trefflich,
adj. und adv. , '
vorzüglich; grosz, bedeutend, sehr'.
seit spätmhd. zeit, anfangs besonders ein wort der chroniken und rechtsquellen. neben trefflich
in den ersten jahrhunderten treffenlich, treffelich, treffentlich;
diese erlöschen mit der wende des 16.
jh.; im 16.
jh. begegnet besonders häufig ein nebeneinander verschiedener formen beim gleichen autor. —
wie triftig, trefftig, treftiglich, triffig, trifflich, triftlich
gehört auch trefflich
zu treffen und bezeichnet die eigenschaft des '
treffen können'
und '
getroffen haben'
; vgl. schon Stieler: trefflich
proprie scopum attingens 2298. trefflich
ist vom infinitiv treffen,
nicht part. treffend
gebildet, denn die form treffenlich
ist älter und vor allem weit reicher bezeugt als treffentlich,
vgl. zum bildungstyp Wilmanns
gramm. 12, § 364
u. 365;
dagegen ahd. vuritreffant
eminens, praecellens Graff 5, 527. —
den mundarten fehlt das wort, ebenso wie triftig (
teil 11, 1, 2, 505),
oder es gehört zum schriftsprachlichen einflusz, s. Unger-Khull
steir. 168; Fischer
schwäb. 2, 351; (
schwäb. tref '
trefflich'
aus französ. très fin,
s. ebda 348).
nur das nd. hat anwendungen des wortes, die so weit vom schriftsprachlichen brauch abweichen, dasz sie für bodenständig gehalten werden müssen; der alten bed. B
nahe: et is en dreplich junge
es ist ein groszer und kräftiger junge Schambach
Göttingen 48;
wie die moderne bed. C,
aber in einer sonst nie bezeugten anwendung: '
ordentlich, sauber',
vom äuszern des menschen und seiner kleidung Mensing
schlesw.-holst. 1, 856; en drepelik minsch, se hollt sik dreplik un rein Schütze
holstein. id. 1, 247; do keem en mäden in linnwullnrock verbi ... un weer noch nich int sündagstüg. awer allns weer so sauber und drepli ... dat weer en lust to sehn Klaus Groth
ges. w. (1893) 3, 80.
diesem stand entspricht, dasz das wort im mnd. besonders früh (
im 14.
jh.)
und reich bezeugt ist. —
über das deutsche hinaus nur durch entlehnung: älter schwed. treffelig,
heute förträfflig, dräplig,
norw. drabelig,
s. Hellquist
svensk. et. ordb. 175; Falk-Torp 150.
so wohl ostmnl. drepelike. AA. trefflich
ist von treffen '
sich worauf beziehen, erstrecken, etwas anlangen, wohin gehören, zuständig sein' (
sp. 1606)
abgeleitet. dem entsprechen bedeutung und anwendung bis ins 16.
jh., ähnlich triftig (
teil 11, 1, 2, 505).
das adj. bewahrt lange eine art verbaler richtung auf ein object, das aber meist nur sinngemäsz vorausgesetzt wird. A@11)
vereinzelt in besonders nahem anschlusz an das vb., '
betreffend, bezüglich',
vgl.treffen II C 1: auch kan er phisica durchschwanken, wie man zu hilf kumt den kranken, in medicin treffelicher frag, dodurch der siech genesen mag
fastnachtspiele 139
Keller. A@22)
in juristischer anwendung '
anlangend, belangvoll'.
in festem gebrauch treffliche sache capitale sache, die hohes, wie leben und ehre, betrifft, zu treffen '
etwas anlangen' (
sp. 1607): das die beschreibung des newen lantpuchs viel irsal in im begriffen hat in treffenlichen sachen, die herrschaft und arm lewt antreffende an iren gütteren desselben amptes
monumenta Boica 48, 20; daer moegen oek nich tuigen dejene, de einander haetig sint, haet eder nyt dragen dorch trefflicke hoevetsaeken dem lyve andrepende
ostfries. landrecht 68
Wicht; darümme were id beter und nüttliker, dat men de saeke ... dem richter in schriften geve besünder in drefflicken saeken
ebda 24;
vgl.: in saeken, dem lyve und bloide, oek eines mannes ehre andrepende
ebda 61; deszgleich hat angeregter eyd in andern trefflichen bürgerlichen sachen, daran mercklich und vil gelegen, auch nicht stat
statutenbuch (
Franckfort 1558) 25
b; wo man ... mit unvogtpern kindern handln soll ... und die sach etwas ansechlich, namhaft und trefflich ist, so soll man die durch freund und ordenliche herschaft mit ... beistand und verantwurtern notturftiklich versehen
österreich. weisth. 1, 211; fryheit für das geistlich gericht zu Basel, usgenommen was sachen wärent, die für einen bischof zu Basel oder sinen official gehortent, oder sust treffenlich sachen, die sich geburtent vor ewer gnaden landvogt ... uszzutragent
Aargauer urk. 3, 113; das die ordenlichen richter ... ein solche grosse straff offt umb ein hellerlin bruchen, so es doch an dem tag ligt, das die heiligen 12 botten den ban nur in trefflichen sachen haben gebrucht Murner
an d. adel 45
ndr.; was grosser, schwerer, treffenlicher sachen worent, die selben muostent durch sye (
die richter) gon und brocht werden für sye Keisersberg
postill (1522) 2, 34;
ebenso: wenn ehesachen zu hadder komen ... was aber heimlich das gewissen allein betrifft, das wird man fragen und richten lassen bey dem superattendenten, so es treflich ist, oder bey den andern predigern, so kein gefahr darauff stehet der ergernisz Joh. Bugenhagen
Braunschweiger kirchenordng. (1531) g 4. —
in weiterem, nicht juristischem anwendungsbereich wird die bedeutung schon in der üblichen richtung (
u. B)
verändert; im sinne von '
wichtige, erhebliche angelegenheit',
doch bleibt der ausgangspunkt '
sache, die etwas anlangt'
mehr oder weniger verborgen erhalten: (
jemand) immerdar mit vilen mannhafften, trefflichen und irrigen sachen belestigt und müd gemacht worden Kirchhof
wendunmuth 1, 6
Österley; herr ich hab üch ein ernsthaffte und treffenliche sach anzuzeigen, die ich üch uss schuldiger trüw nit verhalten kan Tschudi
chron. Helvet. 1, 40; Laufenburg berichtet, dasz es bis jetzt von einem gefangenen knecht so treffenlich sachen, als usswendig dauon gerett wirt, nit an ime finden
Aargauer urk. 3, 131; sich, ich wil dir bevelhen ain gar haimlich und treffenliche sach zu werben U. Füetrer
bayerische chron. 86; am drey- und zweintzigsten Syrach beschreibt vil treffenlicher sach H. Sachs 19, 94
K.-G.; aller erst gedacht der künig, das die sach treffenlich und gros wär, und gieng disen dingen erst mit vleis nach U. Füetrer
bayer. chron. 94;
schon auf die moderne bedeutung weisend, s. u. C 2: treffenliche gute sachen durch solche und dergleichen gute anschleg aussgericht worden seind Reutter v. Speir
kriegsordnung 100. '
dringlich': sonder auch der mainung, das wir unser und aller unser land und leuth treffennlich, notdürfftig sachen mit inen bedenckhen und ratschlagen v. Herberstein
selbstbiographie 227
Karajan; solchs alles unangesehen und in trefflichsten engsten und sachen und unterwindung so gefehrlichen wichtigen dinge, hat er doch nicht ehe zu schiff gehen wöllen Kirchhof
wendunmuth 2, 11
Österley; '
dringende ursache',
s. u. 3: aber seindimal das wir gegenwürtiklich von treflicher sachh wegen von demselben handel ewer höch nicht schreiben mügen, wenn es kumbt, das wir solichen handel werben wellen, so wellen wir an ewern pesten rate, willen und mittelrede nichtz volbringen A. v. Regensburg
s. w. 654. —
im juristischen bereich auch, immer im sinne der capitalen sache: ob treffenlich händel in stätten und gerichten für fallen wurden
qu. v. 1526
bei Schöpf
tirol. 753;
de summa re dissentientes an einem grossen träffenlichen handel stössig und uneins Frisius
dict. (1556) 1268
b;
in weiterem bereich: zu bitten, das gott unserem haubt, keyser Carlen, ... erkantnusz ingebe, damit er dich deiner geschicklichkeit nach in hohen trefflichen seinen händlen, das römisch reich oder auch gantze christenheit betreffend, so mit rat und der that brauche Hutten
opera 1, 449
Böcking; hierher auch, wohl im sinne von '
urteil in capitaler angelegenheit': all trefflich urtail sollen mit gesaumbten rat in abwessen der partheien beratschlagt, versamlter und beslossen und aufgeschriben werden
österreich. weisth. 1, 231
auch 232; es sol gegeben werden umb aine gemeine supplication oder quittung sechs kreutzer, umb ein treffliche supplication und quittung ein gebuirliche besserung nach gelegenhait und groesse der handlung
tirol. landesordnung bei Scherz
gloss. germ. 2, 1658. A@33)
an den juristischen bereich (
o. 2)
schlieszt sich ein weiter kreis anderer anwendungen an. die bedeutung '
anlangend'
ist hier nur stärker verdeckt als dort, '
dringlich, weil groszes anlangend': des biden wir uwere furstliche wirdikeit wissen, das wir zu diser zyt treffelicher fehede halb, so uns korczlich entstanden sin, unsere frunde nit truwen sicher aber dohin zu schicken
Frankfurts reichscorrespondenz 1, 377
Janssen; ez geborte sich daz der hochgeborne furste eine verre reise tat zu einem andern furstin ... in treflichen gescheftin sinre lande
leben des heil. Ludw. 21
Rückert; aber der kaiser kame derselben zeit nit gein Wirtzburg, sunder wendet etliche treffenliche geschefte fur, durch die er verhindert wurde L. Fries
Würzb. chron. 92
a; der muiller sol am sontag vormittag weder malen noch bachen, es seye dann treffenlich not
bei Scherz
gloss. germ. 2, 1658; ez were dan sache, daz dem rade und der gemeine stat solich dreffelich ehaftige noit andreffen warde
städtechron. 17, 69. etwas treffenliches tun
bedeutsames, belangvolles tun: durch anrichtung der römischen geistlikait ... die christen noch heutigen tag unains sind, wider einander toben und wüeten, auch so lange zeit her gor nichts treffenliches noch auszträgliches gehandelt haben Turmair
bayer. chron. 1, 16; aber er richt nichts treffenlichs, das der mühe werth und davon su sagen war, aus
ebda 456; dann es wirdt nichts treffenlichs oder fürgehendts geboren oder angefangen, das sie (
die gestirne) nicht ... praesagiren Paracelsus
opera (1616) 2, 95
Huser; unt kant ir der haubtman bei einander nicht behalten; und wenn man etwaz fürhant wolt nemen, daz treffenlich was, so het man der leut nit bei einander
städtechron. 2, 329;
ähnlich: (
kamen) dy zwen kuntschafter, aber sie sagten ped nichtz treffelichs
ebda 86. treffliche ursache
dringliche, gültige ursache, eigentlich '
hinreichende, die zur wahrheit hinlangt',
doch schon zu dem allgemeineren '
gewichtig'
verblassend, vgl. auch triftige ursache (
teil 11, 1, 2, 506): nachdem die kay. mt., unser allergnedigster herr, dieses tags aus hochbewegenden, treffenlichen ursachen mit ... diser stat Augspurg notdurftige enderung ... fürgenommen
städtechron. 32, 88; uss mercklichen trefflichen und bewegenden ursachen befinden
Carolina 73
Kohler; nachdem wir dann ausz trefflichen ursachen ... auch entschlossen, eine ... anzal teutsch kriegszvolck in unsern dienst und besoldung anzunemen Fronsperger
kriegsbuch 1, e 1
b; sol innerhalb inn leib nit on trefliche ursach gebraucht werden Ryff
confectb. u. haussapotek (1548) d 5
a; es ist für gut und auch für nötig angesehen, dieweil man hie vil prediger bedarff, daz man nicht mehr denn not ist anneme, umb zweierley treffenlicher ursachen willen Joh. Bugenhagen
Braunschweiger kirchenordn. (1531) m 4.
