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wegerich

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wegerich m.

Bd. 27, Sp. 3106
wegerich, auch wegrich,m. bezeichnung mehrerer, namentlich der zur gattung plantago gehörigen pflanzen. 11) das wort ist nur hochdeutsch, mhd. wegerîch-rich, ahd. wegarîh (in den Basler recepten, denkm. LXII, 1, ferner Steinmeyer - Sievers gl. 1, 234, 18. 3, 573, 26. 4, 228, 20), in späteren glossaren (zeitschr. f. d. wortforschung 3, 278) wegerich, wegirich, wegereic(h), wegreich, wegrich, ferner wegräch (Diefenbach gl. 440b plantago), wegrach (ebenda), wegeroch (gl. 112c centinodia). die pflanze hat ihren namen von dem häufigen vorkommen an wegen (vgl. wegbreite, wegblatt, wegkraut), darum sagt Wolfram: vil ungevertes er dô reit, dâ wênic wegerîches stuont. Parzival 180, 7, d. h. wo keine wege waren. — rîch ist das alte wort für 'könig', got. reiks; dasz wegarîh aber je als 'wegherrscher' aufgefaszt worden sei, ist zu bezweifeln, vielmehr wird es den eigennamen Fridurîh, Diotrîh nachgebildet sein; -rîh ist hier ganz zu einem suffix geworden, also 'der am weg befindliche'. männliche personennamen erscheinen öfter als pflanzennamen, vgl. Hänsel am wege, guter Heinrich, [] Gundermann (ahd. Guntram), Madelger, Mangold, auch (an die namen angelehnt) Bertram, Peterlein, Hederich; -rich als endung auch in wüterich 'cicuta', würgerich, knöterich. sollte es noch als 'herrschend' zu nehmen sein, so ist es auf die heil- und zauberkraft der pflanze (5) zu beziehen, also 'der herrschende, mächtige am wege' (vgl.mangold eig. 'der über vieles gewalt hat'). nach Höfler wäre wegerich der beherrscher des hellweges d. i. des weges zum totenacker. 22) wegerich erscheint (mit mancherlei lautlichen umbildungen) in den obd. und md. mundarten: schweiz. wägerech Seiler 307. Hunziker 290, daneben (umgedeutet) federich idiot. 1, 679, els. wegeri, wegerli, wegerle, daneben federi, wederi Martin - Lienhart 2, 804a, im mittleren Baden wederi zeitschr. f. d. mda. 1913, 324, wederik 1916, 344, schwäb. auch weberich, federich Fischer 6, 540, österr. steierm. kärnt. wegrach und wegrat (dies wol aus wegracht entstanden, schon Diefenbach gl. 637a arnoglossa aus einem herbarius von 1485) monatsschrift d. ver. f. landesk. v. Niederösterreich 8, 375 (bei Castelli 267 wögarad). Unger-Khull 623a. Lexer 252, pfälz. weierich Autenrieth 150, nordböhm. wagert Tschernich d. volksnamen d. pflanzen 30, auch in Sachsen Müller-Fraureuth 2, 647 und der Oberlausitz Anton 6, 4. vgl. auch wegerer, weger und wege. in einigen md. gegenden scheint wegerich durch wegbreit (s. d. 3. 4) und wegblatt verdrängt zu sein. schriftsprachlich ist es allgemein, anfangs auch noch in der form wegreich (s. 5); vereinzelt erweitert zu wegericht v. Hohberg Georg. 1, 237. die wörterbücher führen es seit Dasypodius und Alberus (dict. F F 2b) an, überwiegend in der dreisilbigen form (bei Steinbach wegrich, bei Ludwig beide formen). 33) der wegerich wird als ein häufig vorkommendes unkraut genannt, das namentlich an feuchten orten gedeiht: da findet man auch gewiszlich wasser, da vil grasz wechst, breyter wägerich, sonnenwürbel Herr feldbau 29b; dann ob wol an den enden, da roszhub, hanenfusz, wegrich ... wächszet, das wasser nicht weit ist Sebiz feldbau 14; so wachse aus diesem wasser ein kraut mit breiten blättern als wegerich Prätorius Saturnalia 155; seine lage da unten (im graben) zwischen wegerich, nesseln und vogelkraut war nicht die eines gewöhnlichen menschen Immermann Münchh.2 2, 136; ist's genug, dasz in und um Weinsberg die geister wild wachsen wie wegerich? 2, 146. 44) von gattungen wird vor allem unterschieden der breite und der spitzige (schmale) wegerich, plantago major und minor (lanceolata L.). beide arten können einfach als wegerich erscheinen, so ist der spitzwegerich gemeint in den Basler recepten, wo wegarih neben wegabreita steht, den breiten meint K. v. Megenberg: iewederʒ (kraut) hât praiteu pleter sam der wegreich 388. auf den breiten oder groszen wegerich (auch roten w. Fuchs (1543) cap. 11. Bock 88a) geht in den glossaren auch arnoglossa Steinmeyer-Sievers 4, 228, 20. 