antreten ,
aggredi, adire, inire, gegenüber dem abtreten. 11) kampflich antreten, ein wildes thier antreten,
an es, gegen es treten: den eber laszt mich treten
an. H. Sachs III. 2, 178
a; si ziehen lang haar wie die frauwen und tretten mit eingebundenem haar die feind
an. Frank
weltb. 70
b; darnach traten si die andern auszlendischen völker mit krieg so tapfer und glücklich
an. 95
b; als Pitacus ein fürst ward und Alcheum den poeten seinen bittern todfeind antrat, der sich ab im entsetzet.
chron. 25
b; die gewafneten leut, die iren feind gegen dem spitz antretten, soll jeder ein solch rohr in seiner hand haben. Fronsp.
kriegsb. 2, 191
a; rasch tritt der tod den menschen
an. Schiller 547. 22)
von anderm angang: Burleigh und Raleigh treten sie (
die königin) um erlaubnis an, ihn des hochverraths anklagen zu dürfen. Lessing 7, 243; ich trat ihn jeden tag von neuem an, liesz jeden tag von neuem mich verhöhnen. 2, 169; Graf Walter rief am marstallsthor: knapp schwemm und kämm mein rosz! da trat ihn an die schönste maid, die je ein graf genosz. Bürger; am frühen morgen trat mich ein altes weib an; der hahn hat die henne angetreten (
getreten). 33)
auf die sache bezogen: den kampf antreten,
an den kampf treten: kampf antretten.
Garg. 73
a; einen streit antrat. H. Sachs 1, 52
d; die schlacht antretten.
Garg. 251
a. den tanz antreten,
an den tanz treten: dasz wir einen tanz mit ihnen würden antreten müssen (
ein gefecht bestehen).
Plesse 1, 352. die kanzel antretten,
an, auf die k. treten, sie betreten. Garg. 160
a. den weg, die reise, die fahrt antreten: Hagar genöthigt, den weg, den sie auf einer freiwilligen flucht eingeschlagen, nunmehr wider willen anzutreten. Göthe 24, 211; so haben wir unsern ländlichen aufenthalt angetreten. 17, 10; das übel freilich war, dasz bedeutende vorsätze nicht einmal angetreten, manch löbliches unternehmen in stocken gelassen wurde. 60, 300; eh ich meine visiten antrete, komm ich sie zu sehn. Göthe
an fr. v. Stein 2, 48; wer wollte wol das leben unter denselben bedingungen aufs neue antreten? Kant
kritik der urtheilskr. 395; ein amt, die regierung, ein königreich, ein lehen, die erbschaft antreten.
vor gericht, den eid, den beweis antreten. ein neues jahr, eine neue woche, das siebenzigste jahr seines lebens antreten.
bemerkenswerth ist mhd. lôn anetreten,
lohn in anspruch oder empfang nehmen. myst. 131, 37. 40. 44)
scheinbar intransitiv, sobald dieser acc. bei häufigem gebrauch der redensart unterbleibt: der levit trat (
das amt) an zu bleiben bei dem man.
richt. 17, 11; ehe er antrat (
den kampf).
Garg. 251
a; die blümlein, schaw, wie tretens an (
das licht hervor, an die reihe). Spee
trutzn. 120; wil tapfer treten
an. 52; was erwartet nun der (
sein amt) antretende gehülfe? Göthe 14, 178. er wird bald (
die stelle) antreten, er hat (
oder ist) schon angetreten.
auf dem fechtboden, beim tanz, antreten,
sich einem gegenüber stellen. angetreten!
wird soldaten zugerufen, tretet an die reihe, stellt euch in reihe und glied, tretet aneinander! tretet an!
tretet vor, näher!, was sich auch aus bloszem an =
vor, fort deuten liesze. wer weisz, ob ich nicht diesen abend bei ihm antrete (
vortrete, anspreche). Hippel
br. 13, 116; da kam er angetreten,
angestiegen. 55)
den vogelstellern heiszt antreten,
wenn die wilden vögel nahen und sich auf die antritte
um den vogelherd herum setzen. vgl. anfallen,
anfliegen.