heiraten
nach Wk. III 17 hat
h. das alteinheimische
bestaden auf die Ränder zurückgeworfen (in den WRand Bitb, Prüm, Malm, Monsch, Eup; in den ORand südl. Barm u. Siegld u. ONeuw; zahlreiche Restpunkte in der NEif u. in der Gegend von Altk; in den NRand von MGladb); das sndfrk., klevld.
trauen hat
h. nicht verdrängen können; Formen Rhfrk
hairādə, hęi-, –rdə, –rrə (
s. heiern); Mosfrk
heir:də(n), –rō:-; Rip, Berg, Ruhr
hīr:də(n) [Köln-Stdt
hē-; Elbf
hīrǫdən];
n. Ruhr vereinzelt schon
hīrən [scherzh.
heirasseln, heiraspeln (
s. d. W.)
hei (hier)
rot (rate) May-Trimbs;
hei es gut, awer dat rote Neuw-Kurtschd]
schw.: 1. wie
nhd.;
de Mann hirot; et Mädchen hirot; se h. bal; se h. sech; se han sech gehirot sind verheiratet [
se gen (werden)
geheirot nach Wk. III 17 in NMerz, Saarbg, WHochw, NTrier, SWittl u. SOBitb;
se mache Hochzeit Hunsr];
no Kölle h.; en et Hus (heren) h.; en en fein Familig (heren) h.; öm et Geld h.; auch
(et) Geld h.; dubbel (doppelt)
gehirot wenn zwei Geschwister zwei andere G. h.;
durchenanderh. (u. die Schwiegermutter mit ins Haus bekommen) vom H. ins Blut Rip, Allg.;
metenen (miteinander-)
h. Mosfrk;
ich h. mech (net, wedder); e hot sich geheirot; die zwei han sich g. Saar, Allg.;
op nicks h.; wodrop (auf welche Mittel hin)
well der dann h.? Gummb, Allg.;
en et gemade (gemachte)
Bett h. Köln-Gleuel;
den as och arm geheirot Mosfrk, Allg.;
he hät got (schlech) gehirot Rip, Allg.;
de hät sich jet zesammegehirot eine Frau, die nicht zu ihm passt;
die zwei han dernevve gehirot; die mosse h. wegen vorehelichen Verkehrs Rip, Allg.;
en as nidig (nötig)
geheirot ist heiratslustig Prüm;
den steht op em H. we en Oss (Ochse)
op em Kalwe er kommt trotz aller Bemühungen nicht zum H. Prüm-Hallschlag;
du solls mar h., dat du von de Stroət afkömms! MGladb-Mülfort;
den heirot so ger, dat em de Bauch weh duht Trier-Braunshsn;
et H. deht er ze deck wenn es einer jungen Frau übel wird Daun-Müllenborn. RA.:
Freie es noch lang net gehirot Dür-Drove (
s. freien).
H. es en Lotterie Elbf, —
en Lotteriespill Merz-Nunk, —
en Ambrasch vom Deiwel (o. O.), —
e Rode (Raten) Bergh-Kirchherten, —
geinen Perdshangel (-handel) Sol, —
ken Kengerspell (Kinder-) Elbf, Koch-Hambuch.
H. es ken Perdskof; Mädchen, dohn de Augen of! Ahrw-Sinzig, Kreuzn
(Kuhverkaf); beim H. un P. mak de Oge op! Neuss, Grevbr, Neuw-Dierd;
H. es kei Gaul verkaft Simm-Kisselb, —
kaft Wend-Schwarzerden;
H. on Perdshandel es e onsecher Geschäf Düss-Volmerswerth.
H. es got, nit h. es better NBerg.
Geheirot un em Hömmel es änt (eins) Saarbg, Trier, Wittl, Prü
m. Besser gehirot als allen (allein)
gebliəve MGladb.
Mer es geschwend gehirot Bergh;
et H. es gäng (schnell)
gescheht (geschehen);
mer es noch fröh genog gehirot! Rip, Allg.
Wenn et got giht, dann os et H. nit ze fröh; wann et schlecht giht, dann ös et noch vill ze fr. Altk-Bachenbg.
Heirot nit ze fr., stirz dich nit ön Sorg un Möh! Altk-Eichelhardt.
