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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verbergen verb.

Bd. 25, Sp. 101
verbergen, verb. occultare. 11) ahd. far-, fer-, fir-bërgan, -përkan Graff 3, 172; im goth. alts. und in den andern germanischen dialekten nicht nachgewiesen, mhd. verbërgen, verpërgen. meist stark flectiert, doch z. b. part. praet. verbergt: arglist wird sicher nicht besser verbergt, als unter dem fürhange der einfalt. Lohenstein Armin. 1, 394; auch verbergt, absconditus Steinbach (1734) 1, 156, vgl. mnd. Schiller-Lübben 5, 313. die erste person sing. nhd. meist verberge; im ältesten nhd. auch noch verbirge Dasyp. 55b. imper. verbirg, Luther verbirge (z. b. Hans Worst 70 neudruck. psalm 51, 11), ebenso Fleming, diesz ist einflusz der meisznischen mundart, welche gern e anhängt; verberge bei Klinger theater 3, 206 und Göthe (s. u.) vorkommend, ist aus der heimischen mundart beider dichter zu erklären, denn im wetterauischen wird der sing. des imperativs nach dem plur. gebildet. somit verberge eine falsche verhochdeutschung, e nach analogie der schwachen verba angehängt; Dasyp. 223b bringt die 3. sing. praes. verbürget, verbirgt. innerhalb des nhd. wechselt die bildung des plurals praeteriti, in älterer zeit verburgen. später in analogie zum singular verbargen; ein rest dieser form ist der plur. praet. verborgen: damals waren die bauern gar einfeltig: verborgen die hannen mit den hennen, so doch ein han viel hennen verrhät. Fischart Garg. (1590) 446. zu der form verburgen steht der ältere conj. praet. verbürge, zu verbargen der neuere verbärge (Göthe). 22) transitiv, der wahrnehmung entziehen, verstecken. die nebenbedeutung schützen, die das simplex früh annahm, tritt bei verbergen in den hintergrund (vgl. verborgen, daneben geborgen). verbergen in Diefenbachs glossarien wiedergegeben durch abalienare 1a, abdere 2a, abscondere 5a, delitere 172a, celare 110a; nov. gloss. 82b u. s. w. 2@aa) durch hinwegthun verstecken: so er sie (die erde) umbkeret oder verbürge .. wer wils jm weren? Hiob 11, 10; du wollest dein schwerd verbergen und dasselbige nicht brauchen, als in administrirung der gerechtigkeit. Schuppius 735; in ihre kühne, schlanke gestalt hab ich die kräfte verborgen, die jene beiden nebelthürme hoch in die luft heben sollen. Göthe 39, 346; mit zwen (flügeln) verbargen sie ihr antlitz klar. Wackernagel kirchenl. 3, 18; um trost war meiner seele bange, denn gott verbarg sein angesicht. Gellert 2, 71. 2@bb) mit der absicht des verheimlichens, von wirklichen gegenständen und personen, mit accusativ des zu verbergenden gegenstandes: das weib verbarg die zween menner. Josua 2, 4; indessen wuchse mir mein busen je länger je gröszer und druckte mich der schu je länger je hefftiger dergestalt, dasz ich weder von auszen meine brüste noch den innerlichen brand im hertzen länger zu verbergen getraute. Simplic. 3, 18, 32 Kurz; den kropf verbirgt ein künstlicher kragen, halstuch oder überschlag. 2, 311, 25; einen erschlagenen Römer zu begraben oder einen lebendigen zu verbergen, war bei hoher strafe verboten. Wieland 42, 29; gewöhnlich verräth einer durch die bemühung, etwas unter seinem mantel zu verbergen, dasz er etwas verberge. 33, 158; sie lieszen einen schrecklichen bann ausgehen und drohten dem die gröszten strafen, der mich verbärge. Göthe 34, 49; ich werde lang mein angesicht wegwenden müssen von meinem Scharffenstein, um tränen zu verbergen. Schiller hist.-krit. ausg. 1, 60; das die natur verborgen hat, ein jeder aff das sehen lat. Murner narrenbeschw. 53, 1 Gödeke; sein treuer zeuge, das auge, weint und verbarg nicht die thränen. Klopstock Mess. 4, 239; erlogen ist das flügelpaar, die pfeile die sind krallen, die hörnerchen verbirgt der kranz. Göthe 4, 224; keinem von uns allen wurden angeboren solche säckchen in dem äuszern leibesfelle, um den diebstahl zu verbergen. H. Heine 17, 43; bildlich: musts mit göttliches namens schmach und schande thun, und die arme metzen, als verstorben, mit deinem heiligen gottesdienst, messen und vigilien lassen verbergen. Luther Hans Worst 57 neudruck. von abstracten dingen: dann sie vorbergen und nit vorkunden ire sunde. Luther jub.