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stiege

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stiege f.

Bd. 18, Sp. 2818
stiege, f. , 'treppe, leiter, stufe'; ahd. stiega (Monseer gll., ahd. gl. 1, 434, 36), mhd. stiege. der stammvokal des deutlich zu 1steigen (etymologie s. dort) gehörigen wortes, der wegen stiagal gradus (Benediktinerregel, s. kl. ahd. sprachdenkm. 271, 4 u. ö.) auf ē2 zurückgeht (vgl. stiegel und Schatz ahd. gr. § 21) ist unerklärt; der ansatz *stēighā bei Walde-Pokorny 2, 614 schiebt die schwierigkeit nur um eine stufe zurück, da in der ausgesprochen kurzdiphthongischen wurzel steigh- sonst nirgends ein langdiphthong auftritt; vgl. auch Franck zs. f. dtsch. altertum 40, 58 f., der allerdings wenig glaubhaft mit einflusz der wurzel stāi, stī 'steif' (vgl. 3steige) rechnet.starke und schwache beugung stehen von anfang an nebeneinander; stark z. b. ahd. gl. 1, 650, 57 (Monseer gll.), Hartmann v. Aue Iwein 6434 B.; mit apokope stieg z. b. Wickram rollwagenb. 70 Kurz, Kramer t.-ital. 2 (1702) 947a; schwach z. b. ahd. gl. 1, 434, 36 St.-S. (Monseer gll.), Nibel. 564, 2 B., H. Folz 95, 24 M., (dat. sing.) Nestroy ges. w. 1, 10. heute wird stiege stark im sing., schwach im plur. flektiert. verbreitung. stiege ist ein obd. wort, im ahd. und mhd. neben grêde die herrschende sachbezeichnung, vgl. mhd. wb. 2, 2, 633, Lexer 2, 1189. hierzu stimmt die heutige mundartliche verbreitung, s. die obd. wbb. im ostmd. tritt stiege bereits hinter treppe zurück, vgl. Müller-Fraureuth obersächs. 2, 564b. zur heutigen umgangssprachlichen verteilung von stiege und treppe s. Kretschmer wortgeogr. 537 f. im bereich der nhd. schriftsprache macht sich der vorstosz des md. und nd. treppe seit dem 16. jh. bemerkbar in gelegentlichem synonymem gebrauch: auf einer dreppen oder auf schwäbisch stiegen Lindener rastbüchlein 141 lit. ver.; eine treppe oder stiege Cyr. Spangenberg manszfeld. chronica (1572) 1, 302a; die stiegen oder treppen zum aufsteigen Sandrart academia (1675) 1, 18; vgl. auch: stiegen statt treppe pflegen wir (in Norddeutschland) ... nicht zu sagen allg. dtsche bibl. (1765) 29, 506. wesentlich seit dem 19. jh. drängt treppe in der häufigkeit des gebrauchs stiege merklicher zurück und schränkt auch seinen anwendungskreis ein, s. bei 1; auch die stiegen-compp. erscheinen vorwiegender bei süddeutschen autoren in gebrauch. bedeutung und gebrauch. ursprünglich scheint stiege (wie ahd. stîga und steiga, s. 1steige, auch 2steige) allgemein ort und gelegenheit des steigens bezeichnet zu haben, vgl. ascensus stiega (zu Jos. 10, 10) ahd. gl. 1, 378, 64; von hier aus wird es dann auf das künstliche mittel zum steigen eingeschränkt. 11) treppe (= scala) als feste anlage, der gegensatz zur einzelstufe wird häufiger deutlich: ein stiegen mit vier staffelen Alb. Dürer messung (1525) h 4b, vgl. auch unter c H. v. Barth Kalkalpen (1874) 270, unter 4 Lehman floril. polit. (1662), 1, 411; vgl. stiegenstaffel. 1@aa) allgemein zunächst für jede art von treppe zur verbindung der stockwerke; mit verdeutlichenden adjektiven früh für die wendeltreppe, vgl. per cocleam after giwuntanero stiego ahd. gl. 1, 650, 57 St.