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Deichsel

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
21 in 15 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Deichsel f., m.

Bd. 2, Sp. 185
Deichsel f., m.: 1. 'Lenkstange an zweispännigen Fahrzeugen (Wagen, Schlitten usw.)' (für Einspänner s. Lanne, Schere), auch 'Deichsel für das steife Joch'. Hauptformen sind nach K. 85: Deisel (dais(ə)l, dois(ə)l, -z-), Teisel (t-), Deischel (daiš(ə)l, -ž-), Teischel (t-), Tischel (tiš(ə)l, -ž-), Deischdel (daišd(ə)l), Deichsel (daigs(ə)l, dḁigsəl). Sonderformen: Deiⁿchsel (dḁiⁿgs(ə)l) [FR-Gr'niedh LU-Ruchh Fußgh], Deiⁿsel (daiⁿsəl, dḁi-) [FR-Lambsh LU-Schauh NW-Weish/S], Dääsel (dEs(ə)l) [PS-Schindhd], Daasl (dāsl, dḁ-) [RO-Mannw KB-Otth BZ-Nd'horb], Deisdel (daisdəl) [ZW-L'wied BZ-Gossw], Dischl [IB-Bliesmg/Bolch], Dääschel (dEš(ə)l) [PS-Claus W'fischb Münchw Pirmas], Deechel [Hombg], Teichel (taiχ(ə)l) [KU-Horschb Nerzw W'mohr Körbn Heinzhs Krottb HB-Einöd Bliesdh IB-Schnapp ZW-Hengstb], Deichdel (daiχd(ə)l) [PS-Hirschth BZ-Hermbghf], Dischdel (dišdəl) [HB-Medh Alth], Tischdel (tišdəl) [IB-Bebh HB-Seyw Peppk Utw], Däʳschdel (dęʳšdəl) [BZ-Stein Silz], Deitschel (daidš(ə)l) [PS-Zesbg Merzalb], Doichsel, Doiⁿchsel (dǫigsəl, dǫiⁿgsəl) [FR-Heßh Flomh LU-Altr], Dächsel (dęgs(ə)l) [HB-Brenschb KL-Samb NW-Neidfs], Daʳchsl (daʳgsl) [FR-Roxh], Deigschel (daigš(ə)l) [KL-Landstl PS-Schönau BZ-Bindb]; vgl. Lanne, Schwicke. Zs. Strack-, Wagen-, Walzen-, Werbdeichsel. Die Deichsel is aus berke Holz [Kaislt]. Er laaft newer de Deisel [NW-Hardbg]. Hall die Deisel mehner links, dann dricken mer de Waa an de richdiche Platz [Gal-Obl]. a. 1425: vmb ein tysseln an einen wagen [LeinArch. (Löhne)]. a. 1531 (erneuert 1585): darnach soll er seinen wagen laden und die deixel zum hof auszen kehren [Grimm Weist. V 672 (PS-Wallhalb)]. o. J.: er soll anfangs seinen wagen stellenn vnnd die Tissel zue seinem hoff kerren [SSp., Falkenstein, Fasz. 106]. — 2. scherzh. 'männliches Glied' in Kutscher ohne Deisel für 'kutschierende Frau' [Don-Schowe Torscha (Steinmetz)]. — 3. Däʳschdl, Name des Langenbachtals bei PS-Erfw. — F.: Der aus Bayern gekommene Stoß, durch den älteres, aus hs hervorgegangenes s durch ks (in unserer Schreibung gs) abgelöst wurde (vgl. hierzu bes. Wagner Sprachl. 39, Christmann SprBew. 19 ff.), konnte in der Pfalz bei Deichsel, wie Karte 85 zeigt, nur ein kleines, am Rhein von nördlich Frankenthal bis südlich Germersheim in wechselnder Breite sich hinziehendes Gebiet erobern. Dieser Stand hat wohl, wie viele Belege der Auslandspfälzer (besonders der Pennsylvanier und der Schwarzmeerdeutschen) vermuten lassen, schon für das 18. Jh. (Zeit der Auswanderung) zu gelten. In jüngerer Zeit hat Dei(ⁿ)chsel u. ä. von den Städten her (s. die Karte) weiter Boden gewonnen. — Westlich der Linie Bergzabern—St. Wendel mit einem schmalen Ausläufer nordwärts Homburg gelten Formen mit sch (š). Nach Michels, Mittelhochdeutsches Elementarbuch (Heidelberg 1921), S. 115 (§ 122), wurde s im Mhd. »wahrscheinlich etwas höher am Gaumen gebildet als nhd. s, nahe der Artikulationsstelle des nhd. sch«, wodurch der Übergang von s in š erleichtert war. Den bei Deichselwagen aufgeführten Belegen mit duschel, düschel nach zu schließen, war sch in unserem Worte im 15. Jh. zumindest mancherorts auch in der Vorderpfalz verbreitet, was in einigen Belegen auf K. 85 seine Bestätigung findet. Auch in Rheinhessen und im Starkenburgischen erscheinen Formen mit sch (Südhess. I 1453). Vgl. auch die Angaben zur Verbr. der Formpaare Amsel-Amschel, Drossel-Droschel, pissen-pischen u. a. — Den Formen mit š sind die mit ch (χ) ( Teichel u. a.) an die Seite zu stellen, die gleichfalls vor allem im Südwesten vorkommen. Wie in dem Nebeneinander von Formen wie und 'ist', vgl. K. 1, diχdiχ und dišdiš 'tüchtig', blęχ und blęš 'Blech', raiχ und raiš 'reich' zeigt sich auch hier die besonders stark in der Westpfalz in Erscheinung tretende Unsicherheit in der Unterscheidung von ch (χ) und sch (š).-d- in Dischdel usw. sowie -r- in Däʳschdel, Daʳchsel sind sekundäre Einfügungen wie in Gääschdel, Gaarschdel 'Geißel'. Die Nasalierung des Stammvokals (Deiⁿsel, Deiⁿschel usw.) ist wie auch in anderen Fällen (vgl. z. B. Meister) vielerorts in der nördlichen Vorderpfalz anzutreffen. — In der westl. WPf (wie auch in den benachbarten rheinischen Gebieten und in Lothringen) erscheint im Anlaut fast allg. t. ( Teisel, Teischel, Tischel u. ä.), was auffallen muß, da wgerm. þ sonst im Anlaut vor Vokal allgemein zu d gewandelt ist, vgl. z. B. Dach, denken, Dieb, Dorn, durch. — Genus zumeist f.; m. verbr. KU und lothr. SWPf. — Südhess. I 1307; Saarbr. 44; Lothr. 92; Els. II 719; Bad. I 451.
4557 Zeichen · 96 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Deichsel

