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trefflich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trefflich adj. und adv.

Bd. 21, Sp. 1677
trefflich, adj. und adv. , 'vorzüglich; grosz, bedeutend, sehr'. seit spätmhd. zeit, anfangs besonders ein wort der chroniken und rechtsquellen. neben trefflich in den ersten jahrhunderten treffenlich, treffelich, treffentlich; diese erlöschen mit der wende des 16. jh.; im 16. jh. begegnet besonders häufig ein nebeneinander verschiedener formen beim gleichen autor.wie triftig, trefftig, treftiglich, triffig, trifflich, triftlich gehört auch trefflich zu treffen und bezeichnet die eigenschaft des 'treffen können' und 'getroffen haben'; vgl. schon Stieler: trefflich proprie scopum attingens 2298. trefflich ist vom infinitiv treffen, nicht part. treffend gebildet, denn die form treffenlich ist älter und vor allem weit reicher bezeugt als treffentlich, vgl. zum bildungstyp Wilmanns gramm. 12, § 364 u. 365; dagegen ahd. vuritreffant eminens, praecellens Graff 5, 527. — den mundarten fehlt das wort, ebenso wie triftig (teil 11, 1, 2, 505), oder es gehört zum schriftsprachlichen einflusz, s. Unger-Khull steir. 168; Fischer schwäb. 2, 351; (schwäb. tref 'trefflich' aus französ. très fin, s. ebda 348). nur das nd. hat anwendungen des wortes, die so weit vom schriftsprachlichen brauch abweichen, dasz sie für bodenständig gehalten werden müssen; der alten bed. B nahe: et is en dreplich junge es ist ein groszer und kräftiger junge Schambach Göttingen 48; wie die moderne bed. C, aber in einer sonst nie bezeugten anwendung: 'ordentlich, sauber', vom äuszern des menschen und seiner kleidung Mensing schlesw.-holst. 1, 856; en drepelik minsch, se hollt sik dreplik un rein Schütze holstein. id. 1, 247; do keem en mäden in linnwullnrock verbi ... un weer noch nich int sündagstüg. awer allns weer so sauber und drepli ... dat weer en lust to sehn Klaus Groth ges. w. (1893) 3, 80. diesem stand entspricht, dasz das wort im mnd. besonders früh (im 14. jh.) und reich bezeugt ist.über das deutsche hinaus nur durch entlehnung: älter schwed. treffelig, heute förträfflig, dräplig, norw. drabelig, s. Hellquist svensk. et. ordb. 175; Falk-Torp 150. so wohl ostmnl. drepelike. AA. trefflich ist von treffen 'sich worauf beziehen, erstrecken, etwas anlangen, wohin gehören, zuständig sein' (sp. 1606) abgeleitet. dem entsprechen bedeutung und anwendung bis ins 16. jh., ähnlich triftig (teil 11, 1, 2, 505). das adj. bewahrt lange eine art verbaler richtung auf ein object, das aber meist nur sinngemäsz vorausgesetzt wird. A@11) vereinzelt in besonders nahem anschlusz an das vb., 'betreffend, bezüglich', vgl.treffen II C 1: auch kan er phisica durchschwanken, wie man zu hilf kumt den kranken, in medicin treffelicher frag, dodurch der siech genesen mag fastnachtspiele 139 Keller. A@22) in juristischer anwendung 'anlangend, belangvoll'. in festem gebrauch treffliche sache capitale sache, die hohes, wie leben und ehre, betrifft, zu treffen 'etwas anlangen' (sp. 1607): das die beschreibung des newen lantpuchs viel irsal in im begriffen hat in treffenlichen sachen, die herrschaft und arm lewt antreffende an iren gütteren desselben amptes monumenta Boica 48, 20; daer moegen oek nich tuigen dejene, de einander haetig sint, haet eder nyt dragen dorch trefflicke hoevetsaeken dem lyve andrepende ostfries. landrecht 68 Wicht; darümme were id beter und nüttliker, dat men de saeke ... dem richter in schriften geve besünder in drefflicken saeken ebda 24; vgl.: in saeken, dem lyve und bloide, oek eines mannes ehre andrepende ebda 61; deszgleich hat angeregter eyd in andern trefflichen bürgerlichen sachen, daran mercklich und vil gelegen, auch nicht stat statutenbuch (Franckfort 1558) 25b; wo man ... mit unvogtpern kindern handln soll ... und die sach etwas ansechlich, namhaft und trefflich ist, so soll man die durch freund und ordenliche herschaft mit ... beistand und verantwurtern notturftiklich versehen österreich. weisth. 1, 211; fryheit für das geistlich gericht zu Basel, usgenommen was sachen wärent, die für einen bischof zu Basel oder sinen official gehortent, oder sust treffenlich sachen, die sich geburtent vor ewer gnaden landvogt ... uszzutragent Aargauer urk. 3, 113; das die ordenlichen richter ... ein solche grosse straff offt umb ein hellerlin bruchen, so es doch an dem tag ligt, das die heiligen 12 botten den ban nur in trefflichen sachen haben gebrucht Murner an d. adel 45 ndr.; was grosser, schwerer, treffenlicher sachen worent, die selben muostent durch sye (die richter) gon und brocht werden für sye Keisersberg postill (1522) 2, 34; ebenso: wenn ehesachen zu hadder komen ... was aber heimlich das gewissen allein betrifft, das wird man fragen und richten lassen bey dem superattendenten, so es treflich ist, oder bey den andern predigern, so kein gefahr darauff stehet der ergernisz Joh. Bugenhagen Braunschweiger kirchenordng. (1531) g 4. — in weiterem, nicht juristischem anwendungsbereich wird die bedeutung schon in der üblichen richtung (u. B) verändert; im sinne von 'wichtige, erhebliche angelegenheit', doch bleibt der ausgangspunkt 'sache, die etwas anlangt' mehr oder weniger verborgen erhalten: (jemand) immerdar mit vilen mannhafften, trefflichen und irrigen sachen belestigt und müd gemacht worden Kirchhof wendunmuth 1, 6 Österley; herr ich hab üch ein ernsthaffte und treffenliche sach anzuzeigen, die ich üch uss schuldiger trüw nit verhalten kan Tschudi chron. Helvet. 1, 40; Laufenburg berichtet, dasz es bis jetzt von einem gefangenen knecht so treffenlich sachen, als usswendig dauon gerett wirt, nit an ime finden Aargauer urk. 3, 131; sich, ich wil dir bevelhen ain gar haimlich und treffenliche sach zu werben U. Füetrer bayerische chron. 86; am drey- und zweintzigsten Syrach beschreibt vil treffenlicher sach H. Sachs 19, 94 K.-G.; aller erst gedacht der künig, das die sach treffenlich und gros wär, und gieng disen dingen erst mit vleis nach U. Füetrer bayer. chron. 94; schon auf die moderne bedeutung weisend, s. u. C 2: treffenliche gute sachen durch solche und dergleichen gute anschleg aussgericht worden seind Reutter v. Speir kriegsordnung 100. 'dringlich': sonder auch der mainung, das wir unser und aller unser land und leuth treffennlich, notdürfftig sachen mit inen bedenckhen und ratschlagen v. Herberstein selbstbiographie 227 Karajan; solchs alles unangesehen und in trefflichsten engsten und sachen und unterwindung so gefehrlichen wichtigen dinge, hat er doch nicht ehe zu schiff gehen wöllen Kirchhof wendunmuth 2, 11 Österley; 'dringende ursache', s. u. 3: aber seindimal das wir gegenwürtiklich von treflicher sachh wegen von demselben handel ewer höch nicht schreiben mügen, wenn es kumbt, das wir solichen handel werben wellen, so wellen wir an ewern pesten rate, willen und mittelrede nichtz volbringen A. v. Regensburg s. w. 654. — im juristischen bereich auch, immer im sinne der capitalen sache: ob treffenlich händel in stätten und gerichten für fallen wurden qu. v. 1526 bei Schöpf tirol. 753; de summa re dissentientes an einem grossen träffenlichen handel stössig und uneins Frisius dict. (1556) 1268b; in weiterem bereich: zu bitten, das gott unserem haubt, keyser Carlen, ... erkantnusz ingebe, damit er dich deiner geschicklichkeit nach in hohen trefflichen seinen händlen, das römisch reich oder auch gantze christenheit betreffend, so mit rat und der that brauche Hutten opera 1, 449 Böcking; hierher auch, wohl im sinne von 'urteil in capitaler angelegenheit': all trefflich urtail sollen mit gesaumbten rat in abwessen der partheien beratschlagt, versamlter und beslossen und aufgeschriben werden österreich. weisth. 1, 231 auch 232; es sol gegeben werden umb aine gemeine supplication oder quittung sechs kreutzer, umb ein treffliche supplication und quittung ein gebuirliche besserung nach gelegenhait und groesse der handlung tirol. landesordnung bei Scherz gloss. germ. 2, 1658. A@33) an den juristischen bereich (o. 2) schlieszt sich ein weiter kreis anderer anwendungen an. die bedeutung 'anlangend' ist hier nur stärker verdeckt als dort, 'dringlich, weil groszes anlangend': des biden wir uwere furstliche wirdikeit wissen, das wir zu diser zyt treffelicher fehede halb, so uns korczlich entstanden sin, unsere frunde nit truwen sicher aber dohin zu schicken Frankfurts reichscorrespondenz 1, 377 Janssen; ez geborte sich daz der hochgeborne furste eine verre reise tat zu einem andern furstin ... in treflichen gescheftin sinre lande leben des heil. Ludw. 21 Rückert; aber der kaiser kame derselben zeit nit gein Wirtzburg, sunder wendet etliche treffenliche geschefte fur, durch die er verhindert wurde L. Fries Würzb. chron. 92a; der muiller sol am sontag vormittag weder malen noch bachen, es seye dann treffenlich not bei Scherz gloss. germ. 2, 1658; ez were dan sache, daz dem rade und der gemeine stat solich dreffelich ehaftige noit andreffen warde städtechron. 17, 69. etwas treffenliches tun bedeutsames, belangvolles tun: durch anrichtung der römischen geistlikait ... die christen noch heutigen tag unains sind, wider einander toben und wüeten, auch so lange zeit her gor nichts treffenliches noch auszträgliches gehandelt haben Turmair bayer. chron. 1, 16; aber er richt nichts treffenlichs, das der mühe werth und davon su sagen war, aus ebda 456; dann es wirdt nichts treffenlichs oder fürgehendts geboren oder angefangen, das sie (die gestirne) nicht ... praesagiren Paracelsus opera (1616) 2, 95 Huser; unt kant ir der haubtman bei einander nicht behalten; und wenn man etwaz fürhant wolt nemen, daz treffenlich was, so het man der leut nit bei einander städtechron. 2, 329; ähnlich: (kamen) dy zwen kuntschafter, aber sie sagten ped nichtz treffelichs ebda 86. treffliche ursache dringliche, gültige ursache, eigentlich 'hinreichende, die zur wahrheit hinlangt', doch schon zu dem allgemeineren 'gewichtig' verblassend, vgl. auch triftige ursache (teil 11, 1, 2, 506): nachdem die kay. mt., unser allergnedigster herr, dieses tags aus hochbewegenden, treffenlichen ursachen mit ... diser stat Augspurg notdurftige enderung ... fürgenommen städtechron. 32, 88; uss mercklichen trefflichen und bewegenden ursachen befinden Carolina 73 Kohler; nachdem wir dann ausz trefflichen ursachen ... auch entschlossen, eine ... anzal teutsch kriegszvolck in unsern dienst und besoldung anzunemen Fronsperger kriegsbuch 1, e 1b; sol innerhalb inn leib nit on trefliche ursach gebraucht werden Ryff confectb. u. haussapotek (1548) d 5a; es ist für gut und auch für nötig angesehen, dieweil man hie vil prediger bedarff, daz man nicht mehr denn not ist anneme, umb zweierley treffenlicher ursachen willen Joh. Bugenhagen Braunschweiger kirchenordn. (1531) m 4. mit geringerer verbaler richtung, B näher, doch vgl. o. etwas treffenliches tun: dass mir grosse treffentliche anschläg durch liederliche fahrlässige leuth verhindert ... worden Götz v. Berlichingen lebensbeschr. 76 Bieling; wy willen dorch falscheit und ripen ræth don ein gar grote und dreplicke dæth bei Schiller-Lübben 1, 572; da er den Fridericum von Wangenheimb, den strengen ritter, uber sein volck zum obersten gemacht, und in etlichen schlachten treffentliche thaten verrichtet Binhardus Thüring. chron. (1613) c 4a; und geschichte, so ain mechtig treffenlich vast nützlich ding ist, wie wol gar schwer und ferlich dem beschreiber Turmair bayer. chron. 1, 8; solche ding strecken sich gar weyt, dann sie (die instrumente) sind in treflichen dingen zuobrauchen Dürer underweysung (1525) d 2b. A@44) entsprechend, geziemend, diesbezüglich, zu treffen 'hingehören' (sp. 1607). A@4@aa) besonders im diplomatischen bereich; treffliche botschaft die sich auf die sache bezieht, daher gehört, entsprechend ist: ligt der manlichen tütschen nation etwaʒ an gegen dem bapst, so den glauben so auch andere beschwerden betreffen, sol man billich in namen obgenanter unserer nation ein trefliche botschafft zuo dem bapst und den oberkeiten unsers glaubens verordenen Murner an d. adel 30 ndr.; yedoch wolten sy als liebhaber fridens und einigkheyt sich nunmer der sachen annemen, ir treffenlich botschafft zu beden theilen schicken Basler chron. 