-ausg. 1, 18, 2; zum ersten haben sie uns diese wort des testaments verborgen. 1, 333; denn sie (die juden) verbergen warlich jre frömkeit seer starck unter jren offentlichen lastern. 8, 59b; dasz allein ihr bloszer name bei den mänschen geliebet und gebraucht würde, damit alle ungerechtigkeit .. zu bemänteln und verbergen. Philander 1, 34; lies eine hinkende deutsche alcäische ode, deklamire sie gut, verbirg ihre fehler. Herder lit. u. kunst 1, 49; auch unterrichtete der hauptmann seine freunde nur von jenen hoffnungen und verbarg, was so nahe bevorstand. Göthe 17, 150; auch dieser Buttler kann seine böse meinung nicht verbergen. Schiller hist.-krit. ausg. 12, 77 (Picc. 1, 3); besonders häufig von unterdrückten affecten gesagt: den zorn verbergen, iram condere. Maaler 414; doch verbarg ich meine affecten. Simplic. 2, 26, 28 Kurz; Ottilie brauchte ihre ganze fassung, um ihre verwunderung und ihren schmerz zu verbergen. Göthe 17, 174; Wilhelmen verdrosz dieser ausfall ein wenig, doch verbarg er seine empfindlichkeit. 18, 54; was die mutter betrifft, so scheint diese eine kleine verlegenheit zu verbergen, indem sie in ein glas wein blickt. 17, 255; (Philo) erbebte vor wuth und grimmigem zorne in sich selber, und zwang sich aus stolz, den zorn zu verbergen. Klopstock Mess. 4, 268; diesen gram verbergen in sich die väter Judäas. 7, 76; mit abhängigem satze: er verbarg, dasz er erzürnt sei; ich lasz dein herze sorgen, als deme nicht verborgen, wie meiner feinde tücke zu treiben sei zurücke. P. Gerhard 88, 76 Gödeke; mit angabe der person, der sache, vor der man etwas verbirgt: er wird dich verbergen fur der geiszel der zungen. Hiob 5, 21; verbirge mich fur der samlung der bösen, fur dem hauffen der ubeltheter. ps. 64, 3; sie (sei) ubel gestalt, dasz man das angesicht für ir verberge. Fischart bienenk. 15b; felsen, fallet auf mich und verberget mich vor dem grimmigen zorn des lamms. Simplic. 2, 117, 1 Kurz; meine thränen vor ihnen zu verbergen, verräther! Lessing 1, 581; wie glücklich, wenn nicht eine jammernde tochter dasjenige der ganzen welt entdeckte, was sie vor sich selbst verbergen zu können wünschte. 2, 69; wir verbergens vor ihm. Göthe 8, 164; menschen haben menschheit vor mir verborgen, da ich an menschheit appellirte. Schiller hist.-krit. ausg. 2, 48; Selia, du zwingst mich, ich musz dir alles entdecken, was ich so gern vor mir selbst, vor dir und den engeln verbürge. Klopstock Mess. 3, 458; auff solche treuhertzige erinnerung konte ich hertzbrudern nicht länger verbergen, wie reich mein seckel wäre. Simplic. 2, 13, 19 Kurz; ich habe mir abgewöhnt, etwas wissen zu wollen, was man mir verbergen möchte. Heyse kinder der welt2 3, 93; und gleichwohl war es zeit, sich zu gestehn, was alle sprödigkeit und aller stolz der welt ihr nicht verbergen konnte. Wieland 18, 160; sich etwas verbergen: sie verbarg sich nicht, in welche sonderbare epoche diese überraschung gefallen sei. Göthe 17, 221. mit angabe des ortes, wohin man etwas verbirgt: verbergent das almuosen in die schosz der armen menschen, so wirt es für euch bitten gott. Keisersberg granatapfel B 3a; ein ding wol in die tieffe verbergen, abstrudere penitus in profundo. Maaler 414; der du des ersten bundes propheten, den kühnsten der beter .. in der höhle verbargst. Mess. 5, 358; wie jammert mich noch ein jüngling, der die süszen triebe .. in seinem buszen verbergen musz. Göthe 18, 106; und an des freundes brust, schluchzend das antlitz verbargst. Voss 3, 147; dyn haimlichkait solt du nit hinder dyn wyb verbergen, wan sy ist allweg berait zu rumorn. Steinhöwel Esop 69 Öst.; hingegen wuszt sich Gargantua nicht anders zu stellen, als dasz er, alldieweil er redet .. das gesicht hinder sein hütlein verbarg. Fischart Garg. (1590) 278; etwas unter dem kleid verbergen, abdere aliquid inter vestem. Maaler 414; so rathe ich ihrer hoheit .. sagte die sultanin lachend, indem sie ihre freude ... unter die kaltblütigste unbefangenheit verbarg. Wieland 8, 454. verborgen tragen, in geheimem besitze haben, wofür heute meist bergen: weil man aus allen umbständen leicht abgenommen, diese mannskleider müsten keine rechte mannsbilder verborgen haben. Weise klügste leute 161; der elephant verbirgt mehr als thierischen verstand und eine feine beinahe edle empfindsamkeit unter einem plumpen wesen. M. Mendelssohn in Gökingk Nicolais leben 186; was in den innern thälern köstliches das land verbirgt, o! davon — davon ist, auf unsrer wilden fahrt uns nichts erschienen. Schiller hist.