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Ameise

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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14 in 14 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Ameise f.

Bd. 1, Sp. 194
Ameise f. : 'Ameise'. Unterschieden wird meist nur zwischen schwarzer und roter Ameise. Die rote Ameise wird als die bösartige angesehen und mancherorts Ruß (s. Russe) oder Säächims (s. Seichameise) genannt. Das letztere Wort gilt andernortes für 'Ameise' überhaupt (s. K. 11). Sonstige Bezeichnungen s. Zs. Die Ämetze han mich versäächt 'mit Ameisensäure bespritzt' [Kaislt, allg.]. RA.: Mir bitzelts im Bääⁿ, als wenn die Emetze dran wäre [ZW-Battw]. 's wimmelt un wammelt vun Amitze [KB-Bennhs]. Er krawwelt flink wie ä Umins [LU-Alsh]. Das is awwer e Emetz, von einem Menschen, der leicht erregt und heftig wird [KU-Adb Relsbg ZW-Mittb KL-Mehling]. WR.: Wann die Ametze laafen, gibt's Reen [RO-Semb KL-Heilmosch KB-Bennhs Harxh FR-Tiefth LU-Alsh Opp.]. Bauen die Emetze große Haufe, do kummt e strenger Winder [RO-Als]. Wann en Umens Grund rausschmeißt, gebt's Rege [Fogel Beliefs Penns 1159]. Volksgl.: Während des Essens darf man nichts von Vogelnestern erzählen, sonst komme die Omezzele ins Nescht un die alde Veel weere abstännich 'verlassen das Nest' [KU-Schmittw/O]. Wenn rote Ameisen in die Nähe von schwarzen kommen, die ihre Puppen sonnen, pflegen Kinder zu rufen: Ämense holt eier Aajer, die Russe kumme [LU-Altr]. Kinderspiel: Ein Kind, das in einem Kreis steht, wird von den außerhalb des Kreises stehenden Kindern geneckt, indem diese in den Kreis springen und »Ämetz, ich bin uf deim Haufe« rufen. Die »Ämetz« trachtet, eines der eingedrungenen Kinder abzuschlagen [Pirmas]. — Zs.: Garten-, Haupt-, Od-, Reiter-, Ritter-, Rot-, Schwarz-, Seich-, Wald-, Wurmameise. — F. (zum Nachfolgenden vgl. Karte 11): Das Wort ist eines der formenreichsten im Pfälzischen. In der ersten Silbe erscheinen alle Vokalqualitäten. Am stärksten vertreten sind gelängte e-Laute, und zwar geschlossenes ē vorwiegend im westlichen Teil der mittleren und südlichen Westpfalz, offenes ę überwiegend in der nördl. West- und in der Mittelpfalz sowie im westl. Teil der mittl. und im östl. Teil der südl. VPf. Die Formen mit a, o und u nehmen, vielfach ineinander verzahnt, die Nordpfalz sowie den Norden der Vorderpfalz ein; den Kern bilden die Formen mit a im mittleren Teile dieses Raumes (westlich und südlich Kirchheimbolanden sowie Umgebung von Grünstadt). Auffallend ist das Auftreten von u in vier getrennten Kleinräumen: Obermoschel und Umgebung (nördl. NPf), Frankenthal (nördl. VPf), mittlerer Pfälzerwald von Weidenthal bis Stelzenberg und Südostecke der Pfalz (ohne Neuburg). Die Formen mit i erscheinen im südl. Teil des Pfälzerwaldes, im östl. Teil der VPf von nördl. Ludwigshafen bis südlich Germershein sowie in zwei Kleinräumen westl. Kandel und um Bergzabern. — Die Vielheit der Vokalqualitäten ist das Ergebnis verschiedener Lautentwicklungen: Umlaut unter Einfluß von i bzw. e der nächsten Silbe (a > e, ę, ä), Verdumpfung durch nachfolgenden Nasal (a > o, u, wie z. B. mhd. āne > ohne > uhne), Vokalhebung gleichfalls vor Nasal (e > i, wie z. B. bei mhd. stēn > šdīn). Die zweite Silbe des Wortes zeigt verschiedene Grade der Abschwächung des auf ei zurückgehenden Vokals, und zwar von ē bis Schwund. Die Angaben der Gewährspersonen lassen hier keine vollkommene Klarheit gewinnen. So erscheint für die Umg. von Pirmas gewöhnlich Äämez, Ämez, während Otterstetter (S. 45) EⁿmEds angibt. Vorwiegend nordpfälzisch sind n-Infix (Eminds, Emənds u. a.) und l-Suffix (ēmədsl, ūməsl, umindsl u. a.). Die Formen mit z (ds) im Auslaut (Eməds, ōmənds u. a.) herrschen vor; s (ēməs, ems, ims u. a.) erscheint vornehmlich an der pfälzisch-lothringischen Grenze, im nördl. Teil der mittleren VPf und in der südl. VPf bis zur pfälz.-elsässischen Grenze. In dem zuletzt genannten Gebiet sind auch die Komposita Sächims, -äms, Rotims u. a. stärker vertreten. Mehrere der genannten Formen setzen sich, wie die auf unserer Karte eingetragenen Formen aus DWA V zeigen, über die Grenzen der Pfalz in den benachbarten Gebieten fort oder sind Ausläufer von Formen dieser Gebiete. Die Galizien- und Buchenlandpfälzer haben zumeist Oomenz (65' u. Oomenzl, vereinzelt Oometz, Oometzl, Oomes, Amenz (mənds), Umetz, Umenz, Uminzl, entsprechend ihrem Hauptherkunftsgebiet Nordpfalz, Rheinhessen u. mittlere und untere Nahe; bei den Batschkapfälzern dominiert westpfälzisches Ämetz (Eməds); seltener erscheint nordvorderpfälzisches Umetz (ūməds); bei den Banatpfälzern überwiegt nordpfälzisches Omenz (ōmənds) und Ometz (ōməds); die Schwarzmeerpfälzer haben Imes (īməs) und Iminz (īminds) wie der östl. Teil der mittl. Vorderpfalz mit dem angrenzenden rechtsrheinischen Gebiet; in das gleiche Gebiet weist das pennsylvanienpfälzische Iminz, in den nördl. anschließenden Bereich pennsylv. Umenz (uⁿmənds). Es ist jedoch anzunehmen, daß die jetzige Verbreitung aller dieser Formen mit der des 18. Jahrhunderts nicht ganz übereinstimmt; die Formen Omenz u. Omenzl dürften Ende des 18. Jahrhunderts in der Nordpfalz und in den nördl. an sie angrenzenden Gebieten — dem Hauptherkunftsbereich der Galizien- und Buchenlandpfälzer — vorherrschend gewesen sein (auch Louisendorf bei Cleve hat Omenzl!), während sie heute in diesem Gebiete nur in kleinsten Räumen vorkommen oder nur noch Reliktformen sind. — Zur Etymologie s. Kluge-Miztka17. — Rhein. I 160 ff.; Saarbr. 6; Lothr. 8; Els. I 36; Bad. I 39/40.
5334 Zeichen · 100 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ameise

