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Geloben

mhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
15 in 11 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Geloben

Bd. 1, Sp. 1538
Geloben 1. Besser nicht gelobt, als nicht gehalten. – Pred. Sal. 5, 4; Schulze, 120. 2. Die viel geloben, halten wenig. 3. Geloben ist adelisch, halten beurisch. – Franck, II, 65a; Tappius, 74b; Henisch, 1462, 13; Petri, II, 332; Gruter, I, 42; Körte, 1992. Venedey (166) bemerkt hierbei: »Die Weisheit auf der Strasse ist eine unverbesserliche Demokratie; und wenn ich ein deutscher Minister wäre, so würde ich ihr unbarmherzig einen Hochverrathsprocess an den Hals hängen.« n.: Lov giverne ere svage og forfængelige, saa og løverne. (Prov. dan., 391.) 4. Geloben ist ehrlich, halten beschwerlich. – Eiselein, 224; Körte, 1994; Simrock, 3367; Braun, I, 718. 5. Geloben ist ein köstlich Ding. – Franck, I, 157b. 6. Geloben macht Schuld. – Körte, 1991. n.: Lov skaden er nær. (Prov. dan., 391.) It.: Chi promette e non attende, sulla pietra' dell' inferno si distende. (Körte, 1991.) – Cosa promessa è mezzo debita. (Eiselein, 224.) 7. Geloben vnd laisten sind zween geisten. – Henisch, 1462, 17; Petri, II, 332. 8. Lööwe'n as iarlk an hual'n bisweeralk. (Amrum.) – Haupt, VIII, 360, 148. Geloben ist ehrlich und halten beschwerlich. 9. Luowen un hoallen, dat dän de Oallen. (Iserlohn.) – Woeste, 73, 194. 10. Man soll nicht geloben, was man nicht halten kann. – Pred. Sal. 5, 4; Schulze, 120. Lat.: Multoque melius est non vovere, quam post votum promissa non reddere. (Schulze, 120.) 11. Mancher gelobt gross gut, sein Glaub zeigt nicht ein halb Loth. – Petri, II, 449. »Wenn er meint, der trewest zu sein, so wiegt sein Trew nicht ein halb Quentlein.« 12. Viel geloben ist ein schlecht ding. – Henisch, 1462, 22; Petri, II, 571. 13. Vil geloben vnd halten ist bäwrisch. – Lehmann, II, 789, 59. 14. Vil geloben vnd wenig geben kompt einem Narren wol eben. – Henisch, 1462, 23; Petri, II, 571. 15. Vil geloben vnd wenig geben, macht die Narren inn frewden leben. – Henisch, 1383, 55; Tappius, 143a; Petri, II, 572; Lehmann, II, 789, 60; Körte, 1993. Engl.: Fair words, please fools (makes fools glad). (Bohn II, 144; Gaal, 595.) Frz.: Douces promesses obligent les fous. (Bohn II, 144; Gaal, 595.) Holl.: Belofte is een hemel voor de dwazen. (Harrebomée, I, 302.) It.: Promettere non è per dare, ma per matti contentare. – Promettere senza dare, è un matto confortare. (Gaal, 595.) 16. Vil geloben vnd wenig halten ist adelich. – Tappius, 74b; Lehmann, II, 789, 58. 17. Vil geloben, wenig geben. – Franck, II, 96a; Tappius, 143a. 18. Vorzeiten gelobt man wenig vnd hielt vil, jetzt helt man das widerspil. – Henisch, 1462, 25. 19. Was gelobt ist, muss bezahlt werden. – Graf, 236, 82. Mhd.: Was gelobet, muss bezahlet werden. (Grimm, Weisth., III, 105; Kamptz, II, 632, 24; Wigand, II, 489, 24.) 20. Was man gelobet hat, das soll man halten. – Teller, 508. Mhd.: Wiltu mit êren alden, waz du gelobest, daz soltu halden. (Morolf.) (Zingerle, 49.) 21. Wer gelobt, der muss bezahlen. – Henisch, 1462, 29; Petri, II, 711; Graf, 236, 86. 22. Wer gelobt, muss antworten. – Graf, 236, 85; Dreyer, III, 1402. Eingegangener Verbindlichkeiten wird man nur dadurch ledig, dass man sie erfüllt. Das Sprichwort gehört dem flensburger Stadtrecht an: We darlavet, de schal antwerden. (Thorsen, 67, 195.) 23. Wer gelobt und hält, das ist ein Held. Mhd.: Swer sîn gelübde behaldet wol, billîch man den loben sol. (Mai.) (Zingerle, 49.) 24. Wer vnversucht viel gelobet, der gedenckt wenig zu geben. – Henisch, 1462, 33. 25. Niemand gelob, so du klug bist, was dir selbst noch vngewiss ist. – Loci comm., 174. Lat.: Rem tibi permissam, nulli permiseris unquam. (Loci comm., 174.) 26. Wem man nichts gelobt, dem ist man nichts schuldig. – Graf, 227, 6. Mhd.: Wem man nichtis gelobet, dem ist man nichtis schuldig. (Daniels, 290, 45.)
3782 Zeichen · 139 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gelobenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    ge-loben swv. BMZ loben, preisen Walth. Ulr. Wh. 103 a ; geloben, versprechen ohne od. mit dat. d. p. Iw. Parz. vil gel.…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Geloben