mit geringerer verbaler richtung, B
näher, doch vgl. o. etwas treffenliches tun: dass mir grosse treffentliche anschläg durch liederliche fahrlässige leuth verhindert ... worden Götz v. Berlichingen
lebensbeschr. 76
Bieling; wy willen dorch falscheit und ripen ræth don ein gar grote und dreplicke dæth
bei Schiller-Lübben 1, 572; da er den Fridericum von Wangenheimb, den strengen ritter, uber sein volck zum obersten gemacht, und in etlichen schlachten treffentliche thaten verrichtet Binhardus
Thüring. chron. (1613) c 4
a; und geschichte, so ain mechtig treffenlich vast nützlich ding ist, wie wol gar schwer und ferlich dem beschreiber Turmair
bayer. chron. 1, 8; solche ding strecken sich gar weyt, dann sie (
die instrumente) sind in treflichen dingen zuobrauchen Dürer
underweysung (1525) d 2
b. A@44)
entsprechend, geziemend, diesbezüglich, zu treffen '
hingehören' (
sp. 1607). A@4@aa)
besonders im diplomatischen bereich; treffliche botschaft
die sich auf die sache bezieht, daher gehört, entsprechend ist: ligt der manlichen tütschen nation etwaʒ an gegen dem bapst, so den glauben so auch andere beschwerden betreffen, sol man billich in namen obgenanter unserer nation ein trefliche botschafft zuo dem bapst und den oberkeiten unsers glaubens verordenen Murner
an d. adel 30
ndr.; yedoch wolten sy als liebhaber fridens und einigkheyt sich nunmer der sachen annemen, ir treffenlich botschafft zu beden theilen schicken
Basler chron. 6, 505; wie dan der römisch keiser zuo temmung des franzesischen küngs und erhaltung Meyland in vergangnem jar an d eidgnossen um verstand hat geworben, ist er diss jar uss daruf beharret, und deshalb sin treffenliche botschaft für und für bi inen gehalten, zuo fürdren, dass ein gmeiner pund mit ... gehandlet wurde Valer. Anshelm
Berner chron. 4, 5; do santen der römisch künig Wentzlaw und der kaiser ir treffenlich botschaft her, das die stat dem newen könig solt schwören
städtechron. 22, 18; wa du aber sprechest, die oberen der bapst würt unsere treffenliche botschafft verachten, da kan ich nit vor dem berren fischen Murner
a. d. adel 31
ndr.; ere dreppliken bodeschapp by uns gehadt hebbet
urk. v. 1434
bei Schiller-Lübben 1, 572.
oft mit völligem verlust des verhältnisses zum verbum, etwa '
der wichtigkeit der sache angemessen, bevollmächtigt'
durch den hinweis auf den wert solcher botschaft vielleicht C
nahe: gliech eben auch das jars schickt der grosmechtigest kaiser der Persier ... ein treffenlich potschaft überall in sein reich und kaisertum, lies frid pieten, nemlich den Kriechen pot er kurz, si solten irs kriegs und ir uneinikait bei hoher straf und ungnad müessig sten Turmair
bayer. chron. 1, 324; und als das geschach, da erschracken die reichstett gar übel und schickten ain treffenliche erber potschaft zu dem von Wirtemperg
städtechron. 5, 2; durch aller kurfursten treffliche botschaft, die sie von Frankfurt (
dem wahlort) zum kunig Albrecht gen Wienn mit ir aller sigl und machtbrieff ausgesant haben
Olmützer stadtb. bei Jellinek
mhd. wb. 722; und pracht die obgenanten drei bebst gen Constentz ... und von künigen, fürsten und herrn ir treffenlich und herlich potschaft mit vollem gwalt, damit er das concilium zuwegen precht
städtechron. 5, 62. —
mannigfach im sinne von '
diesbezüglich, ordentlich',
von '
erheblich, wichtig' (
vgl. u. sp. 1682
ff.)
im einzelfall schwer zu scheiden: so wollen wir auch unsre treffliche antwort in schrift wissen lassen
bayr. landtagshandlungen 4, 62 v.
Krenner; und wann nu gar vil mercklicher und treffenlicher bete von durchleuchtigen und hochgepornen fürsten an den rate langoten, solche panier ab zu tun
städtechron. 2, 347; da kumpt uns teglichs treffenliche warnung, da sy uns beziehen wellend, hierumb so bitten wir üch mit ernst, dester gerüster zu sind
Aargauer urk. 3, 129; dann dieweil die sachen so übel in der regierung gestanden, und (
man) vil treffenlich beschwerden hat tragen und getulden miessen
städtechron. 34, 77; ich ston ouch mit Wilhelmen von Fridingen umb söllich min genomen brieff und umb ander sach in treffenlichen spennen (
streit) und geschriften
Aargauer chron. 3, 114; es ist zuo erbarmen, dasz die kurfürsten so ainen treffenlichen aid miessend schwören, wan sie ainen römischen kunig wolen, dasz sie kain gelt oder schanckung wollen nemen oder kain verhais; es wirt aber alles vergessen
städtechron. 25, 109; und namlich so was ein treffenlicher tag hie zuo Bern, von allen gemelten teilen und den beiden stäten geleistet, an welches tags ... sind ... zwo sunnen hie gesehen worden Val. Anshelm
Berner chron. 5, 216. —
in weiteren bereichen '
diesbezüglich'
oder '
richtig' (
u. C),
im einzelnen schwer zu scheiden, jedenfalls auf '
zur sache treffend'
beruhend; wie oben: ordnen und wollen darumb, das all und iede churfürsten ... auf sant Andreen tag schierst kombt ir treffenlich rat ... fürzepringen
reichsabschied (
Augsburg 1500) d 2
a; dieweil nun ... churfürsten, fürsten und ständ ... der kron zu Hungern mit hülff zu erscheinen ausz viel treffenlichen ursachen von nöthen, mit treffenlichem rath ermessen, so haben (
sie) ... hülff zugesagt (1585)
röm. reichs gehalt. reichstäge 1, c 3
b;
vgl. im gleichen sinn triffiger rat (
teil 11, 1, 2,
sp. 493);
dagegen vielleicht mehr im sinne von '
richtig': daruff ir uns mer pomerancen schicken mitsampt einem treffenlichen rat unser kranckheit halb Steinhausen
privatbr. d. mittelalt. 1, 79; darumb so ist es (
im gesetzbuch) besser, ein wenig kurtzes dinges gesetzet, das treffentlich ist, denn das ir viel gesetzet hett, das unmüglich were Chr. Zobel
sächsisch lehenrecht (1589) 188
a; wie oder wo, welicher gestalt aber Karolus warlich geporen sei, vind ich nit mit treffenlicher oder bewärter erklärung U. Füetrer
bayer. chron. 83. A@4@bb)
ebenso adverbiell, im sinne von '
ordnungsgemäsz, gebührend, gehörig, unter einhaltung der gewohnten formen'
, daher auch '
zweckentsprechend, wirkungsvoll': die borgermester, die berichtede des deme rad so drepeliken, dat
bei Schiller-Lübben 1, 572; und wie wol inen ... unverzogliche hilf zu erwarten von den iren, insunders Bern, was treffenlich zuogeschriben Val. Anshelm
Berner chron. 4, 103; und sy treffenlich zuo ersuochen bey irem hofgesind, ... darob und daran ze sein
städtechron. 22, 411; unde hirumme, leven vrunde, weset hir gudwillich to desse dachvard (
versammlung) drepeliken to besendende
urk. v. 1431
bei Schiller-Lübben 1, 572; das noch ein tag in kürze gen Landshut gemacht werde, und dasz ihr die landschafft von der ritterschafft und von den städten trefflichen vom rathe und gemein, als von Ingolstadt auf zwanzig, ... und von anderen städten ... deszgleichen auch also nach nothdurft dazu schickten
bayr. landtagshandl. 3, 128
v. Krenner; und koment also dohin von beiden bartdien treffenlich, und nam min her von Basel die sachen mit dem zusatz fur und hort der herschaft klag
Basler chron. 4, 205; sy woltent ire treffenliche bottschafft von allen orteren ordenen zuo denen von Solotern und da mytt inen ernstlichen und treffenlichen lossen reden, dasz sy gedechtent myt graff O. zu reden
ebda 5, 464; also haben wir uns mit unseren räthen treffentlich unterredet
bayr. landtagshandl. 3, 274
v. Krenner; fürer so sîe ir majestät bericht, wie die unsern im veld mit dem franzesischen küng treffenlich um ein friden handlid Val. Anshelm
Berner chron. 4, 53; gnedigen heren, wir sind träffenlich versampnet und in grosser sorg und arbeit und an zwyfel, die sachen sind hoch und wil ze wegen aller erbergkeit
qu. z. Schweizer gesch. n. f. abt. 2, 2, 376; uns gedäucht gut seyn, dasz ew. gnad eure räthe desto trefflicher bey euch hätte, ... dasz dann ew. gnad desto trefflicher und förderlicher würde zu thun, was euere nothdurft wäre
bayr. landtagshandl. 3, 23
v. Krenner; hierher auch, etwa '
regelrecht': die pfarr zum Hofe, zu Laszan und an der mere, die treffenlich absentz tragen, darauf die rechten pfarrer in eigner person nicht residiren, die werden verwust
qu. z. alten gesch. d. fürstenth. Bayreuth 1, 130. —
in weiteren bereichen auch zu '
zutreffend'
gewandt, im einzelnen fall von C
schwer zu scheiden; noch terminologisch, '
auf die sache bezüglich': solich orteil hat der scheffe bi ime behalten bis zum nehesten gericht. begeren mine herren soliche zu wissen und trefflich daruf zu reden, mogen mine herren die iren dabei schicken und merklich vernemm
weist. 6, 69;
doch zweideutig: iedoch ward im solichs auch in offenlicher verhörung von rats wegen durch herrn Paulsen Volkamer so treffenlich verantwort, dasz die marggrafen nit vil glimpfs darvon erkriegten
städtechron. 11, 731;
modernem treffend
entsprechend: da er (
Sokrates) ... das gyfftig ... getrangke ... hätte, redet er von untödtlichkayt der seele gar träffenlich Schwarzenberg
Cicero (1535) 54; (
Hortensia) redet so wol, so lieplich und so treffenlich, daz menglich darab verwondernd vermainet, ir vatter Hortensius wär wider von dem grab erstanden Stainhöwel
berühmte frauen 255
lit. ver.; und nach den gultzedeln der von Erelbach kein ordentlich form nicht darausz treffenlich vermerkt mag werden, was yedes gutes gult ist
monum. Boica 48, 277. A@55)
die eigentliche bedeutung '
hohes anlangend (2),
hergehörig (4)'
nur noch im ausgangspunkt vorhanden, während im übrigen die entwicklungen von B
und C
schon statt haben. A@5@aa)
als attribut von personen ist trefflich
seit dem frühnhd. auszerordentlich stark verbreitet. in der anwendung auf beamtete ratsmänner ist die bedeutung '
ratsmänner, die für die betreffende sache von rechtswegen zuständig sind'
noch erhalten, vgl. auch o. 4 trefflicher ratschlag, treffliche ratsversammlung, trefflich beraten
u. ä.: so als die ersamen wisen burgermeister und radt der stadt Mencze uns geschriben und gebeten haben, ihnen unsere dreffliche radtsfrunde zu iren anligenden drefflichen sachen (
s. o. 2) gein Mencze zu schicken
städtechron. 17, 78; es het auch hertzog Albrecht sein trefflich räde unt etlich von seiner lantschaft gen Lantzhuet geschickt, die da zu mal trefflich zu Lantzhuet warn
qu. u. erört. z. bair. gesch. n. f. 2, 2, 239; dasz die städte zween treffliche ihres raths mit vollem gewalt schicken
bayr. landtagshandl. 6, 48
v. Krenner; daraus dann zwischen unserm vorfahren mehrmals widerwill und unfreundlich handlung entstandten, davon dan durch zesamschickung irer und unserer treffentliche rethe auf villgehaltnen tagen von manigerley mitl ... underredt und gütlich handlung gepflogen (1529)
bei Lori
samml. d. bair. bergr. 191;
doch schon mit betonung des sinnes '
guter, rechter ratgeber': das sich yemand nidern stands undernimpt, gegenwertige ermanung an ewere chur und fürstliche gnaden zuo thuon, die aus hohem verstand alle sachen basz ergründen, auch mit so vilen trefflichen iren rädten und dienern versehen seind (1565) Sleidanus
reden 6
lit. ver. meistens allgemeiner, indem stärker als '
zuständig'
die bedeutung '
mit amtlicher function begabt, dazu geeignet; von öffentlichem ansehen, hoher stellung'
betont wird, vgl. auch triftig A 2 (
teil 11, 1, 2,
sp. 505): wo die führer nicht vorhanden, die andern trefflichsten in dörfern
bayr. landtagshandl. 17, 145
v. Krenner; das ettlich treffenlich person von der k. mt. zu allen fursten und stetten des reychs gevertigt sein
städtechron. 10, 430; uppen sondach ... to Sweryn intokamen und volgenden dages vor uns gemeltem unsem broder unde etliken unsen beidersydts oldesten unde drepentlicksten landtrederen ... des rechten to gewarten (1525)
bei Wiechmann
Mecklenburgs altniedersächs. literatur 1, 91; hat ein convent gehabt, darinnen gemeinglich treffliche leute gewesen sind C. Hennenberger
erclerung d. preusz. landtaffel (1595) 25; cluog redner, usspundig in mercklichen swären sachen und hendeln, gegen treffenlichen personen fürtrag und werbung zetuon, bruchend sich ... der sachen Riederer
spiegel der waren rhetoric (1493) a 5
b; also dasz menigclich bekennen müsz, dasz so lang dise stat Augspurg gestanden, sie treffenlicher herren und personen in allerlei faculteten nie gehabt
städtechron. 32, 118; und man mag inn furgesatztem mordt, so der an hohenn treffenlichen personen ... geschieht, (
die strafe) durch etlich leipstraff meren
Carolina 137
Kohler; und als sie darwider redten, fieng eyn treffenlicher under den Römern an ... und erbot sich eyn eydt zuo schweren, lebendig inn Rom nimmermehr zuo kommen, sie hetten dann den feinden angesigt Carbach
Livius 41
a; und Barsillai war fast alt wol achzig jar, der hatte den könig versorget weil er zu Mahanaim war, denn er war ein seer trefflicher man
fuit quippe vir dives nimis 2.
