Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
blaß Adj.
blaß Adj.
blaß Adj. ‘von schwacher Farbe, bleich’, ahd. blas ‘weißstirnig’ (auch in der Zusammensetzung blasros ‘Pferd mit weißem Stirnfleck’, Hs. 13. Jh.), mhd. blas, auch ‘kahl, schwach, gering, bleich’, asächs. blas ‘glänzend weiß’ gehören mit Blesse (s. d.) und den dort behandelten Wörtern zu einer nur im Germ. nachweisbaren Erweiterung der Wurzel ie. *bhel- ‘glänzen(d), weiß’, die als ie. *bhles-, *bhlos- anzusetzen wäre, wozu auch mnl. bles, anord. blesōttr ‘mit weißem Stirnfleck’, ferner mhd. mnd. blas ‘Fackel, brennende Kerze’, aengl. blæse ‘Fackel, Feuer’. Das Adjektiv blaß gewinnt seine heutige Bedeutung ‘bleich’ offenbar erst gegen Ende des 13. Jhs. Luther verwendet das Adjektiv nicht, gebraucht aber erblassen. – Die seit dem Frühnhd. bezeugten Verben erblassen und verblassen ‘blasser werden’ werden bis Anfang des 19. Jhs. ohne Bedeutungsunterschied nebeneinander gebraucht. Erst danach wird erblassen im Sinne eines plötzlichen Blaßwerdens sowie übertragen für ‘sterben’, verblassen bei Sachen im Sinne von dauernder Verfärbung verwendet. Blässe f. ‘blasses Aussehen’ (Mitte 17. Jh.). bläßlich Adj. ‘ein wenig blaß’ (2. Hälfte 18. Jh.).