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Zênt

mhd. bis Dial. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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15 in 12 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Zênt

Bd. 4, Sp. 1683
Die Zênt, plur. die -e, ein nur noch in Franken und Oberdeutschland übliches Wort, so wohl die Gerichtsbarkeit, als auch den Gerichtsbezirk zu bezeichnen. In dem letztern Falle sagt man z. B. in der Zent angesessen seyn, in dem Gerichte. In Ansehung der Gerichtsbarkeit aber, kommt es vornehmlich in folgenden Fällen vor: 1. eine jede Gerichtsbarkeit, daher man selbige an einigen Orten in die hohe und niedere Zent abtheilet. 2. Am üblichsten ist es von der höhern, oder peinlichen Gerichtsbarkeit, welche vermuthlich zu verstehen ist, so fern die Zent absolute und allein gebraucht wird. 3. Im engsten Verstande wird in manchen Gegenden noch ein Unterschied gemacht, unter den Hals- oder Fraisgerichten und der hohen Zent, da denn die letztere nur die vier Fälle, Mord, Diebstahl, Brand und Nothzucht unter sich begreifft. Anm. Aus der Geschichte der mittlern Zeiten ist bekannt, daß die Fränkischen Könige zu besserer Handhabung der Gerechtigkeit die Gauen oder Grafschaften in Centenas, und diese wieder in Decanias theilten, d. i. in Bezirke von hundert und von zehn[] Familien, oder nach andern von so viel Dörfern; und daher sind die meisten bewogen worden, das Deutsche Wort Zent von Centena abzuleiten. Andere lassen es von dem Deutschen Worte zehen abstammen, und erklären es von einem untern Bezirke, oder einer Decanie, zumahl da diese im Angelsächsischen Tethinge, die Centena aber Hundreda genannt wurde. Allein, da die Decanie vermuthlich nur eine untere Gerichtsbarkeit war, Zent aber gemeiniglich von der obern gebraucht wird, so scheinet die erste Ableitung wahrscheinlicher. Indessen, wenn man bedenkt, daß das Wort auf eine so schwankende Art gebraucht wird, und oft einen jeden Gerichtsbezirk, er sey groß oder klein, bedeutet, so kann es gar wohl seyn, daß beyde Wörter mit der Zeit in dem Deutschen Worte Zent zusammen geflossen sind. Es kommt noch dazu, daß die ursprünglichen Centenae und Decaniae mit der Zeit sehr vielen Veränderungen ausgesetzet seyn mußten, zumahl da anfänglich jede Familie für sich allein auf ihrem Grund und Boden wohnte, wie noch in einigen Niedersächsischen Gegenden üblich ist, nach und nach aber, um der gemeinschaftlichen Sicherheit Willen, sich mehrere in Dörfer versammelten, da denn die Gerichtsbezirke sehr verändert, und bald erweitert, bald aber auch verenget werden mußten. Übrigens muß man dieses Wort und die dadurch bezeichnete Sache nicht mit der Send verwechseln, welches im Oberdeutschen die geistliche Gerichtsbarkeit bedeutet, und von Synodus abstammet, S. dieses Wort. Da Zent nur noch allein im Oberdeutschen üblich ist, so gilt solches auch von den folgenden Ableitungen und Zusammensetzungen.
2664 Zeichen · 22 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    zëntstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    zënt stf. mlat. centa, centena . a. ort oder inbegriff von ortschaften, der ein zum theil von ihm durch schöppen besetzt…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    zentN., M., F.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    zent , N., M., F. Vw.: s. sēnt (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zênt

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Zênt , plur. die -e, ein nur noch in Franken und Oberdeutschland übliches Wort, so wohl die Gerichtsbarkeit, als auc…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zent

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Zent (»Hundertschaft«), s. Cent .

  5. modern
    Dialekt
    Zentm.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Zent m. Cent; Rdaa.: ick heff keenen Zent mihr habe mein ganzes Vermögen verloren Ro Dierh ; hei is keinen Zent bäter um…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zent

327 Bildungen · 312 Erstglied · 13 Zweitglied · 2 Ableitungen

zent‑ als Erstglied (30 von 312)

zent(er)anhiⁿ

Idiotikon

zent(er)anhiⁿ Band 2, Spalte 1335 zent(er)anhiⁿ 2,1335

Zentbach

SHW

Zent-bach Band 6, Spalte 763-764

Zentgraf

SHW

Zent-graf Band 6, Spalte 763-764

zentallmende

DWB

zent·allmende

zentallmende , f. , gemeinbesitz des zentbezirkes, bes. waldungen: der weg, welchen hiesige gemeind ... in die centallment zu gebrauchen hat…

Zentaur

Pfeifer_etym

Zentaur, Kentaur m. in der griechischen Mythologie zweigestaltetes Fabelwesen, oben Mensch, unten Pferd, ins Dt. entlehnt (18. Jh.) über lat…

zentaurie

KöblerMhd

zentaurie , sw. F. nhd. Tausendguldenkraut, Tausendgüldenkraut ÜG.: lat. centaurea Gl Hw.: s. zenter (2) Hw.: vgl. mnl. centaurea Q.: Barth,…

zentbar

DWB

zent·bar

-bar , adj. , der zentverwaltung und dem zentgericht unterworfen: leut oder gutere in den zenten ligende ..., die nicht zentbere ... wern (1…

zentbaum

DWB

zent·baum

-baum , m. , an dem der -knecht die zent ' beschrie ' : ebda. —

zentbuch

DWB

zent·buch

-buch , n. , buch mit den niederschriften der dingverhandlungen: darauf sind alle artikel und weistumb dieses alten zenthbuchs verlesen word…

zentbüttel

DWB

zent·buettel

-büttel , m. , amtsdiener der zent: wann ein gebott das centhgericht zu halten vom centhbüttel gethan ist 1, 484; 3, 530 f.; musz nothfalls,…

zentbütel

KöblerMhd

zent·bütel

zentbütel , st. M. nhd. Zentbüttel, ein Amtsdiener Q.: WeistGR (1425-1457) E.: s. zent, bütel W.: nhd. (ält.) Zentbüttel, M., Zentbüttel, ei…

