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warf

as. bis Dial. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
25 in 13 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

warf m.

Bd. 27, Sp. 2012
warf, m. (daneben werf), niederdeutsches wort in verschiedenen bedeutungen, deren entwicklung nicht völlig klar ist, zu asächs. hwerBan 'sich wenden' gehörend, doch steht der etymologische zusammenhang nicht durchweg fest. 11) im Sachsenspiegel und in darauf zurückgehenden rechtsquellen ist warf oder werf für 'gerichtsversammlung, gericht' üblich Schiller-Lübben 5, 691, entsprechend im afries. warf, werf Richthofen 1126b. an der Mosel kommt das wort in der hd. form warb, warp vor: do hait in (den missethäter) der scharprichter in den warbp gefort weisth. 4, 749 (Berncastel 1490); dan so gaet usz dem warp der hoegerichts amptman 4, 750. es ist auch der kreis, der sich um die kämpfenden vor gericht bildet: eques in circulo quod warf dicitur, incedere debet ad custodiendum circulum, et ad resistendum pressure populi, ne pugnantes impediantur Lacomblet urkundenbuch f. d. gesch. des Niederrheins 1, 302 (1169); vride sal man denne deme warfe biten bie deme halse, daʒ sie nieman in irre an irem kamphe Sachsenspiegel 63, 4 Weiske. dann auch örtlich 'kampfplatz': bis dat die kempere zusamen koment in den warf quellen zur rechts- u. wirtschaftsgesch. von Deutz 145, 5 (1386) Hirschfeld. 'turnierplatz': dat ouch mallich syne verken in syme huse behalde ind nyet up den Aldenmart noch in den warff en laisse gain akten z. gesch. d. stadt Köln 2, 210 anm. (1410) Stein. die wörter können nicht getrennt werden von asächs. hwarf 'versammlung, menschenmenge', ags. hwearf Bosworth-Toller 373, doch macht das afries. schwierigkeiten, da die wörter hier auch in den texten, die anlaut. hw bewahrt haben, mit w beginnen; vielleicht liegt vermischung mit einem andern worte vor. Siebs bei Heck die afries. gerichtsverfassung 423 nimmt verwandtschaft mit aslav. vrŭp 'menge' an, vgl. unten 4. — auf asächs. hwarf führt auch die wendung: en'n in den warf komen, zufällig mit jemand zusammenkommen Schambach 286. 22) befestigtes ufer, damm, kai, mnd. warf, werf Schiller - Lübben 5, 690. Lübben handwb. 574a, mndl. warf, werf (auch Teuthonista 494a Verdam), bei Ludwig 2456 werff, n. 'kai, damm, bucht', entsprechend ags. hwearf, hwerf Bosworth - Toller 573 (merehwearf 680), engl. wharf (auch 'schiffslände'). jetzt in Niederdeutschland üblich brem. wb. 5, 194 und am Nieder- und Mittelrhein Wegeler 759 (Coblenz). Pfister 330 (Katzenelnbogen). Kehrein 438. in Köln ist das wort im 15. jahrh. häufig: und leiszen up dem warf zu Rin wart bolwerk machen und lachten grosze bussen up dat warf entgan Dutz aver städtechron. 13, 117, 1; dat eyn nuwe upstant geschuyt an dem Rijne up dem warve, an den graven buyszen den portzen, upme doymhoyve akten z. gesch. d. stadt Köln 2, 283, 7 (1435) Stein; die ... yr guedt ... uys eyme schijffe in dat andere ind up den warff by ander guedt verstechen 2, 656, 30 (1497). es kommt auch hd. als werbe 'dammstrasze' vor zeitschr. f. gesch. des Oberrheins 1, 303. 