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Bástard

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Bástard

Bd. 1, Sp. 745
Der Bástard, des -es, plur. die -e. 1. Eigentlich. 1) Ein in rechter Ehe, aber mit einer Mutter von ungleichem oder niedrigerm Stande erzeugtes Kind. Diese Bedeutung ist im Deutschen nicht mehr üblich, war aber ehedem, besonders in auswärtigen Ländern sehr gewöhnlich. 2) Ein außer der Ehe erzeugtes Kind, dessen Vater aber bekannt ist, ein natürliches Kind. In dieser Bedeutung ist das Wort noch jetzt üblich; hat aber einen verächtlichen Nebenbegriff bey sich, und wird von solchen natürlichen Kindern beyderley Geschlechtes gebraucht. 2. Figürlich, alles was von seiner gewöhnlichen Art abweicht, besonders wenn es schlechter ausfällt, als gewöhnlich. 1) Thiere, welche von Ältern zweyerley Art erzeuget worden. Z. B. ein Hund, der von einem Jagdhunde mit einer Hirtenhündinn erzeuget worden, dergleichen Thiere man im gemeinen Leben auch Zwitter zu nennen pflegt. 2) Im Pflanzenreiche, Pflanzen oder Gewächse, die von ihrer Art abweichen. So nennet man einen gewissen Spanischen Wein, Bastard, oder Bastardwein, weil er um Guadalcazar aus Rheinischen Reben erhalten wird, die ein gewisser Holländer, Namens Peter Simon, dahin gebracht, daher er auch Peter Simons Wein heißt. Er ist nicht so hoch von Farbe, auch nicht so fett als die andern Spanischen Weine, und hat eine scharfe Süßigkeit. In Niedersachsen nennet man einen jeden jungen Franzwein, der mit Schwefel süß gemacht wird, weißen Bastard. 3) Das Geringere, Schlechtere, Untaugliche in seiner Art So nennen die Gärtner oft alle Auswüchse und untaugliche Sprößlinge, Bastarde. Im Bernsteinhandel belegt man mit diesem Nahmen alle untaugliche, löcherige Stücke Bernstein von einer gewissen Größe; und unter den Geschützen heißen alle Arten von unrichtiger Proportion Bastard. 4) In noch weiterer Bedeutung wird so wohl in dem Naturreiche, als im gemeinen Leben, alles was einem andern Dinge ähnlich ist, und wofür man keinen eigenen Nahmen hat, mit einem zusammen gesetzten Ausdrucke benannt, wovon Bastard die erste Hälfte ausmacht. S. die folgenden Zusammensetzungen. Anm. Bastard, Franz. Bastard, Batard, ehedem Bestard, Bertard, Ital. Bastardo, im mittlern Lateine Bastardus, ist kein ursprünglich Deutsches Wort, sondern von den Franzosen oder Italiänern zu uns gekommen, bey welchen es in den mittlern Zeiten sehr üblich war, und den schimpflichen Nebenbegriff nicht bey sich hatte, den die ältern Deutschen damit verbunden haben. Wilhelm der Eroberer, schämete sich als König von England nicht, sich zu schreiben: Ego Wilhelmus cognomento Bastardus. S. die Glossaria des du Fresne und Carpentier. Man hat allerley wunderliche Ableitungen dieses Wortes versucht, die man in den Glossariis nachsehen kann. Selbst Wachters seine von dem Griechischen πασος, das Ehebett, und Art, ist außerordentlich gezwungen. Die erste Hälfte dieses Wortes ist unstreitig das Französische bas, niedrig, welches ehedem auch bast lautete. Dieses wird daraus erweislich, weil man einen unehelichen Sohn, Bruder u. s. f. im Französischen ehedem Fils oder Frere de bast oder de bas nannte, und die R. A. venir de bas, noch jetzt bedeutet von unehelicher Abstammung seyn. In einer Französischen Urkunde von 1377 bey dem Carpentier heißt es ausdrücklich: Pourquoy il le avoit appellé Jehan de Bas, qui estoit à[] dire Bastart et silz de putain. In einer andern von 1378 Perrette fille de Bast. Die letzte Hälfte des Wortes Bastard, ist ohne Zweifel die Ableitungssylbe er, welche in einigen ausländischen Mundarten, ard, ardo, art, lautet, wie in Canard. S. auch Bankart. Von der figürlichen Bedeutung dieses Wortes kommen in Französischen Urkunden schon 1265 Charrette bastarde, 1416 Coustel Bastard, 1386 Coustel Bastardeau, und 1460 Vin batard vor, welches letztere Carpentier durch gemischten Wein erkläret. In einer Deutschen Übersetzung der Bibel aus dem 14ten Jahrhunderte stehet 1 Sam. 17, 5 für Riese, ein Basthart, wofür eine andere Übersetzung von 1477 ein man ein baster hat. S. kritische Beytr. Th. 7, S. 13.
3963 Zeichen · 52 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    bastardst. M. (a)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    bastard , st. M. (a) nhd. Bastard I.: Lw. afrz. bastard E.: s. afrz. bastard, M., Bastard L.: Hh 16

