freien -ai-, –ęi-, ę·i.-, –e·i.-, –ī·ə., –i-, –e- [Sieg auch
-ej-; Bitb
dou fręχs, Part. gəfrī:jən (auch Bernk); Prüm
jəfre·i.ən; sonst
gəfre·i.t usf; Sieg auch
jəfreχ, Eup-Raeren
jəvrekt]
schw. (st.
s. o.): 1.
an einem fr., um eine Person anhalten; weniger das Werben als das Liebesverhältnis betonend;
die fr. zesammen (anenander). a. von den jungen Burschen gesagt;
Pitter freit an Breuersch Steng; P. on St. fr. anen (aneinander) Rip, Allg.; in Aach auch
die zwei fr. sech (veralt.);
sech en Mädche fr.; ne Schlag (Stücksje) fr. Aach;
op et Fr. (herus)gohn; an et Fr. denke; fas fr. mit guter Absicht Rip, Allg. RA.:
Dat Fr., dat wäss (wächst)
all so van klein an drin, as den Schmak in den Appel Mörs-Orsoy, Rees.
Me kann iah en Louisdor met Fr. verdienen äs en Foss (Kupfermünzen)
met Ärbeden Elbf.
Et Fr. hot neist ze bedeien, äwer et Kreien Bitb.
Fr. es en lügenächteg Handwerk Geld-Wachtendonk.
Fr. on Heu drugen (maken, heuen) geschicht (döckes) völl ömmesös Elbf, NBerg, Ruhr, Mörs, —
geschütt fake för Pläser Ruhr-Steele, —
üs ümmesüs te häwen MülhRuhr, —
geschieht ok nit alltits ömsöns Mörs, — mit Forts.
mänchmol küt Renswer (Regenwetter)
dertösche Bergh-Hüchelhv;
en et Heue on en et Fr. darf ken Donnerschull komme Geilk.
En dem Rocke, wo drenne gefreit wird, da hirode se net ömmer dren Gummb-Nümbrecht.
Der freit schon, on sei Wennele sen noch net drucke Wend. —
Vüəlcher (Vögel),
die ze fröhch flöte on Mädcher, die ze fröhch fr., krit de Katz Monsch-Rohren.
De veracht were well, moss fr.; de geloft were well, moss sterve Jül-Linnich.
Hen geht fr., fir net ze kreien vergebens Bitb-Geichl.
He freit wie en Kuər (Nachtwächter) der Schwerenöter Kref-Fischeln. — Ratschläge für das Fr.
Lang gefreien het sech gekreien Prüm-Ihren.
Jongk (fröh) gefreit, hät noch nemmens gereut Rip, Allg.
We well fr. kir (wählerisch, fein),
de bleif bei de Dir; we well fr. fer (fern),
de moss kropen (kratzen)
aner Legge (Leute)
Scher (Kruste im Kochtopf) Prüm-Waxw.
Jonge, goht net fr., wo de Mädche setze on han die Hängk em Schöss! Schleid-Glehn.
Jung, duh de Aue of; Fr. es ka Perdskof; kannst demet ka Hannel dreiwen, moss ach emmer bei ihr bleiwen! Westerw.
Beim Fr. soll mer net aus der Kihwed (Kuhweide)
gohn nicht weiter gehen, als man die Mädchen kennt Prüm-Ihren;
en Mädchen us de Köhhot (-hut)
fr. Altk-Bachenbg;
mer soll nemmen esou weckt (weit)
fr. gohn, dat mer de Klocken dohem noch hiərt Prü
m. Jong, gonn fr., wo en Kar om Mes steht; do hant de Mädsches noch jet an de Föt (Füssen) MGladb-Hockst;
gank fr. över der Mes; so weste, wat an er ös! ebd., —
wo du büst Ess.