6, 505; wie dan der römisch keiser zuo temmung des franzesischen küngs und erhaltung Meyland in vergangnem jar an d eidgnossen um verstand hat geworben, ist er diss jar uss daruf beharret, und deshalb sin treffenliche botschaft für und für bi inen gehalten, zuo fürdren, dass ein gmeiner pund mit ... gehandlet wurde Valer. Anshelm Berner chron. 4, 5; do santen der römisch künig Wentzlaw und der kaiser ir treffenlich botschaft her, das die stat dem newen könig solt schwören städtechron. 22, 18; wa du aber sprechest, die oberen der bapst würt unsere treffenliche botschafft verachten, da kan ich nit vor dem berren fischen Murner a. d. adel 31 ndr.; ere dreppliken bodeschapp by uns gehadt hebbet urk. v. 1434 bei Schiller-Lübben 1, 572. oft mit völligem verlust des verhältnisses zum verbum, etwa 'der wichtigkeit der sache angemessen, bevollmächtigt' durch den hinweis auf den wert solcher botschaft vielleicht C nahe: gliech eben auch das jars schickt der grosmechtigest kaiser der Persier ... ein treffenlich potschaft überall in sein reich und kaisertum, lies frid pieten, nemlich den Kriechen pot er kurz, si solten irs kriegs und ir uneinikait bei hoher straf und ungnad müessig sten Turmair bayer. chron. 1, 324; und als das geschach, da erschracken die reichstett gar übel und schickten ain treffenliche erber potschaft zu dem von Wirtemperg städtechron. 5, 2; durch aller kurfursten treffliche botschaft, die sie von Frankfurt (dem wahlort) zum kunig Albrecht gen Wienn mit ir aller sigl und machtbrieff ausgesant haben Olmützer stadtb. bei Jellinek mhd. wb. 722; und pracht die obgenanten drei bebst gen Constentz ... und von künigen, fürsten und herrn ir treffenlich und herlich potschaft mit vollem gwalt, damit er das concilium zuwegen precht städtechron. 5, 62. — mannigfach im sinne von 'diesbezüglich, ordentlich', von 'erheblich, wichtig' (vgl. u. sp. 1682 ff.) im einzelfall schwer zu scheiden: so wollen wir auch unsre treffliche antwort in schrift wissen lassen bayr. landtagshandlungen 4, 62 v. Krenner; und wann nu gar vil mercklicher und treffenlicher bete von durchleuchtigen und hochgepornen fürsten an den rate langoten, solche panier ab zu tun städtechron. 2, 347; da kumpt uns teglichs treffenliche warnung, da sy uns beziehen wellend, hierumb so bitten wir üch mit ernst, dester gerüster zu sind Aargauer urk. 3, 129; dann dieweil die sachen so übel in der regierung gestanden, und (man) vil treffenlich beschwerden hat tragen und getulden miessen städtechron. 34, 77; ich ston ouch mit Wilhelmen von Fridingen umb söllich min genomen brieff und umb ander sach in treffenlichen spennen (streit) und geschriften Aargauer chron. 3, 114; es ist zuo erbarmen, dasz die kurfürsten so ainen treffenlichen aid miessend schwören, wan sie ainen römischen kunig wolen, dasz sie kain gelt oder schanckung wollen nemen oder kain verhais; es wirt aber alles vergessen städtechron. 25, 109; und namlich so was ein treffenlicher tag hie zuo Bern, von allen gemelten teilen und den beiden stäten geleistet, an welches tags ... sind ... zwo sunnen hie gesehen worden Val. Anshelm Berner chron. 5, 216. — in weiteren bereichen 'diesbezüglich' oder 'richtig' (u. C), im einzelnen schwer zu scheiden, jedenfalls auf 'zur sache treffend' beruhend; wie oben: ordnen und wollen darumb, das all und iede churfürsten ... auf sant Andreen tag schierst kombt ir treffenlich rat ... fürzepringen reichsabschied (Augsburg 1500) d 2a; dieweil nun ... churfürsten, fürsten und ständ ... der kron zu Hungern mit hülff zu erscheinen ausz viel treffenlichen ursachen von nöthen, mit treffenlichem rath ermessen, so haben (sie) ... hülff zugesagt (1585) m. reichs gehalt. reichstäge 1, c 3b; vgl. im gleichen sinn triffiger rat (teil 11, 1, 2, sp. 493); dagegen vielleicht mehr im sinne von 'richtig': daruff ir uns mer pomerancen schicken mitsampt einem treffenlichen rat unser kranckheit halb Steinhausen privatbr. d. mittelalt. 1, 79; darumb so ist es (im gesetzbuch) besser, ein wenig kurtzes dinges gesetzet, das treffentlich ist, denn das ir viel gesetzet hett, das unmüglich were Chr. Zobel sächsisch lehenrecht (1589) 188a; wie oder wo, welicher gestalt aber Karolus warlich geporen sei, vind ich nit mit treffenlicher oder bewärter erklärung U. Füetrer bayer. chron. 83. A@4@bb) ebenso adverbiell, im sinne von 'ordnungsgemäsz, gebührend, gehörig, unter einhaltung der gewohnten formen', daher auch 'zweckentsprechend, wirkungsvoll': die borgermester, die berichtede des deme rad so drepeliken, dat bei Schiller-Lübben 1, 572; und wie wol inen ... unverzogliche hilf zu erwarten von den iren, insunders Bern, was treffenlich zuogeschriben Val. Anshelm Berner chron. 4, 103; und sy treffenlich zuo ersuochen bey irem hofgesind, ... darob und daran ze sein städtechron. 22, 411; unde hirumme, leven vrunde, weset hir gudwillich to desse dachvard (versammlung) drepeliken to besendende urk. v. 1431 bei Schiller-Lübben 1, 572; das noch ein tag in kürze gen Landshut gemacht werde, und dasz ihr die landschafft von der ritterschafft und von den städten trefflichen vom rathe und gemein, als von Ingolstadt auf zwanzig, ... und von anderen städten ... deszgleichen auch also nach nothdurft dazu schickten bayr. landtagshandl. 3, 128 v. Krenner; und koment also dohin von beiden bartdien treffenlich, und nam min her von Basel die sachen mit dem zusatz fur und hort der herschaft klag Basler chron. 4, 205; sy woltent ire treffenliche bottschafft von allen orteren ordenen zuo denen von Solotern und da mytt inen ernstlichen und treffenlichen lossen reden, dasz sy gedechtent myt graff O. zu reden ebda 5, 464; also haben wir uns mit unseren räthen treffentlich unterredet bayr. landtagshandl. 3, 274 v. Krenner; fürer so sîe ir majestät bericht, wie die unsern im veld mit dem franzesischen küng treffenlich um ein friden handlid Val. Anshelm Berner chron. 4, 53; gnedigen heren, wir sind träffenlich versampnet und in grosser sorg und arbeit und an zwyfel, die sachen sind hoch und wil ze wegen aller erbergkeit qu. z. Schweizer gesch. n. f. abt. 2, 2, 376; uns gedäucht gut seyn, dasz ew. gnad eure räthe desto trefflicher bey euch hätte, ... dasz dann ew. gnad desto trefflicher und förderlicher würde zu thun, was euere nothdurft wäre bayr. landtagshandl. 3, 23 v. Krenner; hierher auch, etwa 'regelrecht': die pfarr zum Hofe, zu Laszan und an der mere, die treffenlich absentz tragen, darauf die rechten pfarrer in eigner person nicht residiren, die werden verwust qu. z. alten gesch. d. fürstenth. Bayreuth 1, 130. — in weiteren bereichen auch zu 'zutreffend' gewandt, im einzelnen fall von C schwer zu scheiden; noch terminologisch, 'auf die sache bezüglich': solich orteil hat der scheffe bi ime behalten bis zum nehesten gericht. begeren mine herren soliche zu wissen und trefflich daruf zu reden, mogen mine herren die iren dabei schicken und merklich vernemm weist. 6, 69; doch zweideutig: iedoch ward im solichs auch in offenlicher verhörung von rats wegen durch herrn Paulsen Volkamer so treffenlich verantwort, dasz die marggrafen nit vil glimpfs darvon erkriegten städtechron. 11, 731; modernem treffend entsprechend: da er (Sokrates) ... das gyfftig ... getrangke ... hätte, redet er von untödtlichkayt der seele gar träffenlich Schwarzenberg Cicero (1535) 54; (Hortensia) redet so wol, so lieplich und so treffenlich, daz menglich darab verwondernd vermainet, ir vatter Hortensius wär wider von dem grab erstanden Stainhöwel berühmte frauen 255 lit. ver.; und nach den gultzedeln der von Erelbach kein ordentlich form nicht darausz treffenlich vermerkt mag werden, was yedes gutes gult ist monum. Boica 48, 277. A@55) die eigentliche bedeutung 'hohes anlangend (2), hergehörig (4)' nur noch im ausgangspunkt vorhanden, während im übrigen die entwicklungen von B und C schon statt haben. A@5@aa) als attribut von personen ist trefflich seit dem frühnhd. auszerordentlich stark verbreitet. in der anwendung auf beamtete ratsmänner ist die bedeutung 'ratsmänner, die für die betreffende sache von rechtswegen zuständig sind' noch erhalten, vgl. auch o. 4 trefflicher ratschlag, treffliche ratsversammlung, trefflich beraten u. ä.: so als die ersamen wisen burgermeister und radt der stadt Mencze uns geschriben und gebeten haben, ihnen unsere dreffliche radtsfrunde zu iren anligenden drefflichen sachen (s. o. 2) gein Mencze zu schicken städtechron. 17, 78; es het auch hertzog Albrecht sein trefflich räde unt etlich von seiner lantschaft gen Lantzhuet geschickt, die da zu mal trefflich zu Lantzhuet warn qu. u. erört. z. bair. gesch. n. f. 2, 2, 239; dasz die städte zween treffliche ihres raths mit vollem gewalt schicken bayr. landtagshandl. 6, 48 v. Krenner; daraus dann zwischen unserm vorfahren mehrmals widerwill und unfreundlich handlung entstandten, davon dan durch zesamschickung irer und unserer treffentliche rethe auf villgehaltnen tagen von manigerley mitl ... underredt und gütlich handlung gepflogen (1529) bei Lori samml. d. bair. bergr. 191; doch schon mit betonung des sinnes 'guter, rechter ratgeber': das sich yemand nidern stands undernimpt, gegenwertige ermanung an ewere chur und fürstliche gnaden zuo thuon, die aus hohem verstand alle sachen basz ergründen, auch mit so vilen trefflichen iren rädten und dienern versehen seind (1565) Sleidanus reden 6 lit. ver. meistens allgemeiner, indem stärker als 'zuständig' die bedeutung 'mit amtlicher function begabt, dazu geeignet; von öffentlichem ansehen, hoher stellung' betont wird, vgl. auch triftig A 2 (teil 11, 1, 2, sp. 505): wo die führer nicht vorhanden, die andern trefflichsten in dörfern bayr. landtagshandl. 17, 145 v. Krenner; das ettlich treffenlich person von der k. mt. zu allen fursten und stetten des reychs gevertigt sein städtechron. 10, 430; uppen sondach ... to Sweryn intokamen und volgenden dages vor uns gemeltem unsem broder unde etliken unsen beidersydts oldesten unde drepentlicksten landtrederen ... des rechten to gewarten (1525) bei Wiechmann Mecklenburgs altniedersächs. literatur 1, 91; hat ein convent gehabt, darinnen gemeinglich treffliche leute gewesen sind C. Hennenberger erclerung d. preusz. landtaffel (1595) 25; cluog redner, usspundig in mercklichen swären sachen und hendeln, gegen treffenlichen personen fürtrag und werbung zetuon, bruchend sich ... der sachen Riederer spiegel der waren rhetoric (1493) a 5b; also dasz menigclich bekennen müsz, dasz so lang dise stat Augspurg gestanden, sie treffenlicher herren und personen in allerlei faculteten nie gehabt städtechron. 32, 118; und man mag inn furgesatztem mordt, so der an hohenn treffenlichen personen ... geschieht, (die strafe) durch etlich leipstraff meren Carolina 137 Kohler; und als sie darwider redten, fieng eyn treffenlicher under den Römern an ... und erbot sich eyn eydt zuo schweren, lebendig inn Rom nimmermehr zuo kommen, sie hetten dann den feinden angesigt Carbach Livius 41a; und Barsillai war fast alt wol achzig jar, der hatte den könig versorget weil er zu Mahanaim war, denn er war ein seer trefflicher man fuit quippe vir dives nimis 2. Samuel 19, 32; es waren auch unter ihnen gar trefflich personen, ... die sich all mit tieffen naigen ... gegen mir erzeugten Dürer tageb. 52 Leitschuh; es waren gar vil reicher und treffenlicher leut von Zürich da erschlagen, die gar fast schuldig daran waren städtechron. 5, 172. damit ist die bedeutung 'von hoher abkunft, adelig' sachlich meist verbunden, doch ist sie nicht die ursprüngliche und kann auch fehlen: und sind in solcher botschaft zu dem babst von des reichs wegen abgefertigt und geschicht worden ... vil vom adel und ander treffenliche leuthe L. Fries Würzburg. chron. 87; wasen aber dasz die treffenlichesten vom adel, mir bekandt Knebel chron. v. Kaisheim 451 lit. ver.; (er hat) vilen treffenlichen man- und frauenpersonen von erbern geschlechten sondern hochmüt bewisen städtechron. 32, 137; dieselbige vermählet er ... einem jüngling, auss trefflichem und fürnemen geschlecht geboren buch der liebe (1587) 108b; alda warden die pauren, zugleich wie an andern orten mehr im landt zu Franken, getrennt und geschlagen und dardurch ain treffenlicher adel und sonst vil ehrlicher, gueter leut erhalten Zimmerische chron. 