. 2 Sam. 13, 6 ff. auch z. b. von fleisch oder fisch: das fleisch (des fisches), so es gesotten, gibt es ein rot gemsz. Forer fischb. 146b. von fleisch, allerdings gehacktem: das gemusz darauf schuten. küchenmeist. b 8, wie ebenda rehmusz; vergl. mit sampt guten gemuszern das. a ij. 22) vorzugsweis doch von brei o. ä., wie eben auch mhd. muos, schon ahd. auch muas pulmentum, weil er die gewöhnlichste hauskost war: gemuse, pulmentum, it. sorbitiuncula. voc. inc. teut. i 8b (sorbitium auszer suppe auch mus, brei Dief. 543a, gemües Schm.2 1, 1676); pulmentum gemusze, gemus, gemues, gmuesz u. ähnl. Dief. 472a, auch zugemuse das., d. h. zum brot zu essen wie Melber erklärt: pulmentum, ein gemusz, omne quod coquitur (also auch zu 1 und 3) edendum cum pane t 4b (pulmentarium, quilibet cibus preter panem gemma Straszb. 1518 U ijb). z. b. haberbrei, gerstenbrei: it. ein gesotten fleisch, ein hebrein gemuse, ein gepraten fleisch u. s. w. Nürnb. chr. 2, 524, 40 (als mal für kriegsgefangene), mitte 15. jh.; ein gems von haberkern Lexer; polenta, ain gemüesz aus gersten. Schm. 2, 637; seud es, bis es werde wie ein prein oder gemües. das. von pulverbereitung. in dem kochbuch des klosters Tegernsee für die fastenzeit wird auch genau gehandelt von dem gemuesz, so man nit von milch und ayrn iszt, darin erscheinen veigenmuesz, weinpermuesz, mandlmuesz, weichslmuesz, vischmuesz, alles zusammen als gemuesz. Germ. 9, 203, dann s. 206 auf 40 personen gmüesz, es ist reismuesz, veigenmuesz, weinmuesz, öpflmuesz, arbasmuesz (von erbsen), auch vischmuesz und stockvisch. 33) nachher und besonders jetzt verengert auf speise von hülsenfrüchten und küchenkräutern, wol auch auf die letzteren allein, während beide natürlich von haus aus im begriffe eingeschlossen waren: cocta legumina, ein gemüs davon (d. h. von hülsenfrüchten). Alberus tt 1b; gemües, als gersten, bonen u. s. w., legumen, das noch nit kocht ist, puls, pulmentum, offa, gekocht. Schönsl. T 7b, also die bed. 2 noch eingeschlossen; und er sprach zu seinem knaben, setz zu ein grosz töpfen und koch ein gemüse fur die kinder der propheten. da gieng einer aufs feld, das er kraut lese ... schneit ers ins töpfen zum gemüse. 2n. 4, 38 fg.; vergl. gemüsekraut. auch für vieh, grünes gemüs als futter: er treibet sie (die schäflein) zur weiden, zum grünen erdgemüs. Spee trutzn. 41 (30 B.); das futter misch mit rosen (Joseph ist angeredet) dem ochs und eselein, mach deinen frommen thieren so lieblichs mischgemüs. 212 (154). ein bürgerliches einfaches gericht besteht nun aus suppe, fleisch und gemüse, auch zugemüse, d. h. nun als zukost zum fleische (so auch Adelung), nicht mehr zum brote wie ehedem (s. u. 2). im engsten sinn versteht man darunter nun blosz küchenkräuter, wie auch mus selbst sich hie und da so verengt hat, z. b. in Oberhessen wesentlich von kohl und kraut, s. Vilmar 276; in Leipzig unterscheidet die küchensprache grünes oder frisches gemüse und trocknes gemüse, d. h. bohnen, erbsen, linsen u. ä., aber auch noch gräupchen, reis u. ä., wie Adelung grünes und trocknes oder hülsengemüse. übrigens auch gemüse in den beeten, der küche zuwachsend (vergl. gemüsebeet): dankbarer (als der wein) lohnte der pflegenden hand der wuchs des gemüses, was durch gesäme nur nährt (hülsenfrüchte), durch die wurzel oder das krauthaupt, was am boden bescheiden verweilt, was an stäben hinaufrankt .. Kosegarten 3, 37.
4285 Zeichen · 123 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gemüsestn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    ge-müse stn. s. gemose.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gemüse