-S. (Mons. gll.); krumm stieglin an einem turn coclea (voc. d. 15. jhs.) Diefenbach gl. 129b; runde stiege alias hölzerner wendelstein cochlea Stieler stammb. (1691) 2137; auch in neuer zeit noch: schlank ... winden sich stiegen bis zu der höchsten, fast in der luft schwebenden spitze hinauf Fouqué reiseerinn. (1823) 1, 119. sonst die übliche treppe eines gebäudes: der kunic her gegen im gie an einer stiegen ze tal Ottokar reimchr. 89607 S.; die schöne frawe ... im pey dreien staffeln abercz die stigen entgingen ginge Arigo decam. 80 K.; das schornsteinloch ist so wol ein stück des hauses als die stiegen Lehman floril. polit. (1662) 3, 45; ich hatte so bald nicht gessen, welches auf der stiegen (im keller) sitzend geschahe Grimmelshausen 2, 382 Keller; so bald der morgen nur erschienen, so füllt ein heer wie eitel bienen die stiegen deines hauses an Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 3, 29; Mathias ... ging aus dem wohnzimmer über den hausflur bis an die stiege Holtei erz. schr. 6, 184. — in älterer sprache auch eine gröszere oder prächtigere anlage: do mit gieng er uber die prück hinein wol in des fürsten sal, die prayte stieg wardt im zu schmal pfarrer v. Kalenberg 5 ndr.; (der ritter) sahe ligen ein schönen lustpallast, darinnen auf der stiegen fand er die schöne dam D. v. d. Werder ras. Roland (1636) 9. ges., 20. str.; noch ist in der kirche dieses klosters eine heilige stiege, die niemand mit füszen betreten darf Nicolai reise (1783) 2, 607, vgl. Schmeller-Fr. 2, 744; ein helles, freundliches haus, eine schöne, bequeme stiege, die in einen groszen vorsaal führt Thümmel reise (1791) 3, 58; vgl. die stiegen oder treppen zum aufsteigen sollen weit, liecht und nicht mühlich hoch sein Sandrart academia (1675) 1, 18. im besondern auch die äuszere, meist steinerne freitreppe: swie wîter sprunge er phlægefür des sales want, doch ergâhte in vor der stiegeder alde Hildebrant Nibelungen 2274, 2 B.; da hett man willen, die stieg auf das rathaus ... ze machen, und mocht man nit stain darzu haben (Augsburg um 1460) städtechron. 5, 163; da giengen wir ein alte steinerne stiege auff hinein (in die kapelle) F. Fabri beschreibung (1557) 77; wir eilten ... die stiege an dem lusthause herab Lohenstein Arminius (1689) 1, 440b; die kirche liegt jetzt sehr tief ..., man hat deswegen eine prächtige grosze stiege von marmor hinunter angelegt Heinse s. w. 7, 76 Sch. die anwendung für eine stattlichere anlage zieht in jüngerer zeit treppe an sich (s. d. B 1 teil 11, 1, 2, 153), so dasz für stiege im wesentlichen nur der gebrauch für eine (meist) hölzerne, geringere, alte, oder kleinere anlage überbleibt; vgl. 'die stiege ist schmal und hat schmale stufen, die treppe ist breiter und hat auch breitere stufen' Stosch gleichbed. wörter 2, 300, beachte auch die charakterisierenden adjectiva: wurden wir durch feuersbrünste bedroht, was in hohen häusern mit hölzernen stiegen nicht all zu erfreulich ist Holtei vierzig jahre (1843) 1, 222; das alte holz der stiege habe auch einmal einen einfall und träume (und knarre) Watzlik pfarrer v. Dornloh (1930) 183; der mönch ... kletterte die steile stiege hinauf, welche zu dem glockenstuhl führte G. Freytag ges. w. 9, 15; man beförderte den kranken mühsam die schmale stiege hinauf in seine wohnung G. Hauptmann bahnw. Thiel (1892) 60; und tappten dann hinab die dunklen stiegen bei Arent mod. dichtercharaktere (1885) 146. dichterische sprache läszt mit stiege gern romantischaltertümliche vorstellungen aufklingen, so gerade bei norddeutschen autoren, denen stiege ein hochsprachliches wort ist: mein thurm ist köstlich ... einsam, graulich, — heimliche stiegen in den mauern A. v. Droste-Hülshoff br. an Schücking (1893) 280; gras und farrenkraut bewächst die stiegen A. v. Chamisso w. (1836) 6, 246; der alte bau war unsers stammes wiege, doch jetzt empfängt uns an bemooster stiege ein blasser greis, der sündfluth zeitgenoss Raupach dram. w. ernst. gatt. (1835) 9, 29. 