We got hirot, dat hölt dat ganze Lewen an Rees-Drevenack;
gut geheirat is gut für's ganze Lewe Kreuzn;
gut gefrihstickt spirt mer de ganze Dag, gut geschlacht e ganz Johr un gut geheirat sei ganz Lewe lang Kreuzn, Kobl;
emol gut gess, gehrem (geht einem)
de ganze Dag no; emol gut geschlacht, et ganze Johr on emol gut geheirot vor et ganz Lewe Bernk-Crummenau, Rhfrk.
H. on Sterwen brengt vill Wirrwar on't Haus Prüm-Ihren, —
get Verännerung Geilk-Oidtw.
Wammer gehirot ös, rent (regnet)
et och net luter (immer)
Weckbrei Rheinb-Queckenbg.
Die h., mane (meine),
de Himmel heng vull Bassgeie; deno sein et noch net emol Trombe May-Naunh;
wenn de heirotst, werden dir de Age (Augen)
ofgohn ebd., Allg.;
wennsde an (in)
deim Lewen en domme Sprong gemach hos, dann hoste weil (jetzt durch die H.)
ene gemach Trier-Mehring;
de mächt de letzte domme Spr. Bernk-Merschd.
Loss en h., dann werd en zahm! Daun-Strotzbüsch;
die es (durch die H.)
tahm geworde, me kann se onder den Hut fangen, — se let (lässt)
de Kopp hangen Mörs-Alpen;
dem deht et H. led (leid) Rip, Allg.;
losst en h., dan werd hen schons zo sich kommen! zur Einsicht Trier-Heidenbg, Daun-Strotzbüsch, —
dann brauch hen net se son (sagen):
Gott strof mich! Saarbg-Faha;
loss se h., da kren se fir de Wirm Bitb, —
bat bruchen die et besser ze han bie mir! sagen Verheiratete über Verlobte Neuw-Asb;
heirot ech (euch),
dann bergäht (vergeht)
ech der Geck Saarbg-OLeuken;
vom H. as als mancheren weis gen Prüm-Ringhuschd;
er hot sich verkloppt Wend-Weierb;
e kemmt och en dat langk Sel (Seil), —
en de Kreuzbruderschaft Daun-Strotzbüsch;
e hängt sech (durch dat H.) op en Heck bei einer schlechten Heirat Schleid-Udenbreth;
dau häs der en Kett agehange, die de dei ganz Levve noschleppe moss Ahrw-Remag;
wammer heirot, dann hot mer de Haut verkaft Simm-Schlierschd;
en hat sengen Her fond Prüm-Orlenb, Bitb-Metterich.
Die et H. so witt (weit)
fortschmite (von sich weisen),
die send am irschte dran NBerg.
H., wör et hie-ruche (riechen),
künnt mer de Nas derför bruche Neuss-Butzh.
Et H. es, as wann me üəwer en Hauklotz fällt, dat op dem Leəwensweg liet (liegt) Gummb-Berghsn.
H. es lech (leicht),
et Hushalde schwer Köln-Stdt.
Wer et H. hät erdach, let (liess)
et Sterven usser Ach (Acht) Köln-Stdt.
Hirot (dech), du lachs dech kapot! Rip, Allg.
We ke Brut schnegge (schneiden)
kann, darsch (darf)
och noch net h. Rheinb, Gummb, Ess.
Wenn e Mädchen h. well, muss et kennen: bauchen (die Wäsche),
kochen, backen un e Mannshim (-hemd)
machen (u. zwar an einem Tage) Trier.
Su lang äner iwer en Beasem gäht, darf er noch net h. May-Naunh.
Se heirot nimme, sie hat schon gezännt (gezahnt) sie ist zu alt Saarl-Berus.
En alt Por Ochsen, en bucklige Kuh, die get mer mei Vadder, wenn ich h. duh! Neuw-Dierd.
Mer hirot nit erin, bo vill Molstein (Grenzsteine)
sin Neuw-Asb.
Wenn Noberschkönner h., da lachen de Engeln em Himmel Trier.
We hirot us em Klockenklang, dem reut et all si Levve lang Rip, Grevbr.
Geilt (gelte, kaufe)
di Noberschrenk (-rind),
hirot di N.kengk, da wörsch du auch nit bedrogen! Sol, Rip, Berg;
heirot Nobisehkenner on kaf der annerleits Renner, dann wesste (weisst du),
wat de hos! Bernk-Graach;
hirot N. Kenger on gelt Ärmlütts Renger! Neuss-Kaarst.
Herot net öve de Mes (Mist),
dann wess du och, wat de kres! Jül, Rees-Bislich.