Weə sich freit e Nobbeschkengk, deə weəss auch, wat he fengt (findet) Aach, Rip, Nfrk;
wennt gej koppt (kauft),
dann Nobers Rend; wennt gej fret, dann N. Kend, dann wett (weisst)
gej, wat gej häbbt Mörs-Rheinbg;
freiet N. Liss, dann wisste, wat de kris Remschd;
wer gilt (kauft)
des Nobersch Rengk (Rind)
on freit des N. Kengk, de krit och kene Lack (Unglück)
en der Stall Bergh-Esch;
we onbedruage wellt sin, de mott fr. Nobber Kenger on geile N. Renger NBerg.
Wenn zwei sich freie onger eə Dach, dat brengt kleng (klein)
Iəhr en gruəss Gemach Aach, Nfrk;
fr. onder en Dak es van grot Gemak Klev, Rees.
Frei ke Hafe (Haufen)
Mist ellän (allein);
guck uf fleissig, brav unrän! (nach Rottm.) Simm.
We de Doəter (Tochter)
han wellt, de moss an der Moder fr. Dür, Allg.;
wer die Dochter freit, streicht die Muder Simm-Laub;
klen Feisch on grusse Feische schwemme en de Diche; we de Dochter fr. wellt, de moss de Moder striche Dür;
wer dat Wechken (Wichtchen, Mädchen)
fr. well, mott de Moder püsen Lennep-Radevormwald;
fer de Jungen ze kreien, moss me de Alen fr. Bitb-NWeis. —
Ennen alde Ketel (Kessel)
well ock geputzt sin, sagg en alt Wif, dor frejde sej enne jonge Kerl Mörs-Rheinbg.
Jann, wenn dou fr. wis, dann frei dou an mij; ik häbb noch dausend Daler, die schenk ik dij aus einem Volksld. Meiderich, Rees.
We an ene Buckel fr. well, mott lange Ärme han MGladb.
Den freit mehr an't Gut wie an't Blut Geldheirat Mörs.
De freit an jedem Schötzel (Schürze),
an alle Dörrestelle Dür-Gürzenich;
de freit, wo he en wisse Mötz sieht Dür-Echtz;
fr. gohn, wo en Dir opsteht jedermanns Geck sein Bitb;
de es ze hüheselig (ungelenk),
öm an en Sau ze fr. Dür;
gehste fr.? wenn jmd. das Taschentuch heraushängen hat Saarl, Bitb, Wittl, Zell;
N. reck (reitet)
fr., wobei dem Pferde die Hufe gewichst waren LRip. So oft einem Mädchen das Schürzenband losgeht, freit ihr Liebhaber ein anderes Mädchen Allg. Setzt das Mädchen dem Burschen (oder Freiwerber) zwei Eier vor, so gilt das als eine Schande, bei drei als eine Erkenntlichkeit, bei vier als einen Staat, bei fünf als eine
Freiot, bei sechs gibt es eine
Heirot Eif; Brot, Käse, Butter, Schnaps als Gabe bedeutet Ablehnung; Eier mit Schinken Annahme Hunsr; Butterbrot mit Käse bedeutet Ablehnung Schleid, Altk, MülhRh; ein Gericht mit Fleisch, bes. der
Speckspannekuk, bedeutet Annahme, nur Eier Ablehnung Rees; Speckpfannenkuchen bedeutet Annahme, die Aufforderung zum Kartoffelschälen Ablehnung Mettm; Kaffee mit Pannkech (Pfannenkuchen) Absage, ohne P. Annahme Malm. Am ersten Weihnachts-, Oster- u. Pfingsttage, Palmsonntag u. Allerheiligen dürfen die Burschen nicht fr. gehen MGladb-Korschenbr. Einem auswärtigen Burschen, der ins Dorf freien kommt, wird der Hut gelüftet; dabei spricht der jüngste der versammelten Dorfjugend: Wir haben vernommen, bist du ins Dorf gekommen, um uns zu nehmen die schönste Rose aus unserem Garten; nunmehr möchtest du dich bequemen, auf dein Wohl zu trinken mit uns einen Schnaps und entgegenzunehmen von uns einen Klapps. Er erhält einen leichten Schlag mit der Hand an den Kopf WEif. Einem abgewiesenen Freier wird bei der Hochzeit des Mädchens, das ihn abwies, eine Strohpuppe in den Baum am Hause gehängt Verbr.; zu Fastnacht verspottet man ihn:
In de Bocks (Hose)
hät e gen Kneje (Kniee)
on dor woll e mät gonn fr., oho; in den Beus (Rock)
hät e gen Mauwe (Ärmel)
en dor woll e mät gohn trauwe, oho! Klev, Rees. — b. von Mädchen gesagt;
an em Jong fr.; met em J. fr. Allg.;
Grit es en got Mäd, äwer et freit jet streng Rip, Allg. RA.:
Dat Lämpken borrt (brennt),
as wenn de Mad ene Weəver frejet Geld-Leuth.