1@bb) der begriff stiege kann den gesamten von ihr gebildeten raum umfassen, nicht nur die stufenanlage selbst; das ganze treppenhaus: in der kamer auf der stiegen (v. j. 1452) Zingerle mittelalt. inventare 36b; bei Figdor vorgesprochen, den ich auf der stiege traf jahrb. d. Grillparzerges. (1890) 3, 217; im besonderen den freien platz unter der treppenschräge (der ehemals als aufenthaltsraum dienen konnte), vgl.: der gê niur in einer plahen undr ein stieg und leg sich nider Teichner 233 Kar.; vor der kuchen hat es ein stiegen, darein will ich dir ein beth schaffen Ayrer dramen 1600 K.; dieser platz kann zu einer kammer ausgebaut sein (vgl. bei treppe teil 11, 1, 2, 153): und leget den vater allein untert stieg in ein kemmerlein Hans Sachs w. 7, 443 K. anderseits begreift stiege den absatz des stockwerks in sich und dient zu dessen zählung: ich musz finsterlich euch hinauff bringen hoch drey stiegen Hans Sachs w. 17, 12 K.-G.; er wohnt zwo stiegen hoch sul secondo piano Kramer t.-ital. 2 (1702) 947a; er hauset in der Stillgasse no. 217 über 2 stiegen Adelung magazin (1783) 2, 107; wir wurden eine stiege hoch in ein ringsgetäfeltes zimmer geführt Göthe 29, 108 W.; dieser gebrauch ist hauptsächlich im ostfränkischen heimisch, vgl.: do sēngs vo~ waitn scho a haus ... do schelln s na o~ drai stöing hoch Nürnb. mundartdichtung (ndl.) 19. jh., sieh auch Kretschmer wortgeogr. 538. 1@cc) für treppenanlagen auszerhalb von baulichkeiten; bei gerüsten, tribünen: auf dem markt war aus holtz ein hoch und weit gerüst ... gemacht, auf welches man muszt ein stiegen hinauf gehn Achatius chronica (1557) 311b; aus in den fels gehauenen stufen bestehend: bald gewahrte ich eine stiege, die in den berg hinein ging Novalis schr. 4, 61 M.; eine stiege mit geländern führte von der strasze zum kirchhof hinauf H. Carossa kindheit (1922) 11. übertragen: die breite der (fels-)stiege, die vor mir sich aufbaute, stand ... nicht ganz im richtigen verhältnisse zur höhe ihrer stufen H. v. Barth Kalkalpen (1874) 270. 22) als bewegliche (sprossen-)leiter; die sturmleiter zum ersteigen von mauern: item Herman Schatz sol mit den 3 prukken bey dem zapfenmacher sein an seinem strm und sol die stiegen auch uffrihten (ausrüstung d. heeres v. j. 1388, Nürnb.) städtechron. 1, 179; sie haben ein stiegen oder laiter (sambuca) bereitet, vier schuch breit ... zu beiden seiten hat mans vergettert und oben bedeckt Xylander Polybius (1574) 365. sonst eine leiter zum emporsteigen: statt einer stiege stellt man eine lange stange (mit steigringen) an den ort, wo man ansteigen will onomatol. curiosa (1764) 865; so noch mundartlich, vgl. Schmeller cimbr. 174b, Bacher Lusern 394. 33) als einzelne stufe (vgl.treppe A) im älteren obd.: uf der erde enmitten ... stet ein sul, dar uf ein spiegel klare. funf und zweintzic stige und hundert gent al umb dar zu ver ware. der stapfel etsliche sint porfireticone jüng. Titurel 6120 H.; vgl. gradus stieg oder standt voc. teut. (Nürnb. 