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baum

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Baum

Bd. 2, Sp. 472
Baum (hierzu Tafel »Laubbäume im Winter I und II«), Gewächs mit holzigem Stamm und einer aus blättertragenden Ästen oder nur aus Blättern bestehenden Krone. Manche Holzgewächse wachsen ebenso oft strauch- wie baumartig, und an der obersten Grenze ihrer Verbreitungszone in den Gebirgen erscheinen die Bäume nur krüppelhaft strauchförmig. Ebenso können durch entsprechendes Beschneiden Sträucher zu Bäumen und Bäume zu Sträuchern umgebildet werden. Die Baumform findet sich hauptsächlich bei Blütenpflanzen, doch kommen auch bei Farnen Baumformen vor. Etwa 50 Familien, wie Koniferen, Kupuliferen, Salikazeen u. a., bestehen ganz oder vorwiegend aus Baumarten. Die oberirdischen Achsenteile der Bäume wie überhaupt der Holzpflanzen besitzen ausdauernde Lebensfähigkeit und fortgesetztes Längenwachstum. Der Längenzuwachs wird durch Bildungsgewebe an den äußersten Spitzen der Zweige (Vegetationspunkte) vermittelt, die von Blattorganen innerhalb der Knospen verdeckt werden und gleichzeitig auch neue Blätter und Anlagen von Seitenzweigen hervorgehen lassen. Das Dickenwachstum der dikotylen Holzpflanzen der Koniferen und baumartigen Liliazeen geht von Bildungsgeweben aus, das im Innern des Stammes neue Gewebelagen an die vorher gebildeten ansetzt (den Stämmen der Palmen und Baumfarne fehlt solches sekundäres Dickenwachstum überhaupt). Bei den Schopfbäumen, wie vielen Palmen, und den Rosettenträgern, wie den Bananen (Musa) und Baumfarnen, wächst der Stamm fortgesetzt nur durch die Gipfelknospe weiter und bleibt daher unverzweigt. Im Gegensatz dazu werden bei den Wipfelbäumen alljährlich neue Seitentriebe aus zahlreichen Knospen erzeugt und dadurch eine verzweigte Krone gebildet. Die verschiedene Tracht der Bäume wird teils durch die Verzweigungsart ihrer Triebe sowie die ungleiche Ausbildung, Länge, Richtung und Aufeinanderfolge der Stengelglieder, teils durch das Absterben und Abwerfen bestimmter älterer Triebe und Zweige bedingt. Letzteres tritt unter anderm auch bei dem sogen. Reinigen unsrer Nadelhölzer in geschlossenen Beständen ein. Auch im entblätterten Zustand besitzt jede Baumart ein charakteristisches Gesamtgerüst, dessen Totaleindruck vorzugsweise durch die Form und Ausgliederung von Stamm und Krone bedingt wird. Ein bis zur Spitze durchgehender Stamm ist wie bei der immergrünen Fichte und Tanne auch bei der Lärche und unter den Laubbäumen z. B. bei der Erle (Tafel II) vorhanden. Die Birke (Tafel I) zeichnet sich durch ein aus schlankem, weißberindetem Stamm unter spitzem Winkel nach oben strebendes Hauptgerüst aus, an dessen Seitenzweigen schlanke, rutenförmige Endzweige schleierartig nach abwärts überhängen. Auch die Buche (Tafel I) besitzt in ihrer typischen Form einen hoch hinauf durch die Krone reichenden Stamm, der in seinem untern von Ästen freien Teil regelmäßige Säulenform aufweist. Bei der Eiche (Tafel I), der Rüster (Tafel II) und der Linde (Tafel II) löst sich der mehr gedrungene Hauptstamm in der Krone in mehrere gleichwertige Hauptäste auf. Während die an diese sich ansetzenden Zweige bei der Eiche ebenso wie die Teile des Hauptgerüstes vielfach knorrig gewunden oder knieartig verbogen sind, erscheinen sie bei der Rüster mehr oder weniger starr nach oben gerichtet und bei der Linde aufsteigend und gewissermaßen springbrunnenartig vom Hauptgerüst ab nach auswärts übergebogen. Mehrere Bäume, wie Esche, Buche, Weiden, Caragana arborescens, Sophora u. a., erzeugen neben der gewöhnlichen Form auch Varietäten