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Antrêten

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Antrêten

Bd. 1, Sp. 396
Antrêten, verb. irreg. (S. Treten,) welches in doppelter Gattung üblich ist. I. Als ein Activum. 1. Eine Sache durch Treten der andern nahe bringen, oder mit der andern verbinden. Erde an einen Baum antreten. 2. Nahe an etwas treten, doch nur in einigen figürlichen Bedeutungen. 1) Einen antreten, zu ihm treten, um etwas bey ihm anzubringen. Einen um etwas antreten, bitten. Der Herzog tritt sie an und sagt, Less. 2) Anfangen, doch nur in einigen eingeführten Fällen, und mit ausdrücklicher Beyfügung der Sache, welche angefangen wird. (a) Von dem Anfange eines Geschäftes. Eine Reise antreten. Einen Weg, d. i. eine Reise, antreten. Eine Unterhaltung, ein Geschäft antreten. (b) Von der Besitznehmung einer Sache. Ein Amt, einen Dienst, eine Bedienung antreten. Die Regierung antreten. Eine Erbschaft, ein Lehn antreten. (c) Von dem Anfange einer Zeit. Ein neues Jahr antreten. Eine neue Woche antreten. Das funfzigste Jahr seines Alters antreten. Ehedem war antreten in dieser Bedeutung in weit mehrern Fällen üblich, und in Oberdeutschland sagt man noch jetzt: einen Tanz, einen Reihen, einen Sturm antreten u. s. f. wo man im Hochdeutschen lieber anfangen gebraucht. II. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte seyn, nahe an etwas treten. Ich bin nahe an die Wand angetreten. Ingleichen, heran treten, auf welche Art die Vogelschützen dieses Verbum von den ankommenden wilden Vögeln gebrauchen, wenn sie antreten, d. i. sich auf die um den Vogelherd befindlichen Antritte setzen. In der Fechtkunst bedeutet antreten, absolute, den Anfang mit Fechten machen, weil man alsdann seinem Gegner wirklich näher tritt. Ferner figürlich, den Besitz einer Sache, oder die Ausübung eines Amtes anfangen, gleichfalls nur absolute. Er ist bereits angetreten, hat sein Amt bereits angetreten. Er wird bald antreten. Wenn das Nennwort beygefüget wird, so bekommt antreten auch die oben bemerkte thätige Eigenschaft wieder. Anm. Ehedem wurde dieses Verbum auch für betreffen, anlangen, gebraucht. Das Hauptwort die Antretung, ist in der eigentlichen Bedeutung des Activi am üblichsten, in den figürlichen bedienet man sich lieber des Antrittes.
2140 Zeichen · 47 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    antretenst. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    antreten , st. V. Vw.: s. anetreten

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Antrêten

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Antrêten , verb. irreg. (S. Adelung Treten ,) welches in doppelter Gattung üblich ist. I. Als ein Activum. 1. Eine Sache…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    antreten

    Goethe-Wörterbuch

    antreten -tt- DjG 3 3,373,40 1 intr a heran-, nähertreten (an, zu) [ Zimmermeister zu Jetter: ] Tretet hier an’s Haus an…

  4. modern
    Dialekt
    antreten

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    antreten Band 4, Spalte 4,446f.

  5. Spezial
    antreten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    an|tre|ten I vb.tr. 1 (beginnen) mëte man, scomencé (scomëncia) 2 (übernehmen) tó sö na inciaria, se insedié II vb.intr.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit antreten

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Zerlegung von antreten 2 Komponenten

antre+ten

antreten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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