Zentchen

RhWB

zent·chen

Zent-chen diese auffallende Wortform, die wohl zu Tente (s. d.) gehören dürfte, ist als tsęntχə in Aach-Stdt bezeugt n.: Dachaufbau zum Abla…

zentdienst

DWB

zent·dienst

-dienst , m. , verpflichtung der zentangehörigen zur gerichtshilfe, z. b. zur verfolgung eines missethäters: Adelung 2 4, 1684 ; vgl. 2 zent…

zentding

DWB

zent·ding

-ding , n. , s. 2 zent 2: das zenting wird gehalten auf den montag nach der könige tag ( moselfränk. ) weisth. 2, 132; doch hier huntding, h…

zentdorf

DWB

zent·dorf

-dorf , n. : (die) zentunterthanen in den z-en ( pfälz. 1561) weisth. 5, 237; (1566) bad. weisth. I 1, 14. —

zentejim

LDWB1

zentejim [zen·tẹ·jim] I adj . (-s, -a) hundertst II m. (-s) 1 Hundertstel n. 2 Cent m. 3 ‹fig› Heller m. ◆ zentejim de march Pfennig m. ▬ n’…

zenten

DWB

zen·ten

zenten , m. , das lat. centum, woraus mhd. zenten, m. (zente, swm.? ); 1) das hundert, nam. von eiern, nur bair.: ein z. eyr (13. jahrh. ) L…

zëntenære

Lexer

zenten·aere

zëntenære , zëntener , zëntner stm. ib. centner Ms. ( H. 2,224 b ). Krone , Myst. Türl. Wh. 49 a . Miltenb. stb. 20 b . Mühlh. rgs. 150. Bu.…

Zentenarfeier

LDWB2

Zen|te|nar|fei|er f. (-,-n) festa centenara f. , festa di cënt agn f.

Zentenarĭum

Meyers

Zentenarĭum (lat.), Fest des 100jährigen Bestehens, Säkular-, Jubelfest.

zent als Zweitglied (13 von 13)

heimsizzent?

KöblerAhd

*heimsizzent? , (Part. Präs.=)st. M. (nt?) (a?) (i?) Hw.: vgl. as. hēmsittiand*

Produzent

RDWB1

Produzent m продюсер

dezent

Pfeifer_etym

dez·ent

dezent Adj. ‘unaufdringlich, zurückhaltend, schicklich’, in der 2. Hälfte des 18. Jhs. unter Einfluß von gleichbed. frz. décent aus lat. dec…

dutzent

KöblerMhd

dutz·ent

dutzent , st. N. nhd. Dutzend Hw.: vgl. mnl. dosine, mnd. dosīn, dusīn Q.: JTit (3. Viertel 13. Jh.), KochEvL I.: Lw. mfrz. douzaien E.: s. …

iezent

KöblerMhd

iezent , Adv. Vw.: s. iezunt

Malefizzent

DRW

malefiz·zent

Malefizzent, f. Halsgericht (II) einer Zent vgl. Halszent malefiz- und rugcent 1623/48 SchriesheimW. 260

Mittelzênt

Adelung

mittel·zent

Die Mittelzênt , plur. inus. in einigen Oberdeutschen Gegenden, eine Art der Zent oder Gerichtbarkeit, welche das Mittel zwischen der Ober- …

Oberzent

DRW

ober·zent

Oberzent, f. I höher gelegener Zentbezirk denen vom adl ufm Kraichgaw, so in beden der ober und under zenten vogtbarlich obrigkeit haben 156…

Produzent

Pfeifer_etym

produzieren Vb. ‘(Gebrauchsgüter) herstellen, erzeugen’ (19. Jh.), ‘hervorbringen, erzeugen’ (Anfang 18. Jh.), ‘vorführen, vorstellen’ (Anfa…

Reproduzent

DRW

Reproduzent, m. j., der Zeugen präsentiert und einen Gegenbeweis führt vgl. Produzent reproducens, der reproducent oder gegen-beweiß-fuͤhrer…

Rügzent

DRW

Rügzent, f. Rügegericht (I) einer Zent vgl. Halszent, Malefizzent sy [schulthis und gerichtslut] erkennen auch, so dick unsers gnedigsten he…

Salzlizent

DRW

salz·lizent

Salzlizent, m. Steuer auf die Salzgewinnung wie es mit dem salzlicenten beschaffen 1645 ProtBrandenbGehR. III 207 Faksimile [Einnahmeschema:…

Trevizent

KöblerMhd

Trevizent , N.=PN nhd. Trevizent Q.: Parz (1200-1210), Tit E.: Herkunft ungeklärt? W.: nhd. DW- L.: Benecke/Müller/Zarncke III, 86b (Trevize…

Ableitungen von zent (2 von 2)

erzente

Lexer

erzente stf. s. arzeinte.

zënte

Lexer

zënte , zënten swstm. BMZ centner Brünn. r. sechzic zenten rehter wâg Apoll. 7296. ain zenten pfeffers Chr. 4. 32,1 ; hundert stück: ein zen…

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APA
Cotta, M. (2026). „zent". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zent/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „zent". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zent/adelung. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „zent". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zent/adelung.
BibTeX
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