foppen,
insultare, nnl. foppen,
das gleichviel mit fokken
scheint, s. focken
sp. 1865,
doch foppen
klingt ganz unhochdeutsch und kommt zuerst in der zweiten hälfte des 15
jh. unter den gaunern vor (
s. das folgende fopper).
dann in Gengenbachs
betlleroden, wo es neben färben (
betrügen, lügen sp. 1325)
steht: so es gevopt und geferbt ist.
z. 201 (Gödeke
s. 349); also disz bettler mit kluogen sinnen können das gelt von lüten bringen, so es gevopt ist, 'was sie sagen'.
z. 527 (G.
s. 358); sobald die selben in ein stat kommen, verbergens ir kappen oder hüt und brichten dan gar bald die lüt, sie sigen in gestolen worden oder man habs in zuo leid verborgen, so es gevopt ist 'was sie sagen'.
z. 594 (G.
s. 360); wann ein sprichwort under inen gat, welcher breger kein erlatin (
meisterin) hat, die wol voppen und ferben kan, der muosz dick ungessen schlafen gan.
z. 659 (G.
s. 362).
dasz foppen
ein rotwelsches wort war, geht aus dem beigefügten 'was sie sagen' =
wie sie es nennen, hervor, und das vocabular bei Gödeke
s. 370
hat voppen liegen,
d. i. lügen. im 17
jh. bedeutet foppen
oder fuppen
anführen, zum besten haben, vexieren, bei Henisch
fehlt es noch, Stieler 535
nennt es vocabulum plebejum et sordidum,
es mochte ihm immer noch der gaunerische ursprung ankleben: andere leute mit obgemelten jambischen hinkenden oder knappenden versen und reimen voppen und wol aushippen. Wolfh. Spangenberg
anm. weish. lustg. 178; ihr seid ein narr und wollet mich auch noch fuppen. Schoch
studentenleben E 1
a; die Spesserter und Vogelsberger bauren lassen sich fürwahr so wenig als die Hessen, Sauerländer und Schwarzwälder auf ihrem mist foppen.
Simpl. K. 90; ich wurde meines stands so müd und satt, als wenn ichs mit lauter eisernen kochleffeln gefressen hätte, einmal ich gedachte mich nicht mehr von jedermann so voppen zu lassen. 314; also wurde ich erst rechtschaffen der erste meines namens, stammens und wappens, und wenn mich jemand damit hätte foppen wollen, so hätte ich ihm ohne zweifel einen degen oder paar pistolen anpraesentiert. 438; so hätte ich mich versehen, dasz man mich auch nicht als ein kind gefoppt hätte. 464; hernach machte sie sich, weil ich sie nur anfieng zu foppen, geschwind von mir. 481; wie derjenige, so mich im Sauerland foppen wolte. 927; aber dieses gieng mir zu herzen, dasz ich mich noch deswegen foppen lassen und noch gute wort darzu geben muste.
Courage cap. 4; und hatte ich zuvor die leute auf der gassen und die schönen spiegelscheiben in den fenstern nicht geschoren, so fupte ich sie hernach allererst, wie ich wieder meinen freien willen hatte.
Schelmufsky 1, 12; es gilt hier kein foppens nicht,
serio res agitur. Stieler 536; ich foppe mich üm ihn nicht ein har,
nihil eum curo; was foppst (
schierst) du dich üm seinen hochmut?; ich habe einen schwären, der foppt mich greulich,
ulcus molestissime me urget; wie der teufel dergleichen abergleubische narren foppet und sein gespiel mit ihnen treibet. Megerle
närrin 5; er solle lieber seinen hansnarren, den Jäckel, als mich voppen. Abele 4, 151.
im 18
jh. wird es noch unschuldiger und zugänglicher: du fragst vielleicht warum? und denkst, ich voppe dich. Günther 795; du weist, mein schatz, ich bin kein groszer sprecher, allein gefoppt will ich nicht sein. Wieland 4, 156; Franz foppte und neckte die diener, die um ihn geschäftig waren. Musäus
volksm. 4, 41;
ebenso drillen und foppen; einen hund foppen. Gökingk 1, 96; nimm gegen den hofschranzen eine art von würde, von edelm stolze und von hoheit an, damit nie der gedanke in ihm aufkeimen könne dich zu foppen oder zu misbrauchen. Knigge
umg. m. m. 3, 66; bin deiner utzereien, deines foppens und all der lumperei dazu müde. Fr. Müller 2, 180; ha krieg ich dich, ha krieg ich dich, so soll dich das wetter verzehren und ich will den schösser foppen lehren. Weisze
kom. opern 1, 169;
[] er tappte hin und wieder, verrenkte fast die glieder und alle foppten ihn. Göthe 1, 18; Moses sagt, du sollst nicht stehlen, oder du empfängst den lohn! 'war das Moses aus Aegypten oder Moses Mendelsohn?' foppt er mich? 'des juden stimme hab ich irgendwo gehört'. Platen 250; der mich und meine frau so foppt.
Pl. Casina. Rapp 1744. qui me atque uxorem ludificatus est larva.
es gibt ein engl. fob (
praet. fobbed),
das betriegen ausdrückt, also die alte bedeutung von foppen
festhält; das nnl. foppen
ist anführen und zum narren haben, fokken
aber ist ziehen, wozu sich etwa 'einen heraus, hinein, hin und her foppen'
bei Schmeller 1, 546
halten liesze.