1482) ff 2b, staffel, stiege (voc. v. 1482) Diefenbach gl. 268a, auch ahd. stiagal als geistl. grad in der Bened.-regel (s. unter herkunft): stiegen oder staffeln Mich. Stiefel bei Fischer schwäb. 5, 1757; stuffen, trepffen, stiegen, erhobene bencklein anabathra, gradus, κλιμακτῆρες Decimator thes. (1608) ind. e 4b. davon als staffel zum übersteigen von zäunen (vgl. stiegel), so als stufenförmig aufgebauter übergang eines hags oder zauns (im Allgäu) Fischer schwäb. 5, 1758; für verkaufsbank im älteren schwäb. ebda 5, 1757. — entsprechend 3steige (teil 10, 2, 1871) gelegentlich für 'gehege, gitter': wo die stiege nidrig ist, da hupfen alle hund uber Petri d. Teutschen weish. (1604) 2, M m m 4, vgl. dasselbe sprichwort mit stiegel sp. 2824, vgl. dazu die ahd. glosse per cancellos stiegun ahd. gl. 1, 450, 17 St.-S., wo das gitter eines söllers gemeint ist. 44) bildlicher gebrauch gewinnt feste anwendung im religiösen bereich: swer die stiege machen sol diu hin zem oberisten guot (= gott) reiche, der habe sô reinen muot Thomasin v. Circlaria 5840 R.; deszhalb hat der herr dem menschen ... zuoberait die styeg der gnaden mit staffeln der sacrament Berthold v. Chiemsee teutsche theol. 409 R.; Christus ist die stieg in himmel Reiszner Jerusalem (1565) 2, 9; aber der Babylonische thurn, da man wil in stiegen und in meynungen zu gott aufsteigen ..., hält die wahre erkäntnüsz auf J. Böhme myster. magnum (1682) 567. — in sprichwörtlicher rede für aufstieg und sturz des menschen: fahe fein unten an der untersten stiegen an und fahre so fein gemach fort J. Westphal hoffartsteuffel in: theatr. diabol. (1569) 2, 14a; von staffeln zu staffeln kompt man die stiegen hinauf Lehman floril. polit. (1662) 1, 411; der einen heiszet die stiegen hinauf gehen, kan ihm auch dieselbe wieder herab wehren 3, 46; sey nur frölich und lache nicht, fall die stiegen hinunder und rumpel nicht 3, 323. als oxymoron, unverdient hochkommen (vgl. die geläufigere redensart die treppe hinauffallen teil 11, 1. 2, 155): selber die stiegen sind (am hofe) von glase, dasz man oft hinauffällt Herder w. 27, 146 S. anders: ein verleumbder hat einen starken rücken, er kan viel leut zugleich ein stiegen hinan tragen Petri d. Teutschen weish. (1604) 2, y 7b, vgl. stiegenträger sp. 2827; weiteren sprichwörtlichen gebrauch s. bei Wander 4, 854. 55) als instrument des bewegens verbindet sich stiege vor allem mit verben wie gehen, kommen, steigen, fallen u. ähnl., vgl. auch die beispiele unter 4. die wendung einen die stiege hinabwerfen kann dabei auch uneigentlich gefaszt sein für 'jemand aus dem hause weisen': deturbare aliquem praecipitem, scalis dejicere et detrudere, sive exigere domo Stieler (1691) 2137; vgl. einem die stiege weisen Wander 4, 855; vgl. die treppe hinabwerfen, weisen teil 11, 1, 2, 156. 5@aa) mit präpositionalem anschlusz; in älterer sprache mit an: dô was ouch der von Berne an einer stiege komen nider Dietrichs flucht 4713 Martin; (eine) statt ... auf eim hohen berg gelegen, ... darzuo man gleich als an einer stiegen steigen muosz Seb. Franck weltbuch (1534) 129a. auf der (die) stiege: die Römer drangen auf beyden stiegen herab Lohenstein Arminius (1689) 2, 246a; man gehet auf eine breite, hohe stiege hinauf J. A. v. Mandelslo morgenl. reisebeschr. 