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ungestüm

mnd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ungestüm adj. adv.

Bd. 24, Sp. 877
ungestüm, adj. adv. , gth. v. gestüm (s. d.), das schwerlich als blosze rückbildung aus u. hinreichend erklärt ist. ahd. ungistuomi; mhd. ungestüeme; daher mnd. ungestume; onghestuem Kilian (ongesteumichheit? mnl. wb. 5, 700); nl. ongestuim. zur ableitung s. gestüm 1, Fick-Torp 3, 484 (*stamian stehen machen, *stômia ruhig), Falk-Torp 1148, 1554, Franck- van Wyk 472; zum begriff ungesteuer nebst sippe; zu den formen zunächst gestüm (veraltet und z. th. mundartlich: ungestüme adj. Arigo 316, 9 K.; adv. Comenius janua 84; des ungestümmenen meeres engl. com. 216, 15 Cr., vgl. mhd. ungestemen; in der ungestmpter zeit Cölner gesb. 1619 und Corner bei Kehrein kirchenl. 396, 62, var. ungestümmen; ungestimmt s. o.; mnl. ongestemt, -stemmet wb. 5, 699; ongestuimd De Bo 673a). das von Kramer 1702, Apinus, Frisch 1730 angesetzte mm bis ins 19. jh. beliebt, z. b. noch v. Loen kl. schr. 1, 49; Zimmermann nationalst. 306; Lessing 3, 359; Schmidt gesch. d. Deutschen 2, 279; 3, 95; 4, 90; Heinse 2, 36: Schiller 1, 122; 2, 111, 150; 11, 53; maler Müller 1, 58; Pfeffel 1, 46; Fouqué bilders. 1, 401; Stilling 6, 14; Ch. v. Schmid (1858) 1, 59. von Rückert absichtsvoll wieder an stumm angelehnt, s. gestümen, verb., 3. umlautlos z. b. ungesthum Luther 32, 228, 3 W., ungestumb Sachs 2, 278, 38 K., ungestumm Reutter v. Speir kriegsordn. 83, Spee trutzn. 104. ungestym Diefenbach gl. 461b; ungestimm Arigo 97 K.; ungestim Ter. 1499, 25b; ungestyem Eberlin v. Günzburg 3, 50 ndr.; ungestimm z. b. noch act. p. 2, 57 P., Weckherlin 1, 195, 93 var., Schill ehrenkr. 123, Butschky Pathm. 38, Heppe lehrpr. 364, Wieland I 1, 344, Rosegger 6, 112. ungestiemb öst. weist. 11, 722. ungestem Diefenbach gl. 247a; Unger-Khull 610a; ongestem Knebel chr. v. Kaisheim 95, 210; vgl. ungestemigkeit; u~gstèəm Schmeller 2, 758; ungestäm städtechr. 5, 26, 30 (Augsburg); ungestOem Hedio chr. germ. B vib; onggeštömm lux. 316a; Ungestome eigenname Socin 457; ungestom: verblom Altswert 225, 37. unstümm Spreng gürtel 1564, 25a. vgl. ungestümig, -lich, unstümig nebst syn.; fehlen des etymologischen zusammenhangs, den heutiges sprachgefühl i. a. nicht mehr herzustellen vermag, begünstigt das verschwinden des wortes in mundarten (z. b. els., Lenz vgl. wb. 73b) und vermischung mit andern wörtern, z. b. mit ungethüm, n., 2 b. II. die auch heute noch im wesentlichen unverdunkelte grundvorstellung ist die einer unruhigen bewegtheit, bei der ursprünglich nach sinnlicher anschauung hemmungswiderstände (an. stemma stemmen, dämmen, hindern; ahd. gistemen, mhd. (ge)stemen einhalt thun; mhd. stemmen steif machen, intr. vom wasser aufgestaut werden, anschwellen, austreten; das part.