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Durst

ahd. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
29 in 25 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Durst

Bd. 5, Sp. 309
Durst (lat. Sitis), das Gefühl, durch welches das Bedürfnis des Organismus nach Wasser zum Bewußtsein gebracht wird. Der D. kennzeichnet sich als eine unangenehme Empfindung in der Schleimhaut des Schlundkopfes und der Mundhöhle, vorzugsweise des Gaumens und der Zungenwurzel. Die Mundhöhle ist trocken, die Speichelabsonderung vermindert oder aufgehoben und das Sprechen wird beschwerlich. Wird der D. nicht gestillt, so rötet sich allmählich die Schleimhaut des Mundes, wird brennend heiß; die Sprache wird heiser, das Schlingen beschwerlich, der Puls beschleunigt; alle Absonderungen werden vermindert, die Augen trocken, rot, brennend; der Harn wird dunkel von Farbe und sparsam, der Stuhl verstopft. Zu diesen Qualen des erhöhten Durstes gesellen sich noch allgemeine Körperschwäche, eine erhöhte Reizbarkeit des Nervensystems mit der peinigenden Vorstellung von Wasser und andern Flüssigkeiten. Kann der D. auch jetzt noch nicht gelöscht werden, so entstehen förmliche Entzündungen der Mundschleimhaut und der Rachengebilde; der Puls wird überaus schnell, der Atem schnell und seufzend; heftiges Fieber stellt sich ein mit Irrereden, Bewußtlosigkeit, und endlich erfolgt der Tod, der nach allem, was man darüber weiß, viel schrecklicher ist als der Hungertod. Veranlaßt wird das Durstgefühl zunächst durch die Trockenheit der Schleimhaut der Mund- und Rachenhöhle, die als Reiz auf die sensibeln Nerven wirkt; der dadurch bedingte Erregungszustand der Nerven wird von uns als D. empfunden. Deshalb kann D. schon aus rein örtlichen Ursachen entstehen, wie z. B. Austrocknung der Mundhöhle beim Atmen mit offenem Mund, beim anhaltenden Sprechen, Singen, Spielen von Blasinstrumenten u. dgl. Die Trockenheit des Mundes ist aber sehr häufig nur die Folge oder vielmehr eine Teilerscheinung der Verminderung des Wassergehalts im Gesamtorganismus, die wiederum mit Verminderung der Speichelabsonderung verbunden ist. Daher entsteht D. nach reichlichem Schwitzen, bei anhaltender starker Muskelarbeit, wenn mit der reichlicher gebildeten Kohlensäure auch viel Wasserdampf ausgeschieden wird, bei starken Märschen, bei hoher Lufttemperatur und großer Trockenheit der Luft (in den Wüsten Afrikas und Australiens steigt das Wasserbedürfnis des Menschen auf täglich 12 Lit.), nach dem Genuß stark gesalzener Speisen, indem das im Darmkanal befindliche Salz dem Blut rasch Wasser entzieht. Der D. ist ein konstantes Symptom zahlreicher Krankheiten. Der im Hitzestadium der fieberhaften Krankheiten vorhandene D. hat seinen Grund teils in dem stärkern Wasserverlust durch die Haut und durch die Lungen, teils darin, daß der Kranke mit offenem Mund atmet. Die wässerigen Durchfälle bei der Cholera bedingen heftigen D. wegen der schnell eintretenden Verminderung des Wassers im Organismus. Ebenso beruht der quälende D. (Polydipsie) bei der Zuckerharnruhr auf dem großen, durch die reichliche Harnabsonderung hervorgerufenen Wasserverlust. Bei Krankheiten mit verminderter Gehirntätigkeit wird häufig ein Mangel an D. beobachtet, solchen Kranken kommt das Gefühl des Durstes nicht zum Bewußtsein, obschon die Bedingungen vorliegen, unter denen sonst D. auftritt. Um den D. zu stillen, genügt das Trinken von Wasser. Säuerliche Zusätze, Brausemischungen etc. unterstützen jedoch dessen durstlöschende Eigenschaft oft beträchtlich, und namentlich erhöht auch ein gewisser Gehalt an Kohlensäure in dem Wasser dessen durststillende Wirkung. Beruht der D. nur auf Trockenheit des Mundes aus örtlichen Ursachen, so genügt die bloße Anfeuchtung der Schleimhaut, um den D. zu beseitigen. War aber eine beträchtliche Verminderung des Wassergehalts im Gesamtorganismus die Ursache des Durstes, so muß der Wasserverlust ersetzt werden, sei es durch Trinken, sei es durch ein Klistier; bei letz term wird das Wasser im Darm aufgesogen und der Blutmasse einverleibt. Ebenso wirken subkutane Injektionen von Wasser; das Bad dagegen hat keine durststillende Wirkung, denn durch die Haut wird kein Wasser aufgenommen.
3995 Zeichen · 41 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    durst

