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Tafel

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Tafel

Bd. 4, Sp. 514
Die Tafel, plur. die -n, Diminut. das Täfelchen, Oberd. Täfellein. 1. Im weitesten Verstande, ein jeder gemeiniglich viereckiger ebener Körper, welcher ungleich länger und breiter, als dick ist; am häufigsten nur in solchen Fällen, wo ein solcher Körper keine andere eigene Benennung hat, denn Blatt, Platte, Bret u. s. f. sind im Grunde auch Tafeln. Eine Tafel Spiegelglas. Glas in Tafeln, eine Glastafel. Messing in Tafeln, S. Tafelmessing. Morsellen in Tafeln oder Täfelchen. Eine Tafel Chocolate. Bey den Tischlern sind die Tafeln zwey oder drey an einander geleimte und auf der einen Seite glatt gehobelte Breter, womit die Fußböden und Wände der Zimmer getäfelt, d. i. bekleidet werden. Eine Tafel von Marmor, eine Marmortafel. Einen Stein zu Tafeln schneiden. Indessen ist von steinernen und metallenen Tafeln das Wort Platte in den meisten Fällen üblicher. In einigen Gegenden werden auch die Scheiben oder Waben in den Bienenstöcken Tafeln genannt. 2. Besonders, so fern ein solcher Körper dienet darauf zu schreiben, Eine Schiefertafel, Rechentafel. Die Gesetztafeln, steinerne Tafeln, auf welchen die zehn Gebothe des Sittengesetzes der Juden geschrieben wurden; daher die zwey Hauptarten des göttlichen Sittengesetzes noch jetzt die zwey Tafeln genannt werden. Die schwarze Tafel, von Holz, mit der Kreide darauf zu schreiben. Die Schreibetafel, eine oder mehrere Tafeln, von Elfenbein, einer besondern Art Pergamentes u. s. f. solche bey sich zu tragen und darauf zu schreiben. Die Geschlechtstafel, ein Geschlechtsregister, so fern es ehedem auf eine eigentliche unbeugsame Tafel verzeichnet und aufgehänget wurde. Um eben desselben Willen pflegte man ehedem auch die Landkarten, und Gemählde gleichfalls Tafeln, (Franz. Tableaux,) zu nennen, in welcher Bedeutung es aber im Hochdeutschen veraltet ist, wo man das Wort Tafel nur noch von festen unbiegsamen Flächen gebraucht, die pergamentene Schreibtafeln etwa ausgenommen. S. auch Tabelle. 3. In engerer Bedeutung, ein jeder großer Tisch, er sey viereckt, oder rund, oder lang, oder von welcher Gestalt er wolle; ohne Diminutivum. Der Schneider schneidet die Kleider auf einer langen Tafel zu, Siehe Tafelschneider. Die Balkentafel. Besonders, (1) Ein solcher großer Tisch, daran zu speisen. (a) Eigentlich, wo ein jeder großer Tisch, woran viele Personen Platz haben, den Nahmen einer Tafel führet. Eine Tafel, woran zwanzig Personen speisen können. An einer runden Tafel speisen[] Die runde Tafel, Franz. Table ronde, ein bekannter alter Roman. Eine ovale Tafel. Die Tafel decken. Weil vornehme Personen gemeiniglich zahlreiche Tischgesellschaften haben, so ist es in dieser Bedeutung besonders von ihren Speisetischen üblich. Es wurde an vier Tafeln gespeiset. Die Speisen auf die Tafel setzen. (b) Figürlich, eine solche mit Speisen besetzte Tafel, ingleichen eine Mahlzeit, sowohl eine feyerliche Mahlzeit mehrerer Personen, als auch die gewöhnliche Mahlzeit vornehmer Personen, wie man von geringern in eben diesem Verstande das Wort Tisch gebraucht, ohne Plural. Sich zur Tafel setzen. Zur Tafel gehen. Noch bey der Tafel sitzen. Nach der Tafel. Jemanden mit zur Tafel nehmen. Tafel halten, d. i. speisen, ingleichen, eine zahlreiche Gesellschaft zu Tische haben. Offene Tafel halten, öffentlich speisen. Freye Tafel halten, wo jedermann von einem gewissen Stande Zutritt hat. Lange Tafel halten, lange bey Tische sitzen. Von der Tafel aufstehen. Die Mittagstafel, Abendtafel. Es ist heute große Tafel, es speiset heute eine zahlreiche Gesellschaft bey Hofe. Jemanden zur Tafel ziehen, einladen lassen. Zur Tafel blasen. Zur Tafel kommen, bey der Tafel erscheinen. Die Tafel bey Hofe haben, gewöhnlich bey Hofe speisen. Eine gute Tafel führen, gut speisen. In der dichterischen Schreibart auch wohl die Speisegesellschaft. Eine muntere Tafel, von leichten Scherzen umflattert, Schmaußte den langen Nachmittag durch, Zachar. (2) Eine solche Tafel, so fern die Glieder eines Gerichtes oder einer Versammlung an derselben zusammen kommen, daher in einigen Provinzen und Ländern ein Gerichtshof noch die Tafel genannt wird; daher die Landtafel, das Landgericht, die Lehntafel, die Lehenskanzelley u. s. f. Anm. Schon bey dem Notker und Willeram Tauelo, Tabilo, im Schwed. Tafla, im Wallis. Tafall. Gemeiniglich leitet man es von dem Lat. Tabula her; allein, wegen seines hohen Alters, scheinet es vielmehr ein Seitenverwandter, als ein Abkömmling desselben, zu seyn. Die Endsylbe -el, Lat. -ula, bedeutet ein Ding, Subject. Das eigentliche Stammwort Taf, scheint entweder den Begriff der Ausdehnung in die Länge und Breite zu haben, und mit Tapete, Teppich, Daube, vielleicht auch mit Stab, verwandt zu seyn, oder auch zu einem veralteten tafen, in Blätter schneiden, zu gehören, welche Bedeutung das Wallisische tafella noch hat. Übrigens lautet dieses Wort in einigen gemeinen Mundarten auch Zabel, Zagel, daher Schachzabel, das Schachbret, Wurzabil, bey dem Raban Maurus, die Wurftafel.
4967 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    tafel