-krit. ausg. 12, 88 (Picc. 1, 3). 33) reflexiv, sich verbergen. 3@aa) von körperlichem verbergen: (der ehebrecher) im finstern bricht er zun heusern ein, des tages verbergen sie sich miteinander. Hiob 24, 16; ist er (gott) zur linken, so ergreiff ich jn nicht, verbirget er sich zur rechten, so sehe ich jn nicht. 23, 9; allen mutwillen trieben sie im lande und verjagten volck Israel, das es sich verbergen und verstecken must in die hölen. 1 Macc. 1, 56; viel kamen in Spessart, weil sie die büsche suchten, sich zu verbergen. Simplic. 2, 38, 21 Kurz; der schöne sommervogel schlüpfte unter seinem strohhute weg und verbarg sich in das dichteste gebüsche. Wieland 11, 44; dann narren rott und buoler wergk, ein statt gebuwen uff eim bergk, und strow, das jn den schuohen lyt: die vier verbergen sich kein zyt. Brant narrensch. (39) 21 Zarncke; verbirg dich mit Jeremie, auff das euch niemandt finden kan. H. Sachs 3, 1, 138 (11, 12, 22 Keller); gott ist nicht weit, ein kleine zeit er sich verbirgt. Wackernagel kirchenl. 3, 119a; umsonst verberget ihr euch in den wasserstrauch, ihr müsset dennoch herauf zu Wodans altar. Klopstock 8, 139; mit müh verbirgt sie noch sich hinter einen baum. Wieland Oberon 5, 5; Apoll verbirgt sich unter hirten. Göthe 4, 224; geschwind, Erwin, verberge dich. 10, 320; sprichwort: er verbarg sich im wasser vor dem regen. Fischart Garg. (1590) 247. 3@bb) bildlich und von abstracten dingen: dann münchsfleisch sich gar nit verbirgt. Fischart dicht. 1, 41, 1509 Kurz; verberge dich, gerührtes herz. Göthe 10, 242; zu verbergen sucht sich der nachahmer gemeiniglich dadurch, dasz er den gegenständen eine andere beleuchtung giebt. Lessing 6, 408 anm.; inn gleisznerei so mancherlei er sich verbürgt, bisz er erwürgt die er von gott will zucken. Wackernagel kirchenl. 3, 173a. wie bei dem transitivum, so wird auch hier der gegenstand, vor dem man sich verbirgt, beigefügt 1. durch den einfachen dativ, 2. durch die präposition vor (dies heute das gebräuchlichste), 3. selten von: und darumb hat er allem weltlichen wollust .. abgesagt, sich aber doch nit, wie iezund etliche münch thuon, von der welt verborgen und niemant zuo guot gelebt. Schade sat. u. pasqu. 2, 10, 15; sich von seinem herren verbergen oder verstälen, se a domino celare Maaler 414b. 44) besondere beachtung verdient das partic. prät. pass. verborgen, das bald adjectiv wird, zur bezeichnung des passivs oder eines zustandes. 4@aa) mit sein: und da sie meineten, jre sünde solten verborgen und unter einem blinden deckel vergessen sein. weish. Sal. 17, 3; das ist ein jüde, der inwendig verborgen ist. m. 2, 29; dir ist offenbar all mein begirde und mein seufftzen ist dir nicht verborgen. Luther 1, 22b; (es) sei auch bisweilen unter einem einfältig lautenden nahmen ... wohl etwas anders verborgen. Simpl. 2, 308, 21 Kurz; man befände sich auch dafür wie in einer andern und neuen welt, indem zugleich das dorf und alle wohnungen verborgen wären. Göthe 17, 87; sehen wir nicht in der geschichte, dasz menschen, die sich in die wüsten zurück zogen, dort keineswegs .. verborgen und gedeckt waren. 17, 377; narrheit will nit verborgen sin. Brant narrensch. 46, 24 Zarncke; die oren sint verborgen mir, man säh sunst bald eins mullers thier. 5, 33. in der alten kanzlei ist der ausdruck sehr geläufig, es ist unverborgen, es ist bekannt: auch ist unverporgen, wie swerlich der kunig von Hungern uns .. bekrieget hat. Janssen reichscorr. (1486) 2, 448; e. churf. gn. sind vielleicht unverborgen die langwierige irrung und spalte, die ich iczt zue Weimar .. mit einem erbarn rath zue Erfurdt gehabt. ernest. ges.