Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
ungestüm Adj.
ungestüm Adj.
ungestüm Adj. ‘heftig, unbändig’, ahd. ungistuomi ‘sich nicht beherrschend, übermütig, lustig, ausgelassen’ (um 900), mhd. ungestüeme ‘heftig, stürmisch, schlecht, übertrieben, dreist’, mnd. ungestūme ist mit verneinendem un- (s. d.) zu einem in mhd. gestüeme ‘sanft, still, ruhig’ belegten Adjektiv gebildet, das wohl im Ablaut zu den unter stemmen (s. d.) angeführten Verbformen ahd. gistemen ‘bezähmen’ (8. Jh.), gistemōn ‘(sich) beruhigen’ (11. Jh.), mhd. gestemen ‘Einhalt tun, einhalten’ steht und auf die dort angeführte Wurzel ie. *stem- ‘stoßen, anstoßen, stottern, stammeln, hemmen’ zurückzuführen ist. Oder mit m-Suffix (wie Stamm s. d.) zur Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ (s. stehen)? – Ungestüm n. ‘Heftigkeit, Unbändigkeit’, ahd. ungistuomi n. (11. Jh.), mhd. ungestüeme n. ‘das Vorwärtsdrängen, Anprall, Drang, Sturm’; daneben ahd. ungistuomī f. ‘Ausgelassenheit, Frechheit’ (11. Jh.), mhd. ungestüeme f.