-adj. mhd. ungestemen, mnl. ongestemt in der bed. unsres adj., vgl. mhd. ungestöut unbehindert) ausgeschaltet erscheinen. I@11) ohne dasz das ziel der bewegung angegeben ist: ungstüm sein, wenn grosz wällen auff dem meer gond, one merckliche ursach, exaestuare Maaler 464c; ungestüm sein, einen dampff von sich geben Decimator thes.; als ein ungestümes wasser bald samett das kot, also samet vil reden die sünd A. v. Eyb sp. d. sitten d iia; drinnen (in der burg) erhob sich ungestüme bewegung Freytag 8, 200; A. v. Humboldt kosm. 1, 163. hauptgegensatz still: Zürich. bib. (1531) Tob. 3 d; Fischart ehzb. 193, 19 H.; Treuer d. 1, 77; fischb. 133; Gellert 1, 98. I@22) zielvorstellung vervollständigt den begriff (im endpunkt der bewegung, wie ihn meist hemmungswiderstände setzen, findet bewegung anscheinend ihr ziel); so ergibt sich 'heftig andringend (zudringlich), anstrebend, anstürzend' u. dgl., 'hervorquellend, anschwellend, herausbrechend' u. ä.: wie süsz und lieblich sey der most, ydoch sey er ungestüm und stost den fessern spünd und poden ausz Sachs 7, 363, 9 K.; sich der anlauffenden feinde darmit, wie ein ungestümmer hagel, auffzuhalten Kirchhof disc. 42; dem ungestümen (andringenden) regen ... entgegen Göthe 16, 34, 516 W.; dieses ungestümen (πολυάϊκος) krieges Bürger Il. 1, 235; mit seinem ungestimmen anfallen Heppe lehrpr. 364; angriff, ansturm, draufgehen u. dgl. (ungestümigkeit impetus, ἐμβολή Decimator thes.); auch wo ward jhe ungestümmer liebhaben erhöret b. d. liebe 146d; liebkosungen Wieland Ag. 1. 10; schwätzer disc. d. mahl. 3, 32; bettler Wieland 7, 72; gläubiger allg. d. bibl. 51, 235; ungestümme zudringlichkeit Beck rettung (1801) 122; zähren Schubart ged. 1, 275; blut Kretschmann 1, 45; auch mit der vorstellung des raschen, schnellen, dringenden: ainem ungestümen, behenden tod nit entrinnen Oheim Reich. chr. 84, 11 Barack. I@33) auszer der zielvorstellung ist die wirksamste nebenvorstellung die der gewalt, gewaltsamkeit, stärke, festigkeit, wildheit. die schon im letzten beispiel hineinspielt. den begriffen heftig, ungestüm, wild ist ein sehr hoher grad innerer stärke der bewegung gemeinsam Weigand syn. 2, 50; alle bedd. von u. haben an dieser vorstellung theil. die stärke zeigt sich oft in der erschütternden, schrecklichen, schädlichen, dem widerstrebenden verderben bringenden oder blosz unangenehmen, unbequemen, beschwerlichen wirkung (vgl. importunität, der ungestüm, die ungelegenheit, beschwerlichkeit Spanutius 285): der blitzstrahl schmettert nicht mit ungestümrer kraft sein opfer nieder O. Ludwig 3, 175; vgl.ungestüme nacht II 1. von der wirkung des heftig andringenden (I 2), erschütternden schalles (s.ungestümen, verb., ahd. ungistuomi strepitus): so ist sie (die laute) auch nit ungestümm ... gleich wie das Panisch grewel horn Fischart lob d. lauten 51 H.; ein ungestümb brausen und wind Faust volksb. 