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Tapfer

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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23 in 20 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Tapfer

Bd. 4, Sp. 532
Tapfer, -er, -ste, adj. et adv. 1. Fertigkeit besitzend und zeigend, die Hindernisse nur zu mehrerer Anstrengung seiner Kräfte in Überwindung dagegen zu gebrauchen, und darin gegründet; welche Bedeutung unstreitig eine der ersten ist, welche noch häufig im gemeinen Leben gebraucht wird. Tapfer arbeiten. Du mußt tapfer zulaufen. Er kann tapfer gehen. Tapfer zechen. Tapfer aushalten. Halte dich tapfer! welches man in einem jeden Falle gebraucht, wo Anstrengung der Kräfte zu Überwindung der Hindernisse erfordert wird. Daher es in noch weiterm Verstande im gemeinen Leben auch noch häufig für sehr gebraucht wird. Jemanden tapfer ausprügeln. 2. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung ist tapfer, Fertigkeit besitzend und zeigend, alle Gefahr bloß zu mehrerer Anstrengung seiner Kräfte im Widerstande dagegen zu gebrauchen, und darin gegründet; im Gegensatze des feige. Ein tapferer Mann. Tapfer seyn. Besonders im Kriege und in Gefechten. Ein tapferer Soldat, ein tapferer Held. Sich tapfer wehren. Eine tapfere That. Sich tapfer halten. In dieser Bedeutung kommt es mit herzhaft in der engern Bedeutung überein, außer, daß es etwa einen höhern Grad bezeichnet, so wie es auch zuweilen für herzhaft in weiterm Verstande, von der pflichtmäßigen Mäßigung aller Furcht gebraucht wird, im Gegensatze des furchtsam. 3 * In weiterm Verstande bedeutete dieses Wort ehedem sehr häufig, den zu seiner Absicht gehörigen Grad körperlicher Stärke besitzend. Ein tapferes Pferd, ein braves. Ein tapferer Arbeiter, ein guter. Und in noch weiterm Verstande, von jedem vorzüglichen Grade der zu seiner Absicht nöthigen Eigenschaften. Ein tapferer Mann, ein nützlicher, brauchbarer. Eine tapfere Ursache, eine rechtschaffene, hinlänglich gegründete. Tapfere Früchte, reife, gute. Ingleichen für derb, fest, stark. Ein tapferes Gebäude, ein starkes, Bluntschli. Die Brüstlin sollen an den Jungfrauen klein sein und tapfer, Buch der Natur von 1483, d. i. derb. Welche Bedeutungen noch hin und wieder im Oberdeutschen gangbar, im Hochdeutschen aber veraltet sind. Anm. In den gemeinen Ober- und Niederdeutschen Mundarten dapfer, dapper, im Engl. dapper, im Schwed. tapper. Bey unsern ältesten Oberdeutschen Schriftstellern kommt dieses Wort nicht vor, indem sie in dessen zweyten Bedeutung, degen, mannfest, mannhaft, fromm u. s. f. dafür gebrauchen. Wachter, Frisch und andere leiten es von dem Slavon. dobry, gut, her, ohne zu bedenken, daß diese Bedeutung, welche zu der angezeigten dritten gehöret, bloß eine Figur einer ältern eigentlichern ist, daher das Slavonische Wort wohl ein Seitenverwandter, keines Weges aber das Stammwort seyn kann. Da körperliche Stärke und deren Erweisung überall der herrschende Begriff in diesem Worte ist, so ist es mehr als wahrscheinlich, daß es ursprünglich eine Onomatopöie einer heftigen Leibesbewegung gewesen, und mit toben, dem provinz. tabben, tubben, schlagen, tappen u. s. f. verwandt ist, so fern auch diese den Laut heftiger Bewegungen nachahmen.
2980 Zeichen · 50 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TAPFERadj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    TAPFER adj. fest. ahd. taphar lat. gravis, gravidus Graff 5,394. — ir füeʒe in rehter mâʒe wâren tapfer unde sleht troj.…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    tapferM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    tapfer , M. Vw.: s. tappære* L.: MndHwb 3, 791 (tapfer)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tapfer

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Tapfer , -er, -ste, adj. et adv. 1. Fertigkeit besitzend und zeigend, die Hindernisse nur zu mehrerer Anstrengung seiner…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    tapfer

    Goethe-Wörterbuch

    tapfer [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    tapfer

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    tapfer Band 3, Spalte 3,1212f.