2, 630 Barack; noch: er ist treffliches adels, sie ist groszer schönheit Gottsched deutsche sprachkunst (1748) 373; ebenso: teen darto de oversten und draplikesten van den kopluden qu. v. 1388 bei Schiller-Lübben 1, 572; eyn trefflich burger adir man hatte eyn zeichen des heiligen vor sich, und einer schosz uff on unde traff das zeichen, und der schosz prallete widder Stolle thüring. chron. 79 lit. ver. in den wörterbüchern ständig als 'adelig', hier über das 16. jh. hinaus: notabilis ein treffenlicher voc. predicantium (1486) r 5a; adelich, ehrlich, trefflich, uberausz namhafftig, nobilis Henisch teutsche sprach (1616) 21; trefflich, fuhrnehm eccellente, famoso, honorato Hulsius (1618) 249b. noch allgemeiner, 'bedeutend, gewichtig'; schon zu der jüngeren entwicklung der anwendung (u. C) hinüberweisend: derhalben sich (auf dem kriegszug) zuo ir funden haben nicht allain knechte die fülle, sonder vil anstoszende und umbligende volcker sampt iren treffenlichen groszen herren Stainhöwel berühmte frauen 314 lit. ver.; derselbig gab sy den edelen und treffenlichen grafen von Kyburg Knebel chron. v. Kaisheim 46 lit. ver.; do was desulve borgermeister Er Nicolaus Smiterlow, ein dreplich, herlich mann na der welt van person und statur, van wolredende, wisz, klock; vor heren und forsten, dar hedde he ein ansehent Joh. Berckmann Stralsunder chron. 1, 61 Mohnicke; er war der manligkeit und gemutes, daz man inen den alten treffentlichsten kriegsfursten zu vergleichen Tratziger chron. d. stadt Hamburg 294 Lappenberg; ähnlich wie treffliche stadt (u. b): ey, wie weysz und verstendig leüt sind das, und ein träffenlich volck. dann wo ist so ein träffenlich volck (5. Moses 4, 16 gens magna. nec est alia natio tam grandis) Züricher bibel (1531) 87a; welches, die leng zü vermeiden, allein bei den zwaien treffenlichisten nationen, Griechen und Römern, offenbarlich erscheint städtechron. 32, 144. etwas bestimmter: so dann ein junger seine studia in secunda classe absolviert, und also etwas wol erstercket, solle er in primam classem, welcher etwas treffentlichere authores und sectiones assigniert, verordnet werden kirchenordn. f. Braunschweig (1569) 314; wer das erfaren wöll, der ... lese den verteütschten Josephum ... und vil treffelicher authores Boltz Terenz (1539) a 36; demnach haben wir ... etlichen gelerten trefflichen erfaren personen bevolhen, eyn begrieff, wie und welcher gestalt in peinlichen sachen ... gehandelt werden mag, zuo machen Carolina vorrede Kohler; hierher vielleicht noch, wenn nicht schon 'vorzüglich' (u. C): damit sie irs glaubens gewisheit, und irer liebe brunst beweisen, die trefflichen grossen heiligen Luther (Jena 1561) 6, 19a. A@5@bb) 'bedeutend', von örtlichkeiten. der eigentliche ausgangspunkt 'von wichtiger function, hohes anlangend' ist hier noch weiter verborgen als o. a: derselbe laszt euch bevolhen sein und schreibt in all stifft, clöster, auch treffenlich bröbstey und pfarr, doinnen irer sele mit vigilien und selmessen gutes nachzuthun (1481) Steinhausen privatbr. d. ma. 1, 238; in dem nacheilen soll nachfolgende ordnung gehalten werden. bey jedem trefflichen dorf sollen obleute und hauptleute gesetzt ... werden bair. landtagshandl. 17, 147 v. Krenner; an etlichen orten da die leut nit bey gelt sind, ... machen sie grosse schütten ... aber in eyner treflichen stat oder achtparem schlos, ... da sol man solche befestigung auch mauren Dürer etl. underr. zu bef. d. stett. (1527) a 2; ob ettwieviel der fränckischen und annder erber treffenlich richstett zu disen dingen auch zu beruffen weren städtechron. 10, 436, vgl.(o. 4) erber treffenlich botschaft. — vielleicht schon in richtung des modernen 'vorzüglich' (sieh unten C 3): Babilonia, Ninive und Troia, die treffentlichsten drei stett auff erdt Seb. Franck chron. Germ. (1538) 3b; item ich ward geschickt in Ungerland, in Behemerland, Windischland und in teutscher und welscher nation bin ich in gar vil treffenlichen schönen stetten und inseln gewesen städtechron. 5, 105. BB. 'von beträchtlichem ausmasz, grosz; sehr'. der sinn einer gröszenbezeichnung ist von anfang an in trefflich enthalten: was groszes anlangt ist grosz; die schon in A immer wieder anhebende bedeutung erscheint nun in reiner entfaltung. während die alte bedeutung (A) mit dem 16. jh. erlischt, lebt die entwickelte bis ins 18. jh. B@11) 'erheblich, grosz', von summen und mengen. der verbale charakter (A), hier als 'viel betragend, anlangend, auf viel sich belaufend' (vgl. die kosten treffen u. s. w., sp. 1610), klingt immer wieder durch: derhalben er herr Mangen von Absperg, ritter, der dann der zeit ain verrümpter kriegsman war, mit ainer treffenlichen anzal zu ross und zu fuosz ins Hegaw verordnet Zimmerische chron. 1, 436 Barack; dyse und mer ursachen, auch die mercklich geltschult und armuet der statt, der niemandt statlicher daraus gehelfen mocht dan hertzog Albrechten, bebegeten einen radt und gantze gemain, das sy aus in in drefflicher antzal zu hertzog Albrechten gen Münichen schikten qu. u. erört. z. bayr. gesch. n. f. 2, 2, 228; uns merkliche warnung zugekommen, wie treffliche sammlungen in der nähe unsers fürstenthums empor seyen, in meynung uns zu beschädigen bayr. landtagshandl. 8, 154 v. Krenner; dasz hievor ain güte zeit her ungeschikte, unerfarne, untaugliche leut in treffenlicher, groszer anzal und menge den rat besessen (Augsburg 1548) städtechron. 32, 79; wohl auch noch, so jung vereinzelt: die blossen abschiedslieder, welche in trefflicher menge erscheinen Chr. Weise grünend. jugend 6 ndr. so wissen wir auch ein solches treffliches geld so eilend nicht aufzubringen bayr. landtagshandl. 8, 426 v. Krenner; marggraff Albrecht hat ... ihnen (den städten) treffliche summen geldes abgezwacket J. v. Wedel hausbuch 162 lit. ver.; jährlich dem pabst kömmt ein hiervon treffliche grosse pension bei v. Erlach volkslieder d. Deutschen 2, 237; doch daz sie kein verbontenisse mit forsten, herren oder steden angen noch keine dreffeliche schult der stat Mentze machen, si dun iz dann nach rade städtechron. 17, 70; auch wohl noch, wenn nicht zu C: treffliche mittel ricchezze grandi Kramer 2 (1702) 1123a. hierher auch, dem juristischen bereich (A 2, sp. 1677) nahe: und ob er (der proceszpartner) auf den angestellten rechttag ouch ungehorsam erschin, wo es umb treffliche und aufligunde stugker und gueter ist, so mag dem gehorsamen der einsatz ... erkannt werden österr. weisth. 1, 230; 'beträchtlich': haben sie mit weib und kind vil lieber dise stat, ir eigen vaterland, meiden und begeben, haus und hof auch treffenliche guoter hinder inen verlassen ... wollen städtechron. 32, 121; von den wurden sie angefallen, geschlagen und gefangen bei 46 groszer schiffe mit einem treffentlichen gute beladen Tratziger chronica d. stadt Hamburg 160 Lappenberg. B@22) von schädlichem und unerwünschtem. B@2@aa) attributiv neben ausdrücken des schadens, unheils u. s. w.; auch hier zunächst mit durchklingen des verbalen charakters (vgl.A 2): verdroch sick de raht von Bremen mit Ede Winneken und mit Silbert Henrichs umme roff und dreplichen schaden, de den borgeren ... geschehen was qu. v. 1384 in brem. wb. 1, 240; claghe wi ... (dasz) ere voghede, de dar neghest wonen, use borghere driven unde slan van erme gude unde van eren scepen, unde deen en hoen, drepliken schaden weder god unde weder de rechticheyd (1342) Lüb. urkundenb. 2, 704; beide in Europa, Africa und Asia trefflichen schaden erlitten J. v. Wedel hausbuch 135 lit. ver.; dazu thut es im (dem teufel) trefflichen schaden Luther (Jena 1561) 5, 526a; hat man ... einen ... cometen gesehen, darauff grosz gewässer ... erfolget, die in Sachsen und Thüringen ... trefflichen schaden gethan Binhardus Thüring. chron. (1613) 57; dasz wir das kinderspiel in mannskleidern und in groszen schantzen mit trefflichen schaden und verderben spielen Lehman flor. polit. (1662) 2, 906; wer uns nicht haben wil, wird ehstens uns verliren. ein trefflicher verlust! seht diesen schatz doch an! Gryphius lustsp. 247 Palm. häufig trefflich groszer schaden: uns unde unszer kirchen czu trefflichem grossen schaden klage des bischofs Petrus von Naumburg 1 (1450) 192 Bech; entgegen was für grosser treffentlicher ewiger und zeitlicher schaden entstehe, so man die kinder hierinnen versaume und nicht mit ernst und vleiss zur schul halte kirchenordnung f. Braunschweig (1569) 352; darmit thund sie dem wort der gnaden ein treffenlichen grossen schaden H. Sachs w. 7, 377 K.so in mannigfacher anwendung, besonders im 16. jh., seltener im 17. jh.: den ersten may, da fiel ein treffliger grosser schnee zu Dantzig ... hat beume zerbrochen C. Hennenberger ercler. d. preusz. landtaffel (1595) 72; in diesem jahre ist bei der Ostsee ein trefflicher groszer sturm und ungewitter gewesen J. v. Wedel hausbuch 47 lit. ver.; erhub sich ein trefflicher sturmwind, welcher die garben auff dem feld empor gehoben, und hin und her zerstreut M. J. Simon eilenburg. chron. (1696) 689; was sich im jar 1550 mit der treffenlichen niderlag zü Magdeburg zügetragen städtechron. 32, 195. meist weniger materiell: (er muszte) verjagt und verfolgt, auch in jamer und ellend vertryben werden; das doch dem edlen könig ohn allen zweiffel ein treflich und sehr gross creütz und leyden wirdt gewesen sein nachtbüchlein (1559) 70 Bolte; wie er zu Eszlingen viel trefflicher lugen uber die von Magdeburg vortrage, aber es solle ihme der syndicus gar tapffer begegnen städtechron. 27, 192; treffliche oder grosse bosheit Bas. Faber thes. (1587) 758a; we wir soelchen geweltligen sachen ind trefligem unreichte, darin si uns gedrongen haint, wederstain mochten städtechron. 12, 344; wie gar trefflicher unzelicher sünden sie sich teilhafftig machen Luther 4, 440a Jena; hastu die treffliche torheit dieser frawen vernommen? J. Barth weiberspiegel (1565) c 6a; und darumb dasz ihr habt auff kunst und gunst gesehen, ... sind euch auch treffliche irrthümer gekommen Jac. Böhme schr. (1620) 5, 112; so als eyn lange tyd her grote dreplike twydracht ys gewest twischen (ihnen) weisth. 3, 85; dürent sie dich nit mit der treffenlichen angst und sorg, so sie von der schäflin wegen haben? O. Clemen reformat. flugschr. 4, 295; und mit solchem wort will er bapst und uns alle geschlagen haben, ja wenns der heyden Priapus were, der liesse villeicht eynen fortz fur solchem trefflichen schrecken Luther 18, 194 W.; aber als er eine ecke hinein (in die höhle) kommen und nichts als etliche tode menschenbeine gefunden, ist ihm ein trefflich grausen und entsetzen ankommen Prätorius Rübezahl 1 (1683) 192. zuweilen im verstärkten sinn von 'schädlich, schädigend': he is durch de mannigfuldige und dreffliche wunden gesturven bei Schiller-Lübben 1, 572; wo gott der allmechtig nit sin götliche gnäd und schirmung uns harinne erzöugt hette, inn waz grossen, träffenlichen, tötlichen kriegsüobungen wir dann ietz wärent qu. z. Schweizer gesch. n. f. 2, 2, 56; der alt suochet vor langest ein ursach, durch welche er jenen etwas treffelichs thett, der hats yetz erfunden Boltz Terenz (1539) 56. B@2@bb) adverbiell 'tüchtig, gehörig, schlimm', neben verben des schädigens, im 16. und 17. jh.: dieweil ihr landtschafft biszher treffenlich von den Türcken beschediget worden und ihr gebiet fast abgenommen hette Fronsperger kriegsbuch (1578) 3, 155b; durch verfluchte pein tödten sie ihn entlich, trefflich, schentlich, zwyschen zweyen mördern an eym kreutz imm fest der ostern Mich. Weisze bei Wackernagel dtsch. kirchenlied 3, 267; (sie) werden an ihrem fürnemmen treffenlich in nachfolgendem jahre verletzt werden Paracelsus op. (1616) 2, 655 Huser; nehmlich wie ... die 30 jährige kriegsunruhe in meinem vaterlande trefflich hausete Prätorius anthropodemus plutonicus (1666) 1, 31; wurden sie von hitz, tunst und geschmack ubel gepeyniget, dervon sie träffenlich ersiechten Stumpf Schweizerchron. 153a; cephaläa aber, ob sie wol mit vorgehender in allen stücken gemeinschafft hat, so werden doch durch diese alle kräfften desz haupts trefflicher geschwächt Wirsung artzneybuch (1588) 31; etlichen wuchsen würmer in den häuptern, die sie trefflich marterten und queleten H. Megiser ann. Carinthiae (1613) 1127; nun haben die juden und heyden treffenlich allweg dem buchstaben der gesatzt angehanget, der aber treffenlich beschwärt, ja tödet, als Paulus spricht Zwingli v. freiheit d. speisen 15 ndr.; auch das spital und gemain almusen teglich und unaufherlich dermaszen und so gar treffenlich belestigt und beschwerdt werden städtechron. 