54 ndr.; geräusch disc. d. mahl. 2, 3; das meer, das ungestüm zum himmel schreiende Rückert 3, 143. vgl. die steigernde bed. II 6. I@44) trotz mannigfacher mischung sind i. a. die nebenvorstellungen mit der grundvorstellung unlösbar zur einheit verschmolzen; es ist zufall, dasz die sittlich übertragene bed. insolens für das adj. ahd. am frühesten bezeugt wird. zur syn.: u. bezeichnet einen höheren, wild den höchsten grad der heftigkeit Eberhard-Lyon 855; Weigand 2, 51. IIII. so wird ungestüm gebraucht II@11) von sinnfälligen, natürlichen dingen und erscheinungen: für heut wird gemacht hagel ungewiter erste d. bib. 1, 61, 22 var. wirt ein ungestüm weter (für diese verb. bei B. Zink städtechr. 5, 26, 30 die var. ungestät); ein u. gewitter Knittel sinnenfr. abs. b. 15; wens windig und ungesthum ist Luther 32, 228, 3 W.; impetuous, impétueux Hoyer-Kreuter 1, 792; vom meer, flusz, wasser u. ä. (gestüm 2 c): immite pelagus voll ungewitters, ungeheur, ungestüm Frisius 651b ; ungestümer und gäher flusz Maaler 463b; das ungestimb wütende mör Wickram 1, 343, 14 B.; ob gleich die wellen sich so ungestüm gebärden Schmolcke 1, 111; das ungestüme element die ostsee J. Grimm kl. schr. 1, 78; vom feuer Lexer 2, 1372; je verschlossner und ungestümer die natur wird ... A. W. Schlegel Athen. 1, 23; bey finsterer, ungestümer nacht Gesner-Herold-Forer 153a; H. L. Wagner theaterst. 52; Schiller 13, 54 (übertragen Teutschlands ungestümme nacht Weckherlin 2, 239, 210); tag Göthe IV 37, 111 W.; abend Rosegger 6, 112; lenz Carbach Liv. 420a; winter die ungestüme zeit im jahr Faber thes. 393a (übertragen Ringwaldt evang. A 6b; Kehrein kirchenl. 396, 62); dem windigen und ungestimmen stǎtt (statui) des himels Österreicher Col. 1, 165, 6; mit ungestümen schwingen N. D. Giseke 6. II@22) wie gestüm 2 b von thieren: ob siss (die ochsen) in den wagen brächten, so würden sy ungestüm werden heil. leben somm. 98a; le turbulent der ungestümme als pferdename Hohberg 3, 121c; le tempestatif das ungestümme desgl. 3, 121a; hirsch Fouqué bilders. 1, 401; blauraken sind trotzige, ungestüme vögel Naumann vögel 2, 164; mit starkem einschlag der bed. I 3 ein groszer ungestümmer trach, wurm Morgant 12, 31; 49, 19 B.; wolf Wickram 1, 73, 27 B. (vgl. I 2. 3). II@33) wie gestüm 2 a von menschen und persönlich vorgestelltem: a) durch krankheit wird die hemmung ausgeschaltet: freneticus eyn ungestemer Diefenbach 247a, 'der sich aus krankheit keinen einhalt tun kann in der äuszerung seiner erregung' Höfler 672a; dann vom trunkenen Lindener katzipori 78 ndr.; furibundus gemma 1508 m 3a; Nas antip. 1, 44b; mit 3 b verbunden: ein ungestümer gast Scheit Grob. 3797; Göthe Faust 3935; viel schwächer (vgl.c): denn freund R. ... ist geartet wie ein kraftgenie, launisch, u., sonderbar Musäus volksm. 1, 5. b) beim fehlen oder bei unwirksamkeit sittlicher hemmungsvorstellungen insolens, infestus (Graff 6, 681), improbus (mhd. wb. 2, 2, 708a), protervus (gemma), importunus (Boltz Ter. 65a), violentus, vehemens, impetuosus, zufahrend, aufgeregt, stürmisch, leidenschaftlich, erbittert, heftig, barsch, grimm, zornig u. dgl.: was ursach dem ungestümen volk sei gegeben worden zu solichem frevel städtechr. 