stiege,
f. , '
treppe, leiter, stufe'
; ahd. stiega (
Monseer gll., ahd. gl. 1, 434, 36),
mhd. stiege.
der stammvokal des deutlich zu 1steigen (
etymologie s. dort)
gehörigen wortes, der wegen stiagal
gradus (
Benediktinerregel, s. kl. ahd. sprachdenkm. 271, 4
u. ö.)
auf ē
2 zurückgeht (
vgl. stiegel und Schatz
ahd. gr. § 21)
ist unerklärt; der ansatz *stēighā
bei Walde-Pokorny 2, 614
schiebt die schwierigkeit nur um eine stufe zurück, da in der ausgesprochen kurzdiphthongischen wurzel steigh-
sonst nirgends ein langdiphthong auftritt; vgl. auch Franck
zs. f. dtsch. altertum 40, 58
f., der allerdings wenig glaubhaft mit einflusz der wurzel stāi, stī '
steif' (
vgl. 3steige)
rechnet. —
starke und schwache beugung stehen von anfang an nebeneinander; stark z. b. ahd. gl. 1, 650, 57 (
Monseer gll.), Hartmann v. Aue
Iwein 6434
B.; mit apokope stieg
z. b. Wickram
rollwagenb. 70
Kurz, Kramer
t.-ital. 2 (1702) 947
a;
schwach z. b. ahd. gl. 1, 434, 36
St.-S. (
Monseer gll.),
Nibel. 564, 2
B., H. Folz 95, 24
M., (
dat. sing.) Nestroy
ges. w. 1, 10.
heute wird stiege
stark im sing., schwach im plur. flektiert. verbreitung. stiege
ist ein obd. wort, im ahd. und mhd. neben grêde
die herrschende sachbezeichnung, vgl. mhd. wb. 2, 2, 633, Lexer 2, 1189.
hierzu stimmt die heutige mundartliche verbreitung, s. die obd. wbb. im ostmd. tritt stiege
bereits hinter treppe zurück, vgl. Müller-Fraureuth
obersächs. 2, 564
b.
zur heutigen umgangssprachlichen verteilung von stiege
und treppe
s. Kretschmer
wortgeogr. 537
f. im bereich der nhd. schriftsprache macht sich der vorstosz des md. und nd. treppe
seit dem 16.
jh. bemerkbar in gelegentlichem synonymem gebrauch: auf einer dreppen oder auf schwäbisch stiegen Lindener
rastbüchlein 141
lit. ver.; eine treppe oder stiege Cyr. Spangenberg
manszfeld. chronica (1572) 1, 302
a; die stiegen oder treppen zum aufsteigen Sandrart
academia (1675) 1, 18;
vgl. auch: stiegen statt treppe pflegen wir (
in Norddeutschland) ... nicht zu sagen
allg. dtsche bibl. (1765) 29, 506.
wesentlich seit dem 19.
jh. drängt treppe
in der häufigkeit des gebrauchs stiege
merklicher zurück und schränkt auch seinen anwendungskreis ein, s. bei 1;
auch die stiegen-
compp. erscheinen vorwiegender bei süddeutschen autoren in gebrauch. bedeutung und gebrauch. ursprünglich scheint stiege (
wie ahd. stîga
und steiga,
s. 1steige,
auch 2steige)
allgemein ort und gelegenheit des steigens bezeichnet zu haben, vgl. ascensus stiega (
zu Jos. 10, 10)
ahd. gl. 1, 378, 64;
von hier aus wird es dann auf das künstliche mittel zum steigen eingeschränkt. 11)
treppe (=
scala)
als feste anlage, der gegensatz zur einzelstufe wird häufiger deutlich: ein stiegen mit vier staffelen Alb. Dürer
messung (1525) h 4
b,
vgl. auch unter c H. v. Barth
Kalkalpen (1874) 270,
unter 4 Lehman
floril. polit. (1662), 1, 411;
vgl. stiegenstaffel. 1@aa)
allgemein zunächst für jede art von treppe zur verbindung der stockwerke; mit verdeutlichenden adjektiven früh für die wendeltreppe, vgl. per cocleam after giwuntanero stiego
ahd. gl. 1, 650, 57
St.-S. (
Mons. gll.); krumm stieglin an einem turn
coclea (
voc. d. 15.