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +1 Parallelbeleg

    durstAWB m. i- oder a-St.?: ‚Durst, Glut, Hit- ze, ardor, sitis‘ 〈Var.: thust, turst〉. – Mhd. durst m., nhd. Durst.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    durststm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    durst stm. durst. mit durste wâren si bevangen Mos. 48,5. in was von durste wê Iw. 228. mir tuot der durst sô rehte wê N…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Durst

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. Der Durst , des -es, plur. car. die unangenehme Empfindung der Dürre in der Speiseröhre, und das dadurch erregte Verl…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Durst

    Goethe-Wörterbuch

    Durst 1 Bedürfnis zu trinken; in Vbdgn wie ‘den (seinen) D. löschen, stillen’, ‘an (Hunger und) D. leiden’, ‘von D. gequ…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Durst

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Durst , das Verlangen zu trinken, wird sowohl durch häufige Einführung fester Nahrungsmittel, welche zu ihrer Verdauung …

  6. modern
    Dialekt
    Durst

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Durst [Tûrt S.; Tùrt O. U. ] m. Durst. Dër het nie ke in D. no ch d em Wasser Bf. Ich hob D. wi e e Schandarm Illk. Ge…

  7. Sprichwörter
    Durst

    Wander (Sprichwörter)

    Durst 1. Dem durst schmeckt der brunn wie most. – Henisch, 779; Petri, II, 73. 2. Der Durst löscht sich am besten mit ei…

  8. Spezial
    Durst

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Durst m. (-[e]s,-e) 1 sëi f. 2 ‹fig› (Verlangen) sëi f. , dejider (-s) m. , vëia (vëies) f. , ardur (-s) m. , rëssa (rës…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit durst

96 Bildungen · 72 Erstglied · 21 Zweitglied · 3 Ableitungen

durst‑ als Erstglied (30 von 72)

durstag

KöblerAhd

durs·tag

durstag , Adj. nhd. durstig, Durst leidend, begierig ne. thirsty ÜG.: lat. (sitiens) (= durstag werdan) MF, N, sitire N, sitire (= durstag s…

durstbegier

DWB

durst·begier

durstbegier , f. begierde den durst zu löschen. da kann ich meine durstbegier in solchen matten für und für zur labung unterbrechen Arnim 19…

Durstblätter

PfWB

durst·blaetter

Durst-blätter Pl. : ' Sauerklee (Oxalis acet.) ', Doʳschtbläddeʳ [LA-Rohrb]; vgl. Bubenblätter .

durstbrünstig

DWB

durst·bruenstig

durstbrünstig , adj. und adv. brennenden durst empfindend. o der guten schlucker! o der durstprünstigen kunden! Fischart Garg. 102 a .

durstbrunne

MWB

durst·brunne

durstbrunne swM. ‘Trinkwasserbrunnen’ jn deme dirtin velde andirsit des durst burn vbir ein setele liegint vir ackir UrkCorp (WMU) 3307,5 MW…

durstbrunnen

DWB

durst·brunnen

durstbrunnen , m. wo sie ( Melusina ) aber bekomb kein man, so sol sie verflucht umbher gahn im waldt Calumbria an der sonnen und kühln sich…

durstburne

KöblerMhd

durst·burne

durstburne , st. M. nhd. „Durstbrunnen“, Trinkwasserbrunnen Q.: Urk (1299) E.: s. durst, burne W.: nhd. DW2- L.: WMU (durstburn 3307 [1299] …

Durstdrang

Campe

durst·drang

◬ Der Durstdrang , des — es, o. Mz. der Drang des Durstes, ein heftiger dringender Durst. Noch nicht getrunken hatte die Holde, vergessend d…

dursteberende

KöblerMhd

dursteberende , Adj. nhd. „durstig“, durstbringend, Durst hervorbringend, Durst mit sich führend Q.: LobGesMar (13. Jh.) E.: s. durst, beren…

durstebërnde

MWB

durstebërnde Part.-Adj. ‘durstbringend’ ach klingder bach / für durstebernden smerzen LobGesMar 88,7 MWB 1 1460,35; Bearbeiter: Diehl

durstec

Lexer

dur·stec

durstec adj. BMZ durstig Mor. 1,3396. Pass. 78,3. 147,41. Evang. M. 25,37. 47 ;

durstecheit

MWB

durstec·heit

durstecheit stF. ‘Durst’ hier übertr.: die niht blîbende wesenheit alleine genüeget irre durstender durstekeit Eckh (Pf) 661,25 MWB 1 1460,4…

Durstel

PfWB

durs·tel

Durstel m. : = Trinker , Schimpfw., Duʳschtel [ LU-Muttstdt ]. Bad. I 616 .

