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Bäcker

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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18 in 15 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Bäcker

Bd. 2, Sp. 233
Bäcker, Handwerker, deren Hauptgeschäft das Brotbacken (s. Brot) ist. B., die feineres Gebäck (Backwerk) herstellen, nennt man Zuckerbäcker etc. Auch unterscheidet man wohl Los- (oder Weiß-) und Fast- (oder Schwarz-) B., von denen erstere Weizenbrot, Semmeln etc., letztere schwarzes Roggenbrot backen. Schon in Rom waren die B. zu eignen Korporationen und im Mittelalter in Bäckerinnungen vereinigt, die durch Privilegien begünstigt, anderseits aber auch zur Bereithaltung gewisser Mehlvorräte (um Hungersnöte zu verhindern) verpflichtet und an Taxen gebunden waren. In Deutschland ist durch die Gewerbeordnung von 1869 das Bäckereigewerbe freigegeben. Jedoch kann durch die Ortspolizeibehörde angeordnet werden, daß Preis und Gewicht der Waren durch Ausschreiben im Verkaufslokal zur Kenntnis des Publikums gebracht werden. Ein Versuch, die Gewichtsbäckerei (mit festem Gewicht und wechselnden Preisen der Waren) gesetzlich durchzuführen, hatte keinen Erfolg. Die neuen Bestimmungen über die Sonntagsruhe (vom 11. März 1895) haben für die Bäckereien eine wenigstens 14stündige ununterbrochene Ruhezeit für die Arbeiter an Sonn- und Feiertagen vorgeschrieben. Am 4. März 1896 wurde weiter verordnet, daß die Arbeitsschicht eines Gesellen 12, eventuell 13 Stunden nicht übersteigen und ihre Zahl in der Woche nicht über sieben betragen dürfe. Zwischen zwei Schichten muß eine ununterbrochene Ruhe von mindestens 8 Stunden liegen. Die Arbeitszeit der jüngern Lehrlinge ist noch kürzer bemessen, während anderseits Überschreitungen der genannten Arbeitsdauer für Gehilfen und Lehrlinge in genau festgesetztem Umfang (an höchstens 40 Tagen im Jahre) gestattet ist. Doch finden alle diese Bestimmungen auf Bäckereien, in denen nicht mehr als dreimal wöchentlich gebacken wird, oder in denen Nachtarbeit nur ausnahmsweise stattfindet, keine Anwendung. Die neuere Gesetzgebung zugunsten der Innungen hat bei dem Bäckereigewerbe bedeutende Wirkungen gehabt, so daß nur wenige B. außerhalb der Innungen stehen. Am 5. Juni 1882 waren im Bäcker- und Konditorgewerbe 80,117 Hauptbetriebe (und 8360 Nebenbetriebe) vorhanden, davon arbeiteten 26,412 ohne Gehilfen, die Zahl der Geschäftsleiter betrug 74,220, die der Hilfspersonen 100,420. Am 14. Juni 1895 wurden 247,588 Erwerbstätige, darunter 84,614 Geschäftsleiter und 162,974 Hilfspersonen, im Hauptberuf gezählt. Die Betriebe sind also ganz überwiegend kleine. In Österreich sind Maximaltarife für Backwaren zulässig, auch kann die Ersichtlichmachung der Preise angeordnet werden. In Frankreich wurde 1811 eine Brottaxe eingeführt, 1854 wurde die Caisse de service de la boulangerie gegründet, eine Zwangssparkasse, aus der vermittelst der in Zeiten mit billigen Getreidepreisen gemachten Ersparnisse die in teuern Jahren durch die Taxe entstehenden Verluste ersetzt wurden. Obwohl die Einrichtung sich bewährte, wurde die Brottaxe und damit die Kasse 1863 beseitigt. Billigere Brotpreise traten indessen nicht ein, und sprach sich deshalb der Pariser Munizipalrat 1884 für Wiedereinführung der Taxe aus. Diese erfolgte freilich nicht, wohl aber wurde wiederum die offiziöse Brottaxe veröffentlicht, die zur Belehrung des Publikums auf Grund der Mehlpreise einen angemessenen Brotpreis berechnete und außerdem die B. zum Anschlag ihrer Preise verpflichtete. In England ist nur Verkauf nach dem Gewicht gestattet, auch sind die Materialien vorgeschrieben, die allein verbacken werden dürfen. Vgl. v. Rohrscheidt, Das Bäckereigewerbe (im »Handwörterbuch der Staatswissenschaften«, Bd. 2, 2. Aufl., Jena 1899); Schomerus, Das Kleingewerbe (Stuttg. 1902).
3600 Zeichen · 40 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Bäcker