37 Olearius; wenn sie mir auf der stiege begegnete Herm. Schmid gesch. aus Bayern (1861) 7. über: sie über die stiegen des haus aufgiengen Arigo decam. 320 K.; der kellner ... stiesz ihn über die stiegen hinunter Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 2, 34; geht ins haus, über die stiege, den gang gerade aus M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 4, 196. zu: den pristaffen soll er haben zur stiegen herunter werfen lassen A. Olearius pers. reisebeschr. (1696) 69, vgl. Stieler stammb. 2137. von: (kaiser Albert) fiel von der stiegen H. Rätel chron. (1607) 286; der knabe rannte schnell nach haus, da fiel er von der stiegen Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. 2, 119; Grillparzer (hatte) das unglück, von einer stiege herabzustürzen jahrb. d. Grillparzerges. 1, 308. 5@bb) mit richtungsadverbien oder damit zusammengesetzten verben. ein älterer gebrauch wurzelt in der vorstellung des stiegenraumes (s. 1 b, auch bei treppe teil 11, 1, 2, 156): sonder wein her, der scherpfet das hirn, fürnemlich wann einer die stieg einfellt Fischart Gargantua 28 ndr.; ich kam nie recht, dann ein mal, da warf man mich die stiegen ein klugreden (1548) 87b; etliche schler hatten ihren präceptoren die träppen oder stiegen hinein geworfen Lehman floril. polit. (1662) 4, 206. sonst wird die bewegung nach oben oder unten bezeichnet: das ich ain stiegen viel ze tal Oswald v. Wolkenstein 63, 107 Sch.; Tarquinius fur auf gar scharf, sein schweher die stiegen abwarf Hans Sachs w. 2, 296 K.; auch soll das kornmasz eins mans last schwer sein, wie er das ein stiegen auftragen mag teutscher nation nodturft (1523) d 2a; vgl. mhd. alsô fuorte er sî dan ... ûf eine stiege ... in ein sô schœne palas Hartmann v. Aue Erec 8200 H.; der die stiegen hinauf in die stuben gieng Lindener rastbüchlein 10 lit. ver.; als er eine stiegen herunter gehen wollen Rist friedewünsch. Teutschland (1647) 130; wüthend sprang ich die stiegen hinunter Göthe I 43, 48 W.; als sie schon die stiege herabkamen Fontane ges. w. I 5, 203. — in adverb. zusammenrückung: er schritt hinaus ... stiegenab auf die strasze Handel-Mazetti Stephana Schwertner (1912) 2, 96; als ... hüpften der bäche wellen im fall ihrer füsze stiegenab E. König Thedel v. Wallmoden (1926) 85. mit gelegentl. unterdrückung des verbs: frumkeit muosz die stiege hinab Seb. Franck bei Fischer schwäb. 5, 1757; um in ihre kammer zu gelangen, muszte man die stiege hinauf Melchior Meyr erz. a. d. Ries (1868) 2, 353. ohne adverb (bei steigen): es kan kein mensch keine stiege mehr steigen Elisabeth-Charlotte 3, 110 Holland. die vereinigung des auf- und abbewegens dient vielfach dazu, unrast oder emsigkeit auszudrücken, vgl. stapfelmachen oder stieg auf und ab geen gradiare voc. teut. (Nürnb. 1482) ee 7a; lauft ein stieg auf, die ander ab Hans Sachs 9, 41 K.; ward nun in dem haus ein gehn und kommen, auf und ab die stiegen Göthe 2, 99 W.; (sie war) gewandert ... straszen und stiegen, auf und ab M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 3, 177.
16413 Zeichen · 440 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stiegestswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    stiege stswf. s. v. a. stege . ahd. stiega Schmeller 3,625. vier zil diu heiʒent si ein vierstephigiu stiege arzneib. D.…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stiege