-arch. 1537. 4@bb) mit bleiben, liegen und andern einen zustand ausdrückenden wörtern: ich lig verborgen, fallo Dasyp. 69d; inn Christo Jesu ligen alle schätz der weiszheit verborgen. Fischart bienenk. 23a; spitzte er sich selbst auf einen groszen schatz, der im stall verborgen lage. Simplic. 2, 292, 5 Kurz; welche tiefen von kunstgefühl liegen in einem jeden menschensinn verborgen. Herder hist. abth. 3, 192; sowie uns der tactschlag des dreschers den gedanken erweckt, dasz in der abgesichelten ähre so viel nährendes und lebendiges verborgen liegt. Göthe 17, 225; unmöglich könnt es der welt verborgen bleiben. Wieland 38, 195; die gesinnungen und meinungen blieben seinem scharfblicke nicht verborgen. Göthe 15, 88; mir blieb nicht lange verborgen, dasz er vor alter seiner sinne kaum mächtig. 30, 211; grosze verdienste bleiben in den neueren zeiten selten verborgen. 14, 82; doch das es stil bleib und verborgen. H. Sachs 3, 1, 178 (11, 155, 25 Keller); bei unterscheidnen gestalten fein, die doch nichts dann nur zeichen sein, ligen verborgen grosze ding. Fischart bienenk. 84b; unser liecht stehet nicht unter dem scheffel verborgen, sondern brennet und leucht frei auff dem leuchter. Luther 6, 19; es hat mich .. befremdet .. eine wirkliche wolke, in dem gemälde angebracht zu finden, hinter welcher der held .. vor seinem feinde verborgen stehet. Lessing 6, 455; so recht ein kerl, von dem die leute gerne glauben, es stecke etwas hinter ihm verborgen. Göthe 11, 133. zusammenstellung mit transitiven und reflexiven verben, haben, halten u. ä.: etwas, das ich biszhero vor mir selbst hätte wollen verborgen halten. Weise comödienpr. 13; wünsche mir offt .. mich so lang verborgen zu halten, bisz mehr wolbesagter graf seine unschuld an tag gebracht. Simpl. 1, 454, 4 Kurz; aber allein diese gedachte heimliche seuch hielte sich so verborgen, dasz sie nicht zu curieren war. 3, 386, 3; etwas im herzen verborgen tragen, haben. 55) attributiver gebrauch, part. präs.: so wie du die drei magischen worte aussprichst, wirst du ... in einer verbergenden wolke .. in meine wohnung .. getragen werden. Wieland 38, 120; partic. praeter.: verborgen crypticus, apocryphus, occultus Dasyp. 11b. 158b. 34a. 45a; nodus, ein verborgne frage 152c; abermal ist gleich das himelreich einem verborgen schatz im acker. Matth. 13, 44; (sie) haben jr bergkwerck gebraucht und die versenckte oder verborgne schetz im sand und griesz durch weschwerck gehoben. Mathesius Sarepta (1562) 31; (eine grotte,) ausz welcher andere ströme durch verborgene gänge und ader der felsen hinausz drungen. Opitz 2, 260; endlich warffen sie uns auff eine verborgene steinklippe. Simpl. 2, 221, 5 Kurz; bei ihm war der heroismus, wie die verborgenen funken im kiesel, die ruhig schlafen, so lange keine äuszere gewalt sie wecket. Lessing 6, 378; die unter der erde verborgenen wurzeln. Göthe 58, 87; aber satan, der seitwärts in einer verborgenen höhle alles .. hatte gehört. Klopstock Mess. 3, 535; von abstracten dingen: denn demuthigen wirt sie (die weisheit gottes) in innewendiger warheit und verborgenen grund ertzeigt. Luther jubil.-ausg. 1, 188, 33; wie man nun gottes unsichtbares wesen und verborgene weiszheit inn seinem geschöpffe spürt. Mathesius Sar. (1562) 59a; als da Christus einmal consacriert hab, durch seine verborgene krafft, die uns verborgen und unbekant ist. Fischart bienenk. 86; dadurch dasz sie ihn (den menschen) der natur gleichsam nacherschaffen, suchen sie in seine verborgene technik einzudringen. Schiller an Göthe 1, 14; (Adramelech) setzt auf dem throne mit verborgenem grimm an satans seite sich nieder. Klopstock Mess. 2, 351; verborgen theologischer ausdruck: mysticum corpus Christi das ist der geheimnuszreich geistlich oder verborgen leib Christi. Fischart bienenk. 