33, 178; nach dem sy usserthalb treffenlich schmähend und schuldigend an den cantzlen L. Hätzer acta oder geschicht (1523) d 2a; Elsly, ich wil dir das vor sagen: ... dann söltest du wider umbhin gan und dich aber treffen zwicken lan, wie vor, in allen winklen und enden und mich (deinen mann) so treffenlich wöltest schenden, wenn ich sölt an miner arbeit syn, dasz du denn glych ander lieszest yn fastnachtspiele 882 Keller; menger wil am frytag nit bart schären und meint, er enbiete got grosse eer da mit, und wo er es überträt, so sündere er treffenlich Zwingli v. freiheit d. speisen 39 ndr.; dann die mutter den hexen gleich treffenlich geirrt, und durch den teuffel betrogen worden also, dasz sie vermeint hat, ... sie habe Merlinum von dem teuffel empfangen Ruoff hebammenbuch (1580) 146; so doch andere hoche geschlechter dessen unbetrachtet, und denen vil gnad, beistandts und hilf von ime bewisen, treffenlich wider in gehandelt und auch den grösten widerstandt erzeigt Zimmerische chron. 2, 570 Barack; dieses (todesurteil) hat das volck treffentlich erschrecket Kirchhof wendunmuth 1, 570 Österley; vielleicht in besonderer nähe zum vb. treffen: ein starcker windt warff ein so grosse schwere thür also treffenlich auff den knaben, das do gelaubt ward er wer gar zerknüscht legend des heil. vatters Francisci (1512) q 3b. in den wörterbüchern häufig 'vehementer' entsprechend: vehementer häfftigkeit, trungenlich, träffenlich, gröszlich Frisius dict. (1556) 1349b; vehementer trungen- vel treffen- vel gröszlich lex. v. 1590 bei Diefenbach gloss. 608c. B@2@cc) neben adverbien und attributen, den sinn des üblen, unheilvollen dieser wörter weiter verstärkend, ähnlich wie das heutige vulgäre schrecklich, aber auch blasser im sinne eines bloszen 'sehr'. — neben adverbien: ich sorg verwar, er wirds versehn, das ihms wird trefflich ubel gehn dramen v. ackermann 16 Holstein; und hielt diser jung herr so treffenlich ubel hauss, das sein bossheit inn dem gantzen lande weyt und breyt erschal nachtbüchlein (1559) 332 Bolte; es stinckt so treflich ubel hie, in der speluncken möcht ich nicht hauszhalten, das ist auszgericht Er. Alberus fabeln 156 ndr.; es ist wahr, die welt ist mit frommen leuten trefflich übel zu frieden, und wo es möglich ist, so wird sie dieselben nicht ohnvexiret lassen Chr. Weise väterl. testament (1684) 83; habens doch die grossen herrn so trefflich ungerne, so man sie schilt und strafft, und wollen schlechts ungestrafft seyn Luther 19, 195 W.; denn es kamen auch garstige und unfletige belge mit ein, die vergifften vil junge studenten, solches thete unserm senior trefflich wehe Mathesius Luther (1583) 160a; vereinzelt noch später: dasz fromme, unschuldige und gottselige hertzen an ihrer ehre und guten namen schmertzlich angetastet werden. und das thut denn trefflich wehe Joh. Qvirsfeld geistl. myrrhengarten (1717) 446; der künig Petrus war im, und alle die bey im im schiff gewesen waren, treffenlich feind Steinhöwel berühmte frauen 315 lit. ver.; wiewol myrs trefflich leyd ist Luther 18, 373 W.neben attributen: dadurch nachbarwertz ein treffenlich töttlicher krieg erwuochs Etterlin kron. v. d. lobl. eydtgnoschaft 165 Spreng; wär es aber, das der falck treffenlich wund wär Mynsinger falken, pferd u. hund 28 lit. ver.; wie ich offt gesagt habe, und sage noch, das dis ein trefflich schedlich laster ist Luther 6, 252a Jena; des Malagigi rath schien erstlich gut und gäthlich, in dessen war er doch, in wahrheit, trefflich schädlich Dietr. v. d. Werder ras. Roland (1636) a a 2; es ist auch bewuszt, was herzog Friedrich von der Liegnitz nun eine gute zeit hero für ein trefflich böses leben, das denn männiglich unverborgen, geführet (1551) bei Österley Hans v. Schweinichen iv; im winter, wanns ist trefflich kalt, so haben sie ein grossen walt, der thut als dann bey ihn das best, sie hawen ab die dürren äst Er. Alberus fabeln 187 ndr.; bellum acre et magnum ein häfftiger und grimmiger krieg, wenn zween zeüg wider einanderen träffenlich verhetzt und ergrimmt sind Frisius dict. (1556) 21a; dyn buosz d sünd nit bezalen mag, ... so träfflich schwär sind dyne sünd schweiz. schausp. d. 16. jh. 1, 80 Bächtold; in den hundestagen pflegen die schafe zu pocken, das ist ihnen ein trefflich anfällig ding, welches offtmals gemacht, dasz man die schafe aus einen gantzen dorff musz wegbringen Mich. Böhme viehartzney (1682) 23; die jugend ist trefflich liederlich und ganz leichte zu allen bubenstücken zu bewegen exemplarischer priester (1690) 271. B@33) als reine gröszenbezeichnung, in allgemeineren anwendungen, ohne den sinn des schädlichen (2); von der reinen gröszenbezeichnung findet ein lang andauernder übergang zu einer wertbezeichnung positiven sinnes statt; 'grosz, ausgedehnt' wird zu 'wichtig, bedeutsam; wertvoll, gut'; das ende dieser entwicklung s. u. C. B@3@aa) attributiv; der wechselnde charakter der beziehungswörter zeigt die entwicklung von trefflich. dem einfachen sinn 'grosz, gehörig, tüchtig' am nächsten: amor acer ein häfftige oder träffenliche liebe Frisius dict. (1556) 86a; und habend treffenliche, grosze achtung auff frome, redliche männer städtechron. 34, 97; also sehet, das es eyn treffliche turst (kühnheit) ist, dass sie sich selbst zum bapste ... machen Luther 34, 1, 477 W.; die weil dann nun alle ding mit einander und wider einander seind, ... soll man wissen, dasz die ding so an dem menschen oder in der welt am meisten wider einander seind, ein treffenliche mitleidung mit einander haben: als das erdtrich mit dem himmel, der mund und der magen mit den füssen H. Frölich offenbar. d. natur (1591) 9. noch im 17. jh.: alsdann stund er auf, und nahm seinen freundlichen abschied. hierauf erhub sich ein treflich gelächter Chr. Weise erznarren (1704) 239; empfand einen geschmack in der kehle ... es folgte ein treflicher husten, der ihm die thränen zu den augen, und ich weisz nicht, was zu dem halse heraus trieb ebda 241; wegen der unmäszigen hitze, so allen leuten trefflichen schweisz hervorlocket Prätorius katzenveit (1665) d 2. Luther hat besonders den gebrauch im sinne von 'bedeutsam', vgl. auch u. C 2: denn so viel grausamer zeichen, so bisher beide am hymel und auff erden geschen sind, eyn gros unglück furhanden und ein treffliche verenderunge ynn deutschen landen anzeigen 18, 293 W.; non umb geringe sachen, sed solten grosse treffliche knoten sein, umb sunde, gerechtickeit und gericht 34, 1, 360 W.; diejhenigen, so da teuffen, kinder heben und da bey stehen, wolten zu hertzen nehmen das trefliche werck und den grossen ernst, der hierynnen ist 19, 537 W.; sed disce, quam ein gros, trefflich ding ist umb ein getaufften 34, 1, 96 W. in stärkerem hervortreten des positiven wertakzentes: da es dann am meisten umb das grosse schiff zu thun war, welches treffentliche kegenwehr thete und die feinde mit schiessen und werffen etlich mal abtriebe M. C. Schütz hist. rer. prussic. (1592) 66b; dasz er (der leser) bey ihm selbs betrachten und fleissig ermessen wölle die hohe und treffliche nutzbarkeit, ausz der erkenntnisz aller glieder, was darausz erwachse Ruoff hebammenbuch (1580) 36; hette ihm einen trefflichen schatz von kleinotern edelgestein und gelt heimlich entwendet Kirchhof wendunmuth (1581) 130b; etwa 'beachtenswert': dan die Israeliter fürzeiten durch krafft dieser zweyer mahlzeichen treffliche wunderwerck gethan haben Nigrinus von zäuberern (1592) 111; will ich ... annzaigen etlich treffenliche warhaffte wunderzaichen, die der allmechtig got durch seynen ... dyener Martyn Lutther gewürckt ... hat Philadelphus Regius v. luth. wunderzaychen (1524) a 3b. zwischen 'beträchtlich' und 'gut' die wage haltend: wer ist je so unkräftiger natur und machtloser gestalt gewesen, der nicht durch unvertrossene übung und fräudigen lust des kämpffens eyn trefliche stärcke zu weg zu pringen vermocht hette? Fischart ehzuchtbüchl. 279 Hauffen; was für einen grossen, treffenlichen vortheil wir für die welt haben Veit Dietrich summarium (1546) vorrede; er stund in trefflichen gnaden bey dem probst Joh. Riemer polit. maulaffe (1679) 52; als dis himlische beginen treflichen vortgang gewonnen Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch seiner reimget. (1647) vorr. 11. ganz vereinzelt noch in jüngster zeit im quantitativen sinn, doch nur indem eine hohe wertschätzung der grösze einhergeht, vgl. auch u. b: sie lassen, so lange es geht, fremde leute für sich arbeiten und benutzen ihre profession zur betreibung eines trefflichen schuldenverkehrs, der eben die grundlage der macht, herrlichkeit und gemütlichkeit der herren von Seldwyl bildet und mit einer ausgezeichneten gegenseitigkeit und verständnisinnigkeit gewahrt wird G. Keller ges. w. 4, 8. B@3@bb) adverbiell. in der älteren zeit noch mit stark verbalem gehalt, etwa 'angelegentlich, gehörig', auch vielleicht noch 'geziemend' (vgl. o. A 4): dat bischof Sifert mit sinen vrunden treflich belacht die stat Coelne anno 1288 städtechron. 14, 647; dass der bapst der straff trefflich wird underworffen sein Paracelsus opera (1616) 2, 583 Huser; da gewisslich der keyser ... nicht geseumet, sondern ... mit der achtserklärung wieder pfaltzgraff Friederichen ... trefflich fortgeeilet v. Chemnitz schwed. krieg 1 (1648) 4; da sie nach art der alten Römerin sich dess weins träffenlich enthalten Stumpf Schweizerchron. 12b; us den vorgezelten kuntschafften mag man eigenlich erlernen, das man sich treffenlich hüten soll vor ergernus Zwingli v. freiheit d. speisen 29 ndr. 'dringlich, angelegentlich': dovon nam er sich der sach treffenlicher an denn keiner usz den anderen, und glich trutzlich sprach er zu inen Keisersberg postill (1522) 2, 112a; wo wir nicht so treffentlich bemühet wären reichstagsabschied v. 1512 § 8; hör o min volck, ich erman dich treffenlich Zwingli v. freiheit d. speisen 17 ndr.; also das sich ainer, so der sachen verstendig, mitt traurigem gemieth und schmertzen treffenlichen darab verwunderen mus städtechron. 34, 39; die alten Teutschen haben hurerey und unzucht treflich gehasset J. B. Schupp schr. (1663) 519. — dagegen rein quantitativ, ähnlich wie o. 1: der wind sich treffelich meeren thut schweiz. schausp. d. 16. jh. 3, 102 Bächtold; und seind die wasser treffenlich uber den gewohnlichen gebrauch angangen Heinr. Pantaleon mitnächtische völckeren hist. (1562) 1, 301; auctus immensus aquarum das träffenlich angon der wasseren Frisius dict. (1556) 141b; so wer solcher glückseliger standt der stat nit allain mit dem wenigisten nit geschmellert, sonder auch treffenlich erhöcht und gebessert worden städtechron. 32, 77; damit hat die stadt an einwohnern trefflich zugenommen Heinr. Rätel Joach. Curäi chron. d. herzogt. Schlesien (1607) 281; weil auf die armee, so treflich abgenommen, sich nichts zuverlassen ... war v. Chemnitz schwed. krieg 2 (1653) 217. in breiter fülle der anwendung als 'sehr, tüchtig, heftig' bis ins 18. jh. lebendig: sy gosz vil träheren ausz, oder liesz vil träheren fallen, sy weinet träffenlich Frisius dict. (1556) 569b; da Ecolampad trefflich uber mich klagt, wie ich lestere Luther 26, 401 W.; dieweil diese zwen werdent ein reich so trefflichen plagen Paracelsus opera 2, 627 Huser; Sachsen muste (in diesem kriege) trefflich herhalten Hahn teutsche historie 2, 245; dasz mich des armen manns treflich jamert Luther briefe, sendschreiben 3, 28 Wette; sie (die ameisen) förchten sich trefflich für dem fledermaushertz v. Hohberg georg. cur. (1682) 1, 425; den muth trefflich sincken lassen Hahn teutsche hist. 3, 139; und was mich treflich kan verdriessen Chr. Weise grünend. jugend 41 ndr.; Lelisett, das lihbe kind wird mihr trefflich miszgegünt J. Schwiger feldrosen (1655) c 8a; sie werden ihnen einen abgedankten, an seiner ehre gekränkten officier, einen krüppel, trefflich beneiden Lessing 2, 237 L.-M.; er sahe mich trefflich uber die achsel an, ... legte die hand an den degen, und stiesz die heftigsten schimpfworte gegen mich aus Schnabel insel Felsenburg 37 Ullrich; Pickelhering kömt heraus, bringt eine karte mit, und kratzt sich trefflich im kopff Schoch studentenleben (1657) b 6a; unsere itztlebende Casanboni würden die köpfe trefflich geschüttelt haben Lessing 10, 212 L.