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    2. Die Deichsel , plur. die -n, die lange Stange an einem Wagen, vermittelst deren derselbe regieret wird, und an welche…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Deichsel

    Goethe-Wörterbuch

    Deichsel Hermann .. | Führte die Pferde heraus in den Hof, wo der willige Knecht schon | Vorgeschoben die Kutsche, sie l…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Deichsel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Deichsel , die Stange zur Anschirrung der Zugtiere an Fahrzeugen, dient zum Lenken und Zurückhalten (Bremsen) der Fahrze…

  4. modern
    Dialekt
    Deichsel

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Deichsel Band 3, Spalte 3,1459

  5. Sprichwörter
    Deichsel

    Wander (Sprichwörter)

    Deichsel 1. Wenn die Deichsel in der Mitte (des Wagens) bleibt, geht kein Rad aus dem Gleise. 2. Wo die Deichsel sich hi…

  6. Spezial
    Deichsel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Deich|sel f. (-,-n) 1 tomun (-s) m. 2 (beim Eggen) tomuncel (-cí) m. ▬ das Pferd an die Deichsel spannen aficé le ciaval…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit deichsel

123 Bildungen · 93 Erstglied · 30 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von deichsel

deich + -sel

deichsel leitet sich vom Lemma deich ab mit Suffix -sel.

deichsel‑ als Erstglied (30 von 93)

Deichselarm

SHW

Deichsel-arm Band 1, Spalte 1453-1454

deichselarm

DWB

deichsel·arm

deichselarm , m. einer von den zwei hölzernen armen an dem vorderwagen, zwischen welchen die deichsel befestigt wird: die vorderarme im gege…

Deichselarme

PfWB

deichsel·arme

Deichsel-arme Pl. : = Deichselbacken , Deichselarme [Kus.]. Südhess. I 1454 ; Bad. I 451 . —

Deichselbacken

PfWB

deichsel·backen

Deichsel-backen Pl. : 'die zwei auseinanderlaufenden Balken am Vorderwagen, zwischen denen die Deichsel steckt' Deiselbacke [ GH-Zeisk Schwe…

deichsel als Zweitglied (30 von 30)

hohldeichsel

DWB

hohl·deichsel

hohldeichsel , f. krumme deichsel oder krummhaue, deren klinge nach der breite gehöhlt ist, und womit man einen nach der rundung hohlen körp…

klobendeichsel

DWB

kloben·deichsel

klobendeichsel , f. deichsel mit zwei armen, für éin pferd, gabeldeichsel. Adelung. eigen nd. klopdiessel brem. wb. 1, 215.

wagendeichsel

DWB

wagen·deichsel

wagendeichsel , f. die am vorderwagen befestigte stange, an der der wagen gezogen und gelenkt wird: timone del carro. Krämer 1204; temo Stei…