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. Der Bäcker , des -s, plur. ut nom. sing. ein wildes Schwein männlichen Geschlechts; S. Adelung Bacher , aus welchem W…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bäcker

    Goethe-Wörterbuch

    Bäcker gelegentl -e- Berufsbezeichnung für den Brot-, auch Weißbäcker ward .. unser jugendlicher Frohsinn keineswegs get…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bäcker

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Bäcker , Handwerker, deren Hauptgeschäft das Brotbacken (s. Brot ) ist. B., die feineres Gebäck (Backwerk) herstellen, n…

  4. modern
    Dialekt
    Bäcker

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Bäcker s. Beck. — Zs.

  5. Sprichwörter
    Bäcker

    Wander (Sprichwörter)

    Bäcker 1. Bäcker und Brauer können nicht auf Einem Platze sitzen. (S. Gerstenkorn.) Holl. : Daar de bakker zit, kan de b…

  6. Spezial
    Bäcker

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Bä|cker m. (-s,-) pech (pec) m. , furná (-nas) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit baecker

98 Bildungen · 79 Erstglied · 18 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von baecker

baeck + -er

baecker leitet sich vom Lemma baeck ab mit Suffix -er.

Zerlegung von baecker 2 Komponenten

bac+ker

baecker setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

baecker‑ als Erstglied (30 von 79)

Bäckerarm

PfWB

baecker·arm

Bäcker-arm m. : ' muskulöser Arm ', Bäckeʳaaʳm [ KU-Herschw/Petth ].

Bäckerblütsch

RhWBN

Bäcker-blütsch -ø- Geld-Nieukerk m.: Aufsprung beim Brot.

Bäckerbrot

Adelung

baecker·brot

Das Bäckerbrot , des -es, plur. inus. im Oberdeutschen Beckenbrot, Brot, welches der Bäcker gebacken hat, im Gegensatze des hausbackenen, od…

Bäckerbrout

LothWB

Bäcker-bro u t n. D. Si. Brot, wie es die Bäcker backen im Gegensatz zu Hausbrot.

Bäckerbursch

Adelung

baecker·bursch

Der Bäckerbursch , des -en, plur. die -en, vulg. Beckenbursch, ein Gesell bey den Bäckern; ein Nahme, welchen sie sich selbst beylegen, dage…

Bäckerbursche

PfWB

baecker·bursche

Bäcker-bursche m. : ' Bäckergeselle ', Bäckerborsch, -borscht (s. u. Bursche ) [verbr.]. Dur-ah 'Tut auch' so grob un so proforsch Un vorab …

bäckerdragen

MeckWB

baecker·dragen

bäckerdragen für den Bäcker Brot austragen: se hett bäckerdraagt Sta Wes ; eine eigentümlich abkürzende Ausdrucksweise.