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    tafel , täffel s. tavel, tevel.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    tafel

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +4 Parallelbelege

    tafel -bêr, dünnes Tischbier; -blîg, -missink, Blei, Messing in Plattenform; -broder, -note, Tischgenosse; -dôk, Serviet…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tafel

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Tafel , plur. die -n, Diminut. das Täfelchen, Oberd. Täfellein. 1. Im weitesten Verstande, ein jeder gemeiniglich vi…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tafel

    Goethe-Wörterbuch

    Tafel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tafel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Tafel , in der Geologie ein Komplex horizontal ausgebreiteter Schichten; bei geschliffenen Edelsteinen, s. Edelsteine , …

  6. modern
    Dialekt
    Tafel

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Tafel Band 3, Spalte 3,965-967

  7. Sprichwörter
    Tafel

    Wander (Sprichwörter)

    Tafel 1. An der besten Tafel kann man harte Brocken schlucken. 2. An der Tafel kommt zuerst der Abt, dann der Küchenmeis…

  8. Spezial
    Tafel (abbr Taf.)f

    Dt.-Russ. phil. Termini · +5 Parallelbelege

    Tafel , f (abbr Taf.) таблица , ж [typo]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tafel

504 Bildungen · 317 Erstglied · 185 Zweitglied · 2 Ableitungen

tafel‑ als Erstglied (30 von 317)

Tafelapfel

SHW

Tafel-apfel Band 1, Spalte 1303-1304

Tafelbirne

SHW

Tafel-birne Band 1, Spalte 1303-1304

Tafelhonig

SHW

Tafel-honig Band 1, Spalte 1303-1304

Tafelkleid

SHW

Tafel-kleid Band 1, Spalte 1303-1304

Tafelkordel

SHW

Tafel-kordel Band 1, Spalte 1303-1304

Tafellappen

SHW

Tafel-lappen Band 1, Spalte 1303-1304

Tafelobst

SHW

Tafel-obst Band 1, Spalte 1303-1304

Tafelrahme

SHW

Tafel-rahme Band 1, Spalte 1303-1304

Tafelöl

SHW

Tafel-öl Band 1, Spalte 1303-1304

tāfelaftich

MNWB

tafel·aftich

° tāfelaftich ( -ll- ), -achtich, adj. (flekt. -g- ): mit einem erhöhtem Umgang versehen, ‚tabulatum' , „ de want des tempels de was al vmme…

Tafelamt

DRW

tafel·amt

Tafelamt, n. Stellung, Posten eines Tafelherrn [daß] die ietzo im taffel-ampt befindliche drey herren des raths, nebst dem gemeinen worthalt…

tafelapfel

DWB

tafel·apfel

tafelapfel , m. apfel als tafelobst Oken 3, 2085 f.; früher oder fürstlicher tafelapfel, was krieger 3. Nemnich 3, 587 .

tafelaufsatz

DWB

tafel·aufsatz

tafelaufsatz , m. zum schmucke einer tafel (5, b ) dienender aufsatz, s. Schultz höf. leben 2 1, 375. anzeiger für die kunde der deutschen v…

tafelaufwand

DWB

tafel·aufwand

tafelaufwand , m. aufwand für eine tafel (5, b ): der tafelaufwand bei den Römern unter den ersten kaisern. Becker weltgesch. 3, 383 .