mit abwärts wachsenden, nach unten hängenden Zweigen, die sogen. Trauerbäume. Unter der Oberhaut der anfangs immer krautigen Baumtriebe bildet sich ein aus dem Periderm (s. d.) hervorgehender Mantel von Kork mit geringer Durchlässigkeit für Wasser und für Gase, dessen Schichten die äußern Gewebe der Rinde von Wasserzufuhr abschneiden; letztere bilden daher mit den ältern Korklagen zusammen die Borke, die sich in verschiedener Weise, z. B. bei der Birke mit weißen Häuten, ablösen oder auch durch Zerklüftung rissige Sprünge erhalten, deren Verlauf bei der Ciche, Linde, Esche und andern heimischen Bäumen der Stammoberfläche ein charakteristisches Aussehen verleiht. Bei Holzpflanzen mit periodischer Vegetationsruhe tritt das Austreiben der Knospen, d. h. die Verlängerung der Achsenteile sowie das Entfalten der jungen Blätter, der Laubausbruch, und ebenso der Laubfall (s. d.) in bestimmten Abschnitten des Jahres ein, durch deren zeitlichen Abstand die Vegetationsdauer bestimmt wird; das Mindestmaß derselben beträgt für die Bäume der nördlichen Klimate ungefähr 3 Monate, umfaßt aber in wärmern Gebieten 5–8 Monate. Sowohl gegen das arktische Gebiet als in Hochgebirgen gegen die Region der Alpensträucher werden die Baumbestände durch die Baumgrenze abgeschlossen (vgl. Pflanzengeographie). Ähnlich verhindert die Spärlichkeit oder der Mangel von Niederschlägen in Steppen- oder Wüstengebieten das Auftreten von Bäumen. Je nachdem die Belaubung, wie bei vielen heimischen Bäumen, durch erhöhte Temperatur im Frühjahr oder durch Eintritt der Regenzeit, wie in den Tropen, eingeleitet wird, unterscheidet man sommergrüne und regengrüne Bäume. Ihnen stehen die immergrünen Bäume, wie z. B. unsre Nadelhölzer und viele Laubhölzer der Mittelmeerflora und der Tropen, gegenüber, deren Blätter eine zwei- bis vieljährige Lebensdauer haben. Über andre biologische Verhältnisse der Bäume s. Waldpflanzen und Immergrüne Gehölze. Die Bäume sind an bestimmtes Alter und bestimmte Größe gebunden, die nur selten überschritten werden. Ältere Angaben über das Alter von Bäumen (Drachenbaum von Orotava 6000, Baobab 5000, Platane von Bujukdere 4000 Jahre etc.) verdienen wenig Vertrauen, mit ziemlicher Sicherheit aber wurde berechnet: für die Zypresse und Eibe 3000, für die Kastanie (Castanea vulgaris), Stieleiche und Libanonzeder 2000, Fichte (Abies excelsa) 1200, Sommerlinde 1000, Zirbelkiefer 500–700, Lärche 600, Föhre 570, Silberpappel 500, Buche 300, Esche 200–300, für die Hainbuche endlich 150 Jahre. Beglaubigte Angaben über Höhe und Durchmesser der Bäume (in Metern) enthält folgende Tabelle: 200@@break Der größte Stammdurchmesser ist von der Edelkastanie bekannt, die 20 m erreicht. Große Stammdurchmesser sind ferner bekannt von Taxodium distichum (11,9 m), Sommerlinde (9 m), Ulme (3 m), Kornelkirsche (1,4 m). Die Schäden, denen die Bäume ausgesetzt sind, bestehen in Windbruch, Windfall, Schneebruch, Blitzschlag, Frostschäden. Von Baumkrankheiten sind die wichtigsten: Brand, Krebs, Grind oder Schorf, Baumkrätze, Rost, Meltau, Rot- oder Kernfäule, Gelbsucht, Harzfluß, Gummifluß, Darrsucht, Wassersucht, Aufspringen der Rinde. Mißbildungen sind die Maserkröpfe, Hexenbesen oder Wetterbüsche, Gallen. S. auch Arboretum und Dendrologie. Vgl. Conwentz, Forstbotanisches Merkbuch für Westpreußen (Berl. 1900); Stützer, Die größten, ältesten oder sonst merkwürdigen Bäume Bayerns in Wort und Bild (Münch. 1900–1902, 3 Bde.); »Baumalbum der Schweiz« (Bern 1896–1900). – Über B. und Baumwurzeln in rechtlicher Hinsicht s. Nachbarrecht.
7036 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Baum