dursten

Pfeifer_etym

durs·ten

Durst m. ‘Bedürfnis zu trinken’, ahd. thurst ‘Durst, Dürre’ (9. Jh.), mhd. durst, asächs. thurst, mnd. dorst(e), mnl. nl. dorst, aengl. þurs…

dursten

FWB

1. ›Durst haben, durstig sein, Flüssigkeit bedürfen‹; speziell: ›nach alkoholischen Getränken verlangen‹; häufig in Kombination mit hungern;…

durstendec

MWB

durst·endec

durstendec Adj. ‘durstig’ noch süzer dan dem durstendigen ackerman ein kalt ursprinc Frl 3:16,2 MWB 1 1461,33; Bearbeiter: Diehl

dursterig

RhWB

durst·e·rig

dursterig dǫšdəriχ Ottw ; dūšdəriχ, –ūă-, –ō- Saarl , Merz , Saarbg , Trier , Bitb ; -ē- Wittl ; -ī- SPrüm ; dūršt- Altk , Siegld , Mettm ; …

durstesflamme

DWB

durst·es·flamme

durstesflamme , f. bildlich, du ( liebender ) loderst auf in durstesflammen ha! wirf ins meer der wonne dich! schlagt, wellen über mir zusam…

durstesnot

DWB

durst·e·snot

durstesnot , f. s. durstnot. ez trunken tûsent ê den tôt ê éiner stürbe in durstes nôt Freidank 95, 1 . im hungersfall ein bissen brot, ein …

durstfolter

DWB

durst·folter

durstfolter , f. wie es in den gerichtsstuben sonst eine durstfolter gab, um dem durstigen bekenntnisse abzuzwingen J. Paul Biogr. belust. 1…

durst als Zweitglied (21 von 21)

Mordsdurst

RDWB1

Mordsdurst m страшная жажда

blutdurst

DWB

blut·durst

blutdurst , m. sitis sanguinis: hasz, blutdurst, neid und zorn. Weckherlin 734 ; wilder thiere blutdurst. Gotter 2, 198 .

Brockeⁿdurst

Idiotikon

Brockeⁿdurst Band 13, Spalte 1686 Brockeⁿdurst 13,1686

ehrdurst

DWB

ehr·durst

ehrdurst , m. sitis honorum: dise sind alweg mitten in dem eerdurst und goldhunger, wie Tantalus, eerlos und arm bettler. Frank paradoxa 59 …

Meltiⁿgerdurst

Idiotikon

Meltiⁿgerdurst Band 13, Spalte 1686 Meltiⁿgerdurst 13,1686

minnedurst

KöblerMhd

minne·durst

minnedurst , st. M. nhd. Durst nach Liebe Hw.: s. minnendurst E.: s. minne (1), durst W.: nhd. DW- L.: Hennig (minnedurst)

minnendurst

KöblerMhd

minnen·durst

minnendurst , st. M. nhd. Durst nach Liebe Hw.: s. minnedurst Q.: Tauler (vor 1350) (FB minnendurst) E.: s. minne (1), durst W.: nhd. DW- L.…

Mockedurst

Wander

mocke·durst

Mockedurst Er hät de Mockedurst. – Sutermeister, 62. Was das heisst, lässt die Quellenschrift, wie gewöhnlich, unerklärt. Bei Stalder sucht …

Mockeⁿdurst

Idiotikon

Mockeⁿdurst Band 13, Spalte 1686 Mockeⁿdurst 13,1686

Muetichtalerdurst

Idiotikon

Muetichtalerdurst Band 13, Spalte 1686 Muetichtalerdurst 13,1686

nachdurst

DWB

nach·durst

nachdurst , m. auf übermäsziges trinken folgender durst: nachdurst nach dem gesöffe, nd. nadorst. Kramer 2, 150 a ; dann kommt der nachdurst…

Nā(ch)durst

Idiotikon

Nā(ch)durst Band 13, Spalte 1686 Nā(ch)durst 13,1686

Sūffidurst

Idiotikon

Sūffidurst Band 13, Spalte 1686 Sūffidurst 13,1686

Todtnauerdurst

Wander

Todtnauerdurst Er hät de Todtnauerdurst. ( Aargau. ) – Sutermeister, 62.

Totnauʷerdurst

Idiotikon

Totnauʷerdurst Band 13, Spalte 1687 Totnauʷerdurst 13,1687

Ērdurst

Idiotikon

Ērdurst Band 13, Spalte 1685 Ērdurst 13,1685

Ableitungen von durst (3 von 3)

erdursten

DWB

erdursten , erdürsten , 1 1) siti confici ( mhd. wb. 1, 322 b ): anima sapientissima siccissima, die klug seel musz verdorren, erdursten, er…

gedursten

KöblerMhd

gedursten , sw. V. Vw.: s. gedürsten

Verdursten

Adelung

Verdursten , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte seyn, vor Durst vergehen, umkommen. Ein Thier verdursten lassen. Es ist verdurstet. In wei…