-M.; in Indien sollen die gifftigen pfeile noch trefflich mode seyn v. Fleming soldat (1726) 200. — in der beziehung auf angenehmes, schönes, gutes erleidet die bedeutung der menge und heftigkeit entsprechende modifizierung, vgl. die weitere entwicklung u. C: üm die reinligkeit und ausarbeitung unserer muttersprache vor dieser zeit treflich verdienet Aug. Buchner anl. z. deutschen poeterei 41; wie er den gemeltten Herbrot so hoch ernent und treffenlich lobt Montanus schwankb. 458 Bolte; dieser geist hat sich nun bey dreyen jahren treffenlich gerühmet Luther briefe, sendschreiben 2, 537 Wette; dasz die fürnembsten des römischen senats ... sich zusamen verheurat und befraindet und derhalben ainander zu dan bemelten consulat treffenlich gefurdert haben städtechron. 34, 134; unsre grossen stammältern in ihrem glückseligen stande, der von dem himmel so trefflich begünstiget worden Bodmer samml. crit. poet. schr. 1, 3; dieser verstand treffenlich nutzet der gedechtnüs, sollichen gemengten algorithmum leychtlich und lang zu behalten Mich. Stiefel Coss Christoph Rudolphs (1553) 72; ihr (der eltern) segen, der euch trefflich nützt Stoppe Parnasz (1735) 364; der spieler, wuocherer, reuter, bader, poeten, hantwercksleut gessetz wer treflycher zuo achten dann unser gesetz O. Clemen reformat.-flugschr. (1906) 2, 36; ihr schaut, wie trefflich ihn der grosze hoff geehrt Gryphius trauersp. 153 Palm; nachdem ir ... jetz im vierden jar das evangelium ... gehört, ... ist der meerteil üwer treffenlich entzündt ... in der liebe gottes Zwingli v. freiheit d. speisen 3 ndr.; der general, der sie anführet, musz bey dem angriff beherzt und vergnügt aussehen. hierdurch werden die soldaten trefflich angefrischt v. Fleming soldat (1726) 190; wir sehen täglich die katzen ... öffters das kraut calamintzen, umb sich daran trefflich zuergötzen, zusuchen Prätorius glückstopf (1669) 22; er erfreuete sich trefflich, dasz er die ehre hatte, den berühmten jäger gefangen zu haben Grimmelshausen simpl. schr. 1, 305 Kurz; meine meynung ... ihm treflich gefiel, und fiel der schlusz solches morgen gleich ins werck zu setzen Robinson Crusoe (1720) 1, 367. in jüngster zeit noch ganz vereinzelt mit betonung der quantitativen bedeutung: hatte einen haushalt geführt, lang wohl und köstlich im frieden gelebt und trefflich an gütern zugenommen kinder- u. hausmärchen (1812) 1, 104. B@3@cc) neben adverbien und attributen als steigerung, meist im sinne von 'sehr', auch im stärkeren sinne von 'tüchtig, gehörig': sie rhümen sich trefflich theuer, wie sie nichts von uns haben gelernt Luther 26, 313 W.; nun findt man etlich berg auf erden, die sich trefflich hoch in den lufft erheben, wie solichs der ewig schnee, der darauff ligt, anzeigt Seb. Münster cosmogr. (1550) 2; drum wundert michs manchmahl, dasz es leute giebt, welche ein gut auskommen haben, so ehrgeitzig seyn und trefflich hoch hinaus dencken Chr. Reuter ehrl. frau zu Plissine 1, 9; sie nimpt den atem tief und mechtig kurz, dreffenlich schnell, ist voll todflecken N. Manuel 225 Bächtold; in eurem leichnam ist zwar alle zierlichkeit, doch auch nicht wenig steht vom himmel trefflich weit Opitz opera (1690) 2, 163; nahm den jungen Henricum ... gefangen und tractirte ihn treflich schnöde Hahn teutsche hist. 2, 47; auch der trunkenbold erschien dort und machte sich treflich unnütz J. Nettelbeck lebensbeschr. 2, 155 Haken. wohl noch 'geziemend, gebührend' (o. A 4): welche frow ein nacht früntlich bi mir schlief, die hette ablass für schuld und pin; doch sölt es treffenlich heimlich sin N. Manuel 384 Bächtold. auf positives bezogen: so er die ohren recket, hört er träflich scharpff Heyden Plinius (1565) 173; dorumb ich auch nie selbs vil ... singen dörfen, aber esz dreffenlich gern gehort Platter 136 Boos; und wäre ich treflich gerne dabey gewesen, wenn es meine unpäszligkeit nicht verhindert hätte W. Dampier reise um die welt 2 (1703) 163; er was ain mann harter arbait und hett ain zunft und das handtwerck treffenlich lieb städtechron. 34, 325; Philippens groszer sohn der hielt die gottesfurcht dennoch so treflich wehrt Rist neuer teutscher Parnasz (1652) 65a; er dictirte mir alle abend ein lustig histörigen, welches ich mercken muste: weil er vorgab, ich würde mich einmahl dadurch trefflich beliebt machen Chr. Weise kl. leute (1684) 90; gottes mühlen mahlen langsam, mahlen aber trefflich klein Logau sämtl. sinnged. 465 Eitner; mit diesem geld konnte ich meinen neuen hofmeisterstand trefflich prächtig halten Jucundi Jucund. wunderl. lebensbeschr. (1680) 150. — neben attributen, oft wie modernes reichlich in gleicher stellung: wiewol sie treffenlich hochfertig stolz und übermütig sind, so ist doch ire stärke nit gleich Züricher bibel (1530) 327a; sind das nicht treflich selsam sachen: hör wunder uber wunder zu Fischart glückh. schiff 35 ndr.; uberausz oder träffenlich geleert Frisius dict. (1556) 10a; dann diser graf Friderich was gwaltig und treffenlich fürnem Tschudi chron. Helvet. 1, 30; dann er (der taubenmist) ist trefflich nutz und gut dem erdtrich welches schwach und untüchtig ist M. Herr feldbau 41b; wie theur und tieff lag da die schrifft vergraben, da wir so trefflich hungerig und dürstig darnach waren Luther 23, 15 W. im 18. jh. als 'sehr, reichlich' gut bezeugt: insonderheit aber waren wir alle trefflich hungrig Robinson Crusoe 1 (1720) 28; die leute eures gleichen sind trefflich rar Chr. Weise polit. redner (1691) 366; (ich) schlieff die gantze nacht sehr ruhig: denn ich war treflich müde und schläffrig Robinson Crusoe 1 (1720) 79; du bist trefflich kühne, dasz du mich einen stoltzen geist nennest Bohse tausendundeine nacht (1711) 107; sie prügeln ihre männer wacker durch und lassen sie trefflich zerzauset stehen Lessing 6, 348 L.-M. noch zu ende des 18. jh. und im 19. jh. im sinne von 'sehr': ich bin treflich fleiszig und meine ganze thätigkeit ist im gang Schiller briefe 3, 235 Jonas; zuerst meinen dank für das elfenbein! die stücke sind trefflich instructiv Göthe IV 13, 88 W.; deine wiederkunft ist mir trefflich lieb W. Grimm deutsche sagen (1891) 1, 52; du muszt auch sehn den mann, so dacht ich, betrachten ihn mit groszem fleisz — bin ihnen trefflich obligirt Tieck schr. 13, 271. — neben attributen stark positiven inhalts: (er) gab mir ein stück brod ... ich war trefflich froh, dann der bauch hatte mir meine reyse schon lang vorgeworffen Moscherosch gesichte 2 (1665) 584; wir wollen trefflich lustig seyn bey Zerbster bier und Rheinschen wein v. Hohberg georg. curiosa 3 (1715) buch 7, 64; athleta der treflich gschickt ist mit kempfen, springen, ringen etc. Alberus (1540) 112a; mit dicken kurtzen gras bedeckt, darvon das vieh trefflich fett wird Joh. Prätorius reform. astrol. (1665) 199; du bist an gutem arm, an bösem treflich reich Grob dichter. versuchgabe (1678) 46; ein jüngerer bruder, der daher wohl ursache hat, sich nach einer reichen frau umzusehen, ... steht mit der tochter des trefflich begüterten obersten Rivers in heyrathstractaten Gerstenberg rezensionen 53 lit. denkm. 128. 'vorzüglich' (C) sehr nahe, doch fehlt die ergänzende beiordnung von trefflich zu einem adjectiv in der neuzeit (C) im allgemeinen: wenn ihn ein trefflich helleuchtender stein, den er an seinem finger truge, nicht verrathen hätte der wohlgeplagte priester (1695) 37. B@3@dd) neben grosz, viel, sehr als reine steigerung, im 16. und 17. jh.: darauf ist gefolget ein trefflich groszer hagel qu. z. gesch. d. stadt Kronstadt 5, 264; aus trefflich grosser angst und not dess gwissens klagt der psalm gott H. Sachs 18, 66 K.-G.; im innern theil des fabelreichs ... liegt eine treflich grosze stadt Lichtwer äsopische fabeln (1748) 23; es hatt vor zytten in den wildinen und bergen umb die stat Luzern ... treffenliche grosse würm und tracken ghept Renwart Cysat 50 Brandstetter; trefflich viel: trefflich viel und unnütze gold haben die leute gehabt Luther 19, 422 W.; wie es ihnen denn nicht unmüglich ist in einem tage trefflich viel meilen zu verrichten Prätorius anthrop. plut. (1666) 201; darnach anno 822 fiel träffenlich vil schnee Stumpf Schweizerchron. 317a; und sihe, des gebeyns was träffenlich vil, das allenthalb darafter auf der ebne lag (valde multa, Ezech. 37, 2) Züricher bibel (1530) u u 1b; (der weinberg) trug desselbigen jars treflich sehr viel wein Kirchhof wendunmuth 1, 208 Österley; noch sonst trefflich viel solcher lehren ... gab die alte diesem knaben Grimmelshausen 2, 348 Keller; ausz welchen also trefflich viel irrthumbs entstanden ist Jac. Böhme schr. (1620) 4, 4; cela couste merveilleusement das kostet trefflich viel N. Dhuez vray guidon (1646) 211. — adverbiell: dass die engel treffenlich gross mit zucht, reinigkeit, lauterkeit, geziert sind Paracelsus opera (1616) 2, 262 Huser; trefflich sehr: diese geflügel vermehren sich trefflich sehr viehbüchlein (1667) 112; ich bit dich also trefflich sehr, ein kleine bit mich itzt gewehr dramen v. ackermann 51 Holstein; (sobald er) sah das grewlich heer, erschrack der gut mann treflich sehr Fuchs mückenkrieg 35 Genthe; es reut wol trefflich sehr, was steuer wird gegeben, weil fortmehr nichts mehr ist, als nur das liebe leben Logau sinnged. 57 Eitner. B@3@ee) neben gut, wohl, schön im sinne von 'sehr', doch weist die bedeutung des verbundenen ausdrucks trefflich gut u. s. w. auf die entwicklung von C: der wein ist trefflich gut fürwar, gott bscher ein gansz auch ubers jahr W. Spangenberg ausgew. dicht. 51 Martin; ein trefflich gut wasser für den schwindel, schlag, und schwere kranckheit Gäbelkover artzneybuch (1595) 1, 50; dasz es fast nütze sey und treflich gut, dasz einer bey den herren zu hofe einen getreuen freund habe Reinicke fuchs (1650) 37; indem sich nun etliche ... berathschlagten, wie den sachen zu thun wäre, erfanden sie endlich einen trefflich guten ... weg W. Grimm deutsche sagen (1891) 2, 120. — trefflich wohl: er meint sin sach treffenlich wol, so golds und gelts sin kast ist vol Joh. Aal trag. Johannes 34 ndr.; herr Wörnher hat treffenlich wol haus gehalten Zimmerische chron. 1, 202 Barack; in diser schlacht habendt sich der hauff von dem adel und stattvolck bei dem kaiser ser treffenlich wol und erlich gehalten städtechron. 34, 64; einsmals hat sichs ... begeben, dasz das geträid trefflich wol auff dem feld stunde Albertinus hirnschleiffer (1664) 137; Philo ... in vita Moysis trefflich wol von der sache redet Grimmelshausen Simplicissimus 11 Kögel; da gfiel mir drefflich wol das ding H. Sachs 17, 363 K.