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Baum , des -es, plur. die Bäume, Diminutivum Bäumchen, Oberdeutsch Bäumlein. 1. Eigentlich, die größte Art des Pflan…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    baum

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    baum subst onomatopoet für den tiefen Ton einer Glocke [ Meph: ] Und das verfluchte Bim-Baum-Bimmel, | .. Mischt sich in…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Baum

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Baum , ein holziges Gewächs mit nur einem einzigen Stamme aus der Wurzel, der an seinem oberen Ende die Krone, d.h. eine…

  4. modern
    Dialekt
    Baum

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Baum Band 1, Spalte 1,1422–1425

  5. Sprichwörter
    Baum

    Wander (Sprichwörter)

    Baum 1. Alte Bäum' lassen sich nicht (oder: eher brechen als) biegen. – Lehmann, 8, 27. 2. Alte Bäum' leiden's nicht, da…

  6. Spezial
    Baumn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Baum , n дерево , ср

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit baum

2.947 Bildungen · 830 Erstglied · 2.113 Zweitglied · 4 Ableitungen

baum‑ als Erstglied (30 von 830)

Baumacker

SHW

Baum-acker Band 1, Spalte 629-630

Baumarsch

SHW

Baum-arsch Band 1, Spalte 631-632

Baumaxt

SHW

Baum-axt Band 1, Spalte 631-632

Baumblut

SHW

Baum-blut Band 1, Spalte 631-632

Baumbock

SHW

Baum-bock Band 1, Spalte 631-632

Baumdälle

SHW

Baum-dälle Band 1, Spalte 631-632

baumeln

SHW

baum-eln Band 1, Spalte 631-632

Baumerde

SHW

Baum-erde Band 1, Spalte 631-632

baumern

SHW

baum-ern Band 1, Spalte 631-632

Baumfeld

SHW

Baum-feld Band 1, Spalte 631-632

Baumgabel

SHW

Baum-gabel Band 1, Spalte 631-632

Baumgarten

SHW

Baum-garten Band 1, Spalte 631-632

Baumgipfel

SHW

Baum-gipfel Band 1, Spalte 631-632

Baumgrund

SHW

Baum-grund Band 1, Spalte 631-632

Baumhacker

SHW

Baum-hacker Band 1, Spalte 631-632

Baumkasten

SHW

Baum-kasten Band 1, Spalte 631-632

Baumkelter

SHW

Baum-kelter Band 1, Spalte 631-632

Baumkerl

SHW

Baum-kerl Band 1, Spalte 631-632

Baumkipper

SHW

Baum-kipper Band 1, Spalte 631-632

Baumkleber

SHW

Baum-kleber Band 1, Spalte 631-632

Baumklotz

SHW

Baum-klotz Band 1, Spalte 631-632

Baumknorz

SHW

Baum-knorz Band 1, Spalte 631-632

Baumkratze

SHW

Baum-kratze Band 1, Spalte 631-632

Baumkrebs

SHW

Baum-krebs Band 1, Spalte 631-632

baumlang

SHW

baum-lang Band 1, Spalte 631-632

Baumlaufer

SHW

Baum-laufer Band 1, Spalte 631-632

baum als Zweitglied (30 von 2.113)

Ɉudasbaum

Campe

Der Ɉudasbaum , des — es, Mz. die — bäume , ein in Asien und im südlichen Europa einheimischer Baum mit schmetterlingsförmigen Blumen, zehn …

Ɉungfraubaum

Campe

Jungfrau·baum

† Der Ɉungfraubaum , des — es, Mz. die — bäume , ein Name des Gichtbaumes oder Stinkbaumes (Rihes nigrum L .).