3, 174, vgl.warbe sp. 1985. der grundbegriff ist wol 'erhöhung', der von 'sich wenden, drehen' aus zu gewinnen ist, vgl. lat. vertex 'anhöhe' zu vertere. 33) erhöhter platz am wasser, wo die schiffe ausgebessert werden, mnd. warf, werf, entsprechend engl. wharf, schwed. hvarf; als warf brem. wb. 5, 194. ten Doornkaat Koolman 3, 513. die gewöhnliche form der schriftsprache werft beruht auf ndl. werf, werft, f.; bei Stieler 2549 noch werf, m. Kluge 490 erklärt das wort als 'werkarbeitsplatz' (also zu werben 'thätig sein'), es kann aber vom vorausgehenden nicht getrennt werden und zeigt nur eine specialisirung der bedeutung 'erhöhte stelle am wasser'. bei ten Doornkaat Koolman finden sich neben schäpswarf auch die zusammensetzungen timmerwarf, holtwarf, kalkwarf, mölenwarf. 44) erdhügel in der marsch oder der nähe des meeres, worauf häuser zur sicherung gegen sturmfluten und überschwemmungen gebaut werden, dann das auf der anhöhe liegende haus oder gehöft selbst und besonders der erhöhte (meist gepflasterte) hofraum, die hofstätte, auch die hausflur, afries. warf, werf Richthofen 1126, mnd. warf, werf, mndl. warf, werf, worf, auch mit angetretenem -t Franck2 788, grumulus, werf vel hofstede Diefenbach gl. 270b, jetzt warf brem. wb. 5, 194. ten Doornkaat Koolman 3, 513. Molema 465, warf, werft, worf, warve Schütze 4, 338, werff, werve, warffe Frisch 2, 441c; glebarum acervi, seu colliculi ex terra aggesti, nostrate lingua werve, wärffe, worth, wohrtstette, hauszworth Hackmann von teichen und dämmen (1690) 22; anhöhen befinden sich auf den marschen in groszer anzahl. die meisten dörfer stehen darauf ..., man nennt sie warfen, wehrden, würden, wurth, in Friesland terpen, auch wohl vliebergen Arends phys. gesch. der Nordsee-küste 1, 129; wahrscheinlich hatte, als Tacitus schrieb, der marschbewohner an der Nordsee schon die ersten einfachen dämme gegen die schwellende see gezogen, schon stand sein wohnsitz auf den warfen, kleinen erdhügeln, welche ihn bei hoher fluth über dem wasser erhielten Freytag 17, 67 (bilder 1, 1). das wort geht auch ins hd. hinüber: quod quinque lapides angulares situati, quorum tres in medio super fossatum et vallum, quod vulgariter dicitur 'warf', sunt positi et statuti Breslauer urkundenbuch 1, 93 Korn (anf. 14. jahrh.); bei Joh. Rothe kommt öfter sandwerf vor (Germania 9, 178) 'sandhügel'; schon ahd. santwerf 'sandbank' neben santwurf Graff 1, 1040. 1042. dasz diese wörter von werfen ausgehen, ist nicht wahrscheinlich; sie könnten mit nd. warf zu ahd. hwerfan, hwerban 'sich drehen' zu stellen sein und ursprünglich durch das wirbeln des sandes entstandene kreisförmige anhöhen bezeichnet haben; warf 'erdhügel und hof darauf' würde dann zu warf 2. 3. 'anhöhe am wasser' gehören. doch steht dieser auffassung entgegen, dasz afries. warf auch in den quellen, die anlaut. hw bewahren, mit w beginnt; Siebs a. a. o. (der indes auf -huervia in den ortsnamen der Werdener heberegister aufmerksam macht) möchte deshalb die wörter trennen und stellt warf 'erdhügel' zu aslov. vrŭp 'menge', poln. warpa 'der aufgeschüttete erdhügel'.
6082 Zeichen · 116 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    warfst. M. (a?) (i?)