-G.; Homerus der hat recht, er lest den klaren wein ihm trefflich wolgefallen Opitz teutsche poemata 218 ndr.; er kan trefflich wol sauffen, huren, spielen Kramer 2 (1702) 1123b; in Glarus wurd ich treflich wohl aufgenommen U. Bräker s. schr. 2, 172; gleichwie den Römern die innern uneinigkeiten der Deutschen treflich wohl zu statten kamen M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 1, 100. trefflich schön: und disz redet sie darumb, weil der jüngling treffentlich schön Amadis 40 Keller; warlich die verse des Petronii Arbitri vom storche sind treflich nett und schön Prätorius winterflucht (1678) 26; die welschen hühner selbst sind schön, sind trefflich schön Brockes ird. vergnügen (1721) 1, 162; gleich auff der mawer rausz das schöne wohnhausz stunde und trefflich schön und wol gelegen sich befunde D. v. d. Werder ras. Roland (1636) y 4a; das seitenspiel klang trefflich schön, Francisca sang ein meisterstück A. G. Kästner verm. schr. 2 (1772) 241. CC. sehr gut, tüchtig, wertvoll. diese bedeutung ist seit dem 16. jh. neben den anderen bezeugt; mit dem erlöschen der anderen bed., besonders von B, mit der die neue bed. in langdauernder berührung lebte, gelangt sie zu reichster fülle. der höhepunkt der entfaltung liegt im 18. und 19. jh.; heute hat vortrefflich einen groszen teil des alten bereichs eingenommen; ihm gegenüber gilt trefflich als preziöser. C@11) die qualitätsbezeichnung ist in langer entwicklung aus der quantitätsbezeichnung erwachsen: die quantität ist in vielen fällen zugleich wertvoll, vgl. im einzelnen B 3. noch bis ende des 18. jh. bleibt in einzelnen zeugnissen mit 'gut' die bedeutung 'beträchtlich' verbunden: so thät ich aus dess wirths grosser schenckgelte einen trefflichen zug Grimmelshausen 2, 331 Keller; darvon wir als einem treffenlichen syge, und mer dann Hannibal von dem streyt ad Cannas triumphieren Schwarzenberg büchl. v. zutrinken 17 Scheel; einen treflichen sieg gegen die Irren und Frantzosen bey Agrim Chr. Weisens cur. ged. (1703) 269; dadurch ihnen viel treffenlicher guter beuten, auch ehrlichen ruhms und lobs entzogen Fronsperger kriegsbuch 1, d 1b; es sind auch in obgenanten thal sawrbrunnen mit treffenlichen artzneyischen krefften begabet Paracelsus op. (1616) 1, 251 Huser; verschaffen unsrer sprache einen trefflichen reichthum Gottsched sprachkunst (1748) 141; ... sage, kanst du mich mit ehren ernehren, da liegt am meisten dran. gar recht, ich habe gar ein trefflich heyrathsgut Chr. Reuter Harlequins hochzeitschmaus 53 ndr.; (es) meinen neckerwein, wann man ihn vielmahl so heimsuchte, an seiner trefflichen güte etwas verringerte Grimmelshausen 4, 530 Keller; er ist gewesen ein furst mit trefentlichen gaben und tugenten gezieret Tratziger chron. d. stadt Hamburg 158 Lappenberg; dass unsere ... Deutschen so einen überaus treflichen muht und standfeste angebohrenheit gehabt haben Zesen rosenmând (1651) 165; ich habe trefliche lust zu Iphigenie und will mich den sommer recht gern daran machen Schiller briefe 7, 254 Jonas. C@22) neben der herkunft aus 'beträchtlich' (B) kann die neue qualitätsbezeichnung auch aus 'anlangend, hergehörig, zutreffend' (A) erwachsen sein: was zur sache gehört u. s. w. ist richtig, gut. besonders manche zeugnisse des 16. jh. können kaum auf die quantitätsbezeichnung (B) zurückgeführt werden, wohl aber unmittelbar auf A, das die grundlage auch von B ist. treffliches wort 'das grosses anlangt, also wichtig, bedeutsam, wertvoll ist': von zierlicher red der rhetoric. ... der erst stylus ist schwer und dapffer, nemlich, so mann von ernsthafftigen treffenlichen sachen redt, darin sind auch zu brauchen die aller treflichsten, artlichsten stück und wort J. v. Zwengel formularbuch (1568) 4a; der mittel styl wirt geübt durch minder treffenlich wort ... wie sich in einer sach begibt, die nit ubertreffenlich, noch unachtbarlich, sonder in mitler masz sich halt ebda 4b; erstlich furet er treffliche prechtige wort (hertzlich, brünstiglich, schmack, erkentnis Christi), das man meynen solle, es sey seyn wust Luther 18, 194 W.; hierher wohl auch: welche lehre der heilige Paulus ... den Ephesern mit solchen trefflichen worten ... fürhelt Dedekind christl. ritter (1590) 1, 6; ist das nit ain treffenliche predig, das Paulus sagt 'umb unser sünd' Luther 17, 1, 187 W. vielleicht auf 'sich darauf beziehend, betreffend' (A 4) beruhend: hie mus man wissen die schöne, treffliche geschicht, im buch von den richtern geschrieben am 7. capitel, wie die Midianiter, Amaleckter und Morgenlender das land verwusten ebda 19, 145; das xxviii cap. vom zanck der pfaffen und münich in der Türckey, item ein treffenlich histori, wie yr keyser beredt ein münich sey worden Seb. Franck Turckey j 1a; und möchten hierinnen vil treffenlicher exempel, so in disem ampt fürgangen und beschehen sein, recitiert und ertzellet werden städtechron. 34, 117. — vielleicht hierher, im sinne von 'treffend', doch auch von 'beträchtlich' her zu verstehen: nachdem sie aber uber andere gute künst auch der heyligen schrifft treffentlich wissenschafft erlanget Kirchhof wendunmuth (1581) 385a; obgleich deren von erbern geschlechten alt herkomen nit angesehen noch genügsam sein, solten sie doch von treffenlicher irer erfarung und kunst wegen fürgetzogen werden städtechron. 32, 119. ähnlich, etwa im sinne von 'wirksam': dann er (die arznei) ein treffenliche stellung (der ruhr) ist, wo es schon lang gewehret hat Gäbelkover artzneybuch (1596) 1, 243; wann das mäl, darinn die goldtkörnlin seindt, geseubert wirdt, so ist die erste weise zu wäschen dieser viel träfflicher Ph. Bech Agricolas bergwerckbuch (1621) 239. C@33) in ausschlieszlicher ausprägung der bedeutung 'vorzüglich', ohne spuren der herkunft aus den älteren bedeutungen. in älterer zeit häufiger von materiellen dingen als in junger zeit: so wechst uf solchem platz ... uf heutigen tag weder laub noch gras, ist vorhin ain trefenliche, guten wisen gewest Zimmerische chron. 2, 530 Barack; so gibt es auch die trefflichste weise seiden im königreich China Abr. a s. Clara etwas f. alle 97; dass uns gott als seinen auserwehlten so treffliche gewächse in seinen himmelreiche ewig auffsetzen werde: weil er allhier denen bösen solche gute früchte zeitlich geniessen lässet Prätorius saturnalia (1663) 63; ich ... ging zu meinem wirthshause und fand einen trefflichen tisch, den der herzog mir hatte von seinen speisen ablegen lassen Göthe 43, 297 W.; weinberge, welche den trefflichsten wein erzeugen, bedecken weit und breit die höhen Moltke ges. schr. u. denkw. 1, 116; und oftmals trug sie wol ein halbes pfund trefflichen käses nach haus G. Keller ges. w. 2, 235; sein museum, reich an trefflichen antiquitäten Happel akad. roman (1690) 60; eins der trefflichsten alterthümer aus des kaisers Antonius zeiten Gottsched anmuth. gelehrsamkeit (1751) 1, 59; hier (in Trier) steht noch der kern eines alten römischen mauerwerks der ganz trefflich ist Göthe IV 10, 9 W.; liebe geht tiefer als ein bolz, und wohl ist die rebe das trefflichste holz A. v. Arnim w. 21, 140 Grimm; sich der altägyptischen statuette zu erfreuen, und der trefflichen produkte textiler kunst v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 4, 85; die welt als einen trefflichen rohstoff zu büchern betrachtet zu haben Justi Winckelmann 1, 113; dem frechen buben, der die ochsen mir, das treflichste gespann, vor meinen augen weg wollte treiben auf des vogts geheisz Schiller 14, 294 G.; rüste das treflichste schiff mit zwanzig gefährten Voss Odyssee 11 Bernays; dieser hatte, unter seinem mantel, einen trefflichen degen und das schönste panzerhemd Göthe 43, 50 W.; ei, sprach sie, ei wie schön und fein! das musz ein trefflich spielzeug sein struwwelpeter 6; da hörte man denn von trefflichen und schlechten quartieren Göthe 33, 17 W.; jene, auf alle weise befestigte und gegen angriffe geschützte stadt blieb ein sicherer trefflicher hafenplatz für die kaiserliche flotte Raumer gesch. der Hohenstaufen 4, 110; ich muszte innerlich lächeln über dies treffliche stückchen weltlauf, das sich so artig selbst berichtigte G. Keller ges. w. 2, 253; die kompanieschweine, die durch die abfälle der feldküchen in trefflicher mast gehalten wurden Ernst Jünger in stahlgewittern (1934) 33. zuweilen in den sinn von 'wichtig' gewandt, dann anscheinend den älteren bedeutungen wieder näher: das auge, als der treflichsten glieder eines, bedeutet den verstand Butschky Pathmos (1677) 417; die regul haben die edle Spartaner als ein treffliches hohes geheimnusz im regiment in stäter ubung gehalten Lehman flor. polit. (1662) 1, 511. wohl in sinnverbundenheit von 'schön' und 'bedeutsam' (s. o. A 5 b): als 1660 die treffliche seestadt Marsilien sich zu einem solchen zaume verstehen muste Chr. Weise polit. redner (1677) 522; in diesen trefflichen städten regieret und triumfiret die hochteutsche sprache Adelung magazin 2, 1, 20. von weniger materiellem, im bereiche menschlicher leistung, vgl. 4 b: ist also der feldmarschalck noch selbigen abend ... durch die stadt ... mit solcher trefflichen ordnung und disciplin passiret, dasz man sich einiges schadens nicht zubeklagen gehabt v. Chemnitz schwed. krieg 2 (1653) 197; er hat einen über die maaszen herrlichen, treflichen, prächtigen consens von mir bekommen schausp. d. engl. comöd. 158 Creizenach; meine frau war mir ein trefliches hülfsmittel dazu U. Bräker s. schr. 1, 260; es ist eine trefflich lobenswürdige sache um einen menschen, der seine sache mit bescheidenheit vorzubringen weisz Stranitzky ollapatrida 50 Wiener ndr. anders: hast du dich umgesehen? welche treffliche aussicht! Göthe 17, 78 W.; ha! es musz ein trefflicher, ein groszer anblick seyn: ein jüngling gestreckt auf den boden, das schwerd in der brust Lessing 2, 370 L.-M.; ihre distichen sind auszerordentlich schön und sie werden gewisz einen trefflichen effect machen Göthe IV 11, 162 W.; Cellini, mit seiner kunst und mit seinem lebenswandel, ist für uns ein trefflicher standpunct, von dem man, in absicht auf neue kunst, vorwärts und rückwärts sehen kann ebda 11, 37; hiezu bot sich die trefflichste gelegenheit Raumer gesch. d. Hohenst. 1, 23; der augenblick den elenden zu sehen ist trefflich Fr. M. Klinger 3, 207; die römische verfassung hatte für diesen zweck eine treffliche einrichtung in den edicten der praetoren Savigny beruf unserer zeit (1814) 17. C@44) in reicher entfaltung im bereich des menschen. C@4@aa) 'vorzüglich, tüchtig' von personen gehört in der neuesten zeit zu den lebenskräftigsten bereichen des wortes; der moderne gebrauch scheint in direkter tradition aus dem alten personenattribut anderer richtung (o. A 5) zu erwachsen. schon im 16. jh. hebt sich die bedeutung 'vorzüglich' recht klar von dem älteren 'angesehen' (A 5) ab, zunächst auf concrete leistungen und fähigkeiten zielend: der babst ist auf Ancona zogen, das vor etlichen monaten sein treffenlicher haubtmann ... uberfallen und aingenommen hat Scheurl briefbuch 2, 139 Soden-Kn.; da schickten sie herr Metellum, gar ein treffenlichen hauptmann H. Sachs 8, 482 K.; nicht alleine viele fürstliche, gräfliche und adeliche personen ... sondern auch andere trefliche, so wohl zu friedens- als kriegeszeiten berühmte helde Rist friedewünsch. Teutschland (1648) 8; ein trefflicher soldat ware Rolandus bey den Franzosen Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 124; dein mannlich und trefflich kriegsfolck ... synt dir von got zu eynem unüberwindtlichen waffen geben H. v. Cronberg schr. 1 ndr. vom 16. jh. bis in die gegenwart mannigfach von den verschiedenen berufen und fertigkeiten: der sich für ein trefflichen werckmeister aussgäb Ryff anatomi (1541) a 4a; dergleich ein treffenlich weidman ist er H. Sachs 21, 301 G.; die weimarische jägerei bestand aus trefflichen forstmännern Göthe II 6, 100 W.; da war ein schneider von Stuttgart, der war ein trefflicher bogenschütz 8, 21; der groszvezier ... wurde mit der zeit ein trefflicher staatsminister. also hat die natur in manchem grosze gaben verborgen Abr. a s. Clara etwas f. alle 2, 303; es hat uns gott der allmächtige vater zu dieser zeit viel trefflicher gelerter leute gegeben, die gar mechtiglich die heiligen schrifft handeln Luther 23, 485 W.; ich habe einen guten weg gemacht, und euer führer ist sehr trefflich Stifter Witiko (inselvolksausg.) 50; und allegieren träffenlich lerer, subtil lerer, subtilist lerer, änglisch lerer, und der glichen brachtlich titel halten sy für Eberlin v. Günzburg s. schr. 1, 58 ndr.; was sie predigen, ist nüt anders dann der heilige Thomas, der subtil Scotus, der treffentlich Augustinus J. Nazarei v. alt. u. n. gott 59 ndr.; und was der trefliche Plutarchus hat gewust Schottel haubtsprache (1663) 237; ein trefflicher künstler Mathesius Sarepta (1571) 9a; dasz jener trefflich Oppian hat eine seul erlanget, hat seine schöne kunst gethan, die macht, dasz er so pranget Neumark fortgepfl. musik-poet. lustw. (1657) 1, 145; die treflichsten dichter sind ja die, welche schwer zu lesen sind Schwabe volleingesch. tintenfässl (1745) 90; weil ich meine eigene ehre dabei beteiligt glaubte, wenn ein so trefflicher lehrer und künstler als verrückt erschien G. Keller ges. w. 2, 54; ein trefflicher, vortrefflicher meister, künstler Kramer 2 (1702) 1123a; ähnlich: es ist ein so trefflicher kopf (Hegel) und es wird ihm so schwer, sich mitzuteilen Göthe IV 19, 283 W.; aber treffliche künstler, treffliche ärzte, bürgermeister allenfalls Lavater physiogn. fragmente 1, 253; dasz er sich ... nicht vornehme leute aussuchte, sondern den trefflichen offizier Publius Rutilius Rufus Mommsen m. gesch. 2, 146; ich mache daher einen unterschied zwischen einem grossen genie und einem treflichen schauspieler H. P. Sturz schr. (1779) 1, 101; in Italien galten um die mitte des verflossenen jahrhunderts Gori, Passeri, wie auch Bracci, für die trefflichsten alterthumsforscher Göthe 46, 70 W.; finde ich doch noch einen andern, nicht minder trefflichen kunstrichter Lessing 10, 172 L.