jhs.) Diefenbach
gl. 129
b; runde stiege
alias hölzerner wendelstein
cochlea Stieler
stammb. (1691) 2137;
auch in neuer zeit noch: schlank ... winden sich stiegen bis zu der höchsten, fast in der luft schwebenden spitze hinauf Fouqué
reiseerinn. (1823) 1, 119.
sonst die übliche treppe eines gebäudes: der kunic her gegen im gie an einer stiegen ze tal Ottokar
reimchr. 89607
S.; die schöne frawe ... im pey dreien staffeln abercz die stigen entgingen ginge Arigo
decam. 80
K.; das schornsteinloch ist so wol ein stück des hauses als die stiegen Lehman
floril. polit. (1662) 3, 45; ich hatte so bald nicht gessen, welches auf der stiegen (
im keller) sitzend geschahe Grimmelshausen 2, 382
Keller; so bald der morgen nur erschienen, so füllt ein heer wie eitel bienen die stiegen deines hauses an Henrici
ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 3, 29; Mathias ... ging aus dem wohnzimmer über den hausflur bis an die stiege Holtei
erz. schr. 6, 184. —
in älterer sprache auch eine gröszere oder prächtigere anlage: do mit gieng er uber die prück hinein wol in des fürsten sal, die prayte stieg wardt im zu schmal
pfarrer v. Kalenberg 5
ndr.; (
der ritter) sahe ligen ein schönen lustpallast, darinnen auf der stiegen fand er die schöne dam D. v.
d. Werder
ras. Roland (1636) 9.
ges., 20.
str.; noch ist in der kirche dieses klosters eine heilige stiege, die niemand mit füszen betreten darf Nicolai
reise (1783) 2, 607,
vgl. Schmeller-Fr. 2, 744; ein helles, freundliches haus, eine schöne, bequeme stiege, die in einen groszen vorsaal führt Thümmel
reise (1791) 3, 58;
vgl. die stiegen oder treppen zum aufsteigen sollen weit, liecht und nicht mühlich hoch sein Sandrart
academia (1675) 1, 18.
im besondern auch die äuszere, meist steinerne freitreppe: swie wîter sprunge er phlægefür des sales want, doch ergâhte in vor der stiegeder alde Hildebrant
Nibelungen 2274, 2
B.; da hett man willen, die stieg auf das rathaus ... ze machen, und mocht man nit stain darzu haben (
Augsburg um 1460)
städtechron. 5, 163; da giengen wir ein alte steinerne stiege auff hinein (
in die kapelle)
F. Fabri
beschreibung (1557) 77; wir eilten ... die stiege an dem lusthause herab Lohenstein
Arminius (1689) 1, 440
b; die kirche liegt jetzt sehr tief ..., man hat deswegen eine prächtige grosze stiege von marmor hinunter angelegt Heinse
s. w. 7, 76
Sch. die anwendung für eine stattlichere anlage zieht in jüngerer zeit treppe
an sich (
s. d. B 1
teil 11, 1, 2, 153),
so dasz für stiege
im wesentlichen nur der gebrauch für eine (
meist)
hölzerne, geringere, alte, oder kleinere anlage überbleibt; vgl. '
die stiege
ist schmal und hat schmale stufen, die treppe
ist breiter und hat auch breitere stufen' Stosch
gleichbed. wörter 2, 300,
beachte auch die charakterisierenden adjectiva: wurden wir durch feuersbrünste bedroht, was in hohen häusern mit hölzernen stiegen nicht all zu erfreulich ist Holtei
vierzig jahre (1843) 1, 222; das alte holz der stiege habe auch einmal einen einfall und träume (
und knarre) Watzlik
pfarrer v. Dornloh (1930) 183; der mönch ... kletterte die steile stiege hinauf, welche zu dem glockenstuhl führte G. Freytag
ges. w. 9, 15; man beförderte den kranken mühsam die schmale stiege hinauf in seine wohnung G. Hauptmann
bahnw. Thiel (1892) 60; und tappten dann hinab die dunklen stiegen
bei Arent
mod. dichtercharaktere (1885) 146.