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Ameise , plur. die -n, Diminutiv. das Ameischen, Oberd. Ameislein, ein arbeitsames Insect mit pergamentenen Flügeln,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ameise

    Goethe-Wörterbuch

    Ameise ‘Ameis’ 4,196 ‘ein Ameis’ 38,56 Emsigkeit der A-n ihre Maden dem Lichte zu entziehen. Überspinnt die A. die Made?…

  3. modern
    Dialekt
    Ameise

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Ameise Band 1, Spalte 1,335–337

  4. Sprichwörter
    Ameise

    Wander (Sprichwörter)

    Ameise 1. Ameisen kriechen nicht in leere Scheuern. 2. Ameisen zernagen des Löwen Fleisch. So nagt der Neid an einem Rec…

  5. Spezial
    Ameise

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Amei|se (Formicidae) f. (-,-n) ‹zool› cargara (-res) f. , formia (-ies) f. , teciora (-res) f. ✒ die Ameise sollt euch e…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ameise

138 Bildungen · 123 Erstglied · 15 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von ameise 2 Komponenten

ame+ise

ameise setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ameise‑ als Erstglied (30 von 123)

Ameisele

ElsWB

ameis·ele

Ameisele [Ómaisələ Fisl. Geud. ; Û- Dü. ; Emsl Dehli. ] und Amutle [Âmùtlə Urbis ]. Zss.

Ameisenei

SHW

Ameisen-ei Band 1, Spalte 215-216

ameisenbad

DWB

ameisen·bad

ameisenbad , n. warmes heilbad, über ameisen und ameisenhaufen bereitet.

ameisenbär

DWB

ameisen·baer

ameisenbär , m. der nordische, den ameisenhaufen nachstellende bär, wovon die thierfabel des mittelalters und die finnische poesie wissen. f…

Ameisenbemühung

GWB

ameisen·bemuehung

Ameisenbemühung metaphor [ betr drohenden Konflikt zw Österreich u Holland ] Noch weis niemand .. was kommen werde. Die Zweydeutigkeit Franc…

ameise als Zweitglied (15 von 15)

Baumameise

Adelung

baum·ameise

Die Baumameise , plur. die -n, eine Art Ameisen in Amerika, welche ihre Nester auf Bäumen bauen.

rossameise

DWB

ross·ameise

rossameise , f. formica herculanea oder magna. Nemnich ; grosze wald- sive roszameis, formica major, equina Stieler 44 .

seichameise

DWB

seich·ameise

seichameise , f. formica rufa, name einer roten ameisenart, die im stechen einen ätzenden saft ausspritzt Adelung. volksmäszig in Düringen s…

waldameise

DWB

wald·ameise

waldameise , f. die besonders in nadelwaldungen lebende rote, grosze ameise, auch hügelameise, formica rufa L. Nemnich 2, 1642 . Leunis zool…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „ameise". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ameise/pfwb
MLA
Cotta, Marcel. „ameise". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ameise/pfwb. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ameise". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ameise/pfwb.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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