-M.; heute ist Haug fort; er ist ein trefflicher gesellschafter Schubart briefe 2, 40 Strausz; dasz er alles habe, was ihm ... angenehm sei, treffliche truppen, geld ..., eine unvergleichliche gemahlin Ranke 26, 461; inzwischen ist, wie ich höre, eine neue treffliche hülfsschaar vorgerückt fürst Pückler briefw. u. tageb. 3, 230. auf den menschen in seiner gesamthaltung, seinem ganzen inneren wert zielend, ebenfalls schon im 16. jh.: da hat der trefflich man sich auffgemacht und gedacht: vorlieren wyr die priesterschafft, sso ist aller unsser gewallt auss Luther 8, 248 W.; den jungen (minderjährigen fürsten) vorstunden sine undersaten beth tho sinen jaren, do wart he dreplick und dogetsam bei Leibniz script. rerum Brunsvic. 3, 174; ein treffentlicher, kecker mann, güetig und weis städtechron. 3, 89. in breiter entfaltung erst seit dem 18. jh.: du bist ein trefflicher kerl darzu (ironice) tu sei un bravo huomo Kramer 2 (1702) 1123b; und wie die anmuth ihrer jugend den trefflichsten gemahl gerührt Gottsched gedichte (1751) 163; überall gibts treffliche menschen unter den mächtigen und groszen Göthe 11, 59 W.; alle diese schöne glänzende tugenden, die im vatersöhnchen keimten, werden ihn dereinst zu einem warmen freund eines freundes, zu einem treflichen bürger ... machen Schiller 2, 18 G.; ich meine die herausgabe der lebensbeschreibung des trefflichen Benvenuto Cellini Göthe 43, 3 W.; ein treffliches brüderpaar, redlich, schlicht, fleiszig, genial in ihrem beruf Varnhagen v. Ense tageb. 1, 289; ich dürste danach, sie beide dem trefflichen alten vorzustellen Fontane I 4, 335; groszer! treflicher! dasz wir mit unserm blute dein leben erkaufen könnten Fr. M. Klinger neues theater (1790) 1, 94; wie soll ich dir, mein trefflicher freund, dafür genug dank sagen Göthe IV 32, 50 W.; hohe begeistrung erfüllte die brust da des trefflichen jünglings Körner 2, 185 Hempel; ähnlich: diesem trefflichen kreise von menschen Göthe 23, 39 W. in stehender verbindung trefflicher mann (s. o.): es ist nicht auszusprechen, wie nützlich dieser treffliche mann mir ... gewesen Schnabel insel Felsenburg 1, 280 Ullrich; unsere gutsbesitzer sind ohne zweifel treffliche, würdige, gottesfürchtige und treuköniglich gesinnte männer Spielhagen 1, 52; alle diese trefflichen männer ... bezichtigte Marwitz der revolutionären gesinnung Treitschke deutsche gesch. im 19. jh. 1, 332; man will wissen, dasz dieser treffliche mann seine kunstschätze sämmtlich ... dem gemeinsamen nutzen gewidmet habe Göthe 49, 10 W. dagegen als attribut der frauen nur selten: nun, so komm denn selbst und melde, was die treffliche zum Felde vor viel tausenden geschmückt, als sie vormals dich entzückt Gottsched gedichte (1751) 1, 138; die liebe meiner trefflichen Johanna ist eine edle, zarte himmelsfrucht Schiller 13, 174 G.; war die eine frau, so trefflich sie auch war, denn alles? Göthe 10, 141 W.; das andenken an meine treffliche mutter O. Ludwig ges. schr. 2, 554. C@4@bb) auf das werk, die leistung und eigenschaft bezogen: und wie ein treflich bild nicht nach dem leben stehet, es sey denn durch die kunst mit schatten recht erhöhet Rachel satyr. ged. 30 ndr.; er besasz treffliche gemählde von den besten meistern Göthe 21, 104 W.; ein weiblicher profilkopf in trefflicher kreidezeichnung Storm w. (1899) 4, 171; Segesthes ... bezeuget seine treu gegen die Römer durch eine treffliche rede Lohenstein Arminius (1689) 2, 340; sonntag hörte ich eine der trefflichsten predigten von dem hofkaplan Schaubach Moltke ges. schr. u. denkw. 6, 467; derohalben nicht umbsonst der uhralt und weit erfahrne Hippocrates von solchem underscheid, so an lufft, wassern, und sonderlich an den erdböden, ein sehr schönes und treffentlich buch geschrieben Guarinonius grewel d. verw. (1610) 415; es ist in allem sinne ein trefflich buch, man liest keine seite ohne entschiedenen nutzen Göthe 32, 289 W.; ich thue zu zeit gute bücherkäufe, u. a. das treffliche wörterbuch von Frisch Jac. Grimm an Wilhelm br. (1881) 372; dieser trefflichen arbeit folgten Hansteens allgemeine karten A. v. Humboldt kosmos 4, 66; Nikandern glückte jüngst ein trefflich epigramm Lessing 1, 4 L.-M.; ich finde den trivialen ausdruck: der verstand steht mir still, trefflich um die lage meines geistes auszudrücken Göthe IV 10, 84 W.; weil sie ihm trefflichen beystand geleistet v. König ged. (1745) 202 anm.; durch Mannerts trefliche bemühungen (sind) viele hauptschwierigkeiten schon hinweggeräumt W. v. Humboldt ges. schr. 4, 64; eben dieses bild ... gewährt durch eine trefliche benuzung aller sich ergebenden verhältnisse eine klare ... übersicht Schleiermacher Platons werke 6, 39; man wuste die treffliche erfindung nicht gnug zu loben discourse der mahlern 2, 20; hievon hatte seine höchst gebildete gattin, ... eine treffliche beschreibung aufgesetzt Göthe 36, 14 W.; Zoëga zu übersetzen und bekannt zu machen, ist eine treffliche idee W. v. Humboldt briefe an Welcker 11; unser fürst hat einen trefflichen blick über das schickliche und bequeme, das anständige und lebensgemässe Göthe IV 13, 359 W. von menschlichen eigenschaften: sie ... entfaltete aber ... immer mehr und mehr ein treffliches herz Kotzebue sämtl. dram. w. 2, 57; noch einer von meinen älteren vorfahren ... hat sich zu seiner zeit durch seine gelehrsamkeit und trefliche gaben ... berühmt gemacht Schubart leben u. gesinn. 1, 4; wir hoffen, bei der trefflichen anlage unserer leute, ... in einer kürzeren frist eine tüchtige infanterie erzielen zu können Moltke ges. schr. u. denkw. 7, 118; die nachwelt wird es noch in grufft und schrifften lesen, den trefflichen verstand und den geschärfften geist J. G. Neukirch anfangsgr. z. teutsch. poesie (1724) 737; der mensch von groszen und trefflichen einsichten, ohne den richtigen gebrauch derselben ... sinket zum thoren hernieder Gellert w. 7, 34; eine weit gröszere anzahl glücklicher, aus trefflicher sprach- und sachkenntniss geschöpfter erklärungen und kritiken Göthe 46, 98 W. häufig in allgemeinster form das treffliche: in welchem falle sich von seiner rühmlichen genauigkeit und seinem fleisse viel treffliches erwarten lässt Fichte s. w. 2, 419; viel groszes wollen wir und treffliches zusammen noch vollführen Schiller 12, 241 anm. G.; schön war es ... wie sie alles treffliche an ihm ins auge zu stellen wusste Fr. H. Jacobi 5, 60; wie mag ich gern und lange leben? muszt immer nach dem trefflichsten streben Göthe 3, 273 W.; so rankt das edle sich, das treffliche, mit seinen thaten an das leben an Schiller 15, 1, 8 G.; anders: wahr, rühmlich und trefflich ... scheint mir alles, was unser staatskluger Schöppe ... vorgebracht hat Fr. M. Klinger w. 3, 67. C@55) auch in der adverbiellen stellung hebt sich seit dem 16. jh. die bedeutung 'vorzüglich' klar von 'sehr' (B 3 b ff.) ab, gelegentlich in der bedeutung 'tüchtig' noch auf die alte herkunft hinweisend: das er (Paulus) so trefflich und mit solchem ernst davon predigt Luther 26, 576 W.; darinne (in ritterkünsten) er so trefflich geübet ward, dasz ihn niemandt übertreffen kondt buch der liebe (1587) 383d; da reiniget der erdrauch zucker, sampt allem, was ausz diesem kraut gemacht wirdt, das geblüt treffentlich, darumb er auch hie zu brauchen ist Wirsung artzneybuch (1588) 56; eyn lebendiger antvogel auff den leib so warm gelegt, soll trefflich das leibweh stillen Sebiz feldbau (1579) 113; Protagoras ... die lehre des Democritus anhörte und darin so trefflich zunahm Abr. a s. Clara etwas für alle 2, 49; die kan trefflich mit der neuen mode umbgehen Chr. Weise drey klügsten leute 67; neun göttinnen eilt mit zier, nemt neun instrumenten hier. sucht den hochbegabten mann, der so treflich spielen kan Harsdörfer gesprächsp. (1641 ff.) 4, b ib; das hoffen äffet offt, offt trifft es trefflich ein S. v. Birken forts. d. Pegnitzschäf. (1645) 78; in der neuzeit kommt das adverbielle trefflich nur noch alleinstehend beim vb. vor, nie mehr neben anderen adjectiven (vgl.B 3 c ff.): das heiszt dem staate trefflich dienen, dadurch wird ja kein groschen eingebracht Gellert w. 1, 159; man kann sich vorstellen was dieser mann als lehrer ... trefflich musz gewirkt haben Göthe IV 27, 149 W.; wer kann im dorfe trefflicher zum dudelsacke singen? Schubart sämtl. ged. (1825) 3, 78; mit worten lässt sich trefflich streiten, mit worten ein system bereiten, an worte lässt sich trefflich glauben, von einem wort lässt sich kein jota rauben Göthe 14, 93 W.; glücklicherweise hatte mir ein ... beamter des dortigen archivs auf das trefflichste vorgearbeitet Ranke 3, 5; ein rezensent wie derjenige, der sich ... über die Güglerische schrift so trefflich und einsichtsvoll geäussert Göthe IV 25, 277 W.; dasz seine schwester bey ihrer base zu Prag treflich erzogen wurde v. Petrasch s. lustsp. (1765) 1, 23; indem ich dich ... zur schlüsseldame und oberbettmeisterin des schlosses ernenne, zweifle ich nicht, dass du diesen ämtern trefflich vorstehen wirst Cl. Brentano ges. schr. 5, 31; die jungfern nennet man im schmeicheln lauter engel, ... weil sie die natur so treflich ausgerüst Heinrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. 1, 265; und suchte mir in jedem neuen jahre einen recht breitschultrigen vordermann aus, hinter dem ich mich trefflich zu verbergen wuszte Ernst Jünger abenteuerl. herz (1929) 39; dir die beifolgende schrift zu übersenden, welche trefflich die beiden hauptrichtungen Preussens in seiner deutschen politik darstellt Moltke ges. schr. u. denkw. 4, 145. er schicket sich trefflich (vortrefflich) darzu Kramer 2 (1702) 1123b; und ich meine, dazu würde sich mein Martin gar trefflich schicken Fouqué reiseerinn. (1823) 1, 105; zum unsinn? wahrlich; ihr versteht euch trefflich drauf Lessing 3, 105 L.-M. häufig neben partizipien, doch nie als blosze steigerung wie in älterer zeit neben den adjectiven (B 3 c ff.), sondern in der ganzen stärke von 'vorzüglich': so ist eine medusenmaske, wo in einer hohen, schönen gesichtsform das ängstliche starren des todtes unsäglich trefflich ausgedruckt ist Göthe IV 8, 100 W.; das ganze werk ist trefflich ausgedacht und gut geschrieben Mayr päckchen satiren (1769) 86; (des) von Leibniz in gang gebrachten und durch Bonnet trefflich aufgestutzten gesetzes der continuirlichen stufenleiter der geschöpfe Kant akad. 3, 441; der mich über eine halbe stunde von seinem schlitten unterhielt, wie gut und stark, wie treflich er mit eisen beschlagen sey U. Bräker s. schr. 2, 83; gesichter, ... die sich ihm dennoch scharf und trefflich beleuchtet einprägten G. Keller ges. w. 4, 196; wie trefflich war Nürnberg gerüstet Ranke 1, 139; ein trefflich erhaltener abgusz ... wird mir nun durch die gunst ihro majestät des königs Göthe IV 40, 256 W. auch sonst mit sachlichen beziehungswörtern: gieszen sie öl in meine lampe, sonst geht sie aus. sie brennt treflich! v. Hippel lebensläufe 1 (1778) 472; das schmackte mir trefflich Grimmelshausen 2, 346 Keller; trefflich kamen meinem bedürfnisz alle die wundervollen ... romane unsers Spiesz entgegen Tieck schr. 4, 27; das ruhig aufmerksame kind verstand sich mit dem haushofmeister durch blick und wink, dasz alles auf das trefflichste gerieth Göthe 20, 113 W. in allgemeineren wendungen: welches mir trefflich zu bass kam Grimmelshausen 2, 349 Keller; nichts kam ihm in diesen umständen trefflicher zu statten, als dass sich auch der pabst Pius II. erboth M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 4, 250; der nordostwind ... kam uns trefflich zu statten, und half die flammen bis hinauf in die obersten gibel jagen Schiller 2, 92 G.; dann waren die anderweiten feindseligkeiten ... den protestanten trefflich zu statten gekommen Ranke 4, 7; das alles traf sich trefflich für unsere Tschechiner Fontane I 6, 335; seine gesichtszüge passen trefflich zu dieser stimmung Göthe 49, 95 W.; ein landgut ist zu schlecht zu nehren solchen mann, der nächste meyerhoff, der steht ihm trefflich an Rachel satyr. ged. 45 ndr.; holla! dacht ich, meinem hut soll das treflich stehen I. M. Miller gedichte (1783) 229.
85821 Zeichen · 1494 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    trefflichAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    trefflich , Adj. nhd. trefflich, vortrefflich, wichtig, hauptsächlich, vorzüglich, entsprechend, geeignet Vw.: s. be-, ü…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trêfflich