dichterische sprache läszt mit stiege
gern romantischaltertümliche vorstellungen aufklingen, so gerade bei norddeutschen autoren, denen stiege
ein hochsprachliches wort ist: mein thurm ist köstlich ... einsam, graulich, — heimliche stiegen in den mauern A. v. Droste-Hülshoff
br. an Schücking (1893) 280; gras und farrenkraut bewächst die stiegen A. v. Chamisso
w. (1836) 6, 246; der alte bau war unsers stammes wiege, doch jetzt empfängt uns an bemooster stiege ein blasser greis, der sündfluth zeitgenoss Raupach
dram. w. ernst. gatt. (1835) 9, 29. 1@bb)
der begriff stiege
kann den gesamten von ihr gebildeten raum umfassen, nicht nur die stufenanlage selbst; das ganze treppenhaus: in der kamer auf der stiegen (
v. j. 1452) Zingerle
mittelalt. inventare 36
b; bei Figdor vorgesprochen, den ich auf der stiege traf
jahrb. d. Grillparzerges. (1890) 3, 217;
im besonderen den freien platz unter der treppenschräge (
der ehemals als aufenthaltsraum dienen konnte),
vgl.: der gê niur in einer plahen undr ein stieg und leg sich nider Teichner 233
Kar.; vor der kuchen hat es ein stiegen, darein will ich dir ein beth schaffen Ayrer
dramen 1600
K.; dieser platz kann zu einer kammer ausgebaut sein (
vgl. bei treppe
teil 11, 1, 2, 153): und leget den vater allein untert stieg in ein kemmerlein Hans Sachs
w. 7, 443
K. anderseits begreift stiege
den absatz des stockwerks in sich und dient zu dessen zählung: ich musz finsterlich euch hinauff bringen hoch drey stiegen Hans Sachs
w. 17, 12
K.-G.; er wohnt zwo stiegen hoch
sul secondo piano Kramer
t.-ital. 2 (1702) 947
a; er hauset in der Stillgasse no. 217 über 2 stiegen Adelung
magazin (1783) 2, 107; wir wurden eine stiege hoch in ein ringsgetäfeltes zimmer geführt Göthe 29, 108
W.; dieser gebrauch ist hauptsächlich im ostfränkischen heimisch, vgl.: do sēngs vo~ waitn scho a haus ... do schelln s na o~ drai stöing hoch
Nürnb. mundartdichtung (
mündl.) 19.
jh., sieh auch Kretschmer
wortgeogr. 538. 1@cc)
für treppenanlagen auszerhalb von baulichkeiten; bei gerüsten, tribünen: auf dem markt war aus holtz ein hoch und weit gerüst ... gemacht, auf welches man muszt ein stiegen hinauf gehn Achatius
chronica (1557) 311
b;
aus in den fels gehauenen stufen bestehend: bald gewahrte ich eine stiege, die in den berg hinein ging Novalis
schr. 4, 61
M.; eine stiege mit geländern führte von der strasze zum kirchhof hinauf H. Carossa
kindheit (1922) 11.
übertragen: die breite der (
fels-)stiege, die vor mir sich aufbaute, stand ... nicht ganz im richtigen verhältnisse zur höhe ihrer stufen H. v. Barth
Kalkalpen (1874) 270. 22)
als bewegliche (
sprossen-)
leiter; die sturmleiter zum ersteigen von mauern: item Herman Schatz sol mit den 3 prukken bey dem zapfenmacher sein an seinem strm und sol die stiegen auch uffrihten (
ausrüstung d. heeres v. j. 1388,
Nürnb.)
städtechron. 1, 179; sie haben ein stiegen oder laiter (
sambuca) bereitet, vier schuch breit ... zu beiden seiten hat mans vergettert und oben bedeckt Xylander
Polybius (1574) 365.