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Geloben , verb. reg. act. eigentlich, vermittelst eines Handschlages versprechen, und in weiterer und der gewöhnlichsten…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    geloben

    Goethe-Wörterbuch

    geloben von 58 Belegen 22 idWdg ‘das gelobte Land’ a (jdm etw) feierlich versprechen, zusagen (Treue, Gedenken, Gehorsam…

  4. modern
    Dialekt
    geloben

    Rheinisches Wb.

    ge-loben: etwas g., wie nhd., bes. einen Bittgang Rip, Eup , Berg, Kref , Mörs , Geld hier u. da nach dem Nhd.; golde Be…

  5. Sprichwörter
    Geloben

    Wander (Sprichwörter)

    Geloben 1. Besser nicht gelobt, als nicht gehalten. – Pred. Sal. 5, 4; Schulze, 120. 2. Die viel geloben, halten wenig. …

  6. Spezial
    geloben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ge|lo|ben vb.tr. 1 (feierlich versprechen) impormëte (solenamënter), iuré (iurëia) 2 (ein Gelübde ablegen) fá n u.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit geloben

12 Bildungen · 0 Erstglied · 11 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von geloben

ge- + loben

geloben leitet sich vom Lemma loben ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von geloben 2 Komponenten

gelo+ben

geloben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

geloben als Zweitglied (11 von 11)

abgeloben

DWB

abgeloben , abdicere, feierlich entsagen: er hatte die trügliche minne abgelobt und abgeschworen. Musaeus.

angeloben

DWB

angel·oben

angeloben , spondere, polliceri, geloben an die hand: und hier gelob ichs an, verspritzen will ich. Schiller 337 ; sie war meine, mir von eu…

hingeloben

KöblerMhd

hinge·loben

hingeloben , sw. V. nhd. „hingeloben“, verloben Q.: NP, SchwSp (1275/1287) E.: s. hin, geloben W.: nhd. DW- L.: DRW

mitgeloben

DRW

mit·geloben

mitgeloben, v. mit Vorstufen des Kompositums, formal von mitloben nicht in allen Fällen zu unterscheiden; die Partizipialformen werden hier …

Nachgeloben

Campe

nach·geloben

Nachgeloben , v. trs . u. intrs . hinten nach, später geloben. D. Nachgeloben. D. — ung .

vergeloben

DWB

verge·loben

vergeloben , verb. geloben: da vergelobet er got dem herren, wo er im sig gäb, so wölt er den gailen huerenpfaffen iren gögel, muetwillen un…

voregeloben

KöblerMhd

vore·geloben

voregeloben , sw. V. nhd. vorher versprechen Q.: Apk (vor 1312) (FB *vor geloben) E.: s. vore (1), geloben W.: nhd. DW- L.: Lexer 484a (vorg…

vorgeloben

DWB

vor·geloben

vorgeloben , verb. , vorher versprechen: allez daz ir got beschiet bî patriarchen und wîssagen in den vorgelobeten tagen Heinrich v. Hesler …

zugeloben

DWB

zug·e·loben

zugeloben , v. : ich hab' dir zug'lobt, ich werd' dir treu dienen Anzengruber 6, 76 .

Ableitungen von geloben (1 von 1)

vergeloben

DWB

vergeloben , verb. geloben: da vergelobet er got dem herren, wo er im sig gäb, so wölt er den gailen huerenpfaffen iren gögel, muetwillen un…