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Stiege , plur. die -n, ein in den Niederdeutschen Mundarten für das mehr Hoch- und Oberdeutsche Steige übliches Wort…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stiege

    Goethe-Wörterbuch

    Stiege [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stiege

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Stiege , Flecken im braunschweig. Kreis Blankenburg, auf dem Unterharz, Knotenpunkt der Eisenbahnen Gernrode-Eisfelder T…

  5. modern
    Dialekt
    Stiegef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Stiege f. : 1. 'die hölzerne Treppe, die im Haus zum oberen Stockwerk oder Speicher führt', Stää (šdǟ) [verbr. WPf verei…

  6. Sprichwörter
    Stiege

    Wander (Sprichwörter)

    Stiege 1. Der ein haist die Stigen hinauff gehen, kan jhm auch dieselb wider herab wehren. – Gruter, III, 16; Lehmann, I…

  7. Spezial
    Stiege

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stie|ge f. (-,-n) (Treppe) stiga (-ghes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stiege

93 Bildungen · 82 Erstglied · 11 Zweitglied · 0 Ableitungen

stiege‑ als Erstglied (30 von 82)

Stiege(n)

Idiotikon

Stiege(n) Band 10, Spalte 1543 Stiege(n) 10,1543

Stiegeanzahl

DRW

stiege·anzahl

Stiegeanzahl, f. Quantum, Anzahl von 20 Stück vgl. 2Steige, Stiegezahl finkfenger ... keinen tisch zugestatten, besondern gleichergestalt uf…

Stiegelpfad

SHW

Stiegel-pfad Band 5, Spalte 1421-1422

Stiegeltor

SHW

Stiegel-tor Band 5, Spalte 1421-1422

Stiegelwand

SHW

Stiegel-wand Band 5, Spalte 1421-1422

Stiegelweg

SHW

Stiegel-weg Band 5, Spalte 1421-1422

Stiegelacker

PfWB

stiegel·acker

Stiegel-acker m. : FlN, amtl. Stielacker [ RO-Gaugrw Schiersf KL-Morb ], mda. Stielackeʳ [ KU-Rutsw/L ]; a. 1742: auf dem Stiehl Acker [Kurp…

stiegelbreit

PfWB

stiegel·breit

stiegel-breit Adj. : ' so breit wie ein Stiegel, ein Pfad ', stichelbräät [ FR-Mörsch ].

Stiegeler

PfWB

stiege·ler

Stiegeler m. : ' Bewohner des Dorfteiles Stiegel ', Stiejjeleʳ [ NW-Kallstdt ].

Stiegelesinnig

Wander

stiegel·e·sinnig

Stiegelesinnig Es möchte einer stiegelisinnig und gatterläufig werden. – Kirchhofer, 117. D.h. verdriesslich, verdüstert, verwirrt. ( Stalde…

stiegelfitzisch

DWB

stiegelfitzisch , -fritzisch , adj. , ' durchtrieben ': wie wunderlich uns die stiglfritzischen spitzbuben mit dem lustwasser ausgezahlet ha…

stiegelfritz

DWB

stiegel·fritz

stiegelfritz , m. , schelte, ' gauner ': dasz sie ihn einen stigelfritzen, einen schabhalser, einen lausigen edelmann nennete Juc. Jucundiss…