Wenn die Mädsches fr. gonnt, dann send se wie de Rosen; wenn se dann gehirot send, dann send se wie de Knoselen; wenn de Jonges fr. gonn, dann send se wie de Heren; wenn se dann gehirot send, dann send se wie de Bären Kref.
Pocke, P., Nommedag, met de decke Lepp;
wenn die Mädchere fr. göhnt, da geht die Pock at met Aach.
Em Schaltjohr gohn de Mädcher fr. Schleid-Hellenth.
Mädche, wenn do fr. wells, dann fr. an kene Schuster; kik dech ens den N. N. an, wat dat es för e Muster! Kref.
M., wann de freie wells, frei nur kei Judd; wann de dem sing Nas besiehs, dann lachs de dech kabot! Neuw-Asb.
M., wann de fr. wells, dann frei an Bäckersch Jupp; de hät ne lange Keddel an on spelt de Fubbelefupp! Rheinb-Meckenh, —
dann fr. en Petterjupp; de hät e leddern Bötzchen (Hose)
an, dat geht kavupp, k.! Mülh Rh-BGladb, Wippf, —
de hät en linge Keddel an on schleht de Fiddelafupp! Sieg-NDollend, —
de hät en Nas wie ene Duddelsack on stenk no Schnufftobak! MGladb.
Dernschen, wenn de fr. wes, frei do an den Bäcker; wärme Weck on kalde Botter schmack verdeuwelt lecker! Mörs, Rees, Dür-Gürzenich.
Ek freite nich Kellner, eck fr. nich Koch, den Schöttelenspüler, den krieg ik doch noch Gummb-Berghsn.
We en Schleiter (Schlächter)
freit, de weard en Schleiterschhongk NBerg. — c. scherzh. von Hunden Allg. RA.:
Frei mar ersch, sät de Scheper (Schäfer)
för sinen Hond; dann saste de Stert noch wäll hange lote! Mörs, Sol. —
d. von Dingen, Anreizung bieten zum Gefreitwerden Allg. RA.:
Hongert Daler on et Lif fr. beəter as duse
nd en de Kis Kemp-SPeter.
Ruət freit wie die Schwerenuət SNfrk.
En betsche (bis-chen)
scheif freit stärk Mörs-Neuk;
e wennig neit freit leit (leicht) MGladb. — 2. an einer Sache fr., sie gerne haben mögen;
do frei ech at (schon)
lang an Rip, Allg.;
eich hon eweil Johre lang ön er Kutsch gefrijen Bitb;
he vreide de ganze Tit, för dat Höndje te krige Eup. — 3.
en Gefreiter (-den, –de) Soldat, in der über dem gewöhnlichen S. zunächst stehenden Rangstufe, der die
G.knöpp hat. — Wer vorn am Hosenlatz Knöpfe aufstehen hat,
is G., — is G. wuərde; beste G. wurde? Rip, Allg.