3, 136; un(ge)stumicht mnd. wb. 5, 53b; so ist nützit ungestümers dann ain liebhabende frowe N. v. Wyle transl. 39, 4 K.; ains herten ungestümen herren 29, 13; nun war dieser Clitus, der ohne das von natur eines hochtragenden und unleidlichen gemüts und u., diszmals auch schon mit wein überladen Kirchhof wend. 2, 14; dem ungestümmen teufel Mathesius Sar. 5a; wie stellest du dich mürrisch und ungestüm! Herder 27, 144; moralist allg. d. bibl. anh. 1—12, 649; gegner Lichtenberg nachl. 159, 16; die ungestüme presserin, die noth Schiller 12, 233 (Wall. tod 1, 7); wie? ... gegen uns will Don Philipp u. thun? Ranke 38, 108. im bilde: mit ungestümen (stürmisch fordernden) mägen Göthe 45, 148, 5 (Ram. neffe) W.; oft ohne eigentlich tadelnden sinn: kühn und jugendlich u. ... sing ich Klopstock od. 1, 8; die ungestüme jugend Wieland Ag. 1, 41; ich, ein ungestümer knabe Geibel 1, 1; der ungestüme Carl (der kühne) Ranke 1, 50; der ungestüme (wilde) jäger Laistner nebels. 110; in Göthes eulogismus: die ungestüme welt 10, 248, 28 W. (nat. tochter). je mehr gestüm (s. d. 2 b ende) lobt, desto mehr wird u. zu schelte und rüge: er ist pillich ein grober ungestmer esel geheyssen Hartlieb Ovid. v. d. liebe (1482) 75b; ungestümer und unbesonnener mensch! Wieland I 3, 234; Bahrdt leb. 1, 38; αἰνότατε Bürger Il. 1, 778; Deinhardstein 1, 10; Pansner 73b. hüpschlich, herr wirt, wie ungestümm? Fischart Eulensp. 10364 H.; Dom. leb. 3674 K.; wie ungestühm! Gerstenberg rec. 212, 7 ndr.; nicht so ungestümm, allergnädigste prinzessin! Schiller 2, 111 (räuber 3, 1); Kotzebue 18, 265. vgl. der ungestüm von personen. für brüske Kinderling rein. 118; vehement Campe verd. (1813) 602b. II@44) von bethätigungen, geschehnissen, vorgängen und deren ergebnis: stosz Zincken 3221; druck Töpfer orgelb. 374; gänge R. Wagner 2, 78; schritte Storm 5, 50; es fallen des übermütigen schicksals würfel tückisch und ungestüm Platen 1, 236. solcher ungestümer lerm und krieg Luther 19, 147 W.; sieden Sebiz feldb. 437; abweltzung des schnees Agricola bergw. 27; eingriff Hohberg 1, 25. gebärd Eberlin v. Günzburg 1, 61 ndr.; uffruor Hedio chr. G. b vib; und ward die sach so ungestüm, dasz die geschlechter gen Schafhausen wichend J. v. Watt 2, 8, 35; lauff Ringwaldt warn. H 6b; anhalten Knebel chr. v. Kaisheim 210; betteln Möser 2, 182; ergetzlichkeiten Bodmer wunderb. 5; sie zu trösten, wäre mir zu ungestüme freundschaft Klopstock br. 10 L.; Möser 2, 182; traum Göthe IV 1, 220, 20 W.; dringen A. W. Schlegel Shak. 3, 165; drang Ludwig 1, 130; werben Hebbel I 1, 121; u.-übermüthiger thatkraft Scherer litg. 113. rfen betb. 1518, 123b; wortten act. publ. 2, 57 P.; lied Pietsch 56; musik Fr. Schlegel Athen. 