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bastardM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    bastard , M. Vw.: s. bastert

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bástard

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Bástard , des -es, plur. die -e. 1. Eigentlich. 1) Ein in rechter Ehe, aber mit einer Mutter von ungleichem oder nie…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bastard

    Goethe-Wörterbuch

    Bastard a ein in nicht ebenbürtiger od illegitimer Verbindung gezeugtes Kind; in Cell für die ‘natürl’ Kinder der Fürste…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bastard

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Bastard , uneheliches Kind, Thiere, von zwei verschiedenen Arten gezeugt, z.B. von Pferd und Esel, Hund und Wolf, Löwe u…

  6. modern
    Dialekt
    Bastard

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Bastard Band 1, Spalte 1,1273f.

  7. Sprichwörter
    Bastard

    Wander (Sprichwörter)

    Bastard 1. Bastard – Ausart. Holl. : Bastaarden slaan altijd uit den aard. – Een bastaard aardt wel naar zijn' bast. ( H…

  8. Spezial
    Bastardm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Bastard , m бастарда , ж [typo]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bastard

55 Bildungen · 51 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

bastard‑ als Erstglied (30 von 51)

Bastardsau

SHW

Bastard-sau Band 1, Spalte 601-602

Bastardadler

Adelung

bastard·adler

Der Bastardadler , des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Geyer, welche einige zu den Adlern rechnen; Aquila vulturina, Geyeradler, Engl. Buld…

Bastardagĭum

Meyers

Bastardagĭum (neulat., Bastardenfall , Jus bastardisae, Bastardisa ), ehedem das Recht des Herrn (Grundherrn, Landesherrn) auf die Verlassen…

bastardaria

LDWB1

bastard·aria

bastardaria [ba·star·da·rī·a] f.sg. 1 ‹pop› uneheliche Nachkommenschaft, uneheliche Herkunft 2 Unechtheit f .

Bástardārt

Adelung

bastard·art

Die Bástardārt , plur. die -en, eine Art, welche entstehet, wenn sich zwey organische Körper von verschiedener Art begatten; die Mittelart.

Bastardbalken

Meyers

bastard·balken

Bastardbalken , halbe Balken, die nicht von einer Seite des Schiffes zur andern durchgehen; in der Heraldik , s. Faden .

Bastardbrut

Adelung

bastard·brut

Die Bastardbrut , plur. inusit. in der Bienenzucht, die Brut der Drohnenweiser, welche in dem Bienenstocke untauglich ist.

Bastard-Ceder

Herder

bastard·ceder

Bastard-Ceder werden die Bäume genannt, von welchen das meiste im Handel vorkommende Cedernholz gewonnen wird und die aber keineswegs Cedern…

Bastarder

RhWBN

Bastarder -stərtər Goar-Weiler Pl.: Nebenausschläge der Haupt- u. Bogenrebe.

Bastardfènster

Adelung

bastard·fenster

Das Bastardfènster , des -s, plur. ut nom. sing. in der Baukunst, ein Fenster dessen Höhe der Breite gleich ist, oder nur ? derselben ausmac…

Bastard-Galeere

Adelung

bastard·galeere

Die Bastard-Galeere , plur. die -n, eine Galeere, welche größer ist, als die gewöhnlichen, und ein breites Hintertheil hat.

Bastardgefälle

PfWB

bastard·gefaelle

 Bastard-gefälle Pl. : ' Abgaben der Bastarde ', s. Bastard 2 a. a. 1580: Unnd gepurenn die Bastarttsfäll Churf. Pfaltz [ Vogel S. 67].

Bastardierung

Meyers

Bastardierung , Erzeugung von Bastarden; vgl. Bastard, Bastardpflanzen und Pflanzenzüchtung.

Bastardklee

Adelung

bastard·klee

Der Bastardklee , des -s, plur. inusit. eine Art Klee mit doldenförmigen Blumenköpfchen, viersamigen Hülfen, und einem aufsteigenden Stamme;…

bastard als Zweitglied (3 von 3)

Canārien-Bástard

Adelung

Der Canārien-Bástard , des -es, plur. die -e, bey dem Klein, eine Art Sperlinge, welche einen schwarzen Hals und Kopf, gelben Rücken, schwar…

Strauß-Bastard

Adelung

strauss·bastard

Der Strauß-Bastard , des -es, plur. die -e, ein dem Strauße sehr ähnlicher Vogel, nur daß er drey Zehen hat, übrigens aber dem Strauße an Gr…

Ableitungen von bastard (1 von 1)

bastardé

LDWB1

bastardé [ba·star·dę́] I vb.tr. (bastardëia) bastardieren, kreuzen II adj. (-dá, -dada) gekreuzt . ▬ bastardé na raza de cians eine Hunderas…

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APA
Cotta, M. (2026). „bastard". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/bastard/adelung?formid=B00561
MLA
Cotta, Marcel. „bastard". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/bastard/adelung?formid=B00561. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „bastard". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/bastard/adelung?formid=B00561.
BibTeX
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