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Gemüse , des -s, plur. von mehrern Arten und Quantitäten, ut nom. sing. alles was von Feld- und Gartenfrüchten zur S…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gemüse

    Goethe-Wörterbuch

    Gemüse mehrf ‘Gemüs(-ß)’ od apostrophiert a Sammelbezeichnung für eßbare (Kohl-, Blatt-, Wurzel- ua) Gewächse, im Garten…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gemüse

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gemüse (hierzu Tafel »Gemüsepflanzen I-IV«), Pflanzen oder Pflanzenteile, wie Blätter, Blattstiele, Schößlinge, Fruchtbö…

  5. modern
    Dialekt
    Gemüsen.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Ge-müse n. : 1. a. 'Gemüsepflanzen und die daraus zubereiteten Gerichte', Gemies (gəmīs) [verbr.]; G. butze, G. beimache…

  6. Sprichwörter
    Gemüse

    Wander (Sprichwörter)

    Gemüse 1. Besser Gemüse ohne Gewürz, als Gewürz ohne Gemüse. Böhm. : Co platno koření, když není vaření. ( Čelakovský, 1…

  7. Spezial
    Gemüse

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ge|mü|se n. (-s,-) ortam m. , verzöra f. , patüc d’urt m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gemuese

27 Bildungen · 26 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gemuese

ge- + muse

gemuese leitet sich vom Lemma muse ab mit Präfix ge-, mit Umlaut-Wechsel.

gemuese‑ als Erstglied (26 von 26)

Gemüsehändler

PfWB

gemuese·haendler

Gemüse-händler m. : wie schd., -hännleʳ [ KU-Brück LU-Friesh ], Gemiese- [Neustdt]. Südhess. II 1244 . —

Gemüsehandel

PfWB

gemuese·handel

Gemüse-handel m. : wie schd., Gemieshannel [verbr.]. RA.: Do heert sich doch der G. uf! 'Das ist doch die Höhe!' [RO-Obd KU-Schmittw/O Lu'ha…

Gemüsehobel

PfWB

gemuese·hobel

Gemüse-hobel m. : 'Hobel zum Schneiden des Gemüses', -howwel [ BZ-Dernb ]; vgl. Krauthobel . —

gemüsekraut

DWB

gemuese·kraut

gemüsekraut , n. kraut das zu gemüse dient: der krähenfusz wird auch gekocht und gessen wie andere gemüskräuter. Tabernaem. 303 .

Gemüsenudeln

PfWB

gemuese·nudeln

Gemüse-nudeln Pl. : 'breite Nudeln', Gemiesnudele [verbr.], Gemiese- [ NW-Elmst LA-Wollmh ], Gemiesnuule [ NW-Wachh ], Gemiese- [ KB-Kriegsf…

Gemüseschüssel

PfWB

gemuese·schuessel

Gemüse-schüssel f. : 'Schüssel mit Gemüse', Gemiesschissel [Zweibr]. a. 1597: Suppenkahr und Gemueßschüsselich [MHVPf. 1891, S. 41 ff. (RO-O…

Gemüsesuppe

PfWB

gemuese·suppe

Gemüse-suppe f. : wie schd., -supp [verbr.], -sopp [ WD-Niedkch ]; vgl. Franzosensuppe . Südhess. II 1246 ; Rhein. II 1435 Z. 51. —

Gemüseteller

PfWB

gemuese·teller

Gemüse-teller m. : 'Teller, auf dem das Gemüse gereicht wird', -delleʳ [ FR-Tiefth ]; vgl. Gemüseplatte . —

Gemüsetisch

PfWB

gemuese·tisch

Gemüse-tisch m. : 'Verkaufsstand des Gemüsehändlers'. Stell du dich emol finf Stunn lang bei so ener Hundskält vor deiⁿ Gemiesdisch! [JKurpf…

gemuese als Zweitglied (1 von 1)

zugemüse

DWB

zugemüse , n. , seit dem 15. jh. belegt Lexer 3, 1181 , Alberus ff 2 b ; Stieler 1296 . 1 1) in genauer anwendung ist z. die in musform, s. …

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APA
Cotta, M. (2026). „gemuese". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 8. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gemuese/dwb?formid=G07724
MLA
Cotta, Marcel. „gemuese". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gemuese/dwb?formid=G07724. Abgerufen 8. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gemuese". lautwandel.de. Zugegriffen 8. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gemuese/dwb?formid=G07724.
BibTeX
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