Samuel 19, 32; es waren auch unter ihnen gar trefflich personen, ... die sich all mit tieffen naigen ... gegen mir erzeugten Dürer
tageb. 52
Leitschuh; es waren gar vil reicher und treffenlicher leut von Zürich da erschlagen, die gar fast schuldig daran waren
städtechron. 5, 172.
damit ist die bedeutung '
von hoher abkunft, adelig'
sachlich meist verbunden, doch ist sie nicht die ursprüngliche und kann auch fehlen: und sind in solcher botschaft zu dem babst von des reichs wegen abgefertigt und geschicht worden ... vil vom adel und ander treffenliche leuthe L. Fries
Würzburg. chron. 87; wasen aber dasz die treffenlichesten vom adel, mir bekandt Knebel
chron. v. Kaisheim 451
lit. ver.; (
er hat) vilen treffenlichen man- und frauenpersonen von erbern geschlechten sondern hochmüt bewisen
städtechron. 32, 137; dieselbige vermählet er ... einem jüngling, auss trefflichem und fürnemen geschlecht geboren
buch der liebe (1587) 108
b; alda warden die pauren, zugleich wie an andern orten mehr im landt zu Franken, getrennt und geschlagen und dardurch ain treffenlicher adel und sonst vil ehrlicher, gueter leut erhalten
Zimmerische chron. 2, 630
Barack; noch: er ist treffliches adels, sie ist groszer schönheit Gottsched
deutsche sprachkunst (1748) 373;
ebenso: teen darto de oversten und draplikesten van den kopluden
qu. v. 1388
bei Schiller-Lübben 1, 572; eyn trefflich burger adir man hatte eyn zeichen des heiligen vor sich, und einer schosz uff on unde traff das zeichen, und der schosz prallete widder Stolle
thüring. chron. 79
lit. ver. in den wörterbüchern ständig als '
adelig',
hier über das 16.
jh. hinaus: notabilis ein treffenlicher
voc. predicantium (1486) r 5
a; adelich, ehrlich, trefflich, uberausz namhafftig,
nobilis Henisch
teutsche sprach (1616) 21; trefflich, fuhrnehm
eccellente, famoso, honorato Hulsius (1618) 249
b.
noch allgemeiner, '
bedeutend, gewichtig'
; schon zu der jüngeren entwicklung der anwendung (
u. C)
hinüberweisend: derhalben sich (
auf dem kriegszug) zuo ir funden haben nicht allain knechte die fülle, sonder vil anstoszende und umbligende volcker sampt iren treffenlichen groszen herren Stainhöwel
berühmte frauen 314
lit. ver.; derselbig gab sy den edelen und treffenlichen grafen von Kyburg Knebel
chron. v. Kaisheim 46
lit. ver.; do was desulve borgermeister Er Nicolaus Smiterlow, ein dreplich, herlich mann na der welt van person und statur, van wolredende, wisz, klock; vor heren und forsten, dar hedde he ein ansehent Joh. Berckmann
Stralsunder chron. 1, 61
Mohnicke; er war der manligkeit und gemutes, daz man inen den alten treffentlichsten kriegsfursten zu vergleichen Tratziger
chron. d. stadt Hamburg 294
Lappenberg; ähnlich wie treffliche stadt (
u. b): ey, wie weysz und verstendig leüt sind das, und ein träffenlich volck. dann wo ist so ein träffenlich volck (
5. Moses 4, 16
gens magna. nec est alia natio tam grandis)
Züricher bibel (1531) 87
a; welches, die leng zü vermeiden, allein bei den zwaien treffenlichisten nationen, Griechen und Römern, offenbarlich erscheint
städtechron. 32, 144.
etwas bestimmter: so dann ein junger seine studia in secunda classe absolviert, und also etwas wol erstercket, solle er in primam classem, welcher etwas treffentlichere authores und sectiones assigniert, verordnet werden
kirchenordn. f. Braunschweig (1569) 314; wer das erfaren wöll, der ... lese den verteütschten Josephum ... und vil treffelicher authores Boltz
Terenz (1539) a 36; demnach haben wir ... etlichen gelerten trefflichen erfaren personen bevolhen, eyn begrieff, wie und welcher gestalt in peinlichen sachen ... gehandelt werden mag, zuo machen
Carolina vorrede Kohler; hierher vielleicht noch, wenn nicht schon '
vorzüglich' (
u. C): damit sie irs glaubens gewisheit, und irer liebe brunst beweisen, die trefflichen grossen heiligen Luther (
Jena 1561) 6, 19
a. A@5@bb) '
bedeutend',
von örtlichkeiten. der eigentliche ausgangspunkt '
von wichtiger function, hohes anlangend'
ist hier noch weiter verborgen als o. a: derselbe laszt euch bevolhen sein und schreibt in all stifft, clöster, auch treffenlich bröbstey und pfarr, doinnen irer sele mit vigilien und selmessen gutes nachzuthun (1481) Steinhausen
privatbr. d. ma. 1, 238; in dem nacheilen soll nachfolgende ordnung gehalten werden. bey jedem trefflichen dorf sollen obleute und hauptleute gesetzt ... werden
bair. landtagshandl. 17, 147
v. Krenner; an etlichen orten da die leut nit bey gelt sind, ... machen sie grosse schütten ... aber in eyner treflichen stat oder achtparem schlos, ... da sol man solche befestigung auch mauren Dürer
etl. underr. zu bef. d. stett. (1527) a 2; ob ettwieviel der fränckischen und annder erber treffenlich richstett zu disen dingen auch zu beruffen weren
städtechron. 10, 436,
vgl.(
o. 4) erber treffenlich botschaft. —
vielleicht schon in richtung des modernen '
vorzüglich' (
sieh unten C 3): Babilonia, Ninive und Troia, die treffentlichsten drei stett auff erdt Seb. Franck
chron. Germ. (1538) 3
b; item ich ward geschickt in Ungerland, in Behemerland, Windischland und in teutscher und welscher nation bin ich in gar vil treffenlichen schönen stetten und inseln gewesen
städtechron. 5, 105. BB. '
von beträchtlichem ausmasz, grosz; sehr'.
der sinn einer gröszenbezeichnung ist von anfang an in trefflich
enthalten:
was groszes anlangt ist grosz; die schon in A
immer wieder anhebende bedeutung erscheint nun in reiner entfaltung. während die alte bedeutung (A)
mit dem 16.
jh. erlischt, lebt die entwickelte bis ins 18.
jh. B@11) '
erheblich, grosz',
von summen und mengen. der verbale charakter (A),
hier als '
viel betragend, anlangend, auf viel sich belaufend' (
vgl. die kosten treffen
u. s. w., sp. 1610),
klingt immer wieder durch: derhalben er herr Mangen von Absperg, ritter, der dann der zeit ain verrümpter kriegsman war, mit ainer treffenlichen anzal zu ross und zu fuosz ins Hegaw verordnet
Zimmerische chron. 1, 436
Barack; dyse und mer ursachen, auch die mercklich geltschult und armuet der statt, der niemandt statlicher daraus gehelfen mocht dan hertzog Albrechten, bebegeten einen radt und gantze gemain, das sy aus in in drefflicher antzal zu hertzog Albrechten gen Münichen schikten
qu. u. erört. z. bayr. gesch. n. f. 2, 2, 228; uns merkliche warnung zugekommen, wie treffliche sammlungen in der nähe unsers fürstenthums empor seyen, in meynung uns zu beschädigen
bayr. landtagshandl. 8, 154
v. Krenner; dasz hievor ain güte zeit her ungeschikte, unerfarne, untaugliche leut in treffenlicher, groszer anzal und menge den rat besessen (
Augsburg 1548)
städtechron. 32, 79;
wohl auch noch, so jung vereinzelt: die blossen abschiedslieder, welche in trefflicher menge erscheinen Chr. Weise
grünend. jugend 6
ndr. so wissen wir auch ein solches treffliches geld so eilend nicht aufzubringen
bayr. landtagshandl. 8, 426
v. Krenner; marggraff Albrecht hat ... ihnen (
den städten) treffliche summen geldes abgezwacket J. v. Wedel
hausbuch 162
lit. ver.; jährlich dem pabst kömmt ein hiervon treffliche grosse pension
bei v. Erlach
volkslieder d. Deutschen 2, 237; doch daz sie kein verbontenisse mit forsten, herren oder steden angen noch keine dreffeliche schult der stat Mentze machen, si dun iz dann nach rade
städtechron. 17, 70;
auch wohl noch, wenn nicht zu C: treffliche mittel
ricchezze grandi Kramer 2 (1702) 1123
a.
hierher auch, dem juristischen bereich (A 2,
sp. 1677)
nahe: und ob er (
der proceszpartner) auf den angestellten rechttag ouch ungehorsam erschin, wo es umb treffliche und aufligunde stugker und gueter ist, so mag dem gehorsamen der einsatz ... erkannt werden
österr. weisth. 1, 230; '
beträchtlich': haben sie mit weib und kind vil lieber dise stat, ir eigen vaterland, meiden und begeben, haus und hof auch treffenliche guoter hinder inen verlassen ... wollen
städtechron. 32, 121; von den wurden sie angefallen, geschlagen und gefangen bei 46 groszer schiffe mit einem treffentlichen gute beladen Tratziger
chronica d. stadt Hamburg 160
Lappenberg. B@22)
von schädlichem und unerwünschtem. B@2@aa)
attributiv neben ausdrücken des schadens, unheils u. s. w.; auch hier zunächst mit durchklingen des verbalen charakters (
vgl.A 2): verdroch sick de raht von Bremen mit Ede Winneken und mit Silbert Henrichs umme roff und dreplichen schaden, de den borgeren ... geschehen was
qu. v. 1384
in brem. wb. 1, 240; claghe wi ... (
dasz) ere voghede, de dar neghest wonen, use borghere driven unde slan van erme gude unde van eren scepen, unde deen en hoen, drepliken schaden weder god unde weder de rechticheyd (1342)
Lüb. urkundenb. 2, 704; beide in Europa, Africa und Asia trefflichen schaden erlitten J. v. Wedel
hausbuch 135
lit. ver.; dazu thut es im (
dem teufel) trefflichen schaden Luther (
Jena 1561) 5, 526
a; hat man ... einen ... cometen gesehen, darauff grosz gewässer ... erfolget, die in Sachsen und Thüringen ... trefflichen schaden gethan Binhardus
Thüring. chron. (1613) 57; dasz wir das kinderspiel in mannskleidern und in groszen schantzen mit trefflichen schaden und verderben spielen Lehman
flor. polit. (1662) 2, 906; wer uns nicht haben wil, wird ehstens uns verliren. ein trefflicher verlust! seht diesen schatz doch an! Gryphius
lustsp. 247
Palm. häufig trefflich groszer schaden: uns unde unszer kirchen czu trefflichem grossen schaden
klage des bischofs Petrus von Naumburg 1 (1450) 192
Bech; entgegen was für grosser treffentlicher ewiger und zeitlicher schaden entstehe, so man die kinder hierinnen versaume und nicht mit ernst und vleiss zur schul halte
kirchenordnung f. Braunschweig (1569) 352; darmit thund sie dem wort der gnaden ein treffenlichen grossen schaden H. Sachs
w. 7, 377
K. —
so in mannigfacher anwendung, besonders im 16.