Wer gelof (gelobt)
wellt sen, moss sterve, on wer verach wellt sen, moss h. Sieg, Rip, Eif, Saarbg;
wer well vermacht (verleumdet)
sen, muss h. Goar-Weiler.
Se (die Mädchen)
wollen et wösse (geheiratet sein),
on wenn se et wösse, sen se bedrösse (enttäuscht) Rheinb-Meckenh;
ösch (erst)
möute se ger dren bite, dann donnt se ger drop schite (scheissen) MGladb-Rheind.
Die jen (hin-ein, in der Ehe)
sen, wolle naus, on die jausse (draussen)
sen, die wolle nen Westerw.
Die Märe sin beim h. of em grosse Bahnhof; se suche un s. de richtige Zug, un wann se drin sin, sin se doch im verkehrde Bernk.
Gehirot es noch lang net begrave; wenn me gehirot es, es me noch lang net begrave dann erlebt man erst Leid Rip, —
wess use Herrgott, wo mer wannt (wohnt) Sieg, —
hät den Daler mär fiftiehn Groschen Ruhr, Kref-Fischeln, —
es mer geschniə (geschnitten)
on heil Grevbr-Jackerath.
Wer hirot, küt us de Schohn en de Hotsche (Holzschuhe)
un unger (unter)
de ärm Lück (Leute) Bergh-Bergerhsn, —
küt us dem Ren (Regen)
en de Dachsif (-traufe)
ebd. Wammer heirot, hat mer half Brut dann teilt die Frau das Brot mit dem Manne Altk-Bachenbg.
Ber net wogt, der net gewennt; ber net heirot, kreit kei Kend! Spruch des Ausrufers am Glücksrad bei der Kirmes Neuw-Dierd.
Wer net rich hirot oder erf (erbt),
blit (bleibt)
ärm, bes dat he sterf Jül-Linnich.
Emol geheirot em ze Lewen net mih, sot (sagte)
de Mann, wie de Frau him de Besem iwer de Bockel schlog Bitb-Wiersd.
Wenn die Mädches freie gonnt, dann send se wie de Rosen; wenn se dann gehirot send, dann send se wie de Knoseln; wenn die Jonges freie gonnt, dann send se wie de Heren; wenn se dann gehirot send, dann send se wie de Bären Kref.
Mei Motter hat gesot, heirot nomme (nur)
ken Bauremod (-magd)
; h. e Mädchen aus der Stadt, dat schin, fein Kleder un hot! Mosfrk, Allg.
Mäde, wenn de h. wellscht, heirat nor kä Judd; wonn de dem sei Bibbel (Penis)
sehscht, lachscht dich halb kaput! Saarbr-Sulzb.
Gret, Gr., Gr., heirat nor kei Judd; wenn er dich geheirat hat, schläht er dich kaput! Saarbr-Püttl.
Karlche sitzt bei dem Schorschte (Schornstein),
wichst an seine Schuh; kemmt dat Nachbars Lis-che, gukt dem K. zu; K., wenn du h. willst, so heier nore meich; ich hon zwen blanke Daler, die sen vor meich on deich! Birkf.
De hat en Lompeditz geheirot ein armes Mädchen Kobl.
De hät och en Sau gehirot öm des Trogs wellen eine unordentliche Frau des Vermögens halber Sieg-Scheiderhöhe, —
de Kuh gehirot wegen dem Stall Prüm-Hallschlag;
de höəlt sich der Esel wegen dem St. Schleid.
Me darsch (darf)
net h. Halfersch (Hofbesitzer)
Döchter, Müllersch D. on Pastuərsch Köchenne weil sie, an Überfluss gewöhnt, nicht zu sparen gelernt haben Eusk-Billig.
En al (alte)
Mod (Magd)
un e jonge Knot (Knecht),
dat göt e gude Stot (Haushalt)
on e klene St. (kleine Familie) Trier-Mehring.
We de Douter (Tochter)
h. well, mott de Muder freien NBerg, Allg.
De hirot dem Düwel sin Grossmotter eine rechte Xantippe Neuss-Nievenh.
Drag no Rom en Koh, dann hirots de di (deine)
Mo (Mutter) durch Schmiergeld ist alles zu erreichen Dür-Gürzenich.
Et is besser met Lewe on Bäre ze kämpfe, wie met äm zoddelige Mensch ze h. Merz-Wahlen.
Du werscht doch so ka Socke h.! solch minderwertige Person Goar-Trechtinghsn.