sonst eine leiter zum emporsteigen: statt einer stiege stellt man eine lange stange (
mit steigringen) an den ort, wo man ansteigen will
onomatol. curiosa (1764) 865;
so noch mundartlich, vgl. Schmeller
cimbr. 174
b, Bacher
Lusern 394. 33)
als einzelne stufe (
vgl.treppe A)
im älteren obd.: uf der erde enmitten ... stet ein sul, dar uf ein spiegel klare. funf und zweintzic stige und hundert gent al umb dar zu ver ware. der stapfel etsliche sint porfireticone
jüng. Titurel 6120
H.; vgl. gradus stieg oder standt
voc. teut. (
Nürnb. 1482) ff 2
b, staffel, stiege (
voc. v. 1482) Diefenbach
gl. 268
a,
auch ahd. stiagal
als geistl. grad in der Bened.-regel (
s. unter herkunft): stiegen oder staffeln Mich. Stiefel
bei Fischer
schwäb. 5, 1757; stuffen, trepffen, stiegen, erhobene bencklein
anabathra, gradus, κλιμακτῆρες Decimator
thes. (1608)
ind. e 4
b.
davon als staffel zum übersteigen von zäunen (
vgl. stiegel),
so als stufenförmig aufgebauter übergang eines hags oder zauns (
im Allgäu) Fischer
schwäb. 5, 1758;
für verkaufsbank im älteren schwäb. ebda 5, 1757. —
entsprechend 3steige (
teil 10, 2, 1871)
gelegentlich für '
gehege, gitter': wo die stiege nidrig ist, da hupfen alle hund uber Petri
d. Teutschen weish. (1604) 2, M m m 4,
vgl. dasselbe sprichwort mit stiegel
sp. 2824,
vgl. dazu die ahd. glosse per cancellos stiegun
ahd. gl. 1, 450, 17
St.-S., wo das gitter eines söllers gemeint ist. 44)
bildlicher gebrauch gewinnt feste anwendung im religiösen bereich: swer die stiege machen sol diu hin zem oberisten guot (=
gott) reiche, der habe sô reinen muot Thomasin v. Circlaria 5840
R.; deszhalb hat der herr dem menschen ... zuoberait die styeg der gnaden mit staffeln der sacrament Berthold v. Chiemsee
teutsche theol. 409
R.; Christus ist die stieg in himmel Reiszner
Jerusalem (1565) 2, 9; aber der Babylonische thurn, da man wil in stiegen und in meynungen zu gott aufsteigen ..., hält die wahre erkäntnüsz auf J. Böhme
myster. magnum (1682) 567. —
in sprichwörtlicher rede für aufstieg und sturz des menschen: fahe fein unten an der untersten stiegen an und fahre so fein gemach fort J. Westphal
hoffartsteuffel in: theatr. diabol. (1569) 2, 14
a; von staffeln zu staffeln kompt man die stiegen hinauf Lehman
floril. polit. (1662) 1, 411; der einen heiszet die stiegen hinauf gehen, kan ihm auch dieselbe wieder herab wehren 3, 46; sey nur frölich und lache nicht, fall die stiegen hinunder und rumpel nicht 3, 323.
als oxymoron, unverdient hochkommen (
vgl. die geläufigere redensart die treppe hinauffallen
teil 11, 1. 2, 155): selber die stiegen sind (
am hofe) von glase, dasz man oft hinauffällt Herder
w. 27, 146
S. anders: ein verleumbder hat einen starken rücken, er kan viel leut zugleich ein stiegen hinan tragen Petri
d. Teutschen weish. (1604) 2, y 7
b,
vgl. stiegenträger
sp. 2827;
weiteren sprichwörtlichen gebrauch s. bei Wander 4, 854. 55)
als instrument des bewegens verbindet sich stiege
vor allem mit verben wie gehen, kommen, steigen, fallen
u. ähnl., vgl. auch die beispiele unter 4.
die wendung einen die stiege hinabwerfen
kann dabei auch uneigentlich gefaszt sein für '
jemand aus dem hause weisen'
: deturbare aliquem praecipitem, scalis dejicere et detrudere, sive exigere domo Stieler (1691) 2137;
vgl. einem die stiege weisen Wander 4, 855;
vgl. die treppe hinabwerfen, weisen
teil 11, 1, 2, 156. 5@aa)
mit präpositionalem anschlusz; in älterer sprache mit an: dô was ouch der von Berne an einer stiege komen nider
Dietrichs flucht 4713
Martin; (
eine) statt ... auf eim hohen berg gelegen, ... darzuo man gleich als an einer stiegen steigen muosz Seb. Franck
weltbuch (1534) 129
a.
auf der (die) stiege: die Römer drangen auf beyden stiegen herab Lohenstein
Arminius (1689) 2, 246
a; man gehet auf eine breite, hohe stiege hinauf J. A. v. Mandelslo
morgenl. reisebeschr. 37
Olearius; wenn sie mir auf der stiege begegnete Herm. Schmid
gesch. aus Bayern (1861) 7.