Ölbaum

Campe

Der Ölbaum , — es, Mz. — bäume . 1) Ein im südlichen Europa wachsender bekannter Baum, aus dessen Beeren das Baumöl gepreßt wird (Olea L., O…

Ölbeerbaum

Campe

Der Ölbeerbaum , — es, Mz. — bäume , der Name verschiedener Bäume. S. Ölbaum 1), 2) u. 5). Nach dem neuen Schauplatze der Natur führt hier u…

Ölnußbaum

Campe

Der Ölnußbaum , — es, Mz. — bäume, s. Campe Behenbaum .

Purzelbaum

RDWB1

Purzelbaum m Purzelbäume schlagen - кувыркаться

Weihnachtsbaum

RDWB1

Weihnachtsbaum m ёлка (рождественская, новогодняя) (не имеет отношения к слову "дерево")

Aalbaum

Campe

aal·baum

Der Aalbaum , des — es, Mz. die — bäume, ein Name der Heckenkirsche, s. d. ( Lonicera xilosteum L.).

Abrahams-Baum

Adelung

abraham·s·baum

Der Abrahams-Baum , des -es, plur. die -Bäume, ein Nahme des Keuschbaumes, der in Italien und Frankreich wild, in Deutschland aber in den Gä…

Abricosenbaum

Herder

Abricosenbaum , (arab.) Prunus armeniaca L. Heimath Armenien, Nordafrika, Japan und China. Kommt als Hochstamm an geschützten Stellen noch i…

Abstoßbaum

Campe

abstoss·baum

Der Abstoßbaum , des — es, Mz. die — bäume, bei den Gerbern, dasjenige schrägstehende Brett mit gewölbter Oberfläche, auf welchem die Felle …

Abstreichbaum

Campe

abstreich·baum

Der Abstreichbaum , des — es, Mz. die — bäume, der Baum, das Holz, auf welchem die Gerber, die feinen Haare von den Fellen abstreichen; auch…

Abstōssbaum

Idiotikon

Abstōssbaum Band 4, Spalte 1247 Abstōssbaum 4,1247

Achanbaum

BWB

Achanbaum Band 1, Spalte 1,1426

Adamsbaum

RhWBN

adams·baum

Adams-baum -bām Merz-Mettlach m.: heraufziehende Wetterwolken.

Adamsfeigenbaum

Campe

adamsfeigen·baum

Der Adamsfeigenbaum , des — es, Mz. die — bäume, ein ausländischer fruchttragender Baum mit Blättern, die denen des Maulbeerbaumes gleichen …

Adlerholzbaum

Campe

adler·holzbaum

Der Adlerholzbaum , des — es, Mz. die — bäume, ein Holz auf den Moluckischen Iseln, von welchem aber nicht das Adlerholz kömmt. Er soll durc…

Ableitungen von baum (4 von 4)

baume

GWB

baume frz: Balsam; nur idVbdg ‘B. humain’ für eine Likörsorte Unter andern war einer Namens B. humain welcher weniger süß aber stärker ganz …

erbaumen

DWB

erbaumen , arboribus privare? und wer eine hube erbaumt, der sal dem herrn zwifaltige zins geben. weisth. 1, 466. Schmeller 1, 175 verzeichn…

urbaum

DWB

urbaum , m. (ur- C 4): der erste, reinste, kräftigste unter allen bäumen, der u., in welchem der lebenssaft voll unsterblichkeit quillt Hege…

verbaumen

BWB

verbaumen Band 1, Spalte 1,1510