2, 11; tact Waiblinger ged. a. Ital. 23. bewegniss des gemüts Schaidenreiszer Od. 3; Suso d. schr. 140, 13 B.; mit solchem freveln ungestümen wesen Luther 10, 3, 12, 28 W.; do hettens auff dem stayne ... ein ungestümes wesen (sturm, strausz) lied vom hürn. Seyfr. 42 ndr. dein wildes ungestümes wesen gegen alle ... Lessing 2, 183 (Minna v. B. 1, 8); Göthe 11, 293, 129 W.; das wilde ungestüme wesen der natur D. F. Strausz 6, 163; entschlafen sind nun wilde triebe mit jedem ungestümen thun Göthe Faust 1183. II@55) gern von affecten, gemütsbewegungen, neigungen, leidenschaften u. dgl., deren äuszerungen, wirkungen und sitz (von 4 bisweilen kaum zu trennen): sy erweket die ungestümen flammen der jungen N. v. Wyle transl. 32, 32 K.; glut Brockes ird. vergn. 4, 296; feuer J. J. Engel 4, 34; zorn betb. (1518) 38a; doch ist der neid ein heftigers und ungestümers (vgl. I 3) ubel Thomasius d. schr. 180; neigungen vern. tadl. 1, 119; begierden Wieland I 2, 352; verwirrung I 3, 43; seufzer 149; frechheit Lessing 2, 341, 5; die ... ungestümsten leidenschaften Nicolai litbr. 6, 221; freude Arnim 10, 49; schmerz Hölderlin 1, 40 L.; wallungen Droste-Hülshoff Walther 198; überschwang Mörike 1, 105; dieser trieb war durch lange hemmung nur noch ungestümer geworden Justi Winckelm. 1, 322. charakter Lessing 3, 316; gemüthsart 10, 8; temperament Droste-Hülshoff 2, 354; geist H. Grimm Michelangelo 2, 82; Lessings rasche, ungestüme weise des lebens Treitschke aufs. 1, 60. herz Müllner 7, 229; blut Keller 4, 251. veraltet für beunruhigt, erregt, unwillig, ungeneigt: wirdt gefragt ... ob der verclagt im ougenblick ... gesehen worden entsetzt, ungestimm oder sust argwönig erschinen sye Riederer d iiia; do ward das hertz des kunigs ... ungestüm darüber Zür. bib. (1531) 4n. 5 C; entrüst indignate Maaler 463a; hat sich sin erzaigte gnad zu ungestümer ungnad verwandlet Kessler sabb. 101. wieder übertragen auf sachen: sie heischen ferner raht, durch was sie doch für sachen die ungestümme see geneigter können machen Opitz 3, 55. II@66) steigernd wie die meisten ausdrücke der sog. intension (vgl. onstuimig nl. wb. 10, 1800 I 3): zu Bononien ... seind die flüsz ungestümb grosz worden A. Henripetri generalhist. 209; schnelligkeit b. d. liebe 117b; gewalt Breitinger dichtk. 1, 43; hitze theater d. D. 7, 61; die grillen ... zirpten immer ungestümer Viebig schlaf. heer 1, 49 (vgl. I 3). II@77) substantiviert: das ungestüme meines herzens Klinger 2, 96; etwas ungestümes Ritter erdk. 5, 375; der ungestüme musz ... noch verziehen F. H. Jacobi 1, 262; von dem ungestüm-leidenschaftlichen O. Jahn Mozart 3, 117. das ungestümme Rückert 11, 560, s.gestümen, verb., 3.
14395 Zeichen · 444 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ¹ungestü̂mn.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    1 ungestü̂m , n. ? : 1. Ungestüm, Wildheit, „ daraver sich de jungen Perde entsetten unde mit Ungestume tho dem Volke va…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ungestüm