über: sie über die stiegen des haus aufgiengen Arigo
decam. 320
K.; der kellner ... stiesz ihn über die stiegen hinunter Abr. a
s. Clara
etwas f. alle (1699) 2, 34; geht ins haus, über die stiege, den gang gerade aus
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. (1893) 4, 196.
zu: den pristaffen soll er haben zur stiegen herunter werfen lassen A. Olearius
pers. reisebeschr. (1696) 69,
vgl. Stieler
stammb. 2137.
von: (
kaiser Albert) fiel von der stiegen H. Rätel
chron. (1607) 286; der knabe rannte schnell nach haus, da fiel er von der stiegen Hoffmann v. Fallersleben
ges. schr. 2, 119; Grillparzer (
hatte) das unglück, von einer stiege herabzustürzen
jahrb. d. Grillparzerges. 1, 308. 5@bb)
mit richtungsadverbien oder damit zusammengesetzten verben. ein älterer gebrauch wurzelt in der vorstellung des stiegenraumes (
s. 1 b,
auch bei treppe
teil 11, 1, 2, 156): sonder wein her, der scherpfet das hirn, fürnemlich wann einer die stieg einfellt Fischart
Gargantua 28
ndr.; ich kam nie recht, dann ein mal, da warf man mich die stiegen ein
klugreden (1548) 87
b; etliche schler hatten ihren präceptoren die träppen oder stiegen hinein geworfen Lehman
floril. polit. (1662) 4, 206.
sonst wird die bewegung nach oben oder unten bezeichnet: das ich ain stiegen viel ze tal Oswald v. Wolkenstein 63, 107
Sch.; Tarquinius fur auf gar scharf, sein schweher die stiegen abwarf Hans Sachs
w. 2, 296
K.; auch soll das kornmasz eins mans last schwer sein, wie er das ein stiegen auftragen mag
teutscher nation nodturft (1523) d 2
a;
vgl. mhd. alsô fuorte er sî dan ... ûf eine stiege ... in ein sô schœne palas Hartmann v. Aue
Erec 8200
H.; der die stiegen hinauf in die stuben gieng Lindener
rastbüchlein 10
lit. ver.; als er eine stiegen herunter gehen wollen Rist
friedewünsch. Teutschland (1647) 130; wüthend sprang ich die stiegen hinunter Göthe I 43, 48
W.; als sie schon die stiege herabkamen Fontane
ges. w. I 5, 203. —
in adverb. zusammenrückung: er schritt hinaus ... stiegenab auf die strasze Handel-Mazetti
Stephana Schwertner (1912) 2, 96; als ... hüpften der bäche wellen im fall ihrer füsze stiegenab E. König
Thedel v. Wallmoden (1926) 85.
mit gelegentl. unterdrückung des verbs: frumkeit muosz die stiege hinab Seb. Franck
bei Fischer
schwäb. 5, 1757; um in ihre kammer zu gelangen, muszte man die stiege hinauf Melchior Meyr
erz. a. d. Ries (1868) 2, 353.
ohne adverb (
bei steigen): es kan kein mensch keine stiege mehr steigen Elisabeth-Charlotte 3, 110
Holland. die vereinigung des auf- und abbewegens dient vielfach dazu, unrast oder emsigkeit auszudrücken, vgl. stapfelmachen oder stieg auf und ab geen
gradiare voc. teut. (
Nürnb. 1482) ee 7
a; lauft ein stieg auf, die ander ab Hans Sachs 9, 41
K.; ward nun in dem haus ein gehn und kommen, auf und ab die stiegen Göthe 2, 99
W.; (
sie war) gewandert ... straszen und stiegen, auf und ab
M. v. Ebner-Eschenbach
ges. schr. 3, 177.