Bäckerei

Pfeifer_etym

baecke·rei

backen Vb. ‘durch Hitzeeinwirkung gar werden (lassen)’. Auf einem stark flektierenden Verbum germ. *bak- beruhen ahd. bahhan (9. Jh.), aengl…

bäckeren

ElsWB

baeck·eren

bäckere n [pakəra Katzent. ] schnell gehen. M i r hä n müeße n b., d aß m i r an d e r Zug kumme n sin d . — viell. zu bëche n 3? oder zu bä…

Bäckerēy

Adelung

baecke·rey

Die Bäckerēy , plur. die -en. 1) Alles was zum Backen, besonders des Brotes gehöret. 2) Der Ort, der zum Backen bestimmt ist. Besonders ist …

Bäckerfru

MeckWBN

Wossidia Bäckerfru f. Bäckerfrau Müll. Reut. 10 a .

Bäckerfüße

PfWB

Bäcker-füße Pl. : ' schräggestellte Plattfüße ', Bäckeʳfiß (-fīs) [ LU-Opp ]; vgl. Bäckerbeine .

Bäckergang

MeckWB

baecker·gang

Bäckergang m. Straße in Hamburg, im Reim auf die Leberwurst: hest Läwerwust, hest Läwerwust, hest Läwerwust nich sehn? In 'n Bükgang, in 'n …

Bäckergeselle

GWB

baecker·geselle

Bäckergeselle dient .. bey mir eine Köchin, welche .. von ihrem Manne, einem B-n, der sich bald auswärts, bald hier aufhält, auf allerley We…

Bäckerhandwerk

Adelung

baecker·handwerk

Das Bäckerhandwerk , des -es, plur. inus. 1) Das Handwerk, welches die Bäcker erlernen, als ein Abstractum. 2) Die sämmtlichen Bäckermeister…

Bäckerhaus

PfWB

baecker·haus

Bäcker-haus n. : im KR.: Storch, Storch Steiner, med de lange Beiner, flih iwers Bäckerhaus, hol drei Weck eraus, mer äne, deer äne und em a…

Bäckerherr

Adelung

baecker·herr

Der Bäckerherr , des -en, plur. die -en, vulg. Beckenherr. An einigen Orten, 1) diejenigen Glieder des Stadtrathes, welche bey dem Marktamte…

Bäckerin

PfWB

baeck·erin

Bäckerin f. : ' Frau des Bäckers ', Bäckeʳn [östl. der Linie Pirmas — Kaislt — Rockhs — KB-Kriegsf (vor 1930)]; vgl. Bäckersin . Bad. I 106 …

bäckerinnung

DWB2

baecker·innung

bäckerinnung f. : 1915 von der berliner einkaufsgesellschaft der bäckerinnung werden 20 000 mark verlangt in: internationale 19 faks. 1957 d…

Bäckerjung

MeckWB

baecker·jung

Bäckerjung m. Lehrjunge des Bäckers; Rda. von abgebackenem ( s. afbacken 1 a, Sp. 87 ) Brot: dor is woll de Bäckerjung dörchkrapen Sta AStre…

Bäckerjunge

Wander

baecker·junge

Bäckerjunge Sein's wol amol Bäckenjung gwest, sagte der Bäckerjung zum Beichtvater, als dieser ihn fragte, ob er seinem Meister nicht etwa S…

Bäckerkahlen

MeckWB

Bäckerkahlen Pl. Kohlen, die man vom Bäcker kauft, von Kiefernholz Sta AStrel , während Kopmannskahlen aus Buchenholz herrühren.

Bäckerkind

Wander

baecker·kind

Bäckerkind 1. Man mutt keen Bäckerkind Stuten geb'n. ( Rendsburg. ) – Hochdeutsch bei Simrock, 865. 2. Wer wul Bäckerkinnern Stût'n gäwn! ( …

Bäckerknabe

RhWB

baecker·knabe

Bäcker-knabe m.: in dem aus dem Nhd. stammenden Spruch: De Bäckerknabe send Edelknabe; wat se sich van de Fenger schabe, dovon modde sich Kö…

Bäckerknecht

Adelung

baecker·knecht

Der Bäckerknecht , des -es, plur. die -e, vulg. Beckenknecht, ein Gesell bey den Bäckern. S. Adelung Bäckerbursch . In engerer Bedeutung wer…

baecker als Zweitglied (18 von 18)