3, 221, 28 u. o. (3, 100, 48. 171, 28 aber minner wegerich). Diefenbach gl. 49c. 637c. nov. gl. 49c, septinervia u. ä. gl. 528a, nov. gl. 336a; auf den spitzwegerich (spiczig wegrich Diefenbach-Wülcker 896 v. j. 1440, kleinwegrich Diefenbach gl. 317a lanceola) quinquenervia gl. 480a, cynoglossa Frisius 361a (s. auch u. wegerein). seit dem 16. jahrh. wird auch noch der mittlere w. unterschieden, pl. media L., der auch bes. der breite heiszt: den mittelsten nent man den breyten Fuchs cap. 11, der mittel oder breite wegrich Bock 87b. dazu kommt der strand- oder meerwegerich, pl. maritima L., bergwegerich, pl. montana Laur., sandwegerich, pl. arenaria Kit., alpenwegerich, pl. alpina Leunis bot.3 2, 621 f. der name wird dann auch auf andre pflanzen übertragen: wilder wegerich, arnica montana L. (Bergell in Graubünden) Tabernaemontanus (1664) 714b. welscher wegerich Frisch 2, 428b. Nemnich 5, 636; wässeriger wegerich, der froschlöffel, alisma plantago L. Matthioli durch Camerarius (1586) 145b, wasserwegerich Bock 88a, wilder w. Cordus annot. in Dioscoridem (1549) 499, froschwegerich Mattuschka 1, 326; der huflattich, tussilago farfara L.: fafaro, wegerich Steinmeyer-Sievers gl. 3, 499, 26; fafare, wegerich 529, 28. 602, 33; lapathum, spicz wegerich Diefenbach gl. 318a (herbarius [] von 1485); der römischkohl, beta Steinmeyer-Sievers gl. 2, 369, 10. 4, 363, 32. auf der ähnlichkeit der bezeichnung beruht es, wenn wegerich wie wegbreit dann auch für den wegtritt, polygonum aviculare L., eintritt: centinodia Steinmeyer-Sievers gl. 3, 578, 32. Diefenbach gl. 112c. nov. gl. 116a, polygonum gl. 444b. Calepinus 1109b, proserpina gl. 467b, jetzt bair. österr. Marzell neues ill. kräuterbuch 356. ferner für die wegwarte, cichorium intybus L.: citaria Diefenbach gl. 118a. nov. gl. 89a, solsequium gl. 541b, so jetzt oberhess. zeitschr. f. d. mda. 1918, 144. 55) seit dem alterthum erfreute sich der wegerich als heilkraut ganz besonderer schätzung (Höfler quellen u. forschungen z. deutschen volkskunde 5, 11 ff.); er wird bei entzündungen und quetschungen verwandt, eine abkochung aus den blättern, dem samen oder der wurzel hilft gegen viele krankheiten: nim des wegerichis wurcun (gegen die blutruhr) Pfeiffer zwei deutsche arzneibücher a. d. 12. u. 13. jahrh., Wiener sitz. ber. 42, 123, 17; wegreich gesotten in wein und hönig heylet new wunden Tollat v. Vachenberg margarita medicinae 24a; wegerich gestoszen ... stillet das bluten Bock 84; (zum schweiszbad) nimm breiten wegrich, fünffingerkraut, alantwurtz Ruoff hebammenbuch 4; augenwasser ... nim fenchelkraut, rauten ... breiten und spitzigen wegerich Gäbelkhover artzneybuch 1, 109; für die ruhr (wasser) von eichenem laub, holtzbirnen, wegericht v. Hohberg Georg. 1, 237; wegerich reiniget die nieren v. Fleming vollk. t. jäger 11; Benvolio. saug' in dein auge neuen zaubersaft, so wird das gift des alten fortgeschafft. Romeo. ein blatt vom weg'rich dient dazu vortrefflich. Shakespeare 7, 23 (Romeo u. J. 1, 2). 66) von zusammensetzungen seien erwähnt:
7186 Zeichen · 194 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wegerîchstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    wegerîch stm. wegebreite, die pflanze. plantago sumerl. 13,43. 23, 24. 63,40. gl. Mone 7,600. 8,96. 97. voc. o. 43,152. …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wēgerich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Wēgerich , des -s, plur. inusit. der Nahme einer Pflanze, S. Adelung Wegebreit . Die letzte Sylbe dieses Wortes ist …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wegerich

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wegerich , Pflanzengattung, s. Plantago .