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Ungestüm , -er, -ste, adj. et adv. ungewöhnliche Heftigkeit äußernd. Besonders in Ansehung der Bewegung. Das Meer wird p…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ungestüm

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ungestüm [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    Ungestümn.

    Mecklenburgisches Wb.

    Ungestüm n. Unwetter: dat sus't so dull in de Böm, dat ward noch Ungestüm Wa; Ro NHagD ; Krieg un Ungestüm Klock.

  5. Sprichwörter
    Ungestüm

    Wander (Sprichwörter)

    Ungestüm Ungestüm will durchdringen und sollt' es der Nonne ein Kind bringen. – Eiselein, 611; Simrock, 10860; Klostersp…

  6. Spezial
    ungestüm

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    un|ge|stüm I adj. borius (-sc, -iosa), furius (-sc, -iosa), che vega, resce (resci, rescia) II adv. gah.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ungestuem

15 Bildungen · 14 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von ungestuem

un- + gestuem

ungestuem leitet sich vom Lemma gestuem ab mit Präfix un-.

Zerlegung von ungestuem 2 Komponenten

ung+e+stuem

ungestuem setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ungestuem‑ als Erstglied (14 von 14)

ungestümen

DWB

ung·e·stuemen

ungestümen , verb. , perstrepere, strepere Schröer voc. 2069 (unstumen insolescere 1321); Diefenbach gl. 555 c ; nl. gl. 289 b ; ungestumen,…

ungestümens

DWB

ungestuem·ens

ungestümens , adv. : auch Th. K. fast ungestimens ( zur bed. das adj. II 3 b) gesprochen, wo in einer meineidig hiesz, wolle im sein leben n…

Ungestümfreudig

Campe

ungestuem·freudig

○ Ungestümfreudig , adj . u. adv . auf eine ungestüme Art freudig, seine Freude äußernd. — die trübe Verlaßne Heitert sich auf, und windet m…

ungestümheit

DWB

ungestuem·heit

ungestümheit , f. , gth. der gestümheit (gestumeheit tranquillitas voc. 1482 s. th. 4, 1, 2, 4265). impetus, impetuositas, impietas ungestie…

un(ge)stü̂michêⁱt

MNWB

un(ge)stü̂michêⁱt ( ungestuimicheit, ungestummigheit ), ° ungestêmichê(i)t ( ungesteimmicheit ) (Duisb. Notger. 48), f. : 1. heftige, kraftv…

ungestü̂mich(t)

MNWB

ungestuem·icht

ungestü̂mich(t) ( ungestuimich ), unstü̂mich, adj. (flekt. -g- ): 1. (Wetter:) schlecht, stürmisch , „ Anstandes dusses jares blef dat weder…

ungestümig

DWB

ungestümig , adj. adv. , gth v. gestümig, im 18. jh. veraltete nebenform des adj. adv. ungestüm; zu formen und bed. s. d. ahd. ungistuomic i…

ungestümigkeit

DWB

ungestuemig·keit

ungestümigkeit , f. , gth. der gestümigkeit. ( ahd. ungistuomida.) mhd. ungestüemecheit, ungestüemekeit; mnl. ongestemmicheit; nl. ongestuim…

ungestümiglich

DWB

ungestuem·iglich

ungestümiglich , adv. zu ungestümig. mhd. ungestüemeclîche ( dafür gestümeclich Mynsinger bei Fischer schwäb. wb. 3, 567 ); unstümiglich Ste…

ungestümin

DWB

ungestümin , ungestümine s. ungestüm , f. —

ungestümmelt

DWB

ungestuem·melt

ungestümmelt , part.-adj. , gth. v. gestümmelt ( s. d. ). mhd. ungestümelt. vgl. unverstümmelt: leib Agricola sprichw. k viii a ; daumen Mus…

ungestümnis

DWB

ungestuem·nis

ungestümnis , n., f. , vereinzelte nebenform zu ungestüm, subst., vgl. ungestümheit , ungestümigkeit : doch ausz neid Neptunus bewegt das me…

Ableitungen von ungestuem (1 von 1)

unungestüm

DWB

unungestüm , adj. , nicht ungestüm ( s. d. II 5). individuelle bildung Rückerts 8, 589 .