Brotbäcker

Adelung

brot·baecker

Der Brotbäcker , des -s, plur. ut nom. sing. im gemeinen Leben Brotbeck, ein Bäcker, der Brot bäcket; im Gegensatze der Kuchenbäcker, Zucker…

Fastbäcker

Adelung

fast·baecker

Der Fastbäcker , des -s, plur. ut nom. sing. eine größten Theils nur in Niedersachsen übliche Benennung derjenigen Bäcker, welche Rockenbrot…

Feilbäcker

Adelung

feil·baecker

Der Feilbäcker , des -s, plur. ut nom. sing. in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden, ein Bäcker, welcher Brot feil hat, welcher auf de…

Fêldbäcker

Adelung

feld·baecker

Der Fêldbäcker , des -s, plur. ut nom. sing. ein Bäcker für die Truppen im Felde, oder im Lager; im Oberd. der Feldbäck, des -en, plur. die …

Fríschbäcker

Adelung

frisch·baecker

Der Fríschbäcker , des -s, plur. ut nom. sing. diejenigen Bäcker, welche alle Tage, wenn die Reihe sie trifft, frisches Brot backen, oder wi…

kuchenbäcker

DWB

kuchen·baecker

kuchenbäcker , m. dulciarius, kuochenbecker Alberus R 2 a , kuchenbecker Stieler 75, 15 . jh. frixor, pastillarius Dief. 248 a . 415 c ; kuc…

landbäcker

DWB

land·baecker

landbäcker , m. bäcker der sein handwerk auf dem lande treibt, im gegensatz zum stadtbäcker: landbecker, der das brod in die stadt bringt, p…

losbäcker

DWB

los·baecker

losbäcker , m. bäcker lockeren brotes, weiszbäcker Jacobsson 2, 633 a , gegensatz festbäcker: los- und festbäcker-gewerk. Hippel 5, 15 . vgl…

mundbäcker

DWB

mund·baecker

mundbäcker , m. bäcker, der das gebäck für die tafel der höchsten herschaften bäckt.

Ōbstbäcker

Adelung

obst·baecker

Der Ōbstbäcker , des -s, plur. ut nom. sing. ein Bäcker, welcher sein vornehmstes Geschäft daraus macht, das Obst zu backen, d. i. im Ofen z…

pastetenbäcker

DWB

pasteten·baecker

pastetenbäcker , m. : pastetenbeck Fischart Garg. 31 b . Philander (1655) 1, 20. 307 ; pastetenbacker, -becker, pastillarius, placentarius D…

Platzbäcker

Adelung

platz·baecker

Der Platzbäcker , des -s, plur. ut nom. sing. ein Bäcker, welcher kein ordentliches Backhaus hat, keine Bursche halten, auch kein weißes, so…

schwarzbäcker

DWB

schwarz·baecker

schwarzbäcker , m. bäcker, der schwarzbrot bäckt Adelung, schwarzbecker, artopta Stieler 86 , fornaio di pan nero Kramer dict. 2 (1702) , 70…

tortenbäcker

DWB

torten·baecker

-bäcker , m. Kramer teutsch-ital. 2, 1101 ; Adelung 4, 633 ; Campe 4, 853 ; vgl. den subst. inf. tortenbacken Amaranthes frauenz.-lex. 1978 …

Weißbäcker

Adelung

weiss·baecker

Der Weißbäcker , des -s, plur. ut nom. sing. ein Bäcker, welcher weißes oder Weitzenbrot backen darf, der Losbäcker; zum Unterschiede von de…

zuckerbäcker

DWB

zucker·baecker

zuckerbäcker , m. , ältere schreibweise zuckerbecker. 1) ' kunstbäcker ' Stieler 76 ; Adelung; Prätorius anthropodemus plut. 1, 238 . obd. a…

Ableitungen von baecker (1 von 1)

Erbäcker

Meyers

Erbäcker , s. Walzende Grundstücke .