  4. modern
    Dialekt
    Wëgerich

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB RhWB Wëgeri ch , Wëgerli, Wëger le [Wájəri Dachstn. ; Wǽjəri Str. ; Wájərli Geud. ; Wájərlə K. Z. Han. ] m. Wegeric…

  5. Spezial
    Wegerich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    We|ge|rich (Plantago sp.) m. (-s,-e) ‹bot› baujia (-ies) f. , erba dles baujies f. , piscialet m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wegerich

28 Bildungen · 16 Erstglied · 12 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von wegerich 2 Komponenten

wege+rich

wegerich setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wegerich‑ als Erstglied (16 von 16)

wegerichblatt

DWB

wegerich·blatt

wegerichblatt , n. : alga marina ... ein meerkraut, hat wegrichbletter Alberus dict. CC 2 a . —

wegerichfalter

DWB

wegerich·falter

wegerichfalter , m. ein schmetterling, dessen raupe bes. auf dem spitzwegerich lebt, melitaea cinnia L. Oken 5, 1157 (spitzwegerichfalter Le…

wegerichkraut

DWB

wegerich·kraut

wegerichkraut , n. Bock (1539) 1, 62 . v . Hohberg Georg. 3, 279 b ( als schutz gegen bienenstich ). —

wegerichsaft

DWB

wegerich·saft

wegerichsaft , m. : wolff ... heylet wegerichsafft Bock (1539) 1, 63 ; das haupt bestrichen mit ... wegerichsafft Ryff spiegel u. regiment d…

wegerichsame

DWB

wegerich·same

wegerichsame , m. : samen kleiner dann der wegerichsamen Bock 1, 19 ; gib einer haselnusz grosz breit wegerichsamen ... in milch oder wein e…

wegerichte

KöblerMhd

wege·richte

wegerichte , st. F. nhd. Wegrichtung, Richtung Q.: RWchr (um 1254) (FB wegerihte) E.: ahd. wegarihtī* 2, st. F. (ī), „Wegerichtigkeit“, gera…

Wegerichtee

PfWB

wegerich·tee

Wegerich-tee m. : ' Kräutertee aus Wegerichblättern ', Wegerichtee [ LU-Opp ].

weg(e)richtig

DWB

weger·ichtig

weg(e)richtig , adj. den geraden weg gehend ( vgl. ahd. wegerihtî Otfrid 3, 8, 19 ' gerader weg ', via compendii, wegarihti Steinmeyer-Sieve…

weg(e)richtung

DWB

wegerich·tung

weg(e)richtung , f. die richtung, in der ein weg verläuft oder die als weg verfolgt werden kann: auf herstellung der vorigen wegerichtung ..…

wegerichwasser

DWB

wegerich·wasser

wegerichwasser , n. : den mund mit wegerichwasser geweschen ... heylet das essen Bock 1, 62 ; beyfusz gepulvert ... mit gedistillirtem wegri…

wegerichwurz

DWB

wegerich·wurz

wegerichwurz , f. : den frawen so ihr kranckheit zufallend, die sollen nemmen wegrichwurtzen Paracelsus 1, 360 B. v. Hohberg Georg. 1, 528 (…

wegerich als Zweitglied (12 von 12)

Mittelwêgerich

Adelung

mittel·wegerich

Der Mittelwêgerich , des -es, plur. inus. eine Art des Wegeriches von mittlerer Größe; Plantago media L.

rosenwegerich

DWB

rosenweg·erich

rosenwegerich , m. eine art des wegerichs, deren grüne blätter in ihrer zusammensetzung einer rose ähnlich sind. Adelung, plantago rosea. St…

seewegerich

DWB

seeweg·erich

seewegerich , m. eine art des wegerichs, die an der see wächst und als viehfutter benutzt wird, plantago maritima. Nemnich.

spitzwegerich

DWB

spitzweg·erich

spitzwegerich , m. der kleine wegerich mit spitzen blättern, plantago lanceolata. Nemnich 2, 1001 . Adelung, plantago minor, arnoglossa. Cor…

Stumpfwegerich

PfWB

stumpf·wegerich

Stumpf-wegerich m. : 'Wegerich (Plantago maior)', Stumpwegerich [ ZW-Bottb PS-L'mühl FR-Merth NW-Freinsh Gimmdg Wachh ], -wegrich [ IB-Aßw F…

wasserwegerich

DWB

wasser·wegerich

wasserwegerich , m. der gemeine froschlöffel, alisma plantago L. Diefenbach gl. 68 b . 638 a ; ' barsa ( barba ) sylvana ' Trochus k 6 b (-w…