stiegelfritzen

DWB

stiegel·fritzen

-fritzen , vb. , spotten, stichelreden führen. aus stiegel bei 2 stiegeln und fitzen, vgl. stichelfitzen und stickelfitzen; die form -fritze…

stiegelhaus

DWB

stiegel·haus

stiegelhaus , n. , spöttisch für kloster mit wundertätigen reliquien: es wirdt ... grob vergessen, dasz Johannes baptista, ... so gar nichts…

stiegelhüpfer

DWB

stiegel·huepfer

stiegelhüpfer , m. , zu stiegel als schimpf- und scherzname gebildet; mensch, der in abgelegenen gegenden viel über zaunstiegel klettern mus…

Stiegelhupfer

Wander

stiegel·hupfer

Stiegelhupfer 1. Es ist ein Stig'lhupfer. – Schöpf, 711. Ein Spottname, der in dem angrenzenden Obersteiermark den Oberösterreichern gegeben…

stiegelîn

Lexer

stieg·elin

stiegelîn stn. krumm stieglîn an einem turn, coclea Voc. 1482.

stiegeln

DWB

stieg·eln

stiegeln , vb. , ' sticheln, pfählen ' ; denominativum von stiegel, m., f., stechender gegenstand, mhd. stigel, m., (: igel) ' schaftspitze …

Stiᵉgelō¹wer

WWB

stiege·lower

Stiᵉgel-ō¹wer n. Steilufer. — Ra.: Heu steuht jümmer vör’n Steiloiwer hat es immer schwer im Leben ( Det Is).

stiege als Zweitglied (11 von 11)

hûsstiege

MWB

hûsstiege stF. ‘Haustreppe, -stiege’ Pfylipp der chuͤrsner und Haͤrtel der chuͤrsner, [...], suln ein haimsuchung hintz Heinr. dem garttner …

hūsstiege

KöblerMhd

hūs·stiege

hūsstiege , st. F. nhd. Hausstiege, Haustreppe Q.: Urk (1325-1350) E.: s. hūs (1), stiege W.: nhd. Hausstiege, F., Hausstiege, DW- L.: MWB 2…

kellerstiege

KöblerMhd

keller·stiege

kellerstiege , st. F. nhd. Kellerstiege, Kellertreppe Q.: Urk (1325-1350) E.: s. keller, stiege W.: nhd. Kellerstiege, F., Kellerstiege, Kel…

këllerstiege

MWB

këllerstiege stF. ‘Kellertreppe’ Oswalt der Hilprant sol w. [ wunten ] umb Liebhart den Erlinger [ Oswalt verwundete Liebhart ] an der chel…

rātstiege

KöblerMhd

rāt·stiege

rātstiege , st. F. nhd. „Ratstiege“, Treppe am Rathaus Q.: Chr (15. Jh.) E.: s. rāt (1), stiege W.: nhd. Ratstiege, F., „Ratstiege“, Treppe …

Saalstiege

DRW

saal·stiege

Saalstiege, f. Aufgang, Treppe zum Rathaussaal als Ort für Rechtshandlungen derohalben läßt ein rath die hofglock läuten, darauf alle burger…

Schrannenstiege

DRW

schranne·n·stiege

Schrannenstiege, f. I zu Schranne (I) Treppe, Aufgang zu einem Gericht als sie nun zu der schrannen-stiege angelangt, stiege der unter-richt…

wandelstiege

DWB

wandel·stiege

wandelstiege , f. , treppe ohne stufen, die einen thurm hinauf führt Mothes baulex. 3 4, 333 b .

wendelstiege

DWB

wendel·stiege

wendelstiege , f. , escalier, moniée a vis, cochlidium ( Widerhold dict. [1669] 415 a ): biss in das nahgelegene schloss, da sie ihn nach ge…

wërltstiege

Lexer

werlt·stiege

wërlt-stiege stf. ûf dirre kurzen weltestiege der geist mit horwe ist becleit Mart. 167,40.