83b; verborgen, vom charakter gesagt. heimlich, hinterhältig: ihr priester, wie wol sy .. sich fast heuchlerisch stellen, so seind sy doch verborgen wie fast aller nation pfaffen. Frank weltbuch cxiib; compariert: (die heiligen wächter) die, vertraute der gottheit und ihrer verborgneren vorsicht in geheimer stille mit ihm die erde beherrschen. Klopstock Mess. 1, 564; komm, labyrinthe verborgnerer list, verwirrt zum verderben zeigen sich mir! 2, 721; (Christus) nahm die umfassendsten, wirksamsten und zugleich sanftesten und verborgensten bilder. Herder (1828) 40, 133; adverbial gebraucht: so gesche dein götlicher will heimlich verborgen in der stil. Schade sat. u. pasqu. 1, 53, 167; so thut doch Christus für uns sorgen, gibt unser narung uns verborgen undter unser arbeit da her. H. Sachs 1, 62 (1, 262, 37 Keller); Rosette war ein kind, war auf dem land, dem veilchen gleich, im schatten verborgen aufgeblüht. Wieland Oberon 6, 41. substantivischer gebrauch das verborgne, das der wahrnehmung entzogene: als sie dem Jasion einst, dem rüstigen könig der Kreter, ihres unsterblichen leibs holdes verborgne gegönnt. Göthe 1, 276; compariert: die Juden, in deren tempel zu Jerusalem das innerste und aller verborgeneste stund. Fischart bienenk. 54b; im verborgnen: die nachsteller .. liegen im verborgen. pers. rosenth. 1, 18; die feinde sitzen öffters im verborgen. 1, 21; was liegt mir daran, ob ich es weisz .. warum sie bei mir im verborgnen sein wollen? Lessing 2, 3; des maurers arbeit geschieht, wo nicht immer im verborgnen, doch zum verborgnen. Göthe 17, 98; die tiefsten geheimsten anschauungen, wo sich natur und geist im verborgnen begegnen. 26, 109; haszt einer den, der ihm für augen geht, wie soll er den, der im verborgnen steht, nicht gleichfalls auch verlassen. Opitz 3, 129; es ist auch gut, dasz man kein wort im verborgen rede, dasz man sich nicht getraue auch in einer gantzen versamblung zu sagen. pers. rosenth. 8, 13; geringere leute durften ihre dummheiten blosz im verborgenen laut werden lassen. H. Heine 2, 16.
18170 Zeichen · 351 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verbërgenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    ver-bërgen stv. BMZ bei seite schaffen, aufheben, verbergen, verheimlichen. abs. du verbirgis unde zeiges Lit. 56, tr. N…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    verbergenst. V., sw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    verbergen , st. V., sw. V. Vw.: s. vörbergen*

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verbêrgen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Verbêrgen , verb. irregul. act. S. Adelung Bergen , vermittelst Erregung eines Hindernisses der Kenntniß und Wissenschaf…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verbergen

    Goethe-Wörterbuch

    verbergen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    verbergen

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    verbergen Band 2, Spalte 2,288

  6. Sprichwörter
    Verbergen

    Wander (Sprichwörter)

    Verbergen 1. Alles lässt sich verbergen, nur nöt de Lungl 1 im Häherl und die Lieb im Hûs. ( Rott-Thal. ) 1 ) Die Lunge …

  7. Spezial
    verbergenv

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    verbergen , v скрывать/скрыть , гл

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verbergen

2 Bildungen · 0 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verbergen

ver- + bergen

verbergen leitet sich vom Lemma bergen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verbergen 2 Komponenten

verb+ergen

verbergen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verbergen als Zweitglied (2 von 2)

voreverbergen

KöblerMhd

vore·verbergen

voreverbergen , st. V. nhd. „verbergen“, verheimlichen Q.: Ot (FB vor verbergen), Freid, GenM (um 1120?), Hartm E.: s. vore (1), ver…, berge…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verbergen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verbergen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „verbergen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verbergen/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verbergen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verbergen/dwb.
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