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trefflichkeit

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trefflichkeit f.

Bd. 21, Sp. 1698
trefflichkeit, f., vorzüglichkeit, gute qualität, von trefflich. — lexicographisch schon im 16. jh. bezeugt, noch mit spuren der älteren bedeutung von trefflich (B) 'gewichtig': existimatio, pondus achtbarkeit, treflichkeit Alberus (1540) r r 2a, doch schon in der modernen bedeutung der reinen qualität: virtus, bonitas tugent, treffligkeyt, fürtreffligkeyt, tapfferkeit etc. ebda y 3b; treffelickheyd praestantia, excellentia, eminentia Kilian (1605) 566; trefflichkeit eccellenza, singolarita, famosita Hulsius (1618) 249b. — seit dem 17. jh. in gehobener sprache auszerordentlich beliebt. meist als allgemeines attribut von personen: in summa, die natur hat disz an euch (mädchen) gethan, dasz ewre treffligkeit kein mensch beschreiben kann Opitz teutsche poemata 91 ndr.; doch männern deiner trefflichkeit versagt der himmel keine kronen A. v. Haller gedichte 145; Schultz, dessen trefflichkeit sie mit wenig gleichniszworten schildern Göthe IV 36, 188 W.; von dem gedanken seiner trefflichkeit durchbohrt, verschwinde in das leere nichts Hebbel w. 1, 114 Werner; Minerva schämet sich, dasz sie in tugendhafften treffligkeiten nicht mehr die vortrefflichste ist Chr. Weise erznarren 57 ndr.; dort, in Florenz, verehrte man vorzeiten ein schönes weib, voll stolz und trefflichkeiten Hagedorn poet. w. (1769) 2, 293; bey welchem einzelnen menschen oder ganzen volk man den aufrichtigen und selbständigen schein findet, da darf man auf geist und geschmack und jede damit verwandte trefflichkeit schlieszen Schiller 10, 373 G.; menschliche trefflichkeit ward zum unübertrefflichen, zum gottähnlichen, gesteigert J. H. Voss antisymb. 170; wer kann an trefflichkeit dem groszen Cyrus gleichen? Gottsched deutsche schaubühne 5, 17; er (der held) bracht es nun in wenig tagen zu solcher hohen trefflichkeit, dasz staunen, schrecken, angst und zagen ergriff die ganze christenheit Hoffmann v. Fallersleben ges. w. 4, 23. in beliebter personifizierung: wofern ich nit in deiner person eine hochschätzbare trefflichkeit verehren müste Chr. Weise grünend. jugend 195 ndr.; wie soll dir Deutschland dancken? das deiner trefligkeit so hoch verbunden bleibt Lohenstein Arminius (1689) 1, f; hier liegt das ädle bild begraben, der recht vollkomme tugendpracht, der auszug aller treflichkeiten, so je gelebt bey unsern zeiten Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 1, 329; glaubt, dass wer nach uns soll aus licht gebohren werden, euch, helden! rühmen wird! ja wenn der kreysz der erden in flammen nun vergeht, wird eure trefligkeit, bekrönt mit steter ehr, verlachen tod und zeit Gryphius trauersp. 124 Palm; des geistes hohe gaben acht ich alle, doch erst, wenn so des äuszern trefflichkeiten, herolden gleich, vor ihnen her trommeten, dann ziehn sie ein als könige der welt Grillparzer s. w. 6, 166 Sauer; anders: edel und glänzend treten dann segensreiche herrscher, ein Vespasian, Titus ... auf: isolierte trefflichkeiten, grosz für sich, aber auf hohlem grunde Fr. Th. Vischer ästh. (1846) 2, 245. als attribut von sachen u. ä. reichlicher bis in die moderne prosa bezeugt: du hochgeborne fraw, die du so reich gezieret mit gaben und geschenck desz himmels mannigfalt, der dich mit treffligkeit der edelen gestalt begabt, dasz seine macht werd in dir recht gespüret Opitz teutsche poemata 77 ndr.; andere weibspersonen verwunderten sich nicht allein über die kostbar- und künstlichkeit dieses kleides, sondern auch über die trefflichkeit des verstandes dieser frauen v. Hohberg georg. curiosa aucta 3 (1715) 1, 79b; ... dir gleicht keine der weiber an gestalt, an grösze, und treflichkeiten des geistes! Voss Odyssee 339 Bernays; die trefflichkeit deines gemüths wird dich sehr bald den richtigen takt im verkehr mit anderen menschen lehren Moltke ges. schr. u. denkw. 6, 62; des Febus güldnes licht mit feur gemengten strahlen hat feld, wald, berg und tahl in diser sommerzeit vol bluhmen, laub und grasz so köstlich lassen mahlen dasz man sich wundern musz der zier und trefligkeit Rist Parnasz (1652) b 7d; des herrn Coringii ... urtheil von der tefflichkeit der teutschen sprache Morhof unterricht v. d. dtsch. sprache (1682) 1, 447; aber unter allen trefflichkeiten dieses trefflichen stückes (eines bildes) ist doch nichts, wie der greis Lavater physiogn. fragm. 1, 112; von der trefflichkeit des gedichts brauch ich nichts zu sagen Göthe IV 39, 30 W.; studium und erkenntnis der mittelhochdeutschen dichtkunst haben ... lange nicht so um sich gegriffen, als man von der trefflichkeit ihrer denkmäler erwarten sollte gramm.2 1, 8; und wenn oft die nämlichen dinge im schusterhause in Gschaid ohnedem in aller trefflichkeit vorhanden waren, so gab sie die grossmutter in der freude des gebens doch Stifter s. w. 5, 1, 218 Sauer; und überzeugte bald meine basen und den schulmeister von der trefflichkeit meines vorschlages G. Keller ges. w. 1, 361; darin (in der glashütte) man allerlei form ... der guten und beständigen, auch klaren fensterscheiben macht, so in ferne länder von hinen aus wegen ihrer trefligkeit abgeholt werden Guarinonius grewel d. verw. (1610) 460; die freundlichkeit des ortes selbst, die trefflichkeit der verpflegung und die schönheit der gegend Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 304. allgemeiner: so keck als arm, miszbraucht das göttliche, verkauft für treflichkeit, was es nicht ist Herder 27, 341 S.; verherrlichen und preisen kann man jedes ... indem man es rühmt oder seine trefflichkeit und vollkommenheit in seiner art heraushebt Schleiermacher weihnachtsfeier 42 Mulert.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trefflichkeit

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Trefflichkeit , plur. die -en, das Abstractum des vorigen Wortes. 1. Die Eigenschaft eines Dinges, da es trefflich i…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Trefflichkeit

    Goethe-Wörterbuch

    Trefflichkeit [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trefflichkeit

1 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von trefflichkeit 2 Analysen

trefflich + -keit

trefflichkeit leitet sich vom Lemma trefflich ab mit Suffix -keit.

Alternativen: treff+-lich+-keit

trefflichkeit als Zweitglied (1 von 1)

vortrefflichkeit

DWB

vortrefflich·keit

vortrefflichkeit , f. , vom vorhergehenden adj. abgeleitet und dessen sinn folgend, vgl. fürtrefflichkeit teil 4, 1, 1, sp. 918, wo auch übe…

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Cotta, M. (2026). „trefflichkeit". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/trefflichkeit/dwb?formid=T09463
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Cotta, Marcel. „trefflichkeit". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/trefflichkeit/dwb?formid=T09463. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „trefflichkeit". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/trefflichkeit/dwb?formid=T09463.
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