jh., seltener im 17.
jh.: den ersten may, da fiel ein treffliger grosser schnee zu Dantzig ... hat beume zerbrochen C. Hennenberger
ercler. d. preusz. landtaffel (1595) 72; in diesem jahre ist bei der Ostsee ein trefflicher groszer sturm und ungewitter gewesen J. v. Wedel
hausbuch 47
lit. ver.; erhub sich ein trefflicher sturmwind, welcher die garben auff dem feld empor gehoben, und hin und her zerstreut
M. J. Simon
eilenburg. chron. (1696) 689; was sich im jar 1550 mit der treffenlichen niderlag zü Magdeburg zügetragen
städtechron. 32, 195.
meist weniger materiell: (
er muszte) verjagt und verfolgt, auch in jamer und ellend vertryben werden; das doch dem edlen könig ohn allen zweiffel ein treflich und sehr gross creütz und leyden wirdt gewesen sein
nachtbüchlein (1559) 70
Bolte; wie er zu Eszlingen viel trefflicher lugen uber die von Magdeburg vortrage, aber es solle ihme der syndicus gar tapffer begegnen
städtechron. 27, 192; treffliche oder grosse bosheit Bas. Faber
thes. (1587) 758
a; we wir soelchen geweltligen sachen ind trefligem unreichte, darin si uns gedrongen haint, wederstain mochten
städtechron. 12, 344; wie gar trefflicher unzelicher sünden sie sich teilhafftig machen Luther 4, 440
a Jena; hastu die treffliche torheit dieser frawen vernommen? J. Barth
weiberspiegel (1565) c 6
a; und darumb dasz ihr habt auff kunst und gunst gesehen, ... sind euch auch treffliche irrthümer gekommen Jac. Böhme
schr. (1620) 5, 112; so als eyn lange tyd her grote dreplike twydracht ys gewest twischen (
ihnen)
weisth. 3, 85; dürent sie dich nit mit der treffenlichen angst und sorg, so sie von der schäflin wegen haben? O. Clemen
reformat. flugschr. 4, 295; und mit solchem wort will er bapst und uns alle geschlagen haben, ja wenns der heyden Priapus were, der liesse villeicht eynen fortz fur solchem trefflichen schrecken Luther 18, 194
W.; aber als er eine ecke hinein (
in die höhle) kommen und nichts als etliche tode menschenbeine gefunden, ist ihm ein trefflich grausen und entsetzen ankommen Prätorius
Rübezahl 1 (1683) 192.
zuweilen im verstärkten sinn von '
schädlich, schädigend': he is durch de mannigfuldige und dreffliche wunden gesturven
bei Schiller-Lübben 1, 572; wo gott der allmechtig nit sin götliche gnäd und schirmung uns harinne erzöugt hette, inn waz grossen, träffenlichen, tötlichen kriegsüobungen wir dann ietz wärent
qu. z. Schweizer gesch. n. f. 2, 2, 56; der alt suochet vor langest ein ursach, durch welche er jenen etwas treffelichs thett, der hats yetz erfunden Boltz
Terenz (1539) 56. B@2@bb)
adverbiell '
tüchtig, gehörig, schlimm',
neben verben des schädigens, im 16.
und 17.
jh.: dieweil ihr landtschafft biszher treffenlich von den Türcken beschediget worden und ihr gebiet fast abgenommen hette Fronsperger
kriegsbuch (1578) 3, 155
b; durch verfluchte pein tödten sie ihn entlich, trefflich, schentlich, zwyschen zweyen mördern an eym kreutz imm fest der ostern Mich. Weisze
bei Wackernagel
dtsch. kirchenlied 3, 267; (
sie) werden an ihrem fürnemmen treffenlich in nachfolgendem jahre verletzt werden Paracelsus
op. (1616) 2, 655
Huser; nehmlich wie ... die 30 jährige kriegsunruhe in meinem vaterlande trefflich hausete Prätorius
anthropodemus plutonicus (1666) 1, 31; wurden sie von hitz, tunst und geschmack ubel gepeyniget, dervon sie träffenlich ersiechten Stumpf
Schweizerchron. 153
a; cephaläa aber, ob sie wol mit vorgehender in allen stücken gemeinschafft hat, so werden doch durch diese alle kräfften desz haupts trefflicher geschwächt Wirsung
artzneybuch (1588) 31; etlichen wuchsen würmer in den häuptern, die sie trefflich marterten und queleten H. Megiser
ann. Carinthiae (1613) 1127; nun haben die juden und heyden treffenlich allweg dem buchstaben der gesatzt angehanget, der aber treffenlich beschwärt, ja tödet, als Paulus spricht Zwingli
v. freiheit d. speisen 15
ndr.; auch das spital und gemain almusen teglich und unaufherlich dermaszen und so gar treffenlich belestigt und beschwerdt werden
städtechron. 33, 178; nach dem sy usserthalb treffenlich schmähend und schuldigend an den cantzlen L. Hätzer
acta oder geschicht (1523) d 2
a; Elsly, ich wil dir das vor sagen: ... dann söltest du wider umbhin gan und dich aber treffen zwicken lan, wie vor, in allen winklen und enden und mich (
deinen mann) so treffenlich wöltest schenden, wenn ich sölt an miner arbeit syn, dasz du denn glych ander lieszest yn
fastnachtspiele 882
Keller; menger wil am frytag nit bart schären und meint, er enbiete got grosse eer da mit, und wo er es überträt, so sündere er treffenlich Zwingli
v. freiheit d. speisen 39
ndr.; dann die mutter den hexen gleich treffenlich geirrt, und durch den teuffel betrogen worden also, dasz sie vermeint hat, ... sie habe Merlinum von dem teuffel empfangen Ruoff
hebammenbuch (1580) 146; so doch andere hoche geschlechter dessen unbetrachtet, und denen vil gnad, beistandts und hilf von ime bewisen, treffenlich wider in gehandelt und auch den grösten widerstandt erzeigt
Zimmerische chron. 2, 570
Barack; dieses (
todesurteil) hat das volck treffentlich erschrecket Kirchhof
wendunmuth 1, 570
Österley; vielleicht in besonderer nähe zum vb. treffen: ein starcker windt warff ein so grosse schwere thür also treffenlich auff den knaben, das do gelaubt ward er wer gar zerknüscht
legend des heil. vatters Francisci (1512) q 3
b.
in den wörterbüchern häufig '
vehementer'
entsprechend: vehementer häfftigkeit, trungenlich, träffenlich, gröszlich Frisius
dict. (1556) 1349
b;
vehementer trungen-
vel treffen-
vel gröszlich
lex. v. 1590
bei Diefenbach
gloss. 608
c. B@2@cc)
neben adverbien und attributen, den sinn des üblen, unheilvollen dieser wörter weiter verstärkend, ähnlich wie das heutige vulgäre schrecklich,
aber auch blasser im sinne eines bloszen '
sehr'. —
neben adverbien: ich sorg verwar, er wirds versehn, das ihms wird trefflich ubel gehn
dramen v. ackermann 16
Holstein; und hielt diser jung herr so treffenlich ubel hauss, das sein bossheit inn dem gantzen lande weyt und breyt erschal
nachtbüchlein (1559) 332
Bolte; es stinckt so treflich ubel hie, in der speluncken möcht ich nicht hauszhalten, das ist auszgericht Er. Alberus
fabeln 156
ndr.; es ist wahr, die welt ist mit frommen leuten trefflich übel zu frieden, und wo es möglich ist, so wird sie dieselben nicht ohnvexiret lassen Chr. Weise
väterl. testament (1684) 83; habens doch die grossen herrn so trefflich ungerne, so man sie schilt und strafft, und wollen schlechts ungestrafft seyn Luther 19, 195
W.; denn es kamen auch garstige und unfletige belge mit ein, die vergifften vil junge studenten, solches thete unserm senior trefflich wehe Mathesius
Luther (1583) 160
a;
vereinzelt noch später: dasz fromme, unschuldige und gottselige hertzen an ihrer ehre und guten namen schmertzlich angetastet werden. und das thut denn trefflich wehe Joh. Qvirsfeld
geistl. myrrhengarten (1717) 446; der künig Petrus war im, und alle die bey im im schiff gewesen waren, treffenlich feind Steinhöwel
berühmte frauen 315
lit. ver.; wiewol myrs trefflich leyd ist Luther 18, 373
W. —
neben attributen: dadurch nachbarwertz ein treffenlich töttlicher krieg erwuochs Etterlin
kron. v. d. lobl. eydtgnoschaft 165
Spreng; wär es aber, das der falck treffenlich wund wär Mynsinger
falken, pferd u. hund 28
lit. ver.; wie ich offt gesagt habe, und sage noch, das dis ein trefflich schedlich laster ist Luther 6, 252
a Jena; des Malagigi rath schien erstlich gut und gäthlich, in dessen war er doch, in wahrheit, trefflich schädlich Dietr. v.
d. Werder
ras. Roland (1636) a a 2; es ist auch bewuszt, was herzog Friedrich von der Liegnitz nun eine gute zeit hero für ein trefflich böses leben, das denn männiglich unverborgen, geführet (1551)
bei Österley
Hans v. Schweinichen iv; im winter, wanns ist trefflich kalt, so haben sie ein grossen walt, der thut als dann bey ihn das best, sie hawen ab die dürren äst Er. Alberus
fabeln 187
ndr.; bellum acre et magnum ein häfftiger und grimmiger krieg, wenn zween zeüg wider einanderen träffenlich verhetzt und ergrimmt sind Frisius
dict. (1556) 21
a; dyn buosz d sünd nit bezalen mag, ... so träfflich schwär sind dyne sünd
schweiz. schausp. d. 16. jh. 1, 80
Bächtold; in den hundestagen pflegen die schafe zu pocken, das ist ihnen ein trefflich anfällig ding, welches offtmals gemacht, dasz man die schafe aus einen gantzen dorff musz wegbringen Mich. Böhme
viehartzney (1682) 23; die jugend ist trefflich liederlich und ganz leichte zu allen bubenstücken zu bewegen
exemplarischer priester (1690) 271. B@33)
als reine gröszenbezeichnung, in allgemeineren anwendungen, ohne den sinn des schädlichen (2);
von der reinen gröszenbezeichnung findet ein lang andauernder übergang zu einer wertbezeichnung positiven sinnes statt; '
grosz, ausgedehnt'
wird zu '
wichtig, bedeutsam; wertvoll, gut'
; das ende dieser entwicklung s. u. C. B@3@aa)
attributiv; der wechselnde charakter der beziehungswörter zeigt die entwicklung von trefflich.
dem einfachen sinn '
grosz, gehörig, tüchtig'
am nächsten: amor acer ein häfftige oder träffenliche liebe Frisius
dict. (1556) 86
a; und habend treffenliche, grosze achtung auff frome, redliche männer
städtechron. 34, 97; also sehet, das es eyn treffliche turst (
kühnheit) ist, dass sie sich selbst zum bapste ... machen Luther 34, 1, 477
W.; die weil dann nun alle ding mit einander und wider einander seind, ... soll man wissen, dasz die ding so an dem menschen oder in der welt am meisten wider einander seind, ein treffenliche mitleidung mit einander haben: als das erdtrich mit dem himmel, der mund und der magen mit den füssen H. Frölich
offenbar. d. natur (1591) 9.
noch im 17.