Die diht (täte)
anen h., egal wen, on wenn en de Schuh met Widden gebonn hätt Trier.
Et heirat wie en Kroh en Elster May-Naunh.
Wenn dau meich net geheirot hätts, hätts de kene kret Trier-Welschbillig;
wenn du den heirots, da werschte no ebbes gewohr weren! Bernk, Allg.;
de lo ka meich h., wenn e Geld hat! er kann mir gestohlen werden Saarbg;
du kas mech h.! Sülzt;
ech kann dech net h. dich nicht brauchen;
du kanns mech net h.! Ausdr. der Verachtung u. Ablehnung;
ech sen doch net met dir gehirot; mer sen doch net anenander gehirot; du bes jo net dran gehirot! du kannst dich doch davon trennen Allg.;
dem han ech et H. net versprouche ihm gegenüber habe ich keine Verpflichtung Jül-Kirchbg;
dat kann ech net h. kann mir nichts nützen Neuw-Heimb Weis;
dat kann mech alles net h.! Neuw-Breitschd.
Ech wensch, dau wärs geheirot un hätts en Dotzend Kenner am Hennere (Hintern)
hängen! Koch.
Du gehscht noch uf de Dippe, bis de heiratscht! Saarbr-Geislautern.
Wann wellste h.? Antw.:
Wann der Kli ut em Fel (Feld)
es nie Neuss. —
Drei Wochen vor Ostern, dann geht der Schnee weg, dann heirat mei Schätzchen, dann hab ich en Dreck (Lied) Bitb.
Morge welle mer h.; ho mer noch ka Haus, da setze mer us en de Hänkelkorf un gucke owen eraus Kinderld. Koch-Moselkern.
Drei Ruse (Rosen)
em Garde, drei Lennige (Lilien)
em Feld, nu moss ich mich h., sos werd ich se alt Aach-Warden. —
Den hot se op Obbruch (Abbruch)
geheirot spekuliert bei dem zu erwartenden früheren Tode auf ihr Geld Trier, Verbr.
Die zwei h. op de Spidolsspölsten (-spülstein) von einem kranken Brautpaar Köln-Stdt.
Ech h. mech mot em Bessemsstill gar nicht Aden-Kaltenborn;
du heiratst mat em Besemstaf eine gefühllose Frau Bitb-Bickend. —
Armleitskeanner on Reichmannsk. sein hurteg alt genog, fir se h. May-Trimbs.
Für ze h. es noch kene ze spät konn Sieg.
Beim h. moss me de Aue zomache, se gonn einem noher van selvs widder op Neuw-Bruchhsn.
Tom h. modden te Köllen twei sen NBerg;
tom h. hüren er twei Sol, Allg.
Et os besser jongk on et H. gesprongen os wie alt derzu gezwongen Prü
m. Krig der dovan e Stöck, dat drif op et H.! zum Junggesellen bei einem Brautmahl gesagt Bergh-NBolh.
Wer vell Glöck em Spell hät, hät ke Gl. em h. Sieg, Allg. —
Ach wat, dumm Ding, sei froh; en Johr gewart, is en Kind gespart! zu einem Mädchen, das spät zum H. kommt Saarl-Berus. Hat ein junges Ehepaar nicht rasch genug geheiratet,
so han se Vorschuss gehat ebd. Ein heiratslustiges Mädchen zum Ofen:
O, du liewen Eisenman, dir fehlt Holz un mir e Man im Pfändersp. Trier, Bitb. Gebet eines solchen:
Du liewer Gott am (im)
Himmel, bescher mir ja kei Limmel, känen, de mich beisst, känen, de mich schleht, känen, den an (in)
et Wirtshaus geht, änen, de mir lauter Gudes deht! ebd. — Volksgl. Wenn einer Jungfrau unvorsichtigerweise aufs Kleid getreten wird, heiratet sie bald einen Witwer Allg. Heirat in der Blutsverwandtschaft gibt ein unglückliches Familienleben (früher Tod oder keine Erben);
h. en't Blot deht selden got Rip, Allg. S. Hochzeit. — 2. übertr. a. in der RA.:
der Hunger herot der Dosch (Durst) beide Eheleute haben nichts Köln-Stdt;
die zwei lo, do hat den Honger den Durscht geheirat Merz-Morscholz. — b.
Geheirade Klösse u. Kartoffeln gemischt Saarbr. — Abl.:
die Heiraderei, dat Gehirots.