    Köbler As. Wörterbuch

    warf , st. M. (a?) (i?) Vw.: s. hwarf* Son.: st. M. (a?, i? bzw. indekl.)

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    warfst. N. (a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    warf , st. N. (a) nhd. Kette beim Weben, Kette des Gewebes ne. warp (N.) ÜG.: lat. fila stantia? Gl, stamen Gl, (subteme…

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    warfstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    warp , warf stm. 1. wirbel, umdrehung, wendung. ahd. hwarb lat. vertigo Graff 4,1235. die wurden manigen warp getriben l…

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    warfAdv.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    warf , Adv. nhd. mal Vw.: s. en-, ērst- Hw.: s. werve (3), werf (4) E.: s. werf (4) L.: Lü 556b (warf), Lü 574b (werf/wa…

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    WarfDer

    Campe (1807–1813) · +5 Parallelbelege

    Der Warf , — es, Mz. — e . 1) Der Eintrag bei einem Gewebe; von werfen. Stieler. 2) Gerade das Gegentheil, die Werfte od…

  6. modern
    Dialekt
    Warf

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Warf a. Spr. Werf n. 1. Gewerbe, Vorhaben, Angelegenheit: 'bynnen unsem lantde velich to wanckende und to wesende und er…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit warf

53 Bildungen · 31 Erstglied · 18 Zweitglied · 4 Ableitungen

warf‑ als Erstglied (30 von 31)

Warf(f)

Idiotikon

Warf(f) Band 16, Spalte 1366 Warf(f) 16,1366

wrfan

WWB

war·fan

war-fan Adv. [verstr.] wovon. Wovan es de Rēde? ( Dor Wl).

warfband

DWB

warf·band

warfband , n. die fäden, an denen die kette eines gewebes befestigt ist: licium, bindfaden, harlauf oder warffband, vel kame, vel wepff et d…

warfdei 1 und häufiger

KöblerAfries

warfdei 1 und häufiger , st. M. (a) nhd. Gerichtstag ne. court-day E.: s. warf (1), dei L.: Hh 151a

Warfel

Campe

war·fel

† Der Warfel , — s, Mz . gl. im Schwäbischen, eine kleine steinerne Kugel. I C. Schmid.

warfen

DWB

warfen , verb. einen hügel (warf) für einen hof aufführen brem. wb. 5, 194 (warven).

warfen I

RhWB

warfen I -ērb- Bitb-Mettend , Wittl-Binsf schw.: auf der Krung (s. Warfkrone) die Leinfädenreihen fertigstellen zur Anbringung auf den Webst…

warffin

Idiotikon

warf·fin

warffin Band 16, Spalte 1366 warffin 16,1366

warffretho 1

KöblerAfries

warffretho 1 , st. M. (u) nhd. Gerichtsfriede ne. peace (N.) for the court Q.: R E.: s. warf- (1), fretho L.: Hh 124b, Rh 1127a

warfhund

DWB

warf·hund

warfhund , m. hund, der die hofstätte (warf) bewacht brem. wb. 6, 394.

Warf II

RhWB

Warf II zu werfen; es begegnet -rp südl. der Dorf/Dorp- Linie; warəp, –ę-, –ǫ-, P. -pən f. Prüm , Malm-Grüffl ; -ōə- Bitb-Wallend ; -īə- Rit…

Warfkrone

RhWB

warf·krone

Warf-krone warəpkru·ŋ. Malm-Grüffl f.: Garnhaspel, auf die 10 Wandrode = 10 ✝ 6 Ellen gehen.

warfmann

DWB

warf·mann

warfmann , warfsmann , m. , pl. warfleute, warfsleute, bewohner oder besitzer einer hofstätte (warf) ten Doornkaat Koolman 3, 515 . Hackmann…

warfseide

DWB

warf·seide

warfseide , f. : stärkere seide für die kette, thronesilk, thrown-silk Ludwig 2384 .

warfstätte

DWB

warf·staette

warfstätte , warfstelle , f. kleine hofstätte auf einem warf in Ostfriesland ten Doornkaat Koolman 3, 515 . F. B. Weber ökon. lex. (1838) 63…

warfstall 1 und häufiger

KöblerAfries

warfstall 1 und häufiger , M. nhd. Gerichtsstätte ne. court (N.) E.: s. warf (1), stall (1) L.: Hh 124b

warfstecho

KöblerAhd

warfstecho , sw. M. (n) Vw.: s. warstehho*

warfstehho

KöblerAhd

warfstehho , sw. M. (n) nhd. Weberkamm ne. weaver’s comb ÜG.: lat. texera Gl Q.: Gl (13. Jh.) I.: Lsch. lat. texera? E.: s. warf (1), stekko

warfstreif

DWB

warf·streif

warfstreif , m. ein fehlerhafter streifen im aufzug (warf) eines gewebes: were aber ein tuoch stryfflecht, so bessert ein warfstryff zwen sc…

warfstrîf

Lexer

warf·strif

warf-strîf adj. mit warfstrîfen versehen. auch sal man kein dûch warfstrîf oder weffelstrîf nicht machen Miltenb. stb. 38 a ;