jh.: alsdann stund er auf, und nahm seinen freundlichen abschied. hierauf erhub sich ein treflich gelächter Chr. Weise
erznarren (1704) 239; empfand einen geschmack in der kehle ... es folgte ein treflicher husten, der ihm die thränen zu den augen, und ich weisz nicht, was zu dem halse heraus trieb
ebda 241; wegen der unmäszigen hitze, so allen leuten trefflichen schweisz hervorlocket Prätorius
katzenveit (1665) d 2. Luther
hat besonders den gebrauch im sinne von '
bedeutsam',
vgl. auch u. C 2: denn so viel grausamer zeichen, so bisher beide am hymel und auff erden geschen sind, eyn gros unglück furhanden und ein treffliche verenderunge ynn deutschen landen anzeigen 18, 293
W.; non umb geringe sachen, sed solten grosse treffliche knoten sein, umb sunde, gerechtickeit und gericht 34, 1, 360
W.; diejhenigen, so da teuffen, kinder heben und da bey stehen, wolten zu hertzen nehmen das trefliche werck und den grossen ernst, der hierynnen ist 19, 537
W.; sed disce, quam ein gros, trefflich ding ist umb ein getaufften 34, 1, 96
W. in stärkerem hervortreten des positiven wertakzentes: da es dann am meisten umb das grosse schiff zu thun war, welches treffentliche kegenwehr thete und die feinde mit schiessen und werffen etlich mal abtriebe
M. C. Schütz
hist. rer. prussic. (1592) 66
b; dasz er (
der leser) bey ihm selbs betrachten und fleissig ermessen wölle die hohe und treffliche nutzbarkeit, ausz der erkenntnisz aller glieder, was darausz erwachse Ruoff
hebammenbuch (1580) 36; hette ihm einen trefflichen schatz von kleinotern edelgestein und gelt heimlich entwendet Kirchhof
wendunmuth (1581) 130
b;
etwa '
beachtenswert': dan die Israeliter fürzeiten durch krafft dieser zweyer mahlzeichen treffliche wunderwerck gethan haben Nigrinus
von zäuberern (1592) 111; will ich ... annzaigen etlich treffenliche warhaffte wunderzaichen, die der allmechtig got durch seynen ... dyener Martyn Lutther gewürckt ... hat Philadelphus Regius
v. luth. wunderzaychen (1524) a 3
b.
zwischen '
beträchtlich'
und '
gut'
die wage haltend: wer ist je so unkräftiger natur und machtloser gestalt gewesen, der nicht durch unvertrossene übung und fräudigen lust des kämpffens eyn trefliche stärcke zu weg zu pringen vermocht hette? Fischart
ehzuchtbüchl. 279
Hauffen; was für einen grossen, treffenlichen vortheil wir für die welt haben Veit Dietrich
summarium (1546)
vorrede; er stund in trefflichen gnaden bey dem probst Joh. Riemer
polit. maulaffe (1679) 52; als dis himlische beginen treflichen vortgang gewonnen Rompler v. Löwenhalt
erstes gebüsch seiner reimget. (1647)
vorr. 11.
ganz vereinzelt noch in jüngster zeit im quantitativen sinn, doch nur indem eine hohe wertschätzung der grösze einhergeht, vgl. auch u. b: sie lassen, so lange es geht, fremde leute für sich arbeiten und benutzen ihre profession zur betreibung eines trefflichen schuldenverkehrs, der eben die grundlage der macht, herrlichkeit und gemütlichkeit der herren von Seldwyl bildet und mit einer ausgezeichneten gegenseitigkeit und verständnisinnigkeit gewahrt wird G. Keller
ges. w. 4, 8. B@3@bb)
adverbiell. in der älteren zeit noch mit stark verbalem gehalt, etwa '
angelegentlich, gehörig',
auch vielleicht noch '
geziemend' (
vgl. o. A 4): dat bischof Sifert mit sinen vrunden treflich belacht die stat Coelne anno 1288
städtechron. 14, 647; dass der bapst der straff trefflich wird underworffen sein Paracelsus
opera (1616) 2, 583
Huser; da gewisslich der keyser ... nicht geseumet, sondern ... mit der achtserklärung wieder pfaltzgraff Friederichen ... trefflich fortgeeilet v. Chemnitz
schwed. krieg 1 (1648) 4; da sie nach art der alten Römerin sich dess weins träffenlich enthalten Stumpf
Schweizerchron. 12
b; us den vorgezelten kuntschafften mag man eigenlich erlernen, das man sich treffenlich hüten soll vor ergernus Zwingli
v. freiheit d. speisen 29
ndr. '
dringlich, angelegentlich': dovon nam er sich der sach treffenlicher an denn keiner usz den anderen, und glich trutzlich sprach er zu inen Keisersberg
postill (1522) 2, 112
a; wo wir nicht so treffentlich bemühet wären
reichstagsabschied v. 1512 § 8; hör o min volck, ich erman dich treffenlich Zwingli
v. freiheit d. speisen 17
ndr.; also das sich ainer, so der sachen verstendig, mitt traurigem gemieth und schmertzen treffenlichen darab verwunderen mus
städtechron. 34, 39; die alten Teutschen haben hurerey und unzucht treflich gehasset J. B. Schupp
schr. (1663) 519. —
dagegen rein quantitativ, ähnlich wie o. 1: der wind sich treffelich meeren thut
schweiz. schausp. d. 16. jh. 3, 102
Bächtold; und seind die wasser treffenlich uber den gewohnlichen gebrauch angangen Heinr. Pantaleon
mitnächtische völckeren hist. (1562) 1, 301;
auctus immensus aquarum das träffenlich angon der wasseren Frisius
dict. (1556) 141
b; so wer solcher glückseliger standt der stat nit allain mit dem wenigisten nit geschmellert, sonder auch treffenlich erhöcht und gebessert worden
städtechron. 32, 77; damit hat die stadt an einwohnern trefflich zugenommen Heinr. Rätel
Joach. Curäi chron. d. herzogt. Schlesien (1607) 281; weil auf die armee, so treflich abgenommen, sich nichts zuverlassen ... war v. Chemnitz
schwed. krieg 2 (1653) 217.
in breiter fülle der anwendung als '
sehr, tüchtig, heftig'
bis ins 18.
jh. lebendig: sy gosz vil träheren ausz, oder liesz vil träheren fallen, sy weinet träffenlich Frisius
dict. (1556) 569
b; da Ecolampad trefflich uber mich klagt, wie ich lestere Luther 26, 401
W.; dieweil diese zwen werdent ein reich so trefflichen plagen Paracelsus
opera 2, 627
Huser; Sachsen muste (
in diesem kriege) trefflich herhalten Hahn
teutsche historie 2, 245; dasz mich des armen manns treflich jamert Luther
briefe, sendschreiben 3, 28
Wette; sie (
die ameisen) förchten sich trefflich für dem fledermaushertz v. Hohberg
georg. cur. (1682) 1, 425; den muth trefflich sincken lassen Hahn
teutsche hist. 3, 139; und was mich treflich kan verdriessen Chr. Weise
grünend. jugend 41
ndr.; Lelisett, das lihbe kind wird mihr trefflich miszgegünt J. Schwiger
feldrosen (1655) c 8
a; sie werden ihnen einen abgedankten, an seiner ehre gekränkten officier, einen krüppel, trefflich beneiden Lessing 2, 237
L.-M.; er sahe mich trefflich uber die achsel an, ... legte die hand an den degen, und stiesz die heftigsten schimpfworte gegen mich aus Schnabel
insel Felsenburg 37
Ullrich; Pickelhering kömt heraus, bringt eine karte mit, und kratzt sich trefflich im kopff Schoch
studentenleben (1657) b 6
a; unsere itztlebende Casanboni würden die köpfe trefflich geschüttelt haben Lessing 10, 212
L.-M.; in Indien sollen die gifftigen pfeile noch trefflich mode seyn v. Fleming
soldat (1726) 200. —
in der beziehung auf angenehmes, schönes, gutes erleidet die bedeutung der menge und heftigkeit entsprechende modifizierung, vgl. die weitere entwicklung u. C: üm die reinligkeit und ausarbeitung unserer muttersprache vor dieser zeit treflich verdienet Aug. Buchner
anl. z. deutschen poeterei 41; wie er den gemeltten Herbrot so hoch ernent und treffenlich lobt Montanus
schwankb. 458
Bolte; dieser geist hat sich nun bey dreyen jahren treffenlich gerühmet Luther
briefe, sendschreiben 2, 537
Wette; dasz die fürnembsten des römischen senats ... sich zusamen verheurat und befraindet und derhalben ainander zu dan bemelten consulat treffenlich gefurdert haben
städtechron. 34, 134; unsre grossen stammältern in ihrem glückseligen stande, der von dem himmel so trefflich begünstiget worden Bodmer
samml. crit. poet. schr. 1, 3; dieser verstand treffenlich nutzet der gedechtnüs, sollichen gemengten algorithmum leychtlich und lang zu behalten Mich. Stiefel
Coss Christoph Rudolphs (1553) 72; ihr (
der eltern) segen, der euch trefflich nützt Stoppe
Parnasz (1735) 364; der spieler, wuocherer, reuter, bader, poeten, hantwercksleut gessetz wer treflycher zuo achten dann unser gesetz O. Clemen
reformat.-flugschr. (1906) 2, 36; ihr schaut, wie trefflich ihn der grosze hoff geehrt Gryphius
trauersp. 153
Palm; nachdem ir ... jetz im vierden jar das evangelium ... gehört, ... ist der meerteil üwer treffenlich entzündt ... in der liebe gottes Zwingli
v. freiheit d. speisen 3
ndr.; der general, der sie anführet, musz bey dem angriff beherzt und vergnügt aussehen. hierdurch werden die soldaten trefflich angefrischt v. Fleming
soldat (1726) 190; wir sehen täglich die katzen ... öffters das kraut calamintzen, umb sich daran trefflich zuergötzen, zusuchen Prätorius
glückstopf (1669) 22; er erfreuete sich trefflich, dasz er die ehre hatte, den berühmten jäger gefangen zu haben Grimmelshausen
simpl. schr. 1, 305
Kurz; meine meynung ... ihm treflich gefiel, und fiel der schlusz solches morgen gleich ins werck zu setzen
Robinson Crusoe (1720) 1, 367.
in jüngster zeit noch ganz vereinzelt mit betonung der quantitativen bedeutung: hatte einen haushalt geführt, lang wohl und köstlich im frieden gelebt und trefflich an gütern zugenommen
kinder- u. hausmärchen (1812) 1, 104. B@3@cc)
neben adverbien und attributen als steigerung, meist im sinne von '
sehr',
auch im stärkeren sinne von '
tüchtig, gehörig': sie rhümen sich trefflich theuer, wie sie nichts von uns haben gelernt Luther 26, 313
W.; nun findt man etlich berg auf erden, die sich trefflich hoch in den lufft erheben, wie solichs der ewig schnee, der darauff ligt, anzeigt Seb. Münster
cosmogr. (1550) 2; drum wundert michs manchmahl, dasz es leute giebt, welche ein gut auskommen haben, so ehrgeitzig seyn und trefflich hoch hinaus dencken Chr. Reuter
ehrl. frau zu Plissine 1, 9; sie nimpt den atem tief und mechtig kurz, dreffenlich schnell, ist voll todflecken
N. Manuel 225
Bächtold; in eurem leichnam ist zwar alle zierlichkeit, doch auch nicht wenig steht vom himmel trefflich weit Opitz
opera (1690) 2, 163; nahm den jungen Henricum ... gefangen und tractirte ihn treflich schnöde Hahn
teutsche hist. 2, 47; auch der trunkenbold erschien dort und machte sich treflich unnütz J. Nettelbeck
lebensbeschr. 2, 155
Haken. wohl noch '
geziemend, gebührend' (
o. A 4): welche frow ein nacht früntlich bi mir schlief, die hette ablass für schuld und pin; doch sölt es treffenlich heimlich sin
N. Manuel 384
Bächtold. auf positives bezogen: so er die ohren recket, hört er träflich scharpff Heyden
Plinius (1565) 173; dorumb ich auch nie selbs vil ... singen dörfen, aber esz dreffenlich gern gehort Platter 136
Boos; und wäre ich treflich gerne dabey gewesen, wenn es meine unpäszligkeit nicht verhindert hätte W. Dampier
reise um die welt 2 (1703) 163; er was ain mann harter arbait und hett ain zunft und das handtwerck treffenlich lieb
städtechron. 34, 325; Philippens groszer sohn der hielt die gottesfurcht dennoch so treflich wehrt Rist
neuer teutscher Parnasz (1652) 65
a; er dictirte mir alle abend ein lustig histörigen, welches ich mercken muste: weil er vorgab, ich würde mich einmahl dadurch trefflich beliebt machen Chr. Weise
kl. leute (1684) 90; gottes mühlen mahlen langsam, mahlen aber trefflich klein Logau
sämtl. sinnged. 465
Eitner; mit diesem geld konnte ich meinen neuen hofmeisterstand trefflich prächtig halten
Jucundi Jucund. wunderl. lebensbeschr. (1680) 150. —
neben attributen, oft wie modernes reichlich
in gleicher stellung: wiewol sie treffenlich hochfertig stolz und übermütig sind, so ist doch ire stärke nit gleich
Züricher bibel (1530) 327
a; sind das nicht treflich selsam sachen: hör wunder uber wunder zu Fischart
glückh. schiff 35
ndr.; uberausz oder träffenlich geleert Frisius
dict. (1556) 10
a; dann diser graf Friderich was gwaltig und treffenlich fürnem Tschudi
chron. Helvet. 1, 30; dann er (
der taubenmist) ist trefflich nutz und gut dem erdtrich welches schwach und untüchtig ist
M. Herr
feldbau 41
b; wie theur und tieff lag da die schrifft vergraben, da wir so trefflich hungerig und dürstig darnach waren Luther 23, 15
W. im 18.
jh. als '
sehr, reichlich'
gut bezeugt: insonderheit aber waren wir alle trefflich hungrig
Robinson Crusoe 1 (1720) 28; die leute eures gleichen sind trefflich rar Chr. Weise
polit. redner (1691) 366; (
ich) schlieff die gantze nacht sehr ruhig: denn ich war treflich müde und schläffrig
Robinson Crusoe 1 (1720) 79; du bist trefflich kühne, dasz du mich einen stoltzen geist nennest Bohse
tausendundeine nacht (1711) 107; sie prügeln ihre männer wacker durch und lassen sie trefflich zerzauset stehen Lessing 6, 348
L.-M. noch zu ende des 18.