  6. Sprichwörter
    Tapfer

    Wander (Sprichwörter)

    Tapfer 1. Der ist tapfer, der nicht furchtsam und nicht kühn ist. 2. Es ist keiner so dapffer vnnd starck, er findet noc…

  7. Spezial
    tapfer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    tap|fer adj. (mutig) corajus (-sc, -josa), da coraje, ardí (ardis, ardida).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tapfer

24 Bildungen · 21 Erstglied · 0 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von tapfer

tapfern + -er

tapfer leitet sich vom Lemma tapfern ab mit Suffix -er, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von tapfer 2 Komponenten

tap+fer

tapfer setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tapfer‑ als Erstglied (21 von 21)

Tapferlauf

SHW

Tapfer-lauf Band 1, Spalte 1365-1366

Tapfere (der)

Wander

tapfe·reder

Tapfere (der) 1. Der Tapfere fürchtet den Tod nicht. Böhm. : Smrt' udatnému nestrašna. ( Čelakovsky, 118. ) 2. Der Tapfere nicht lang überle…

tapferen

KöblerMhd

tapfe·ren

tapferen , sw. V. nhd. reif werden ÜG.: lat. maturare Voc Q.: PsWindb (4. Viertel 12. Jh.), Voc E.: s. tapfer W.: nhd. DW- L.: LexerHW 2, 14…

tapfericheit

Lexer

tapfe·richeit

tapferic-heit , tapferkeit stf. BMZ dapferigkeit, dapferkeit: maturitas, pulchritudo Dfg. 352 a . 471 c ; gewichtigkeit, wichtigkeit: die gr…

tapferig

PfWB

tapfe·rig

 tapferig Adv. : = tapfer 1, dapprich [ Gal-Wiesbg ].

tapferkeit

DWB

tapfer·keit

tapferkeit , f. vollere form tapferigkeit, tapfrigkeit ( einem mhd. tapfericheit entsprechend ), im 15. jh. gebildet aus einem adj. tapferig…

tapferkeit

FWB

1. ›Würde, Ansehen; Tüchtigkeit, Beharrlichkeit‹; 2. ›Mut, Tapferkeit‹

Tapferkeitsmedaillen

Meyers

Tapferkeitsmedaillen ,militarische Ehrenzeichen, die vornehmlich für Unteroffiziere und Soldaten bestimmt sind, die sich durch eine besonder…

Tapferlauf

PfWB

tapfer·lauf

Tapfer-lauf m. : ' Diarrhöe ', mehr scherzh., Dappeʳlaaf [KU-Brück Zweibr Bliesg (PfId. 31) SOPf (Nachlaß Heeger )], -lääf [ PS-Erfw ]; vgl.…

tapferlich

DWB

tapfer·lich

tapferlich , adv. wie tapfer II Dasyp. (1556) B 7 d . Maaler 86 d . Stieler 2355 : es stat im tapferlichen ( nd. drepichliken) an. S. Brant …

tapferlīche

KöblerMhd

tapferlīche , Adv. nhd. fest, entschlossen, widerstrebend, gedrungen, voll, gewichtig, bedeutend, ansehnlich, anhaltend, nachdrücklich, stre…

tapfermütig

DWB

tapfer·muetig

tapfermütig , adj. und adv. strenuus, strenue Stieler 1300 , vgl. starkmütig: hochgebohrner und tapfermüthiger herr! Ettner unw. doctor 489 …

tapfermut

DWB

tapfer·mut

tapfermut , m. was tapferer mut und daraus zusammengerückt: er hat nicht ruw, wo friden ist, wo geduld und tapfermut. Zwingli 2, 391 ; ohne …

tapfermäßig

DRW

tapfer·mäßig

tapfermäßig, adj. wie tapfer (V) in vorigen zeiten [haben] große herren ihre getreue und tapfermäßige dienere und unterthanen zu dem adelsta…

Tapfermäßigkeit

DRW

tapfer·mäßigkeit

Tapfermäßigkeit, f. wie Tapferkeit (III) in vorigen zeiten [haben] große herren ihre getreue ... dienere und unterthanen zu dem adelstande i…

Tapferspring

PfWB

tapfer·spring

 Tapfer-spring f. : = Tapferlauf , Dapperspring [ Lambert Penns 36]. Syn. s. Durchfall .

tapferthäter

DWB

tapfer·thaeter

tapferthäter , m. einer der tapfer handelt, ein held: Roma, deine tapferthäter .. gingen all aus ihr hervor. Bürger 3 b .

tapferzeit

DWB

tapfer·zeit

tapferzeit , f. heldenzeit: die schönsten einfachsten menschenverhältnisse und verwickelungen der tapferzeit, der liebe .. nahmen die glückl…

Ableitungen von tapfer (3 von 3)

Getapfer

PfWB

Ge-tapfer n. : = Durchfall . Er hat 's Gedabber [Zweibr]; vgl. Lauftapfer , Gehhurtig . Lothr. 186 and. Bed.

Tapfere

GWB

Tapfere [bisher nicht publizierter Wortartikel]

untapfer

DWB

untapfer , adj. adv. , gth. v. tapfer 2 a: Riederer rhetoric (1493) c 4 b ; gth. v. tapfer 2 b u. 3: Pegius geburtsstundenbuch (1570) k k 4 …