warfstrîfe

Lexer

warf·strife

warf-strîfe swm. streifen im warf. wære aber ein tuoch strîflecht, sô bessert ein warfstrîf zwên schilling und ein wefelstrîf bessert nüt Mo…

warfstrīf

KöblerMhd

warfstrīf , Adj. nhd. mit einem fehlerhaften Streifen im Aufzug eines Gewebes versehen (Adj.) Q.: Miltenb (15. Jh.) E.: s. warf (1), strīfe …

warfstrīfe

KöblerMhd

warfstrīfe , sw. M. Q.: LexerHW (1476) E.: s. warf, strīfe W.: nhd. Warfstreif, M., fehlerhafter Streifen im Aufzug eines Gewebes L.: LexerH…

warfstrīfeht

KöblerMhd

warfstrīf·eht

warfstrīfeht , Adj. nhd. mit einem fehlerhaften Streifen im Aufzug eines Gewebes versehen (Adj.) Q.: Urk (1355) E.: s. warf (1), strīfe W.: …

Warften

Meyers

warf·ten

Warften , künstliche Sanderhöhungen im Marschland.

wrfüᵉr

WWB

war·fueer

war-füᵉr Adv. [verstr.] 1. wofür; warum, weshalb. Ek wǟit, woföä ’k dat dau ( Dor Wl ). — 2. wovor. Wovö bis du bange? ( Tek Me).

warf als Zweitglied (18 von 18)

līnwarf

KöblerAs

*līnwarf , st. M. (a?) (i?)?, st. N. (a)? Hw.: vgl. ahd. līnwarf (st. M. a?, i?, st. N. a) Son.: eher ahd.

anderwarf

KöblerMhd

ander·warf

anderwarf , Adv. nhd. anderwärts, zum zweiten Mal, noch einmal Hw.: s. warbe, warp E.: s. andere, warbe W.: nhd. DW2- L.: Lexer 364a (anderw…

bewarf

MNWB

bewarf s. bewerf.

giwarf

KöblerAhd

giwarf , st. N. (a) nhd. Hinzufügung ne. addition ÜG.: lat. coniectura Gl Hw.: s. giwerf* Q.: Gl (Anfang 9. Jh.) I.: Lüt. lat. coniectura? E…

līnwarf

KöblerAhd

līn·warf

līnwarf , st. M. (a?, i?), st. N. (a) nhd. Halbleinenwebstoff, halbleinener Webstoff, Kleidungsstück aus Halbleinen, Halbleinen ne. half-lin…

sibenwarf

KöblerMhd

siben·warf

sibenwarf , Adv. nhd. siebenmal Q.: Apk (vor 1312) (FB sibenwarf) E.: s. siben, warf L.: Lexer 193a (sibenwarf)

umbihwarf

KöblerAs

umbihwarf , st. M. (a?) (i?) nhd. Umlauf, Kreislauf ne. circuit (N.) ÜG.: lat. circuitus GlS Hw.: vgl. ahd. *umbiwarb? (st. M. a?, i?) Q.: G…

ēinwarf

KöblerMnd

ēinwarf , Adv. Vw.: s. ēnwarf

ēnwarf

KöblerMnd

ēnwarf , Adv.? nhd. zum ersten Mal, erstens Hw.: s. ēnwerf E.: s. en, warf (4) L.: MndHwb 1, 575 (ê[i]nwarf)

ērstwarf

KöblerMnd

ērst·warf

ērstwarf , Adv. nhd. zum ersten Male, erstens Hw.: s. ērstwerve E.: s. ērst (1), warf L.: MndHwb 1, 608 (êrstwerf)

ōverwarf

KöblerMnd

ōverwarf , Adv. Vw.: s. ȫverwerf

ȫverwarf

KöblerMnd

ȫverwarf , Adv. Vw.: s. ȫverwerf L.: MndHwb 2, 1329 (ȫverwarf)

Ableitungen von warf (4 von 4)

bewarf

MNWB

bewarf s. bewerf.

gewarf

DWB

gewarf , n. , s. gewerf .

Verwarf

Wander

Verwarf Grosser Verwarf hat viel Bedarf.

warfe

DWB

warfe , f. sensenstiel: scher dich weg von meiner thür, sonsten greif ich nach der warfe und schlage nach dir. Mittler d. volkslieder 206 ( …