jh. und im 19.
jh. im sinne von '
sehr': ich bin treflich fleiszig und meine ganze thätigkeit ist im gang Schiller
briefe 3, 235
Jonas; zuerst meinen dank für das elfenbein! die stücke sind trefflich instructiv Göthe IV 13, 88
W.; deine wiederkunft ist mir trefflich lieb W. Grimm
deutsche sagen (1891) 1, 52; du muszt auch sehn den mann, so dacht ich, betrachten ihn mit groszem fleisz — bin ihnen trefflich obligirt Tieck
schr. 13, 271. —
neben attributen stark positiven inhalts: (
er) gab mir ein stück brod ... ich war trefflich froh, dann der bauch hatte mir meine reyse schon lang vorgeworffen Moscherosch
gesichte 2 (1665) 584; wir wollen trefflich lustig seyn bey Zerbster bier und Rheinschen wein v. Hohberg
georg. curiosa 3 (1715)
buch 7, 64; athleta der treflich gschickt ist mit kempfen, springen, ringen
etc. Alberus (1540) 112
a; mit dicken kurtzen gras bedeckt, darvon das vieh trefflich fett wird Joh. Prätorius
reform. astrol. (1665) 199; du bist an gutem arm, an bösem treflich reich Grob
dichter. versuchgabe (1678) 46; ein jüngerer bruder, der daher wohl ursache hat, sich nach einer reichen frau umzusehen, ... steht mit der tochter des trefflich begüterten obersten Rivers in heyrathstractaten Gerstenberg
rezensionen 53
lit. denkm. 128. '
vorzüglich' (C)
sehr nahe, doch fehlt die ergänzende beiordnung von trefflich
zu einem adjectiv in der neuzeit (C)
im allgemeinen: wenn ihn ein trefflich helleuchtender stein, den er an seinem finger truge, nicht verrathen hätte
der wohlgeplagte priester (1695) 37. B@3@dd)
neben grosz, viel, sehr
als reine steigerung, im 16.
und 17.
jh.: darauf ist gefolget ein trefflich groszer hagel
qu. z. gesch. d. stadt Kronstadt 5, 264; aus trefflich grosser angst und not dess gwissens klagt der psalm gott H. Sachs 18, 66
K.-G.; im innern theil des fabelreichs ... liegt eine treflich grosze stadt Lichtwer
äsopische fabeln (1748) 23; es hatt vor zytten in den wildinen und bergen umb die stat Luzern ... treffenliche grosse würm und tracken ghept Renwart Cysat 50
Brandstetter; trefflich viel: trefflich viel und unnütze gold haben die leute gehabt Luther 19, 422
W.; wie es ihnen denn nicht unmüglich ist in einem tage trefflich viel meilen zu verrichten Prätorius
anthrop. plut. (1666) 201; darnach anno 822 fiel träffenlich vil schnee Stumpf
Schweizerchron. 317
a; und sihe, des gebeyns was träffenlich vil, das allenthalb darafter auf der ebne lag (
valde multa, Ezech. 37, 2)
Züricher bibel (1530) u u 1
b; (
der weinberg) trug desselbigen jars treflich sehr viel wein Kirchhof
wendunmuth 1, 208
Österley; noch sonst trefflich viel solcher lehren ... gab die alte diesem knaben Grimmelshausen 2, 348
Keller; ausz welchen also trefflich viel irrthumbs entstanden ist Jac. Böhme
schr. (1620) 4, 4;
cela couste merveilleusement das kostet trefflich viel
N. Dhuez
vray guidon (1646) 211. —
adverbiell: dass die engel treffenlich gross mit zucht, reinigkeit, lauterkeit, geziert sind Paracelsus
opera (1616) 2, 262
Huser; trefflich sehr: diese geflügel vermehren sich trefflich sehr
viehbüchlein (1667) 112; ich bit dich also trefflich sehr, ein kleine bit mich itzt gewehr
dramen v. ackermann 51
Holstein; (
sobald er) sah das grewlich heer, erschrack der gut mann treflich sehr Fuchs
mückenkrieg 35
Genthe; es reut wol trefflich sehr, was steuer wird gegeben, weil fortmehr nichts mehr ist, als nur das liebe leben Logau
sinnged. 57
Eitner. B@3@ee)
neben gut, wohl, schön
im sinne von '
sehr',
doch weist die bedeutung des verbundenen ausdrucks trefflich gut
u. s. w. auf die entwicklung von C: der wein ist trefflich gut fürwar, gott bscher ein gansz auch ubers jahr W. Spangenberg
ausgew. dicht. 51
Martin; ein trefflich gut wasser für den schwindel, schlag, und schwere kranckheit Gäbelkover
artzneybuch (1595) 1, 50; dasz es fast nütze sey und treflich gut, dasz einer bey den herren zu hofe einen getreuen freund habe
Reinicke fuchs (1650) 37; indem sich nun etliche ... berathschlagten, wie den sachen zu thun wäre, erfanden sie endlich einen trefflich guten ... weg W. Grimm
deutsche sagen (1891) 2, 120. — trefflich wohl: er meint sin sach treffenlich wol, so golds und gelts sin kast ist vol Joh. Aal
trag. Johannes 34
ndr.; herr Wörnher hat treffenlich wol haus gehalten
Zimmerische chron. 1, 202
Barack; in diser schlacht habendt sich der hauff von dem adel und stattvolck bei dem kaiser ser treffenlich wol und erlich gehalten
städtechron. 34, 64; einsmals hat sichs ... begeben, dasz das geträid trefflich wol auff dem feld stunde Albertinus
hirnschleiffer (1664) 137; Philo ... in vita Moysis trefflich wol von der sache redet Grimmelshausen
Simplicissimus 11
Kögel; da gfiel mir drefflich wol das ding H. Sachs 17, 363
K.-G.; Homerus der hat recht, er lest den klaren wein ihm trefflich wolgefallen Opitz
teutsche poemata 218
ndr.; er kan trefflich wol sauffen, huren, spielen Kramer 2 (1702) 1123
b; in Glarus wurd ich treflich wohl aufgenommen U. Bräker
s. schr. 2, 172; gleichwie den Römern die innern uneinigkeiten der Deutschen treflich wohl zu statten kamen
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen 1, 100. trefflich schön: und disz redet sie darumb, weil der jüngling treffentlich schön
Amadis 40
Keller; warlich die verse des Petronii Arbitri vom storche sind treflich nett und schön Prätorius
winterflucht (1678) 26; die welschen hühner selbst sind schön, sind trefflich schön Brockes
ird. vergnügen (1721) 1, 162; gleich auff der mawer rausz das schöne wohnhausz stunde und trefflich schön und wol gelegen sich befunde D. v.
d. Werder
ras. Roland (1636) y 4
a; das seitenspiel klang trefflich schön, Francisca sang ein meisterstück A. G. Kästner
verm. schr. 2 (1772) 241. CC.
sehr gut, tüchtig, wertvoll. diese bedeutung ist seit dem 16.
jh. neben den anderen bezeugt; mit dem erlöschen der anderen bed., besonders von B,
mit der die neue bed. in langdauernder berührung lebte, gelangt sie zu reichster fülle. der höhepunkt der entfaltung liegt im 18.
und 19.
jh.; heute hat vortrefflich
einen groszen teil des alten bereichs eingenommen; ihm gegenüber gilt trefflich
als preziöser. C@11)
die qualitätsbezeichnung ist in langer entwicklung aus der quantitätsbezeichnung erwachsen: die quantität ist in vielen fällen zugleich wertvoll, vgl. im einzelnen B 3.
noch bis ende des 18.
jh. bleibt in einzelnen zeugnissen mit '
gut'
die bedeutung '
beträchtlich'
verbunden: so thät ich aus dess wirths grosser schenckgelte einen trefflichen zug Grimmelshausen 2, 331
Keller; darvon wir als einem treffenlichen syge, und mer dann Hannibal von dem streyt ad Cannas triumphieren Schwarzenberg
büchl. v. zutrinken 17
Scheel; einen treflichen sieg gegen die Irren und Frantzosen bey Agrim
Chr. Weisens cur. ged. (1703) 269; dadurch ihnen viel treffenlicher guter beuten, auch ehrlichen ruhms und lobs entzogen Fronsperger
kriegsbuch 1, d 1
b; es sind auch in obgenanten thal sawrbrunnen mit treffenlichen artzneyischen krefften begabet Paracelsus
op. (1616) 1, 251
Huser; verschaffen unsrer sprache einen trefflichen reichthum Gottsched
sprachkunst (1748) 141; ... sage, kanst du mich mit ehren ernehren, da liegt am meisten dran. gar recht, ich habe gar ein trefflich heyrathsgut Chr. Reuter
Harlequins hochzeitschmaus 53
ndr.; (
es) meinen neckerwein, wann man ihn vielmahl so heimsuchte, an seiner trefflichen güte etwas verringerte Grimmelshausen 4, 530
Keller; er ist gewesen ein furst mit trefentlichen gaben und tugenten gezieret Tratziger
chron. d. stadt Hamburg 158
Lappenberg; dass unsere ... Deutschen so einen überaus treflichen muht und standfeste angebohrenheit gehabt haben Zesen
rosenmând (1651) 165; ich habe trefliche lust zu Iphigenie und will mich den sommer recht gern daran machen Schiller
briefe 7, 254
Jonas. C@22)
neben der herkunft aus '
beträchtlich' (B)
kann die neue qualitätsbezeichnung auch aus '
anlangend, hergehörig, zutreffend' (A)
erwachsen sein: was zur sache gehört u. s. w. ist richtig, gut. besonders manche zeugnisse des 16.
jh. können kaum auf die quantitätsbezeichnung (B)
zurückgeführt werden, wohl aber unmittelbar auf A,
das die grundlage auch von B
ist. treffliches wort '
das grosses anlangt, also wichtig, bedeutsam, wertvoll ist': von zierlicher red der rhetoric. ... der erst stylus ist schwer und dapffer, nemlich, so mann von ernsthafftigen treffenlichen sachen redt, darin sind auch zu brauchen die aller treflichsten, artlichsten stück und wort J. v. Zwengel
formularbuch (1568) 4
a; der mittel styl wirt geübt durch minder treffenlich wort ... wie sich in einer sach begibt, die nit ubertreffenlich, noch unachtbarlich, sonder in mitler masz sich halt
ebda 4
b; erstlich furet er treffliche prechtige wort (hertzlich, brünstiglich, schmack, erkentnis Christi), das man meynen solle, es sey seyn wust Luther 18, 194
W.; hierher wohl auch: welche lehre der heilige Paulus ... den Ephesern mit solchen trefflichen worten ... fürhelt Dedekind
christl. ritter (1590) 1, 6; ist das nit ain treffenliche predig, das Paulus sagt 'umb unser sünd' Luther 17, 1, 187
W. vielleicht auf '
sich darauf beziehend, betreffend' (A 4)
beruhend: hie mus man wissen die schöne, treffliche geschicht, im buch von den richtern geschrieben am 7. capitel, wie die Midianiter, Amaleckter und Morgenlender das land verwusten
ebda 19, 145; das xxviii cap. vom zanck der pfaffen und münich in der Türckey, item ein treffenlich histori, wie yr keyser beredt ein münich sey worden Seb. Franck
Turckey j 1
a; und möchten hierinnen vil treffenlicher exempel, so in disem ampt fürgangen und beschehen sein, recitiert und ertzellet werden
städtechron. 34, 117. —
vielleicht hierher, im sinne von '
treffend',
doch auch von '
beträchtlich'
her zu verstehen: nachdem sie aber uber andere gute künst auch der heyligen schrifft treffentlich wissenschafft erlanget Kirchhof
wendunmuth (1581) 385
a; obgleich deren von erbern geschlechten alt herkomen nit angesehen noch genügsam sein, solten sie doch von treffenlicher irer erfarung und kunst wegen fürgetzogen werden
städtechron. 32, 119.
