Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
unrât stm.
1. schlechter rath. wê deme unrâte! nu gedenke ichs alzuo spâte Eneit 12054. vürhtet, daʒ si sagen andern unrât Karl 37. b.
2. mangel, dürftigkeit, das gegentheil von rât = fülle. si liten grôʒen unrât an dem lîbe unde an der wât Iw. 228. daʒ ir grôʒen unrât iemen fremder het gesehen das. 229. daʒ si deheinen unrât hete von armuote Wigal. 2479. eʒ schein wol an ir rîchen wât, daʒ dehein unrât ir deheiniu nie gewan das. 7420. dâ er von hungers nôt verdarp, von vroste und von unrâte erstarp Barl. 128,14. der swache lîchenam, der sünde wol gedienet hât, leit ungemach unde unrât das. 160,38.
3. rathlosigkeit, verlegenheit, noth (oder: vorrath von dingen, die nichts taugen?) in der helle ist michel unrât,... jâ müet in alleʒ daʒ er siht MS. Fr. 28, 20. merket, waʒ der arme hât kumbers unde unrât Mart. 761,31. ich lie in in manger nôt ûf dem vil wilden steine: hæt er der niwan eine, der er vil manegen unrât dâ ûf dem steine erliten hât, eʒn möhte dehein lîp erwern Gregor. 3185.
4. unheil, ungehörigkeit (könnte auch nr. 3 subsummiert werden). usʒ dantzen vil unrâts entspringt, dâ ist hôchfart und üppikeit und fürlouf der unlûterkeit narrensch. 61,12. — vgl. Schmeller 3,146. — personificiert: Unrât und her Schaffeniht MS. 2,67. b.