Tafelbai

Meyers

tafel·bai

Tafelbai (engl. Table Bay ), große, offene Bai an der Südwestküste des Kaplandes; obwohl durch einen 1000 m langen Wellenbrecher gegen Nordw…

Tafelbeer

MeckWB

tafel·beer

Tafelbeer f. feine, wohlschmeckende Birnensorte Sta Triepk .

tafelbemerkung

DWB

tafel·bemerkung

tafelbemerkung , f. bemerkung, die man bei einer ( wirts- ) tafel macht: ich könnte ein buch über meine stillen tafelbemerkungen drucken las…

tafelberg

DWB

tafel·berg

tafelberg , m. ein berg, der oben eine vollständige ebene hat ( an der südwestküste des kaplandes, s. Zedler 41, 1412 ). vgl. tafelland und …

tafelbett

DWB

tafel·bett

tafelbett , n. κλίνη : in der mitte aber sasz auf einem tafelbett Attila. Freytag ges. werke 17, 166 ( aus Priscus ).

tafelbier

DWB

tafel·bier

tafelbier , n. oder herrenbier, cerevisia meracior Stieler 146 , im gegensatze des hofbieres, das die leute trinken Weber öcon. lex. 851 a .…

tafelbild

DWB

tafel·bild

tafelbild , n. gemälde auf holz ( s. tafel 8, c und tafelmalerei): auch die malerei wurde ( zur zeit der Merowinger ) nach alten handwerksre…

Tafelbir(eⁿ)

Idiotikon

Tafelbir(eⁿ) Band 4, Spalte 1497 Tafelbir(eⁿ) 4,1497

Tafelbirn

Adelung

tafel·birn

Die Tafelbirn , plur. die -en. 1. Eine allgemeine Benennung aller schmackhaften Birnen, welche man noch auf die Tafel zum Nachtische aufzuse…

tafel als Zweitglied (30 von 185)

Aderlaßtafel

Adelung

aderlass·tafel

Die Aderlaßtafel , plur. die -n, die Vorstellungen derjenigen Adern an einem gemahlten Menschen oder Pferde, aus welchen Blut gelassen werde…

Altermanntafel

DRW

altermann·tafel

Altermanntafel Versammlung der Älterleute vgl. Älterleutetafel, Ältertafel Gutzeit,Livl. Nachtr. I 31

altārtafel

KöblerMnd

altār·tafel

altārtafel , F. nhd. „Altartafel“, Altarbild E.: s. altār, tafel L.: MndHwb 1, 64 (altârtaffel)

Armentafel

DRW

armen·tafel

Armentafel Armenliste die niet en hebben om te leven ... en daarvoor bekend zyn in het register der arme tafel 1774 LimbWijsd. 86 Faksimile

Backtafel

Adelung

back·tafel

Die Backtafel , plur. die -n, bey den Bäckern, das auf einer Tafel befindliche Verzeichniß, wie sie nach einander die Mühle besprechen und e…

beilketafel

DWB

beilketafel , f. balltafel, kugeltafel. niederdeutsch. Fleming 425 (421) schreibt peilke.

brūttafel

KöblerMnd

brūt·tafel

brūttafel , F. nhd. Hochzeitstafel Hw.: s. brūtdisch, brūtbank E.: s. brūt, tafel R.: in de brūttafel schenken: nhd. auf den Tisch für die B…

bēdetafel

KöblerMnd

bēde·tafel

bēdetafel , F. nhd. „Bitttafel“, Almosenbrett Hw.: vgl. mhd. betetāvel E.: s. bēde (5), tafel L.: MndHwb 1, 163 (bēdetaf[f]el), Lü 30a (bede…

bīhttafel

KöblerMhd

bīhttafel , st. F. Vw.: s. bīhttavel

bōdentafel

KöblerMnd

bōdentafel , F. nhd. Gesindetisch E.: s. bōde (1), tafel L.: Lü 59b (bodentafel)

constabel, constafel

MWB

constabel, constafel stM. aus mlat. comestabulus, con(ne)stabulus, afrz. conestable (MlatWB 2,919; Suolahti 1,127). ‘(hoher) militärischer B…

constofel, constafel

MWB

constofel, constafel swF. ‘in einem Stadtbezirk (von Straßburg) vereinigte Genossenschaft der nicht zünftigen Gewerbetreibenden (der → const…

drucktafel

DWB

druck·tafel

drucktafel trocktafel, f. spieltisch, beilketafel ( oben 1, 1380), peilkentafel abacus lusorius Stieler 109 , fast wie eine billardtafel. da…

dēmanttafel

KöblerMnd

dēmanttafel , F. nhd. Diamant von bestimmtem Schliff, Tafelstein E.: s. dēmant, tafel L.: MndHwb 1, 411 (dêmanttaffel)

Ableitungen von tafel (2 von 2)

Getafel

Campe

Getafel , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

tāfele

MNWB

~tāfele „perima” (= parma). — ° ~tārtze, -tērse (-tarcze), storm(t)ā(r)cie, hierher die Formen: ° stormācie (Brandis 18) u. ° stormārtze (Ub…