ähnlich, etwa im sinne von '
wirksam': dann er (
die arznei) ein treffenliche stellung (
der ruhr) ist, wo es schon lang gewehret hat Gäbelkover
artzneybuch (1596) 1, 243; wann das mäl, darinn die goldtkörnlin seindt, geseubert wirdt, so ist die erste weise zu wäschen dieser viel träfflicher Ph. Bech
Agricolas bergwerckbuch (1621) 239. C@33)
in ausschlieszlicher ausprägung der bedeutung '
vorzüglich',
ohne spuren der herkunft aus den älteren bedeutungen. in älterer zeit häufiger von materiellen dingen als in junger zeit: so wechst uf solchem platz ... uf heutigen tag weder laub noch gras, ist vorhin ain trefenliche, guten wisen gewest
Zimmerische chron. 2, 530
Barack; so gibt es auch die trefflichste weise seiden im königreich China Abr. a
s. Clara
etwas f. alle 97; dass uns gott als seinen auserwehlten so treffliche gewächse in seinen himmelreiche ewig auffsetzen werde: weil er allhier denen bösen solche gute früchte zeitlich geniessen lässet Prätorius
saturnalia (1663) 63; ich ... ging zu meinem wirthshause und fand einen trefflichen tisch, den der herzog mir hatte von seinen speisen ablegen lassen Göthe 43, 297
W.; weinberge, welche den trefflichsten wein erzeugen, bedecken weit und breit die höhen Moltke
ges. schr. u. denkw. 1, 116; und oftmals trug sie wol ein halbes pfund trefflichen käses nach haus G. Keller
ges. w. 2, 235; sein museum, reich an trefflichen antiquitäten Happel
akad. roman (1690) 60; eins der trefflichsten alterthümer aus des kaisers Antonius zeiten Gottsched
anmuth. gelehrsamkeit (1751) 1, 59; hier (
in Trier) steht noch der kern eines alten römischen mauerwerks der ganz trefflich ist Göthe IV 10, 9
W.; liebe geht tiefer als ein bolz, und wohl ist die rebe das trefflichste holz A. v. Arnim
w. 21, 140
Grimm; sich der altägyptischen statuette zu erfreuen, und der trefflichen produkte textiler kunst v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. 4, 85; die welt als einen trefflichen rohstoff zu büchern betrachtet zu haben Justi
Winckelmann 1, 113; dem frechen buben, der die ochsen mir, das treflichste gespann, vor meinen augen weg wollte treiben auf des vogts geheisz Schiller 14, 294
G.; rüste das treflichste schiff mit zwanzig gefährten Voss
Odyssee 11
Bernays; dieser hatte, unter seinem mantel, einen trefflichen degen und das schönste panzerhemd Göthe 43, 50
W.; ei, sprach sie, ei wie schön und fein! das musz ein trefflich spielzeug sein
struwwelpeter 6; da hörte man denn von trefflichen und schlechten quartieren Göthe 33, 17
W.; jene, auf alle weise befestigte und gegen angriffe geschützte stadt blieb ein sicherer trefflicher hafenplatz für die kaiserliche flotte Raumer
gesch. der Hohenstaufen 4, 110; ich muszte innerlich lächeln über dies treffliche stückchen weltlauf, das sich so artig selbst berichtigte G. Keller
ges. w. 2, 253; die kompanieschweine, die durch die abfälle der feldküchen in trefflicher mast gehalten wurden Ernst Jünger
in stahlgewittern (1934) 33.
zuweilen in den sinn von '
wichtig'
gewandt, dann anscheinend den älteren bedeutungen wieder näher: das auge, als der treflichsten glieder eines, bedeutet den verstand Butschky
Pathmos (1677) 417; die regul haben die edle Spartaner als ein treffliches hohes geheimnusz im regiment in stäter ubung gehalten Lehman
flor. polit. (1662) 1, 511.
wohl in sinnverbundenheit von '
schön'
und '
bedeutsam' (
s. o. A 5 b): als 1660 die treffliche seestadt Marsilien sich zu einem solchen zaume verstehen muste Chr. Weise
polit. redner (1677) 522; in diesen trefflichen städten regieret und triumfiret die hochteutsche sprache Adelung
magazin 2, 1, 20.
von weniger materiellem, im bereiche menschlicher leistung, vgl. 4 b: ist also der feldmarschalck noch selbigen abend ... durch die stadt ... mit solcher trefflichen ordnung und disciplin passiret, dasz man sich einiges schadens nicht zubeklagen gehabt v. Chemnitz
schwed. krieg 2 (1653) 197; er hat einen über die maaszen herrlichen, treflichen, prächtigen consens von mir bekommen
schausp. d. engl. comöd. 158
Creizenach; meine frau war mir ein trefliches hülfsmittel dazu U. Bräker
s. schr. 1, 260; es ist eine trefflich lobenswürdige sache um einen menschen, der seine sache mit bescheidenheit vorzubringen weisz Stranitzky
ollapatrida 50
Wiener ndr. anders: hast du dich umgesehen? welche treffliche aussicht! Göthe 17, 78
W.; ha! es musz ein trefflicher, ein groszer anblick seyn: ein jüngling gestreckt auf den boden, das schwerd in der brust Lessing 2, 370
L.-M.; ihre distichen sind auszerordentlich schön und sie werden gewisz einen trefflichen effect machen Göthe IV 11, 162
W.; Cellini, mit seiner kunst und mit seinem lebenswandel, ist für uns ein trefflicher standpunct, von dem man, in absicht auf neue kunst, vorwärts und rückwärts sehen kann
ebda 11, 37; hiezu bot sich die trefflichste gelegenheit Raumer
gesch. d. Hohenst. 1, 23; der augenblick den elenden zu sehen ist trefflich Fr.
M. Klinger 3, 207; die römische verfassung hatte für diesen zweck eine treffliche einrichtung in den edicten der praetoren Savigny
beruf unserer zeit (1814) 17. C@44)
in reicher entfaltung im bereich des menschen. C@4@aa) '
vorzüglich, tüchtig'
von personen gehört in der neuesten zeit zu den lebenskräftigsten bereichen des wortes; der moderne gebrauch scheint in direkter tradition aus dem alten personenattribut anderer richtung (
o. A 5)
zu erwachsen. schon im 16.
jh. hebt sich die bedeutung '
vorzüglich'
recht klar von dem älteren '
angesehen' (A 5)
ab, zunächst auf concrete leistungen und fähigkeiten zielend: der babst ist auf Ancona zogen, das vor etlichen monaten sein treffenlicher haubtmann ... uberfallen und aingenommen hat Scheurl
briefbuch 2, 139
Soden-Kn.; da schickten sie herr Metellum, gar ein treffenlichen hauptmann H. Sachs 8, 482
K.; nicht alleine viele fürstliche, gräfliche und adeliche personen ... sondern auch andere trefliche, so wohl zu friedens- als kriegeszeiten berühmte helde Rist
friedewünsch. Teutschland (1648) 8; ein trefflicher soldat ware Rolandus bey den Franzosen Abr. a
s. Clara
mercks Wien (1680) 124; dein mannlich und trefflich kriegsfolck ... synt dir von got zu eynem unüberwindtlichen waffen geben H. v. Cronberg
schr. 1
ndr. vom 16.
jh. bis in die gegenwart mannigfach von den verschiedenen berufen und fertigkeiten: der sich für ein trefflichen werckmeister aussgäb Ryff
anatomi (1541) a 4
a; dergleich ein treffenlich weidman ist er H. Sachs 21, 301
G.; die weimarische jägerei bestand aus trefflichen forstmännern Göthe II 6, 100
W.; da war ein schneider von Stuttgart, der war ein trefflicher bogenschütz 8, 21; der groszvezier ... wurde mit der zeit ein trefflicher staatsminister. also hat die natur in manchem grosze gaben verborgen Abr. a
s. Clara
etwas f. alle 2, 303; es hat uns gott der allmächtige vater zu dieser zeit viel trefflicher gelerter leute gegeben, die gar mechtiglich die heiligen schrifft handeln Luther 23, 485
W.; ich habe einen guten weg gemacht, und euer führer ist sehr trefflich Stifter
Witiko (
inselvolksausg.) 50; und allegieren träffenlich lerer, subtil lerer, subtilist lerer, änglisch lerer, und der glichen brachtlich titel halten sy für Eberlin v. Günzburg
s. schr. 1, 58
ndr.; was sie predigen, ist nüt anders dann der heilige Thomas, der subtil Scotus, der treffentlich Augustinus J. Nazarei
v. alt. u. n. gott 59
ndr.; und was der trefliche Plutarchus hat gewust Schottel
haubtsprache (1663) 237; ein trefflicher künstler Mathesius
Sarepta (1571) 9
a; dasz jener trefflich Oppian hat eine seul erlanget, hat seine schöne kunst gethan, die macht, dasz er so pranget Neumark
fortgepfl. musik-poet. lustw. (1657) 1, 145; die treflichsten dichter sind ja die, welche schwer zu lesen sind Schwabe
volleingesch. tintenfässl (1745) 90; weil ich meine eigene ehre dabei beteiligt glaubte, wenn ein so trefflicher lehrer und künstler als verrückt erschien G. Keller
ges. w. 2, 54; ein trefflicher, vortrefflicher meister, künstler Kramer 2 (1702) 1123
a;
ähnlich: es ist ein so trefflicher kopf (
Hegel) und es wird ihm so schwer, sich mitzuteilen Göthe IV 19, 283
W.; aber treffliche künstler, treffliche ärzte, bürgermeister allenfalls Lavater
physiogn. fragmente 1, 253; dasz er sich ... nicht vornehme leute aussuchte, sondern den trefflichen offizier Publius Rutilius Rufus Mommsen
röm. gesch. 2, 146; ich mache daher einen unterschied zwischen einem grossen genie und einem treflichen schauspieler H. P. Sturz
schr. (1779) 1, 101; in Italien galten um die mitte des verflossenen jahrhunderts Gori, Passeri, wie auch Bracci, für die trefflichsten alterthumsforscher Göthe 46, 70
W.; finde ich doch noch einen andern, nicht minder trefflichen kunstrichter Lessing 10, 172
L.-M.; heute ist Haug fort; er ist ein trefflicher gesellschafter Schubart
briefe 2, 40
Strausz; dasz er alles habe, was ihm ... angenehm sei, treffliche truppen, geld ..., eine unvergleichliche gemahlin Ranke 26, 461; inzwischen ist, wie ich höre, eine neue treffliche hülfsschaar vorgerückt fürst Pückler
briefw. u. tageb. 3, 230.
auf den menschen in seiner gesamthaltung, seinem ganzen inneren wert zielend, ebenfalls schon im 16.
jh.: da hat der trefflich man sich auffgemacht und gedacht: vorlieren wyr die priesterschafft, sso ist aller unsser gewallt auss Luther 8, 248
W.; den jungen (
minderjährigen fürsten) vorstunden sine undersaten beth tho sinen jaren, do wart he dreplick und dogetsam
bei Leibniz
script. rerum Brunsvic. 3, 174; ein treffentlicher, kecker mann, güetig und weis
städtechron. 3, 89.
in breiter entfaltung erst seit dem 18.
jh.: du bist ein trefflicher kerl darzu (
ironice)
tu sei un bravo huomo Kramer 2 (1702) 1123
b; und wie die anmuth ihrer jugend den trefflichsten gemahl gerührt Gottsched
gedichte (1751) 163; überall gibts treffliche menschen unter den mächtigen und groszen Göthe 11, 59
W.; alle diese schöne glänzende tugenden, die im vatersöhnchen keimten, werden ihn dereinst zu einem warmen freund eines freundes, zu einem treflichen bürger ... machen Schiller 2, 18
G.; ich meine die herausgabe der lebensbeschreibung des trefflichen Benvenuto Cellini Göthe 43, 3
W.; ein treffliches brüderpaar, redlich, schlicht, fleiszig, genial in ihrem beruf Varnhagen v. Ense
tageb. 1, 289; ich dürste danach, sie beide dem trefflichen alten vorzustellen Fontane I 4, 335; groszer! treflicher! dasz wir mit unserm blute dein leben erkaufen könnten Fr.