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Trêfflich , er, -ste, adj. et adv. von dem Zeitworte treffen. 1. * Eigentlich, nehmlich, als ein Nebenwort; eine im Hoch…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    trefflich

    Goethe-Wörterbuch

    trefflich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    trefflich

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    trefflich Band 4, Spalte 4,269

  5. Sprichwörter
    Trefflich

    Wander (Sprichwörter)

    Trefflich Treff-lich schön singt unser Küster. ( Pommern. ) Redensarten beim Kartenspiel; man hält bei Treff, leitet auc…

  6. Spezial
    trefflich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    treff|lich I adj. ezelënt (-nc, -a) II adv. te na manira ezelënta.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trefflich

10 Bildungen · 2 Erstglied · 7 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von trefflich

treff + -lich

trefflich leitet sich vom Lemma treff ab mit Suffix -lich.

trefflich‑ als Erstglied (2 von 2)

trefflichkeit

DWB

trefflich·keit

trefflichkeit , f. , vorzüglichkeit, gute qualität, von trefflich. — lexicographisch schon im 16. jh. bezeugt, noch mit spuren der älteren b…

trefflich als Zweitglied (7 von 7)

betrefflich

KöblerMhd

betreff·lich

betrefflich , Adj. nhd. trefflich angesehen Q.: KarlElegast (1455) E.: s. be, trefflich W.: nhd. DW- L.: MWB 1, 714 (betreffelich)

fürtrefflich

DWB

fuer·trefflich

fürtrefflich , angemeszner fürtreflich geschrieben, das von dem vorigen adj. abgeleitete adv., s. vortrefflich . mit dieser und jener form, …

vortrefflich

DWB

vor·trefflich

vortrefflich , adj. ( früher oft vortreflich geschrieben ), für älteres fürtrefflich, s. dieses teil 4, 1, 1, sp. 915; es begegnet aber früh…

vüretrefflich

KöblerMhd

vüretrefflich , Adj. nhd. „fürtrefflich“, vortrefflich ÜG.: lat. praecellens Gl Hw.: vgl. mnd. vȫrdrēpelīk* Q.: Gl (Ende 15. Jh.) I.: Lüs. l…

vürtrefflich

KöblerMhd

vürtrefflich , Adj. Vw.: s. vüretrefflich*

übertrefflich

KöblerMhd

übertrefflich , Adj. nhd. hervorragend, überragend, ausgezeichnet, alles übertreffend, erhaben (Adj.) Hw.: s. übertreffenlich Q.: Tauler (vo…

Ableitungen von trefflich (1 von 1)

betrefflich

KöblerMhd

betrefflich , Adj. nhd. trefflich angesehen Q.: KarlElegast (1455) E.: s. be, trefflich W.: nhd. DW- L.: MWB 1, 714 (betreffelich)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „trefflich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/trefflich/dwb?formid=T09462
MLA
Cotta, Marcel. „trefflich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/trefflich/dwb?formid=T09462. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „trefflich". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/trefflich/dwb?formid=T09462.
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