M. Klinger
neues theater (1790) 1, 94; wie soll ich dir, mein trefflicher freund, dafür genug dank sagen Göthe IV 32, 50
W.; hohe begeistrung erfüllte die brust da des trefflichen jünglings Körner 2, 185
Hempel; ähnlich: diesem trefflichen kreise von menschen Göthe 23, 39
W. in stehender verbindung trefflicher mann (
s. o.): es ist nicht auszusprechen, wie nützlich dieser treffliche mann mir ... gewesen Schnabel
insel Felsenburg 1, 280
Ullrich; unsere gutsbesitzer sind ohne zweifel treffliche, würdige, gottesfürchtige und treuköniglich gesinnte männer Spielhagen 1, 52; alle diese trefflichen männer ... bezichtigte Marwitz der revolutionären gesinnung Treitschke
deutsche gesch. im 19.
jh. 1, 332; man will wissen, dasz dieser treffliche mann seine kunstschätze sämmtlich ... dem gemeinsamen nutzen gewidmet habe Göthe 49, 10
W. dagegen als attribut der frauen nur selten: nun, so komm denn selbst und melde, was die treffliche zum Felde vor viel tausenden geschmückt, als sie vormals dich entzückt Gottsched
gedichte (1751) 1, 138; die liebe meiner trefflichen Johanna ist eine edle, zarte himmelsfrucht Schiller 13, 174
G.; war die eine frau, so trefflich sie auch war, denn alles? Göthe 10, 141
W.; das andenken an meine treffliche mutter O. Ludwig
ges. schr. 2, 554. C@4@bb)
auf das werk, die leistung und eigenschaft bezogen: und wie ein treflich bild nicht nach dem leben stehet, es sey denn durch die kunst mit schatten recht erhöhet Rachel
satyr. ged. 30
ndr.; er besasz treffliche gemählde von den besten meistern Göthe 21, 104
W.; ein weiblicher profilkopf in trefflicher kreidezeichnung Storm
w. (1899) 4, 171; Segesthes ... bezeuget seine treu gegen die Römer durch eine treffliche rede Lohenstein
Arminius (1689) 2, 340; sonntag hörte ich eine der trefflichsten predigten von dem hofkaplan Schaubach Moltke
ges. schr. u. denkw. 6, 467; derohalben nicht umbsonst der uhralt und weit erfahrne Hippocrates von solchem underscheid, so an lufft, wassern, und sonderlich an den erdböden, ein sehr schönes und treffentlich buch geschrieben Guarinonius
grewel d. verw. (1610) 415; es ist in allem sinne ein trefflich buch, man liest keine seite ohne entschiedenen nutzen Göthe 32, 289
W.; ich thue zu zeit gute bücherkäufe,
u. a. das treffliche wörterbuch von Frisch Jac. Grimm
an Wilhelm br. (1881) 372; dieser trefflichen arbeit folgten Hansteens allgemeine karten A. v. Humboldt
kosmos 4, 66; Nikandern glückte jüngst ein trefflich epigramm Lessing 1, 4
L.-M.; ich finde den trivialen ausdruck: der verstand steht mir still, trefflich um die lage meines geistes auszudrücken Göthe IV 10, 84
W.; weil sie ihm trefflichen beystand geleistet v. König
ged. (1745) 202
anm.; durch Mannerts trefliche bemühungen (
sind) viele hauptschwierigkeiten schon hinweggeräumt W. v. Humboldt
ges. schr. 4, 64; eben dieses bild ... gewährt durch eine trefliche benuzung aller sich ergebenden verhältnisse eine klare ... übersicht Schleiermacher
Platons werke 6, 39; man wuste die treffliche erfindung nicht gnug zu loben
discourse der mahlern 2, 20; hievon hatte seine höchst gebildete gattin, ... eine treffliche beschreibung aufgesetzt Göthe 36, 14
W.; Zoëga zu übersetzen und bekannt zu machen, ist eine treffliche idee W. v. Humboldt
briefe an Welcker 11; unser fürst hat einen trefflichen blick über das schickliche und bequeme, das anständige und lebensgemässe Göthe IV 13, 359
W. von menschlichen eigenschaften: sie ... entfaltete aber ... immer mehr und mehr ein treffliches herz Kotzebue
sämtl. dram. w. 2, 57; noch einer von meinen älteren vorfahren ... hat sich zu seiner zeit durch seine gelehrsamkeit und trefliche gaben ... berühmt gemacht Schubart
leben u. gesinn. 1, 4; wir hoffen, bei der trefflichen anlage unserer leute, ... in einer kürzeren frist eine tüchtige infanterie erzielen zu können Moltke
ges. schr. u. denkw. 7, 118; die nachwelt wird es noch in grufft und schrifften lesen, den trefflichen verstand und den geschärfften geist J. G. Neukirch
anfangsgr. z. teutsch. poesie (1724) 737; der mensch von groszen und trefflichen einsichten, ohne den richtigen gebrauch derselben ... sinket zum thoren hernieder Gellert
w. 7, 34; eine weit gröszere anzahl glücklicher, aus trefflicher sprach- und sachkenntniss geschöpfter erklärungen und kritiken Göthe 46, 98
W. häufig in allgemeinster form das treffliche: in welchem falle sich von seiner rühmlichen genauigkeit und seinem fleisse viel treffliches erwarten lässt Fichte
s. w. 2, 419; viel groszes wollen wir und treffliches zusammen noch vollführen Schiller 12, 241
anm. G.; schön war es ... wie sie alles treffliche an ihm ins auge zu stellen wusste Fr. H. Jacobi 5, 60; wie mag ich gern und lange leben? muszt immer nach dem trefflichsten streben Göthe 3, 273
W.; so rankt das edle sich, das treffliche, mit seinen thaten an das leben an Schiller 15, 1, 8
G.; anders: wahr, rühmlich und trefflich ... scheint mir alles, was unser staatskluger Schöppe ... vorgebracht hat Fr.
M. Klinger
w. 3, 67. C@55)
auch in der adverbiellen stellung hebt sich seit dem 16.
jh. die bedeutung '
vorzüglich'
klar von '
sehr' (B 3 b
ff.)
ab, gelegentlich in der bedeutung '
tüchtig'
noch auf die alte herkunft hinweisend: das er (
Paulus) so trefflich und mit solchem ernst davon predigt Luther 26, 576
W.; darinne (
in ritterkünsten) er so trefflich geübet ward, dasz ihn niemandt übertreffen kondt
buch der liebe (1587) 383
d; da reiniget der erdrauch zucker, sampt allem, was ausz diesem kraut gemacht wirdt, das geblüt treffentlich, darumb er auch hie zu brauchen ist Wirsung
artzneybuch (1588) 56; eyn lebendiger antvogel auff den leib so warm gelegt, soll trefflich das leibweh stillen Sebiz
feldbau (1579) 113; Protagoras ... die lehre des Democritus anhörte und darin so trefflich zunahm Abr. a
s. Clara
etwas für alle 2, 49; die kan trefflich mit der neuen mode umbgehen Chr. Weise
drey klügsten leute 67; neun göttinnen eilt mit zier, nemt neun instrumenten hier. sucht den hochbegabten mann, der so treflich spielen kan Harsdörfer
gesprächsp. (1641
ff.) 4, b i
b; das hoffen äffet offt, offt trifft es trefflich ein S. v. Birken
forts. d. Pegnitzschäf. (1645) 78;
in der neuzeit kommt das adverbielle trefflich
nur noch alleinstehend beim vb. vor, nie mehr neben anderen adjectiven (
vgl.B 3 c
ff.): das heiszt dem staate trefflich dienen, dadurch wird ja kein groschen eingebracht Gellert
w. 1, 159; man kann sich vorstellen was dieser mann als lehrer ... trefflich musz gewirkt haben Göthe IV 27, 149
W.; wer kann im dorfe trefflicher zum dudelsacke singen? Schubart
sämtl. ged. (1825) 3, 78; mit worten lässt sich trefflich streiten, mit worten ein system bereiten, an worte lässt sich trefflich glauben, von einem wort lässt sich kein jota rauben Göthe 14, 93
W.; glücklicherweise hatte mir ein ... beamter des dortigen archivs auf das trefflichste vorgearbeitet Ranke 3, 5; ein rezensent wie derjenige, der sich ... über die Güglerische schrift so trefflich und einsichtsvoll geäussert Göthe IV 25, 277
W.; dasz seine schwester bey ihrer base zu Prag treflich erzogen wurde v. Petrasch
s. lustsp. (1765) 1, 23; indem ich dich ... zur schlüsseldame und oberbettmeisterin des schlosses ernenne, zweifle ich nicht, dass du diesen ämtern trefflich vorstehen wirst Cl. Brentano
ges. schr. 5, 31; die jungfern nennet man im schmeicheln lauter engel, ... weil sie die natur so treflich ausgerüst Heinrici
ernst-, scherzh. u. sat. ged. 1, 265; und suchte mir in jedem neuen jahre einen recht breitschultrigen vordermann aus, hinter dem ich mich trefflich zu verbergen wuszte Ernst Jünger
abenteuerl. herz (1929) 39; dir die beifolgende schrift zu übersenden, welche trefflich die beiden hauptrichtungen Preussens in seiner deutschen politik darstellt Moltke
ges. schr. u. denkw. 4, 145. er schicket sich trefflich (vortrefflich) darzu Kramer 2 (1702) 1123
b; und ich meine, dazu würde sich mein Martin gar trefflich schicken Fouqué
reiseerinn. (1823) 1, 105; zum unsinn? wahrlich; ihr versteht euch trefflich drauf Lessing 3, 105
L.-M. häufig neben partizipien, doch nie als blosze steigerung wie in älterer zeit neben den adjectiven (B 3 c
ff.),
sondern in der ganzen stärke von '
vorzüglich': so ist eine medusenmaske, wo in einer hohen, schönen gesichtsform das ängstliche starren des todtes unsäglich trefflich ausgedruckt ist Göthe IV 8, 100
W.; das ganze werk ist trefflich ausgedacht und gut geschrieben Mayr
päckchen satiren (1769) 86; (
des) von Leibniz in gang gebrachten und durch Bonnet trefflich aufgestutzten gesetzes der continuirlichen stufenleiter der geschöpfe Kant
akad. 3, 441; der mich über eine halbe stunde von seinem schlitten unterhielt, wie gut und stark, wie treflich er mit eisen beschlagen sey U. Bräker
s. schr. 2, 83; gesichter, ... die sich ihm dennoch scharf und trefflich beleuchtet einprägten G. Keller
ges. w. 4, 196; wie trefflich war Nürnberg gerüstet Ranke 1, 139; ein trefflich erhaltener abgusz ... wird mir nun durch die gunst ihro majestät des königs Göthe IV 40, 256
W. auch sonst mit sachlichen beziehungswörtern: gieszen sie öl in meine lampe, sonst geht sie aus. sie brennt treflich! v. Hippel
lebensläufe 1 (1778) 472; das schmackte mir trefflich Grimmelshausen 2, 346
Keller; trefflich kamen meinem bedürfnisz alle die wundervollen ... romane unsers Spiesz entgegen Tieck
schr. 4, 27; das ruhig aufmerksame kind verstand sich mit dem haushofmeister durch blick und wink, dasz alles auf das trefflichste gerieth Göthe 20, 113
W. in allgemeineren wendungen: welches mir trefflich zu bass kam Grimmelshausen 2, 349
Keller; nichts kam ihm in diesen umständen trefflicher zu statten, als dass sich auch der pabst Pius II. erboth
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen 4, 250; der nordostwind ... kam uns trefflich zu statten, und half die flammen bis hinauf in die obersten gibel jagen Schiller 2, 92
G.; dann waren die anderweiten feindseligkeiten ... den protestanten trefflich zu statten gekommen Ranke 4, 7; das alles traf sich trefflich für unsere Tschechiner Fontane I 6, 335; seine gesichtszüge passen trefflich zu dieser stimmung Göthe 49, 95
W.; ein landgut ist zu schlecht zu nehren solchen mann, der nächste meyerhoff, der steht ihm trefflich an Rachel
satyr. ged. 45
ndr.; holla! dacht ich, meinem hut soll das treflich stehen I.
M. Miller
gedichte (1783) 229.